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Montag, November 02, 2020

"Verschwörungstheorien" aus der Sicht des Freiheitsdenkers Murray N. Rothbard


Murray N. Rothbard, der Nestor der "Austrian School of Economics" in den USA schrieb zum Thema "Verschwörungstheorien" (zur Genese des Begriffs hat Hans-Georg Maaßen ein paar erhellende Worte gefunden ):

 „Es ist auch wichtig für den Staat seinen Untergebenen eine Aversion gegenüber jeglichen „Verschwörungstheorien über die Geschichte“ einzuimpfen; die Suche nach „Verschwörungen“ bedeutet eine Suche nach Motiven und eine Zuschreibung von Verantwortung für historische Verbrechen. Wenn jedoch irgendeine durch den Staat auferlegte Tyrannei, Bestechlichkeit oder ein Aggressionskrieg nicht durch die Staatsführung verursacht wurde, sondern durch mysteriöse und geheimnisvolle „soziale Kräfte“ oder durch den unvollkommenen Zustand der Welt, wenn irgendwie Jeder verantwortlich ist („Wir sind alle Mörder“ behauptet ein Slogan), dann gibt es für die Menschen keinen Grund entrüstet zu sein oder sich gegen solche Missetaten zu erheben. Ferner bedeutet ein Angriff auf „Verschwörungstheorien“, dass die Untertanen leichtgläubiger werden und an die Gründe des „allgemeinen Wohlergehens“ glauben, die vom Staat immer vorgebracht werden, wenn er sich in irgendeiner seiner despotischen Aktionen ergeht. Eine „Verschwörungstheorie“ kann das System destabilisieren, indem es die Öffentlichkeit an der ideologischen Propaganda des Staates zweifeln lässt.“ 



 Und 1977 schrieb er: 



 „Jedes Mal, wenn eine kompromisslose Analyse darüber vorgebracht wird, wer unserer Herrscher sind, wie sich ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen ineinander verzahnen, wird diese durch Liberale und Konservative (und sogar durch viele Libertäre) des Establishments ausnahmslos als „Verschwörungstheorie über die Geschichte“, „paranoid“, „ökonomisch deterministisch“ oder sogar „marxistisch“ angeprangert. Diese Verleumdungsbezeichnungen werden über die Bank weg angewandt, so realistisch solche Analysen, von der John Birch Society bis hin zur Kommunistischen Partei, auch sein mögen und gewesen sind. Die am häufigsten verwendete Bezeichnung ist „Verschwörungstheoretiker“, fast immer als feindliches Schimpfwort verwandt und weniger vom „Verschwörungstheoretiker“ selbst übernommen. Es ist kein Wunder, dass diese realistischen Analysen gewöhnlich von diversen „Extremisten“ verbreitet werden, die sich außerhalb des Konsenses des Establishments befinden. 

Für das Establishment ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Herrschaft des Staatsapparates in den Augen der Öffentlichkeit weiterhin Legitimität, sogar Unantastbarkeit genießt und es ist von entscheidender Bedeutung für diese Unantastbarkeit, dass unsere Politiker und Bürokraten als Verkörperungen sich ausschließlich dem „öffentlichen Gemeinwohl“ verschriebener Geister angesehen werden. Wenn die Katze erst einmal aus dem Sack ist, dass diese Geister beim Vorantreiben eines Sammelsuriums wirtschaftlicher Interessen unter Verwendung des Staats allzu oft in der irdischen Welt verankert sind, fängt die grundlegende Mystik der Regierung an zusammenzubrechen. Nehmen wir ein einfaches Beispiel. Angenommen wir stellen fest, dass der Kongress ein Gesetz verabschiedet hat, mit dem man die Zölle auf Stahl anhebt oder Importquoten auf Stahl einführt. Sicherlich würde es nur ein Idiot nicht schaffen festzustellen, dass die Zölle oder Quoten zu Gunsten von Lobbyisten der inländischen Stahlindustrie eingeführt wurden, die darum bemüht sind effiziente ausländische Mitbewerber außenvorzuhalten. Niemand würde gegen eine derartige Schlussfolgerung den Vorwurf „Verschwörungstheoretiker“ vorbringen. Aber was der Verschwörungstheoretiker macht, ist einfach die Erweiterung seiner Analyse auf komplexere Maßnahmen der Regierung: 

