Monday, March 31, 2008

Fadys Credo

Auf die Frage "Was würdest du niemals tun?" ist seine erste Antwort: "In den Krieg ziehen." Eingedenk der von harten Schicksalsschlägen und traumatischen Kriegserfahrungen geprägten Kindheit des DSDS-Favoriten Fady Maalouf ist das mehr als verständlich. Der gefühlvolle Sänger hat, im Gegensatz zu all den wohlbestallten Muttersöhnchen, die die "pro-westliche" Bloggerszene bevölkern, buchstäblich am eigenen Leibe erfahren, was Krieg wirklich bedeutet. Mehrfach wurde er als Kind im Libanon durch Bomben schwer verletzt, physische und seelische Narben haben bis heute ihre Spuren hinterlassen. Gegenüber der Welt erzählt er von dem, was er in seinem jungen Leben bislang durchlebt und durchlitten hat, und davon, wie sehr ihm die Musik dabei geholfen hat, das Erlebte zu verarbeiten.

Wenn Deutschland der Ort wäre, in dem nicht nur sein riesiges Gesangstalent entdeckt und gefördert würde, sondern auch Fady Maaloufs großer Traum von einer Musikerkarriere in Erfüllung ginge, dann wäre selbst ich wieder einmal stolz auf mein Land!


Nächster Auftritt von Fady ist übrigens am Samstag, dem 5. April in der RTL-Sendung "Deutschland sucht den Superstar" um 20.15 Uhr.

Tuesday, March 25, 2008

Obamas libertäre Fankurve

ist seit meinem Endorsement vom 30. Januar definitiv nicht kleiner geworden. Jetzt gibt es auch auf Blogspot "Libertarians for Obama". DDH - RIGHT FROM START!

Besonders empfehlenswert in diesem Zusammenhang erscheint mir die kluge Analyse von Jason Kuznicki zum Medienspektakel um Obamas Pfarrer, der ein paar schräge, idiotische (aber auch manche zutreffende jedoch wenig mainstream-konforme) Äußerungen getätigt hat, aus denen man jetzt Obama einen Strick drehen will. Kuznicki ist auch in diesem Punkt Recht zu geben:

"The importance of the enduring faith community, regardless of its nominal leader, is also why I am inclined to cut Obama much more slack here than I did Ron Paul about those racist newsletters: The costs to Paul of firing an obnoxious subordinate would have been minimal. The costs of leaving a beloved church are to my mind considerably greater."


Hoffen wir, daß der libertäre Obama-Fanblock am Ende noch so stark wird, daß er vielleicht die Initialzündung geben könnte für ein neues Projekt: die Liberaltarians!

Monday, March 24, 2008

Meine 2 Cents zum "Migrantenstadl"

DSDS am Samstag: die Abwahl von Soul-Queen Sahra in der 2. Mottoshow ist ein Skandal! Gott, wie ich diese menstruierenden, kreischenden, Zahnspangen tragenden Siebtklässlerinnen hasse, die da ihr Taschengeld in diese Inthronisierung des Nichts "Benny" anstatt in Clearasil investieren! Dieser schambefreite Gnom hat anschließend auch noch die Backen aufgeblasen und die Schuld bei den DSDS-Coachs gesucht! Vor der Kamera! Gestern bei Frauke Ludowig redete er sich gleich nochmal in einer langen Sequenz um Kopf und Kragen, als ob die Peinlichkeit vom Samstag nicht schon gereicht hätte! Ich glaube, der hat echt 'nen Loch in der Wanne. Aber weil er halt der letzte noch verbliebene Deutsche ist, wird er wohl auch von deutschnationalen Brüllaffen gewählt, damit er solange wie möglich drin bleibt.

Dieser Collins Owusu ist ja ein lieber Kerl und als Rummelplatz-Conferencier wäre er sicher auch ganz lustig. Oder als Animateur in einem Teppichhaus oder All-inclusive Hotel. Aber auf den Brettern die die Welt bedeuten??? Er singt ja in einem Gospelchoir, und nicht umsonst verglich der große H. L. Mencken methodistische und baptistische Stimmungskanonen mit Zirkusclowns, die die geistig Minderbemittelten bei Laune halten.

