Saturday, July 13, 2019

Deutsche Bestimmung: Westdeutsche sein und bleiben


„Wer an ein anderes Europa denkt, wird als unverbesserlicher Nationalist und Feind des europäischen Projektes aus der Gemeinschaft der Anständigen ausgestoßen. Wer sich ein anderes Deutschland wünscht, gilt gleich als Verfassungsfeind, und wer an den Lebensformen und ihrer authentischen Unbefangenheit in „unserer“ Konsumgesellschaft und Wertegemeinschaft wenig Gefallen findet, muß sich sagen lassen, griesgrämige Kulturkritik zu treiben und hochmütig auf die gut gelaunte Massengesellschaft herabzuschauen, also ein Spielverderber und schlechter Demokrat zu sein. Denn wir leben nun einmal im freiesten und liebenswürdigsten Staat den es je auf deutschem Boden gegeben hat, wie es unermüdlich heißt. Wir haben das Ziel unserer Unheilsgeschichte in der Bundesrepublik erreicht, die von allen deutschen Übeln erlöst und mit dauernder Verwestlichung als Erziehungsprogramm dafür sorgt, daß Deutsche nie wieder von ihrer Bestimmung abweichen, Westdeutsche zu sein und zu bleiben.“

~ Eberhard Straub, Konkurrenten sind unerwünscht. An das Gestern klammern: Viele Westdeutsche pflegen einen künstlichen Verfassungspatriotismus und haben Angst vor politischen Veränderungen, JUNGE FREIHEIT Nr. 26/19 21. Juni 2019

Sunday, July 07, 2019

Leicht zu durchschauende Empörungsmanier

Leserbrief zu: "Verweis für AfD-Polizisten", sowie Kommentar von Dirk Hülser "Bedenkliche Sympathien", NWZ vom 05.07.2019


Sehr geehrte Damen und Herren,
 
nach meinem Verständnis gehört es zum Ethos des Journalismus, Sachverhalte in ihrer ganzen Kausalität und ihren verschiedenen Facetten möglichst umfassend zu beleuchten. Im hier vorliegenden Fall also wäre der geneigte Leser interessiert zu erfahren, in welchem Zusammenhang die drei Jahre zurückliegenden inkriminierten Äußerungen des jungen Polizisten und AfD-Politikers Simon Dennenmoser in bezug auf Herrn Maas gefallen sind. Die seinerzeitige Aussage von Heiko Maas, es gebe "kein Grundrecht auf innere Sicherheit", steht nunmal in krassem Gegensatz zum westlich-liberalen Freiheitsverständnis. "Life, liberty, and the pursuit of happiness" rechnet die amerikanische Unabhängigkeitserklärung zu den unveräußerlichen Rechten, die der Staat zu garantieren habe, so er ein Gewaltmonopol für sich beansprucht. Genau auf diesen unveräußerlichen Legitimationsbereich von Staatlichkeit wies Dennenmoser, der ja in seiner beruflichen Tätigkeit ebenjenes Gewaltmonopol unter Einsatz von Leib und Leben zu vertreten hat, auf seinem (terminologisch mißglückten) Facebook-Post hin. Über die Wortwahl kann man einstweilen streiten. Aber eine gedankliche Nähe zu "Pegida" oder anderen Sumpfblüten im rechtsdralligen lunatic fringe zu konstruieren, wenn jemand einen amtspflichtvergessenen Repräsentanten unseres Staates an seine nach liberaler Auffassung unstrittigen Kernaufgaben erinnert ist schlechthin grotesk.