Sagen wir öffentliche Arbeitsprojekte, die Gründung des ICC, die Schaffung des Federal Reserve Systems oder der Eintritt der Vereinigten Staaten in einen Krieg. In jedem dieser Fälle fragt sich der Verschwörungstheoretiker die Frage Cui bono? Wer profitiert von diesen Maßnahmen? Wenn er feststellt, dass von Maßnahme A X und Y profitieren, ist sein nächster Schritt die Hypothese zu untersuchen: Haben X und Y tatsächlich Einfluss ausgeübt oder Druck angewandt um Maßnahme A in Gang zu bringen? Kurz gesagt, waren sich X und Y gewahr, dass sie profitieren würden und haben sie dementsprechend gehandelt? Fernab davon paranoid zu sein oder deterministisch, ist der Verschwörungsanalyst ein Praxeolologe; sprich, er glaubt, dass Menschen vorsätzlich handeln, sie bewusste Entscheidungen zur Einleitung von Maßnahmen treffen um ihre Ziele zu erreichen. Daher nimmt er an, wenn Schutzzölle auf Stahl verabschiedet werden, dass die Stahlindustrie sich dafür eingesetzt hat; wenn ein öffentliches Projekt geschaffen wird, hypothesiert er, dass es durch eine Allianz aus Baufirmen und Gewerkschaften angeregt wurde, die in den Genuss öffentlicher Aufträge kommen, sowie durch Bürokraten, die dadurch ihre Arbeitsstellen und Gehälter ausbauen. Es sind die Gegner der Verschwörungsanalyse, die vorgeben zu glauben, dass alle Ereignisse – und am wenigsten die in der Regierung – zufällig und ungeplant vonstatten gehen und Menschen sich daher nicht mit vorsätzlichen Entscheidungen und Planungen auseinandersetzen. 

 Es gibt natürlich gute Verschwörungsanalysten und schlechte Verschwörungsanalysten, genauso wie es gute und schlechte Historiker oder Fachmänner jeder Disziplin gibt. Die schlechten Verschwörungsanalysten tendieren dazu zwei Arten von Fehlern zu begehen, die dem Establishment tatsächlich alle Möglichkeiten offen halten den Vorwurf der „Paranoia“ anzubringen. Erstens, er stoppt bei der Frage Cui bono; wenn von Maßnahme A X und Y profitieren, kommt er einfach zu dem Schluss, dass X und Y deswegen verantwortlich sind. Er scheitert dabei zu verstehen, dass es sich bloß um eine Hypothese handelt, die verifiziert werden muss, indem man herausfindet, ob X oder Y es wirklich getan haben oder nicht. (Das vielleicht verrückteste Beispiel hierzu, war das des britischen Journalisten Douglas Reed, der, nachdem er feststellte, dass das Ergebnis von Hitlers Politik die Zerstörung von Deutschland war, ohne Beweise zu dem Schluss kam, Hitler sei deshalb ein wissentlicher Agent ausländischer Kräfte gewesen, die ihn absichtlich befahlen Deutschland zu ruinieren.) Zweitens, der schlechte Verschwörungsanalyst scheint einen Zwang dazu zu haben alle Verschwörungen und alle Machtblöcke der bösen Jungs in einer riesigen Verschwörung zusammenzuwürfeln. Anstatt zu sehen, dass es verschiedene Machtblöcke gibt, die versuchen Kontrolle über die Regierung zu erlangen, manchmal in Konflikt und manchmal in Allianz miteinander, muss er vermuten – auch hier wieder ohne Beweise – dass eine kleine Gruppe von Männern sie alle kontrolliert und es nur so scheint, als würden sie in Auseinandersetzung miteinander geraten…“

Samstag, Januar 14, 2012

Es begann mit einem Buch von Roland Baader

Der Tod Roland Baaders, den ich wie so viele als geistigen Inspirator und väterlichen Freund kennen- und schätzen lernten (in meinem Falle leider nie persönlich, aber durch sehr rege und immer herzliche Korrespondenz) bedeutet für mich ganz persönlich einen sehr großen menschlichen Verlust.


Ich habe dieser Tage mal wieder sein opus magnum "Geld, Gold und Gottspieler" in den Händen gehalten. Er hatte mir sein Buch, kurz nachdem ich ihn erstmals per E-Mail kontaktiert hatte, im November 2004 geschenkt - "in geistiger Verbundenheit und herzlicher Sympathie", wie er mir zur Widmung schrieb. Gerade dieses Buch fand eine begeisterte Anhängerschaft - bis hin zu Olli Kahn. Ich selbst habe es immer wieder gerne verschenkt, u.a. auch einmal, wie ich mich entsinne an den jungen Schweizer Ron-Paul-Sympathisanten Lukas Reimann, einem der ganz wenigen Politiker, die noch Bücher lesen und auf ihre eigene Urteilskraft vertrauen, anstatt sich auf Parlamentsvorlagen und wissenschaftliche Mitarbeiter zu verlassen. Lukas gehört inzwischen zu den Initiatoren einer Goldfranken-Bewegung, die ganz nach dem Geschmack des Goldfreundes und Schweiz-Liebhabers Roland Baader wie auch des von diesem sehr geschätzten kongenialen publizistischen Mitstreiters an der Gold-Front, des Zürcher Privatbankiers Ferdinand Lips, gewesen wäre.