Rania ist mit ihrem Rehlein-Blick auch nicht wirklich überzeugend (das Beste an ihr war Fadys Bemalung).


Linda - starke Röhre, aber schwache Nerven. Sollte mit dem Karrierestart noch 2 Jahre warten.

Stella - charmant und durchaus begabt - hat aber nach Benny Herd auch die stärkste Fanbase in Deutschland: alle "Spaghettifresser" (unvergessen: Karl Moik, der sich damit eigentlich als PFS-Referent längst qualifiziert haben müßte) ;-)

Monika: Hammerstimme! Von der Lady bin ich ein Fan, die hat auch a bisserl den Schmäh. Des Maderl mog i!

Thomas: ein klasse Typ mit Ecken und Kanten und vor allem einer, dem ich es wirklich gönnen würde.

Fady: für mich der heißeste Anwärter auf den Thron. Sieht ja auch schon aus wie ein Prinz und hat ein Feeling in der Stimme, das nicht nur Schnulzenschlampen wie mich dahinschmelzen läßt. Den jungen Libanesen, der erst seit knapp einem Jahr in Hamburg lebt, könnte ich mir wegen seiner klassischen Stimmlage auch im Musical-/oder Chansonfach vorstellen. Dabei spricht er erst seit 10 Monaten deutsch (Mark Twain: "Nur Tote haben genug Zeit, diese Sprache zu lernen.") Außerdem ist er der einzige Teilnehmer dieser DSDS-Staffel, der von der Presse bislang so richtig übel rangenommen wurde. Aber auch diese Feuerprobe hat er bravourös bestanden, Nerven behalten und sich von Show zu Show gesteigert.


Wenn also die letzten 3 am Ende des Tages Monika Ivkic, Thomas Godoj und Fady Maalouf hießen, die dann das Rennen unter sich ausmachen, wäre das das RICHTIGE Ergebnis. Aber seit wann entscheiden Mehrheiten richtig?

Hier der nach Bohlens und meiner übereinstimmenden Meinung beste Auftritt der letzten Show:









Wednesday, March 19, 2008

Die Stimmen der Anderen zu Obama und Wright

Social Memory Complex: Statesmen and Patriots

David Weigel, Reason Magazine: Ah Said, the Sheriff is a Ni-[DING!]

The Osterley Times: Cometh the hour, cometh the man

Steven Horwitz: Obama on Race in America

Justin Raimondo, Antiwar.com: Smearing Obama und Confessions of an Obama Cultist

Über Raimondos Einschwenken auf meine Pro-Obama-Linie freue ich mich besonders. Auch wenn es manches an ihm gibt, was mir Mühe bereitet (insbesondere seine völlig überspannte und gelegentlich neurotische Züge annehmende Israel-Gegnerschaft sowie seine anläßlich der Newsletter-Affäre arg gequälten und regelrecht peinlichen Rechtfertigungsversuche der homophoben Entgleisungen im Umfeld der engeren Ron-Paul-Unterstützerszene). Andererseits ist es unbestreitbar Raimondos Verdienst, das Verständnis für den non-interventionistischen Imperativ des Libertarianism wachgehalten zu haben.

Baracks historische Philadelphia Rede

über die auch die NZZ heute berichtet, könnt Ihr hier in voller Länge noch einmal anhören:




Andrew Sullivan ist schwer beeindruckt:



"Alas, I cannot give a more considered response right now as I have to get on the road. But I do want to say that this searing, nuanced, gut-wrenching, loyal, and deeply, deeply Christian speech is the most honest speech on race in America in my adult lifetime. It is a speech we have all been waiting for for a generation. Its ability to embrace both the legitimate fears and resentments of whites and the understandable anger and dashed hopes of many blacks was, in my view, unique in recent American history.

And it was a reflection of faith - deep, hopeful, transcending faith in the promises of the Gospels. And it was about America - its unique promise, its historic purpose, and our duty to take up the burden to perfect this union - today, in our time, in our way.