Die von Dennenmoser gebrauchte burschikose Formulierung “Stasi-Heiko“ war offenbar eine Anspielung auf das Wirken des damaligen Bundesjustizministers Heiko Maas, der mit dem umstrittenen NetzDG in Tat und Wahrheit einen Anschlag auf den durch die Ewigkeitsgarantie des Art. 79 geschützten Kernbereich des Grundgesetzes, nämlich das Grundrecht der freien Meinungsäußerung (Art. 5 GG), zu verantworten hat. Der zu allem Aberwitz mit der Durchsetzung der Lösch-, und Sperrorgien in Gestalt der sattsam bekannten Anetta Kahane eine ehemalige hauptamtliche Mitarbeiterin des DDR-Staatssicherheitsdienstes betraut hat. Dieses offenkundig verfassungswidrige Gesetzeswerk, das nach herrschender Meinung der Rechtsgelehrten dieses Landes handwerklich stümperhaft ausgestaltet und mit heißer Nadel gestrickt wurde, katapultierte immerhin die Bundesrepublik im Freiheits-Index der renommierten Heritage-Foundation ins untere Mittelfeld. Für eine westliche Demokratie ein beachtlicher Platz.


Halten wir zunächst fest: Das sog. NetzDG stellt einen Frontalangriff auf die Meinungsfreiheit dar, wie ihn die Republik seit der "Spiegel-Affäre" oder Adenauers vor dem Verfassungsgericht gescheitertem Versuch, ein "Staatsfernsehen" einzurichten, nicht mehr erlebt hat. Es steht auch für eine Kapitulation des Rechtsstaates vor der Aufgabe, geltendes Recht transparent durchzusetzen.


Nimmt man noch hinzu, dass diese in westlichen Demokratien ihresgleichen suchenden Frontalangriffe auf die Redefreiheit ("freedom of speech" als erster Zusatzartikel der US-Verfassung!) eine ebenso verfassungswidrige Migrationspolitik flankieren helfen sollen, so stellt sich die Äußerung Dennenmosers plötzlich in einem ganz anderen Lichte dar. Ob er - zugestandenermaßen sprachlich etwas derb - das Recht hat, außerhalb seiner Dienstzeit, als Privatmann prononciert diese Politik in der ihm geeignet oder erforderlich erscheinenden Weise zu kritisieren, dürfte überhaupt nicht infragegestellt sein. So man sich jedoch anheischig machen möchte, zwischen seinen Äußerungen und seiner beruflichen Tätigkeit bzw. seinem Status als Beamter in leicht zu durchschauender Empörungsmanier einen Zusammenhang an den Haaren herbeizuziehen, dann stünde plötzlich die Frage im Raum, ob er mit dieser Kritik nicht gar seinem Amtseid in vorbildlicher Weise Genüge getan und womöglich seiner Remonstrationspflicht nachgekommen ist. Dieser Gedanke ist keineswegs abwegig. Der Staatsrechtler und ehemalige CDU-Bundesminister Rupert Scholz spricht aktuell wieder von "andauerndem Verfassungsbruch", die Staatsrechtler Vosgerau, Grabenwarter und Depenheuer konstatieren ebenfalls schwere Verletzung unserer rechtsstaatlichen Ordnung durch eben jene Migrationspolitik, die zwar ein amtierender Bundesinnenminister unter "Herrschaft des Unrechts" subsumierte, die sich jedoch ganz offenkundig gänzlich ungebrochen "bedenklicher Sympathien" in den Redaktionen vieler Leitmedien, so auch der NWZ, erfreuen kann. Zwischen veröffentlichter und öffentlicher Meinung klafft wie noch nie zuvor in der Republikgeschichte die "Schweigespirale" (Noelle-Neumann). Artikel 16a des Grundgesetzes, wonach Personen, die aus einem sicheren Drittstaat kämen, kein Anrecht auf Asyl in Deutschland haben, wurde und wird seit 2015 massiv gebrochen. Und damit auch das Dubliner Übereinkommen, das das gleiche besagt. Dies stellt den schwersten Verfassungsbruch dar seit Bestehen der Bundesrepublik.