Wer diesen wunderbaren Menschen (und sei es nur auf korrespondierendem Wege dank des Internets) kennenlernen durfte, darf sich geehrt fühlen. Das erste Buch aus seiner Feder hielt ich schon als Schüler (das muß etwa im Jahre 1993 gewesen sein) in der Hand. Es hieß "Die Euro-Katastrophe" und leistete mir seinerzeit bei Debatten in meinem extrem linken Bad Cannstatter Gymnasium unschätzbare Dienste, zu einer Zeit, als nur wenige Bundesbürger begriffen, daß das, was damals unter den Chiffren "Maastricht" und "ECU" angebahnt wurde, nicht weniger war als ein Anschlag der politischen Eliten dieses Landes auf Freiheit, Wohlstand und Bürgerrechte, ein kalter Staatsstreich in Zeitlupe, der eigentlich zwingend einen Hochverratsprozeß gegen Kohl und Konsorten hätte nach sich ziehen müssen wenn a) wenigstens bei großzügiger Auslegung die BRD ein Rechtsstaat (zu fraglichem Zeitpunkt noch gewesen) wäre und b) "Rechts-Staat" nicht ohnehin ein Oxymoron wäre (zur Zeit befindet sich auf der Erdoberfläche nicht ein einziger). Zu diesem ökonomischen Vabanquespiel dessen Folgerichtigkeiten einer Unifizierung Europas er exakt vorhergesagt hatte lieferte mir Roland Baader meine beste argumentative Munition, weil auf stringent klassisch liberalem Fundament stehend und eben nicht aus einem irgendwie ranzig-nationalistischen Sumpf köchelnd.



Roland Baader hat mir mit seinen mich im Laufe der Jahre immer stärker prägenden Büchern (die ich nahezu alle besitze) sehr geholfen, mich ökonomisch, geistesgeschichtlich und sozialphilosophisch zu schulen und den bis zum heutigen Tage unstillbaren Wissenshunger zu wecken. Durch ihn entdeckte ich das Gedankengebäude der "Österreichischen Schule der Nationalökonomie", fing an Ludwig von Mises zu lesen (meine "Einstiegsdroge" war, wie könnte es anders sein, das von ihm brillant editierte Mises-Brevier, ein Kleinod das inzwischen auch vergriffen ist und einer Neuauflage harrt) und steckte bald dann meinerseits wieder andere junge Freunde mit Baaderscher Begeisterungsfähigkeit an. "Schon große Flamm' von Fünklein kam" heißt es bei Ulrich von Hutten - von Roland Baaders Freiheitsfunken wurden viele entflammt! Daß es heutzutage "in diesem unserem Lande" überhaupt wieder eine vitale "Szene", oder besser gesagt ein geistiges Kraftfeld von Streitern für einen entschiedenen, intellektuell kompromißlosen Liberalismus gibt, der anders als neoliberal-staatstragende Ökonomen und das "middle-of-the-road"-Gesindel von der FDP sich eben nicht in jede Hose macht, die man ihm hinhält, verdankt sich zum allergrößten Teil dem verdienstvollen und schöpferischen publizistischen Wirken dieses badischen Freigeists. Auch, weil er keinen abgehobenen akademischen Stil pflegte, sondern deftig, unerschrocken und herzhaft in die Tasten griff. Und, wie ich dann in unserem E-Mail-Verkehr immer wieder mit Verzücken feststellte, auch über jede Menge Humor verfügte, trotz dem er sehr unter seiner schweren Krankheit zu leiden hatte.




Sehr schätzte ich als Marktanarchist am Minimalstaatler Roland Baader zudem, daß ihm auch jede (sonst hierzulande in neoliberalen Kreisen weitverbreitete) bräsige Attitüde im Umgang mit jenen Freiheitsfreunden, die noch einen Schritt weitergingen als er, vollkommen abging. Anarcho-Kapitalisten-Bashing war seine Sache nicht, wie folgendes Zitat belegt:


"Die sogenannten Anarchokapitalisten, die in den USA - auch unter den
Wissenschaftlern der Ökonomie - eine wachsende Fraktion bilden, haben die
besseren Argumente als die Minimalstaatler, zu denen auch ich mich zähle. Was
die Minimalstaatler davon abhält, den Vertretern des Null-Staates zu folgen,
sind nicht die schlüssigeren Argumente, sondern fast ausschließlich
Bauchschmerzen, die wir bei dem Gedanken empfinden, auch die innere Sicherheit
und das gesamte Rechtswesen privaten konkurrierenden Unternehmen anzuvertrauen.