I have never felt more convinced that this man's candidacy - not this man, his candidacy - and what he can bring us to achieve - is an historic opportunity. This was a testing; and he did not merely pass it by uttering safe bromides. He addressed the intimate, painful love he has for an imperfect and sometimes embittered man. And how that love enables him to see that man's faults and pain as well as his promise. This is what my faith is about. It is what the Gospels are about. This is a candidate who does not merely speak as a Christian. He acts like a Christian.


Bill Clinton once said that everything bad in America can be rectified by what is good in America. He was right - and Obama takes that to a new level. And does it with the deepest darkest wound in this country's history.

I love this country. I don't remember loving it or hoping more from it than today."




Der libertäre Reason-Autor Jesse Walker bekundet unter der Überschrift "The Audacity of Friends" seinen Respekt vor einem Mann, der Freunde, auch wenn sie offenkundigen Unsinn reden, nicht einfach um seiner Karriere willen verstößt:



"Am I out of step with the country or just out of step with the pundit class? The things I'm told to like about Barack Obama's persona turn me off, and the things that are supposed to be disturbing seem appealing.I got my first inkling of this during the debate season, when the conventional wisdom had it that Obama was at his best when giving a speech and that he suffered when he had to share a stage with someone else. Whereas I always thought his speeches were platitudinous mush but enjoyed his debate performances, where he proved himself able to think quickly on his feet and crack a few unscripted jokes. The Obama of the speeches is a bore; the Obama of the debates seems like a man with whom I'd enjoy a friendly
political argument over lunch.


Now we have the Jeremiah Wright "scandal," which frankly makes me like Obama more. If you don't have a friend -- a real friend, someone who means something to you and sometimes influences your decisions -- who occasionally expresses a nutty opinion ("The government lied about inventing the HIV virus as a means of genocide against people of color") or an impolitic truth ("a country and a culture controlled by rich white people"), then you really, really need to get out more. Obama's connection to Wright is like his cigarette habit, his willingness to talk about his past drug use, his fondness for gritty TV shows -- it's a sign that there's an actual human being in that suit after all, no matter how empty it may seem when he's blathering about "an insistence on small miracles" and the like. It's a sign he might know a thing or two about the real America after all.This morning Obama delivered a speech on the subject. It goes on endlessly, as his speeches often do, but it makes the essential, obvious point:

"As imperfect as he may be, [Wright] has been like family to me. He strengthened my faith, officiated my wedding, and baptized my children. Not once in my conversations with him have I heard him talk about any ethnic group in derogatory terms, or treat whites with whom he interacted with anything but courtesy and respect. He contains within him the contradictions -- the good and the bad -- of the community that he has served diligently for so many years.I can no more disown him than I can disown the black community.

I can no more disown him than I can my white grandmother -- a woman who helped raise me, a woman who sacrificed again and again for me, a woman who loves me as much as she loves anything in this world, but a woman who once confessed her fear of black men who passed by her on the street, and who on more than one occasion has uttered racial or ethnic stereotypes that made me cringe.

These people are a part of me. And they are a part of America, this country that I love."

I guess you either understand this instinctively or you don't. And then, of course, there are the people who understand it but will continue to pretend they don't, the better to smear Obama as a secret jihadist, Weatherman, or Farrakhanite."




Wie Barack Obama (hier auf dem Bild im zarten Alter von 3 Jahren mit seiner Mutter) diesen "Skandal" um seinen Pastor und dessen verschrobene Reden (wir sprechen von einem Pastor!) gemanagt hat, das war schon wirklich großes Kino. Obama hat die Feuertaufe bestanden. Jetzt weiß Amerika und mit ihm die ganze Welt: Wenn einer schon aufgrund seiner eigenen Geschichte dazu prädestiniert ist, die Rassenschranken im "Land of the free" wirklich überwinden zu können, dann dieser Mann. Wenn das der einzige Grund wäre, ihn zu unterstützen, es wäre schon Grund genug!

Yes, he can!

Tuesday, March 18, 2008

Friday, March 14, 2008

Regierung ist Sklaverei

Via ad sinistram:


"Die Regierung des Menschen über den Menschen ist Sklaverei. Wer immer die Hand auf mich legt, um über mich zu herrschen, ist ein Usurpator und ein Tyrann. Ich erkläre ihn zu meinem Feinde.