Es wäre somit die Frage aufzuwerfen, inwieweit die Betreiber des Disziplinarverfahrens gegen Simon Dennenmoser sich mit der dienstrechtlichen Verfolgung nicht selbst außerhalb der freiheitlich-demokratischen Grundordnung gestellt haben. Staatsbürger in Uniform denken und sprechen eigenständig. Wollte man in letzter Konsequenz den politisch strikt neutralen "Staatsdiener" vordemokratischer Provenienz in allen Lebenslagen, so wäre es konsistent nach preußischem Vorbild Staatsbeamten und Soldaten jedwede politische Betätigung zu versagen und ihnen auch das aktive wie passive Wahlrecht zu verwehren. In sich konsistent ist eine solche Position allemal, sogar vereinbar mit dem meritokratischen Ansatz des klassischen Liberalismus. Folgt man jedoch der bewußten Wertentscheidung des Grundgesetzes für den "Staatsbürger in Uniform", dann es ist unredlich, diese durch schwerlich objektivierbare Auslegware wie das dehnbare und bei linksradikalen Hochschullehrern niemals zur Anwendung kommende “Mäßigungsgebot“ unterlaufen zu wollen.


Mit freundlichen Grüßen
 
Dietmar-Dominik Hennig


Weiterführend: 







Tuesday, January 22, 2019

Mut zur Freiheit - Ruf zur Ordnung!


Zum Nachhören hier noch einmal meine Bewerbungsrede auf der Europaversammlung in Riesa am 14.01.2019 für Listenplatz 25 der AfD-Europaliste:





Monday, January 07, 2019

Linksterrorismus gegen die AfD












Attentat auf Frank Magnitz, MdB



Unser Landesvorsitzender und Bundestagsabgeordnete Frank Magnitz ist am Montag von drei vermummten Männern angegriffen worden. Sie lauerten ihm vor dem Theater am Goetheplatz auf, als er den Neujahrsempfang des Weser-Kuriers in der Kunsthalle verließ. Mit einem Kantholz schlugen sie ihn bewusstlos und traten weiter gegen seinen Kopf, als er bereits am Boden lag. Dem couragierten Eingriff eines Bauarbeiters ist es zu verdanken, dass die Angreifer ihr Vorhaben nicht vollenden konnten und Frank Magnitz mit dem Leben davongekommen ist. Er liegt nun schwer verletzt im Krankenhaus. 


Der polizeiliche Staatsschutz und die Staatsanwaltschaft Bremen ermitteln, da die Tat politisch motiviert gewesen ist. Wir werden in den kommenden Tagen die Reaktionen der Politiker anderer Parteien genau beobachten. Nicht nur die LINKEN, sondern auch SPD und die Grünen unterstützen die Antifa und ihre Angriffe. Ist es das, was die anderen politischen Kräfte wollen? Ist das Ihr Verständnis von Demokratie? Immer wieder steht die AfD im Fokus linker Angriffe, die von den anderen Parteien nicht verurteilt oder gar unterstützt werden.


Heute ist ein schwarzer Tag für die Demokratie in Deutschland.

Die Polizei sucht dringend Zeugen: Wer hat den Vorfall im Bereich des Goetheplatzes beobachtet? Wer kann Hinweise geben? Zeugen werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer 0421 362-3888 zu melden.




Anmerkung DDH: Welche Steigerungsstufen roten Terrors jetzt noch drin sind? Steht alles im Geschichtsbuch.

"Fakt bleibt, man muss Positionen und Personal der Rechtspopulisten attackieren, weil sie gestrig, intolerant, rechtsaußen und gefährlich sind!" ~ Ralf Stegner, stv. Bundesvorsitzender einer Partei, die sich 1987 einträchtig mit den Mauermördern der SED auf ein gemeinsames "humanistisches Erbe Europas" berief.

Der aus der "DDR" ausgebürgerte Politikwissenschaftler Professor Hermann von Berg analysierte damals: "Wenn man die Zusammenarbeit zwischen SPD und SED analysiert unter dem Gesichtspunkt der Diskussion über die gemeinsamen Grundwerte, dann stellt man fest, dass die entscheidenden, für die Zukunft wichtigen Problemstellungen von der SED vorformuliert, geprägt, bestimmt und von der SPD mehr oder weniger übernommen werden."


Ideas have consequences. Wie man auf dem obigen Bild sieht.