Ob diese Bauchschmerzen berechtigt sind, daran läßt die Tatsache, daß das
"demokratische Jahrhundert" zugleich das Jahrhundert der größten Kriege der
Menschheitsgeschichte gewesen ist, einige Zweifel aufkommen. Ebenso die
Tatsache, daß die Allgemeine Wehrpflicht erst im Gefolge der Verherrlichung der
"Volkssouveränität" in der Französischen Revolution die Weltbühne betreten hat,
ein Umstand, der die großen, totalen Kriege erst möglich gemacht hat. (Man
erinnert sich an das Diktum von Napoleon, der nach der Einführung der
Allgemeinen Wehrpflicht in Frankreich gesagt hat: "Jetzt sind Soldaten weniger
wert als Dreck.") Doch ist dieser akademische Streit insofern ohne Belang als
wir alle in Maximalstaaten leben und himmelweit vom Minimalstaat entfernt sind.
Und die Machtkalküle der politischen Kaste, sowie das Desinteresse und die
Unwissenheit der Bürgerschaft werden dafür sorgen, daß dies auch so bleibt."



Am meisten bedaure ich, daß ich nicht das Glück hatte, ihn einmal von Angesicht zu Angesicht kennenzulernen, denn von allen Freiheitsdenkern hat mich keiner so stark geprägt wie der Drachentöter aus Waghäusel, dessen wirksamste Waffe gegen den wuchernden Leviathan seine spitze Feder war.



Aus Sympathie für ihn habe ich auf Facebook gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten die Autorenseite "Roland Baader" eingerichtet, um seine Schriften, Bücher, Artikel, Essays etc. zu bewerben. Er hat sich sehr darüber gefreut, auch über meine Nachricht, daß wir am Lips Institute sein jüngstes Buch "Geldsozialismus" bewerben.
Wenn in Amerika jemand gefragt wird, wie er zum klassischen Liberalen/Libertarian wurde, sagt er oder sie in 9 von 10 Fällen, der erste Zugang war Ayn Rand: "It usually begins with Ayn Rand". Im deutschsprachigen Raum gilt für mich wie für die allermeisten meiner Freunde "Es begann mit einem Buch/einem Essay von Roland Baader."

Vor dem unsterblichen Lebenswerk dieses Mannes, einer außergewöhnlichen Persönlichkeit von einem Format, wie man es heutzutage kaum mehr anzutreffen vermag, verneige ich mich!


Die Beerdigung von Roland Baader findet auf dem Friedhof Waghäusel-Kirrlach am
19. Januar 2012 um 14 Uhr statt.

Sonntag, Mai 01, 2011

Der ESC-Jahrgangsbeste 2011: Amaury Vassili

Daß der alte Zausel Jan Feddersen über ihn ätzt, dürfte eigentlich schon als Empfehlungsschreiben gewertet werden. Viele Worte des Lobens und Preisens muß man in der Tat über den aus der Normandie stammenden jüngsten professionellen Tenor der Welt nicht verlieren, der dieses Jahr für Frankreich zum "Grand Prix" antritt. Elogen hat er nämlich nicht nötig und sie würden den im Auftreten sehr bescheidenen jungen Sänger auch nur verlegen machen.

Die Stimme und die Aura dieses grandiosen Stimmwunders sprechen für sich allein, die mit einem Maximum an Herzblut vorgetragene korsische Pop-Classic-Ballade "Sognu" bringt selbst Steine zum Schmelzen:





In den Pantheon der ganz großen Grand Prix Entdeckungen der letzten Jahre sich neben Alexander Rybak, Jade Ewen, Boaz Mauda, Didrik Solli-Tangen und Harel Skaat einreihen zu dürfen verdient er allemal. Und natürlich Douze Points de l'Allemagne pour la France!