Regiert sein, das heißt unter polizeilicher Überwachung stehen, inspiziert, spioniert, dirigiert, mit Gesetzen überschüttet, reglementiert, eingepfercht, belehrt, bepredigt, kontrolliert, eingeschätzt, abgeschätzt, zensiert, kommandiert zu werden durch Leute, die weder das Recht, noch das Wissen, noch die Kraft dazu haben. Regiert sein heißt, bei jeder Handlung, bei jedem Geschäft, bei jeder Bewegung notiert, registriert, erfaßt, taxiert, gestempelt, vermessen, bewertet, versteuert, patentiert, lizensiert, autorisiert, befürwortet, ermahnt, behindert, reformiert, ausgerichtet, bestraft zu werden. Es heißt, unter dem Vorwand der öffentlichen Nützlichkeit und im Namen des Allgemeininteresses ausgenutzt, verwaltet, geprellt, ausgebeutet, monopolisiert, hintergangen, ausgepreßt, getäuscht, bestohlen zu werden; schließlich bei dem geringsten Widerstand, beim ersten Wort der Klage unterdrückt, bestraft, heruntergemacht, beleidigt, verfolgt, mißhandelt, zu Boden geschlagen, entwaffnet, geknebelt, eingesperrt, füsiliert, beschossen, verurteilt, verdammt, deportiert, geopfert, verkauft, verraten und obendrein verhöhnt, gehänselt, beschimpft und entehrt zu werden. Das ist die Regierung, das ist ihre Gerechtigkeit, das ist ihre Moral."

-
Pierre-Joseph Proudhon -




Mehr zu Proudhon gibt es aktuell bei Roderick T. Long, der eine Debatte zwischen diesem und dem anderen großen französischen Freiheitsdenker Frédéric Bastiat wiederentdeckt hat und einer interessierten libertären Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Bin ein Fundi! Und das ist auch gut so!

Man muß schon einen radikal-emanzipatorischen Ansatz bis zur Fundamentalkritik durchdenken, sonst bleibt alles Kritisieren am Bestehenden nur unverbindliches Gemosere und Genörgel so nach dem Motto “Das System an sich ist ja ganz prima - aber diese Ampelschaltung da drüben, die werde ich mit jeder Faser meines Herzens… und wenn es das letzte ist, was ich tue!” Solcherart teutonisch-radikalismusvermeidenden Fatal-Fanatismus kenne ich zuhauf. Der hat auch den garnicht netten kleinen Nebeneffekt, daß man dann immer Sündenböcke sucht, die anstelle des Systems, das ja ne geile Einrichtung ist, schuld an allen Unbilden sind, z.B. Fremde, das Ausland, diverse Verschwörungen, die “Gottlosen” (bei Hohmann) oder - bei AFL - der als Nettostaatsprofiteur denunzierte arme HartzIV-Empfänger. Das äußert sich gerne auch rabiat, radikal ist es nicht. Dann lieber den Dingen auf den Grund gehen und bei der Analyse keine Heiligen Kühe schonen.

Bin ich Fundamentalist? Da halte ich es (ausnahmsweise mal, wie schon beim Irak-Krieg) mit Gauweiler: “Das Gegenteil von Fundamentalismus ist Treibsand.”

Keith Preston weist übrigens auf Life, Love and Liberty dankenswerterweise darauf hin, daß der Anti-Etatismus der Oberschichtler
("They no longer see the need to even put on the charade of maternalistic government, which they view as costly and not generating enough profits for corporate interests in the same way that the rapidly expanding prison-industrial complex and other recently emergent forms of repression are doing.")
nur aufgesetzt ist und moralische wie ökonomische Fundamental-Kritik am Wohlfahrtsstaat ein zutiefst linkes Anliegen!

Sozialistische Lüge besser als bourgeoise Halbwahrheit!

Bürgerlich-neoliberale Ideologen brauchen den Staat tatsächlich als Machtdurchsetzungsagentur der Elite gegen die plebejischen Massen. Das ist leider kein gepflegtes sozialistisches Vorurteil, sondern empirische Tatsache. Die Debatten in der Blogosphäre legen beredtes Zeugnis ab. Klassendünkel.