Sunday, January 06, 2019

Faschismus gegen rechts


Geschätzte Leser meines Blogs, auf dem ich fortan wieder häufiger Stellung beziehen werde,


vor ein paar Tagen habe ich mich mit einer Frage speziell an die Zeitgenossen aus meiner eigenen Generation gewandt, diesen Beitrag möchte ich hiermit gerne noch einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung stellen:


Wenn ich eines Hauches von 1933 gewahr werde, möge man mich allenfalls der Untertreibung zeihen. Da soll also ein Abgeordneter der einzigen veritablen Oppositionspartei in diesem Lande, der sich kritisch (und ja, meinetwegen auch a weng rustikal) zur Frauenquote äußerte einer damnatio memoriae anheimfallen, und seinen akademischen Grad will man ihm obendrauf am liebsten auch noch entziehen. Da fliegt ein anderer Volksvertreter der Opposition aus dem Kino, da dürfen Kinder von Oppositionspolitikern nicht mehr auf bestimmte Schulen gehen, da werden Oppositionellen über Nacht sämtliche, auch private, Konten gekündigt, Abgeordnete aus Restaurants geworfen, Hauswände beschmiert, Büros verwüstet, Fensterscheiben eingeschmissen, Radmuttern an Autos gelockert, da wird emsig mit Steckbriefen bei Arbeitgebern denunziert - und zu alledem liefern wie ehedem angepasste Staatskünstler den Soundtrack zum nach dem braunen und roten nun dritten - dem regenbogenfarbenen, "bunten" - Totalitarismus auf deutschem Boden, wie man hier  schaudernd bewundern darf.

Ich hätte da mal eine Frage speziell an die Leute aus meiner Generation. Sagt mal, als sie uns in den 90er Jahren in der Schule ohne Unterlaß das "NIE WIEDER!" bis zum Hörsturz gepredigt hatten (und man den Steffen Heitmann nicht Bundespräsident sein ließ, weil er der Predigt-Routine als gelernter DDR-Bürger schon damals überdrüssig war), wart Ihr da alle weggedämmert? Musste damals die gymnasialen Vergangenheitsbewältigungsexzesse in Tat und Wahrheit nur ich im Wachzustand ertragen, weil Ihr schwäbischen Geizkragen mir vorher im Pausenhof von Euren Tütchen nichts abgegeben hattet?








  „Es geht ein Bekenntnisdruck durch das Land, als Reaktion auf den anhaltenden Erfolg der AfD. 290 sogenannte »Kulturschaffende« fordern die Absetzung Horst Seehofers, unter anderem weil er »rechtspopulistische Sprachmuster« benutze und das »gesellschaftliche Klima« vergifte. Der evangelische Kirchentag beschließt, keine AfD-Vertreter als Redner bei seinen Veranstaltungen zuzulassen. Bundesligavereine erklären, daß sie keine AfD-Anhänger als Fans wünschten. Der EKD-Ratsvorsitzende veröffentlicht gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland eine Warnung vor einem gesellschaftlichen Rechtsruck. Die Parlamentarische Gesellschaft will ihre Satzung ändern, um AfD-Politiker des Bundestages aus dem Abgeordnetenclub im ehemaligen Reichspräsidentenpalais auszuschließen, und der Arbeiter-Samariter-Bund will AfD-Mitarbeitern keine Erste-Hilfe-Kurse geben. Wo soll das enden? Bei einer neuen Apartheid?

