Sunday, March 12, 2006

Gerard Radnitzky verstorben


Eine traurige Mitteilung für alle Freunde der Freiheit. Für mich persönlich war Radnitzky der Impulsgeber, weg vom rechten Etatismus und Kollektivismus und hin zur kompromißlosen Idee der Freiheit. Ich habe ihm wahrlich viel zu verdanken!

Saturday, March 11, 2006

Lechts und Rinks

„One of the great errors of political taxonomy is to classify Hitler as right-wing. He, and still more his closest colleague, Goebbels, were socialists, and the fact they were nationalists first did not orient them more to the right. There are six indispensable hallmarks of a conservative. First, firm belief in one, beneficent and omnipotent God. Second, absolute morality as the basis of public law. Third, strict limits on the size of the state. Fourth, respect for a multiplicity of traditional power centres. Fifth, restraint and self-restraint in all things. Sixth, search for the right balance between the individual and the traditional units of society. Hitler broke all this rules: he was an atheistic pagan, a moral relativist, a totalitarian, an ultra-centralist, an uninhibited exhibitionist and a collectivist. In many ways Stalin was to the right of him. There is a seventh point. A conservative is not afraid of force, or using it thoroughly. But always as a last resort. With Hitler it was the first.

[…]

In fact, Stalin killed more people than Hitler, and Mao twice as many again, 70 million at the latest count. So logically, Genghis [Khan] should have taken on this political colouration, and the phrase should run, ‘He’s even to the left of Genghis Khan.’”

Paul Johnson im SPECTATOR, 25. Februar 2006

Wednesday, March 08, 2006

Unzeitgemäße Betrachtungen eines Freiheitsfreundes

Die mit Spannung erwartete Autobiographie des großen libertären Wissenschaftstheoretikers Prof. Gerard Radnitzky wird in den nächsten Tagen erscheinen. Sie verspricht eine sehr anregende und wohl auch bewegende Lektüre zu werden.

Saturday, March 04, 2006

In memoriam Harry Browne

Die eigentümlich freie Einführung (I) - aus den USA (aus eigentümlich frei, Oktober 2001 ):

Wann werden wir endlich lernen?

Von Harry Browne


Der terroristische Angriff gegen Amerika ist vor allem eine furchtbare Tragödie. Aber überrascht sollte dennoch niemand sein.
Das erste Opfer eines Krieges ist immer die Wahrheit. Im Krieg verliert die Wahrheit gegen die Propaganda. Noch davor geht nur die menschliche Vernunft verloren. Der Verlust menschlicher Geradlinigkeit und Zurechenbarkeit führt an erster Stelle zu Kriegen.


Unsere Außenpolitik der letzten Jahrzehnte ist weder geradlinig, noch zurechnungsfähig oder vernünftig, sie ist wahnsinnig gewesen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch Amerikaner persönlich darunter zu leiden haben. Es ist eine furchtbare Tragödie, dass so oft die Unschuldigen zu leiden haben für die Taten der Schuldigen.
Wann werden wir endlich lernen, dass wir unseren Politikern nicht erlauben können, die Welt zu terrorisieren, ohne dass der Terror auf uns zurück fällt? Präsident Bush hat die Verantwortung für die wiederholte Bombardierung unschuldiger Menschen im Irak. Präsident Clinton bombardierte unschuldige Menschen im Sudan, in Afghanistan, im Irak und in Serbien. Präsident Bush Senior überfiel Irak und Panama. Präsident Reagan bombardierte unschuldige Menschen in Libyen und überfiel Grenada. Und weiter geht’s, immer weiter.
Haben wir etwa gedacht, dass die Menschen, die ihre Familien, ihre Freunde und ihr Eigentum verloren, dass sie für all dies auch noch Amerika lieben werden? Wann werden wir endlich begreifen, dass Gewalt immer nur zu neuer Gewalt führt?


Lektionen

Angeblich bombardierte Reagan Libyen, um Muammar el-Gaddafi eine Lektion über Terrorismus zu erteilen. Aber kurz danach wurde eine PanAm-Maschine über Schottland zerstört und unsere Regierung versuchte die Welt davon zu überzeugen, dass die Täter aus Libyen kamen. Wann werden wir endlich lernen, dass „jemandem eine Lektion erteilen“ niemanden etwas lehrt, außer Ressentiment, dass diese Lektionen ihre Empfänger nur zu noch größerem Trotz führen werden?
Wie oft an diesem schrecklichen Dienstag haben wir gehört, dass die terroristischen Angriffe „feige Akte“ waren? Aber, so fehlgeleitet und verachtenswert diese Taten auch waren, ja sie waren alles, nur nicht feige. Die Täter gaben bewusst ihr eigenes Leben auf, für welchen kruden Glauben auch immer. Was sind dagegen die amerikanischen Präsidenten, welche die Bombardierung unschuldiger Menschen befehlen, während sie selbst absolut sicher in der Deckung verharren? Als was müsste man diese Akte bezeichnen?
Wann werden wir endlich lernen, dass die Aufgabe von Wahrheit und Rationalität in der Hitze des Gefechts immer dazu führt, dass wir die Schlacht verlieren werden?


Der Verlust der letzten Freiheiten

Und jetzt, so sicher wie die Nacht dem Tag folgen wird, wird uns erzählt werden, dass wir noch mehr unserer persönlichen Freiheiten aufgeben müssen, um zu verhindern, was niemals hätte passieren dürfen. Wann werden wir endlich lernen, dass es keinen Sinn macht, Freiheiten aufzugeben im Namen der Freiheit?

Was ist zu tun?

Erstens muss die Hysterie gestoppt werden. Fragen wir uns in Ruhe, wie es zu all dem kommen konnte. Fragen wir uns, wie ein wohlhabendes, aufstrebendes Land, von zwei Ozeanen umgeben, sich in das Leben anderer Menschen so einmischen konnte, dass diese uns schaden wollen. Mitten in Europa dagegen, in der Schweiz, ist man sicher, weil sich die Schweizer nur um die eigenen Belange und Geschäfte kümmern und sich nicht in andererleuts Angelegenheiten mischen.
Zweitens sollten wir unseren Politikern nun nicht die Gelegenheit geben, diese Situation zum Anlass zu nehmen, erneut unschuldige Menschen zu terrorisieren, weder in Amerika noch andernorts auf der Welt. Dies würde nur wieder weitere terroristische Akte in der Zukunft motivieren.
Drittens, lasst uns einen verfassungsgemäßen Weg finden, wie wir unsere Politiker zukünftig von solchen Provokationen abhalten können, die zum Hass gegen Amerika führen.


Patriotismus?

Es werden nun sicher einige meinen, dass dieser Artikel „unpatriotisch” und „unamerikanisch” sei, dass jetzt nicht die Zeit sei, unser Land und unsere Führung in Frage zu stellen. Wann aber werden wir lernen, dass es ohne Freiheit und klaren Verstand keinen Grund zum Patriotismus gibt?

für ef übersetzt aus dem Englischen von André F. Lichtschlag