Inzwischen ist mir eine faustdicke sozialistische Lüge lieber als die feiste neoliberale Verschlagenheit, die als selektiver Anti-Etatismus (dort, wo der Staat als "maternalistisch" zugunsten des unteren Drittels wahrgenommen wird) umherschleicht, welche handkehrum die paternalistische Seite des Kriegs- und Überwachungsstaates vermöge der beim Pöbel eingesparten Ressourcen auszubauen sich anschickt.

Thursday, March 13, 2008

Terror ist Ansichtssache

"Wer beschützt die Menschen also vor dem wirklichen Terror? Vor dem Terror, der legitimiert durch Volksvertreter, Parlamente und Gesetze wütet? Vor dem Terror, den man als notwendiges Übel, als unvermeidlichen Teil des Systems begreift? Vor dem Terror, der Krieg meint, wenn er Frieden sagt; der Sklaverei meint, wenn er Freiheit sagt; der Unwissenheit als Grundlage seiner Stärke ansieht? Vor dem Terror, den man kaum erkennt, weil er als staatliche Institution auftritt? Vor dem Terror, den man nicht kritisieren kann, weil man sonst selbst unter Verdacht gerät? Terror ist eben Ansichtssache... "



Der links-oppositionelle Blogger ad sinistram zur orwellianischen Begleitmusik des warfare-etatistischen "war on terror".

Ein recht deutliches Wort zur rechten Zeit

Von MSNBC-Anchorman Keith Olbermann via US Wahlen 2008:

Tuesday, March 11, 2008

Das rechte Wort zur rechten Zeit

Barack Obama spricht über Eigenverantwortung - die Black Community jubelt:






Derweil spielt die Konkurrenz die Rassenkarte. Hat halt jeder so seinen eigenen Wahlkampfstil.

Saturday, March 08, 2008

Das rechte Wort zur falschen Zeit

„Sie ist ein Monster, und - das bleibt jetzt unter uns - sie lässt sich zu allem herab. [...] Man schaut sie nur an und denkt: 'Pfui!'“.


Sowas sagt man nicht. Jedenfalls nicht mitten im Wahlkampf. Unprofessionell. Auch wenn's wahr ist!



Aber mal ganz ehrlich: Wer kriegt nicht das kalte Kotzen, wenn er sieht, wie schamlos sich die Clinton zum armen Opfer der Medien stilisiert, während sie unter der Tischkante übelste Schienbeintritte austeilt?

Thursday, March 06, 2008

Linksrutsch???

Wenn ich mir weiter das allgemeine Palaver vom "Linksrutsch" anhören muß, werde ich noch trübsinnig. Oder handgreiflich. Deutschland wird sozialistischer, das ist wahr! Aber linker? Der Sozialismus ist eine verquere Sozialtheorie, die, wie man bei Rothbard nachlesen kann, strenggenommen zwischen dem klassischen - radikalen - Liberalismus und dem Konservatismus als Herrschaftsideologie des ancien régime steht. Der Sozialist Ferdinand Lassalle ("Der Staat ist Gott") war sich dessen bewußt, als er gegenüber preußischen Amtsrichtern einmal sinngemäß ausführte, man habe doch vielmehr miteinander gemeinsam als mit jenen radikalliberalen Kräften, die den Staat ablehnten, und zwar nicht irgendeinen Staat, sondern den Staat überhaupt.