Auch Grand Prix Urgestein Peter Urban ist voll des Lobes für Amaury Vassili:


Samstag, April 23, 2011

Die DSDS-Jahrgangsbesten 2011: Sebastian Wurth und Marco Angelini

Die beiden größten musikalischen Entdeckungen im deutschsprachigen Musikmarkt dieses Jahres, denen gottlob die Pappmaché-Krone "DSDS-Sieger" und damit ein entwürdigendes Ende in Teppichhäusern und RTL-Spielshows erspart bleiben wird, heißen Sebastian Wurth und Marco Angelini. Die beiden überzeugendsten Gesangstalente der letzten Wochen können sich nach Lage der Dinge glücklich schätzen, daß der Makel "DSDS" nicht auf Dauer an ihnen haften bleiben wird, sie mithin nicht der Bannstrahl boykottierender Radiomusikredakteure treffen wird, wenn sie ihren je eigenen musikalischen Weg gehen.

Dieser Boykott von Casting-Stars ist ohnehin eine sehr halbherzige und aufgesetzte kulturkämpferische Attitüde: Wollten diese ganzen Casting-Boykott-Helden ernsthaft und nicht bloß mit wohlfeiler Symbolik das Zweifels ohne mehr als kritikwürdige System Bohlen treffen, müßten sie sämtliche von Bohlen produzierten Künstler blacklisten. Aber dazu fehlt es diesen Schlappschwänzen eben an Eiern, wenn mir diese österlich inspirierte Metaphorik mal an dieser Stelle gestattet sei. Dann lieber einen jungen Künstler torpedieren, kostet ja nix! Wie wär's mal mit ner Haltung? Hei, das wäre ein Fest, wenn plötzlich Andrea Berg in den Schlagerradios nicht mehr stattfände und sich vor den Radiostationen Szenen des Massenprotestes abspielten wie auf dem Kairoer Tahrirplatz.

Aber nun zu Marco und Sebastian, zwei jungen Künstlern, die es uneingeschränkt verdient haben, um ihrer herausragenden Leistungen willen gewürdigt zu werden. Die die mit Abstand besten Auftritte nicht nur dieser Staffel sondern der letzten drei Jahre abgeliefert haben. Hier noch einmal die stärksten Momente der diesjährigen Casting-Saison, die auf Wurthis und Angelinis Konto gingen:


















Samstag, Dezember 25, 2010

Euch allen gesegnete Festtage!

Ein musikalischer Weihnachtsgruß darf auch dieses Jahr auf meinem Blog natürlich nicht fehlen. Er kommt vom peruanischen Star-Tenor Juan Diego Flórez:


Donnerstag, November 04, 2010

Josh Groban - "Hidden Away"

Das neue Album "Illuminations" von dem unvergleichlichen, einzigartigen Josh Groban erscheint noch diesen November!


You’re watching Hidden Away. See the Web's top videos on AOL Video

Sonntag, Oktober 17, 2010

Echo Klassik 2010 für David Garrett

Der Herbst ist im deutschen Fernsehen die Zeit der Preisverleihungen. Die wenigsten Übertragungen dieser Gattung sollte man sich wirklich antun, beim Echo Klassik jedoch lohnt das Einschalten alljährlich (trotz Pofalla in der ersten Reihe). Nicht zum ersten und sicher auch nicht zum letzten Mal hat der außergewöhnliche musikalische Grenzgänger David Garrett den Echo Klassik mit nach Hause in sein New Yorker Appartement nehmen dürfen! Wir gratulieren herzlich!



Samstag, Oktober 16, 2010

Freitag, Juni 04, 2010

Sonntag, Mai 30, 2010

Wir sind Lena!




Auch wenn ich kein Fan bin, ich freue mich trotzdem für sie und mit ihr und vor allem weil ihr und Stefan Raab das Unmögliche gelungen ist! Daß nämlich Deutschland überhaupt noch jemals beim Eurovision Song Contest auch nur in die Nähe des Siegertreppchens gelangen könnte, hielt ich (aus Gründen der politisierten Strukturen beim Grand Prix ebenso wie unserer eigenen mentalen Verfaßtheit) offen gestanden für ausgeschlossen. Aber da hat eben Katja Ebstein recht behalten: "Wunder gibt es immer wieder!" Die nach meinem Geschmack aber beste Performance lieferte gestern abend Vorjahressieger Alexander Rybak mit seinem feurigen Opening. Dafür wurde er am Ende der Show dann auch mit einem Küßchen der Siegerin belohnt.



Danke an dieser Stelle noch einmal an Alexander Rybak für den massiven Lena-Support im Vorfeld!