Wo wird denn Deutschland "linker"? Wird es aufgeklärter? Fortschrittsfreundlicher? Weltoffener? Toleranter? Antiautoritärer? Löcken mehr Leute wider den Stachel der Obrigkeit? Nimmt der zivile Ungehorsam zu? Werden die Verbote kassiert? Wird Sterbehilfe legalisiert? Wird es endlich jedermanns Privatangelegenheit, welche Substanzen er zu sich nimmt? Werden in einer umfassenden Säkularisierung die Kirchenprivilegien (Kirchensteuer, Religionsunterricht) abgeschafft? Wird Glücksspiel auch denen erlaubt, die nicht in Aufsichtsräten von Staatsbanken sitzen, für die dann der Steuerzahler den Ausfallbürgen spielen darf? Nehmen die Beschränkungen der persönlichen Freiheit ab (in Baden-Württemberg darf man um eine bestimmte Uhrzeit keinen Alkohol mehr kaufen, was freilich die Frage aufwirft, wie man dieses System denn bitteschön ertragen soll, wenn nicht im Suff)? Gibt es irgendwo Rebellion gegen fortwährende Einmischungen, Entmündigungen, sinnlose Vorschriften? Werden die ganzen Tributleistungen an Zwangskammern und andere Privilegienritter (z.B. die seit der Nazizeit zum Privatwohnungszutritt bevorrechtigten Schornsteinfeger) eingestellt? Werden im Osten statt wohlstandschaffenden (wenn man sie denn ließe und nicht durch Marktzutrittsbarrieren, wie viele Inländer übrigens auch, in Abhängigkeit hielte!) Ausländern inzwischen mal wohlstandaufzehrende Politiker bei Volksfesten zum Gaudium durch die Stadt gejagt, anstatt diese nutzlose Personengruppe zu allerlei lokalen Festivitäten ganz im Untertanengestus ergebenst einzuladen und ihr das Gefühl zu geben, sie sei die Zierde, ja, das Schmuckstück der Gemeinde? Wird das staatliche Kidnapping - hochtrabend "Schulpflicht" genannt - endlich im Urinal der deutschen Verfehlungsgeschichte versenkt? Was ist mit der legalisierten Sklaverei, die sich "Wehrpflicht" nennt, obwohl es sich um ganz ordinäre Zwangsarbeit handelt? Wird die Enteignerklasse (Beamte, Bauern, hochsubventionierte und durch Importbarrieren vom Verbraucher gepäppelte Großindustrie, Staatsmedien, der staatliche Bildungssektor und vor allem die classe politique) endlich entmachtet?

Gibt es einen Volksaufstand gegen das Töten und Sterben in Afghanistan? Die Partei "Die Linke", die in diesem einen Punkt wirklich "links" (im Sinne des antimilitaristischen Erbes der Manchesterliberalen!) argumentiert (auch wenn es da - remember Sowjeteinmarsch unter SED-Beifall anno 1979! - mit der Glaubwürdigkeit arg hapert) ist genau deswegen auf Bundesebene bis dato nicht koalitionsfähig. Erst, wenn sie den gleichen schäbigen "Wandlungsprozeß" wie die Grünen durchgemacht haben, dürfen sie bei Tische platznehmen. Der wird nicht lange auf sich warten lassen, die Karenzzeit bis zur "Einsicht in die Realpolitik" währt bei Sozialisten jeglicher Couleur nie lang.

Deutschland driftet. Aber gewiß nicht nach links.

Sunday, March 02, 2008

Das Wort zum Sonntag

kommt heute vom Social Memory Complex:

"Yes, sometimes working within the system is the best approach. But that doesn’t mean that one invests one’s political loyalties in the system; rather, it means one uses or discards the rules and mechanisms according to strategic expedience. Too often, Buckley and other quasi-libetarians demand a realism that goes beyond grudging acceptance of the state into identifying with it. If care is not taken to keep one’s eyes on the prize (not to mention if the prize is mere “low taxes”) it is quite easy for libertarian critiques of the state to become reforms that simply make the state more acceptable, thereby helping our oppressors determine the precise psychology required to exact our compliance. The libertarian goal is not fair, non-violent, small government, and the realization of such is not the point at which our struggle stops.

Buckley demonstrates that what libertarians need is exactly what his type gives us so often: a sense of marginalization and disdain. Our ranks are not filled with the elite, the privileged, the aristocratic, the “well bred” (in fact, I think we should look very suspiciously at any wealthy libertarians, who too often share Buckley’s go-along-to-get-along attitude; are they truly prepared for the free market?). We should not see his type as an ally, nor worship the god he worships. We are not the establishment, and we should not expect to be taken seriously by it. When we are, we should question the motives."


Saturday, March 01, 2008