Von den anderen Teilnehmern hat Harel Skaat mit “Milim” am meisten Herzblut reingelegt, ich fand seine Gänsehaut auslösende Ballade ergreifend schön! Der junge Israeli ist mein Favorit gewesen. Daneben gefiel mir noch Didrik Solli-Tangen (Gastgeberland Norwegen) mit “My heart is yours” (auch wenn er gestern, anders als bei den Proben, stimmlich nicht ganz auf der Höhe war) und Tom Dice (Belgien) mit seinem wunderbar unprätenziösen “Me and my guitar” sehr gut. Ansprechend fand ich noch Dänemark (soll angeblich geklaut sein, aber lieber gut geklaut als schlecht erfunden!), Zypern und Irland. Harel und Didrik brauchen sich aber nicht ob der mäßigen Plazierung zu grämen: Balladen haben es beim "neuen" Grand Prix nun einmal schwer, selbst Altmeister Andrew Lloyd Webber erreichte mit der grandiosen Jade Ewen und "It's my time" "nur" Platz 5 im Vorjahr für das Vereinigte Königreich.

Freitag, Mai 28, 2010

Gebt dem Eurovision Song Contest seine Würde zurück!

Morgen abend werden erwartungsgemäß wieder im Kaukasus und auf dem Balkan haarsträubende "Stimmpäckli" gebildet und zu einem völlig absurden Ergebnis dieser einstmals so ehrwürdigen Institution "Grand Prix" führen. Damit rechnet man.

Worauf der resignativ gestimmte, leidgeprüfte, und spätestens seit "Lordi" dem Fatalismus verfallene ESC-Veteran hingegen nicht mehr zu hoffen wagte, sind zwei außergewöhnliche junge Sänger, die diesem Chanson-Wettbewerb etwas von seinem alten Glanz zurückgeben. Der eine kommt von der nördlichen Flanke des Eurovisions-Sendegebiets, der andere markiert geographisch den südlichsten Zipfel des kulturellen (nicht geographischen!) Europas. Und beide sind mit einem Attribut zu versehen, das einem eingedenk der zurückliegenden 15 Jahre beim Song-Contest nicht mehr auf Anhieb in den Sinn kommt: anspruchsvoll.



Die Rede ist von Didrik Solli-Tangen aus Norwegen und von Harel Skaat aus Israel. Mit Didrik schickt Norwegen einen klassisch ausgebildeten Opernsänger ins Rennen, der mit kräftiger Tenorstimme brilliert, zuweilen auch schon mit José Carreras auf der Bühne stand und der ebenso wie sein Freund, der ebenfalls hochtalentierte Vorjahressieger Alexander Rybak, am renommierten Osloer Barratt Due Musikinstitut absolvierte. Bei den obligatorischen Botschaftsempfängen in der vergangenen Woche überzeugte Didrik ebenso mit seiner grandiosen Pop-Ballade "My Heart Is Yours" als auch mit Ausflügen ins ernste Fach wie etwa dem Kunstlied "Zueignung" von Richard Strauß, was ihm überwältigende Begeisterung des Publikums eintrug.

Israels Harel ist, obgleich er in einer DSDS vergleichbaren Castingshow entdeckt wurde, einer der erfolgreichsten, beliebtesten und mit nationalen Musik-Auszeichnungen überhäuftesten Sänger und Musiker seines Landes. Sein Repertoire ist ebenfalls sehr vielseitig, auch als Interpret großer Chansons (etwa von Jacques Brel) hat er sich einen Namen gemacht. Seine opulent arrangierte Ballade "Milim" (englisch: "Words") besticht gerade durch ihre tiefgründige Sentimentalität. Und nein: es geht dankenswerter Weise bei diesem sehr landestypischen, durchgängig hebräisch vorgetragenen und somit auf Anbiederung verzichtenden Chanson nicht um Nahost-Politik im weitesten Sinne, sondern um enttäuschte, verletzte Gefühle eines unglücklich Verliebten.


Meine ESC-Empfehlungen für alle, die am großen Finalabend am Samstag (ab 21 Uhr "live" in der ARD) wirklich mal wieder große, gefühlvolle Balladen und vor allem richtigen Gesang per Televoting zu honorieren geneigt sind, lauten deshalb ganz klar: Startnummer 3 und Startnummer 24!


Startnummer 3: Didrik Solli-Tangen, Norwegen, "My Heart Is Yours":






Startnummer 24: Harel Skaat, Israel, "Milim":



Donnerstag, April 29, 2010

"Denn die Arroganz ist die Perücke geistiger Kahlheit"

Die Haßkampagne gegen den unerwarteten und wohl auch ungeplanten DSDS-Sieger Mehrzad Marashi nimmt inzwischen pogromartige Ausmaße an. Höchste Zeit also, daß mal jemand den Hammer kreisen läßt. Wenn dabei noch eine stilistisch so elegante und grazile Figur gemacht wird wie von Sherry, die dem schlechtesten DSDS-Verlierer aller Zeiten und seiner hyperventilierenden Entourage die Charaktermaske herunterreißt, ist das für mich doppelter Grund, eine dringende Lektüreempfehlung an meine geneigten Leser auszusprechen! Standing Ovations!


P.S.: Denjenigen, die es sich angelegen sein lassen, Mehrzad mit Strafanzeigen zu bombardieren sei in aller Freundschaft gesagt: auch falsche Verdächtigung ist ein Straftatbestand!

Mittwoch, April 28, 2010

Ich bereue nichts

was ich 2008 zum Faszinosum Fady geschrieben habe. Fady Maalouf war der Beste! Dabei bleibe ich, auch wenn ich inzwischen längst kein eingefleischter Fan mehr bin. Seine Musik höre ich trotzdem noch gern.

Freitag, April 16, 2010

Ich kenne nichts

was mich davon abhalten könnte, heute für Mehrzad anzurufen!


Christopher Lesko: "Mehrzad Marashi ist eine Ausnahmeerscheinung!"

"Bei seinen Auftritten spürt man, Fröhlich will und wird kämpfen: Flackernde Augen, manchmal verbissene Mimik, Konzentration. Scheint es bei ihm so, als „kämpfe er gegen..“, wirkt Mehrzad Marashi so, als hätte in seinem Leben nie „gegen etwas“ gekämpft. Allenfalls „für…“: Singt Mehrzad Titel von Xavier Naidoo, so transportiert er, statt der manchmal mechanischen Betroffenheit des Originals, glaubwürdiges Gefühl. Es wirkt fast so, als hätte Naidoo den einen oder anderen Text speziell für Marashi geschrieben. Wo Menowin Fröhlich „mit dem Kopf durch die Wand“ will, findet Mehrzad Marashi „mit den Augen die Tür“.

Seine Interpretation von Lionel Ritchies „Hello“ in der letzten Motto-Show hatte nicht nur musikalische Perfektion, sondern derart viel Tiefgang, dass selbst dem gemäßigten Volker Neumüller als Jury Mitglied nur ein mehrmalig anerkennendes „Leck mich am Arsch!“ entwich. Das war Hochachtung pur, und im Grunde war mit diesem Satz in der Tat alles gesagt. Im TV gibt es selten Momente von Tiefgang, in denen keine Fragen mehr bleiben. Schon gar nicht in Casting-Shows.

Mehrzad Marashi hat Zuschauern genau diese Momente geschenkt: Minuten voller Antwort. Minuten, in welchen es still wird auf unserer
Seite des Fernsehers, weil Berührung entsteht: Weil wir wortlos meinen, irgendwie dieses Stückchen Wahrheit, Gefühl, diese lesie Spur von Liebe greifen zu können. Dafür bin ich wirklich dankbar.

Hasso Menowin Fröhlich ist sicher ein hochbegabter Musiker, der musikalisch zurecht ins ganz große Finale von DSDS gehört. Glaubt man vielen, derzeitigen Einschätzungen, gewinnt er die Competition und ist – um diese paar Millimeter vorn – der aktuelle Bohlen-Favorit. Auch, wenn Bohlen sich innerhalb der Shows spürbar dazu zwingt, das Rennen offen zu lassen.

Ich bin parteiisch: Die warmherzige, erwachsene und liebevolle Art einer ehrlichen Haut, die im Leben „auf die Fresse bekommen“ hat und eben dies nicht durch „Kampf gegen…“ und Leistungsdruck beantworten muss, berührt mich tief. Sie ist so verdammt schwer hinzubekommen und: Sie ist immer die bessere Antwort. „Und, wenn ein Lied meine Lippen verlässt, dann nur, damit Du Liebe empfängst. Durch die Nacht und das dichteste Geäst, damit Du keine Ängste mehr kennst.“, singt Mehrzad Marashi allen, die zuhören und spricht dabei auch ein wenig mit sich selbst. Ihm glaube ich jedes Wort. Ich werde wohl anrufen."





Quelle: Meedia.de

Keine Skandale, keine traurige Geschichte, dafür außergewöhnliches Talent

"Auf einen Boxkampf übertragen würde ich sagen: 27 Kämpfe, 27 Siege, davon 26 Knockouts und einen klaren Sieg nach punkten

Nun…Doch was macht Mehrzad Marashi noch aus? Die Liste ist schon ziemlich lang – ich weiß…Aber bisher haben wir nur generelle Informationen zu ihm und seinem Gesang zusammengetragen – da fehlt doch was? Genau…Der Mensch an sich…Hierfür braucht man keine eigene Liste – ich kann nur sagen, dass ich persönlich ihn als sehr sympathisch und bodenständig halte. Er hat keine Skandale, er hat keine traurige Geschichte, er überzeugt einzig und allein durch sein außergewöhnliches Talent

Er hat es nicht nötig, mit sonstigen Dingen – die nichts mit der Musik
zu tun haben – zu glänzen, im Gegensatz zu Menowin.[...]


Ich persönlich nicht – und darum werde ich im Finale – sofern es denn dazu kommt, dass erste mal seit langer Zeit mal wieder selbst zum Hörer greifen, um Mehrzad zum Sieg zu pushen. Eigentlich bin ich auch jemand, der sogut wie nie anruft – das Geld ist einfach zu schade – aber für Mehrzad würde ich die paar Kröten doch gerne opfern Diese Staffel hat nur einen Sieger verdient – in diesem Sinne:

Mehrzad Marashi 4 Superstar!
"




Quelle: Hamstiwamsti.de

Grundsympathisch und hochtalentiert

"DSDS hat mit Mehrzad Marashi einen grundsympathischen und hochtalentierten Sänger unter den ersten sechs. Jetzt, wo die Luft immer dünner wird für die letzten Kandidaten und es nicht mehr allzu viele Mottoshows geben wird, scheinen sich die Talente noch deutlicher durchzusetzen. Mehrzad Marashi jedenfalls konnte bei der Lionel Richie Nummer „Hello“ bei der vierten Mottoshow mit unglaublich authentischem Gefühl auf der Bühne die Jury ein weiteres Mal überzeugen.


Seine Familie ist für Mehrzad das Wichtigste: Die kleinen Momente, die er während der aufregenden Zeit bei „Deutschland sucht den Superstar“ schmerzlich vermissen muss, sind das, woraus er seine Kraft für die Auftritte zieht. Im Gegensatz zu exaltierteren Kandidaten, [...] die das Publikum spalten und dabei für Diskussionsstoff sorgen, ist der noch neunundzwanzigjährige Familienvater geerdet und damit einer der sympathischsten Mitbewerber.

Das fühlt auch das Publikum, das an Mehrzad Marashis Liebe zu seiner Freundin und seinem Kind teilhaben darf: Am Ende seines genialen Auftritts am 13.03.2010 präsentierte er nicht ohne Stolz sein neues Tattoo mit dem Namen seines Sohnes, Shahin. Da der in Iran geborene Mehrzad nicht nur an der Hamburger Sängerakademie Gesang und Klavier studierte, sondern auch unter dem Namen „Marasco“ einige Erfahrungen bei öffentlichen Auftritten sammeln konnte, ist er auch bei DSDS mit seiner Stimmgewalt ganz vorne."



Quelle: TV.Germanblogs.de

Claudia Roth (Grüne): Pro Mehrzad, Contra DSDS

"Auch die aktuelle »DSDS«-Staffel finde ich fragwürdig. Es geht scheinbar nur noch um extreme Typen. Ex-Knacki, Koks-Schnüffler. Mir gefällt aber der iranischstämmige Sänger Mehrzad sehr gut. Er überzeugt mit Stimme. Aber vom Qualitätsanspruch ist »DSDS« Lichtjahre von der Ausscheidung für Oslo entfernt."



Quelle: Grünen-Chefin Claudia Roth in der Super-Illu

Alexander Klaws: "Mehrzad überzeugt nur mit seinem musikalischen Können!"

"Mehrzad hat eine sehr gute Stimme und Mehrzad überzeugt wirklich nur mit seinem musikalischem Können und nicht durch ständig neue und rührende Geschichten. [...] Mehrzad ist mein absoluter Favorit, weil er einfach der Beste dieser Staffel ist." -- Alexander Klaws, erster DSDS-Gewinner


Quelle: Castingshow-News

Anja Lukaseder (Ex-DSDS-Jurorin): "Mehrzad ist mein Favorit!"

Anja Lukaseder in der Berliner Morgenpost:

Ihre drei Favoriten der Sendung verrät sie natürlich nicht, aber wem sie bei "DSDS" die Daumen drückt: "Mehrzad ist mein Favorit, weil er eine gute Stimme hat." Ansonsten findet sie die aktuelle Staffel furchtbar nervig: "DSDS besteht nur noch aus Marketing und Hartz-IV- und Knast-Storys. Diese ganzen Elendsgeschichten lenken von dem eigentlichen Ding ab, nämlich davon, was da auf der Bühne passiert."