Keine dieser Feinderklärungen richtet sich im Kern an die AfD oder die intellektuelle Rechte in Deutschland. Vielmehr sind alle potenziellen oder tatsächlichen Sympathisanten angesprochen, um sie abzuschrecken oder unter Druck zu setzen. Mit aller Macht wird versucht, eine Bannmauer hochzuziehen und allen, die sich dem »linksliberalen Common Sense« (Patrick Bahners) verweigern, unmißverständlich klarzumachen, daß  sie sich schleunigst wieder in das »unteilbare« Bündnis einzureihen haben, das von linksradikalen Antideutschen bis zum linken Flügel der Union (gibt es noch einen anderen?) reicht, von Third-Wave-Feminist*innen bis zu erzkonservativen Islamverbänden. »Wir sind mehr« ist der passende Slogan für diese Art der plumpen Machtdemonstration, die sich vom Schulhof-Dominanzgehabe nur durch die Größendimension unterscheidet.“

Paul Friedrichs, Tag der Hysteriker, CATO 1/2019



















„Mit dem Slogan „Kein Kölsch für Nazis“ reagierten im Frühjahr 2017 rund 150 Gastronomen auf den AfD-Parteitag in Köln. Die an der Aktion beteiligten Klubs und Kneipen wollten, wie es hieß, damit ein Zeichen gegen Rassismus und gegen die AfD setzen. Das geschah unter voller Zustimmung der gesamten Zivilgesellschaft. Nur haben Gastwirte oder Hotels eigentlich keinen Grund, eine solide, zahlende Kundschaft auszusperren. Es sei denn, man hat ihnen klargemacht, daß ein Boykott des Boykotts schmerzhafte Strafmaßnahmen nach sich ziehen würde.

Es ist eine offene Frage, was in einer derart konditionierten und strukturierten Gesellschaft potentiell möglich ist und welche Maßnahmen den Delinquenten nach der Verbannung aus dem öffentlichen und halböffentlichen Raum noch bevorstehen. Derartige Entwicklungen besitzen, wie die Geschichte zeigt, eine Eigendynamik. Und woher soll eine Gesellschaft von Mitläufern gegebenenfalls die Kraft zum Widerstand schöpfen? Ob in der Zukunft unter allen Umständen noch das Tötungsverbot gilt? Sicher kann man nicht sein.“


Thorsten Hinz, Im Dauerstreß, Junge Freiheit 50/18 

Friday, April 13, 2018

Gastbeitrag von Thorben Schwarz: Beatrix von Storch und die AfD

Beatrix von Storch und die AfD: Wir müssen uns endlich klarwerden, was wir wollen!

Warum die bisherige Strategie der Partei nicht ewig funktioniert. 


Von Thorben Schwarz



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Es ist mitunter still geworden um die AfD. Nach einem rauschenden Erfolg bei der Bundestagswahl und Umfrageergebnisse, bei denen zum Teil die Sozialdemokratie überholt wurde, berichten der Zeit nur noch wenige Medien über die Partei. Ein Spiegel-Porträt über den jungen Gauland, einige Berichte über die Finanzierung der AfD-Auslandreisen, mehr nicht. Weder für die Partei positive noch negative Meldungen werden derzeit in größerer Form an die Öffentlichkeit übermittelt.

Eine erste Ausnahme ist nun nach einiger Zeit einmal wieder die Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch, die die Amokfahrt in Münster vor Veröffentlichung durch die Medien mit einem islamistischen Hintergrund in Verbindung brachte, als ebenjener von den Behörden dementiert wurde schrieb sie kurzerhand, der Täter habe den Flüchtlingen einfach nachgeeifert.

Den etablierten Zeitungshäusern wurde wieder eine Vorlage gegeben, zu warnen, zu polemisieren und den gegnerischen Parteien blieb eine gute Gelegenheit, von Storch zum Rücktritt aufzufordern. 

In genau diesem Fall manifestiert sich das große Problem der AfD im Jahre 2018: Unprofessionalität. Kritiker warfen der Partei in der Vergangenheit bevorzugt falsche Wortwahl, Verrohung oder Stillosigkeit vor. Als rechte Partei, als Partei die von schwelgendem Unmut in der Bevölkerung profitiert, kann man solchen Vorwürfen einigermaßen gelassen gegenübertreten, aber das tatsächliche Problem liegt tiefer und ist struktureller Natur. 

Bei islamistischem Terror, der eine ernsthafte Bedrohung darstellt, sind die Worte, mit denen man den Terroristen, und letztlich auch der dahinterstehenden Religion begegnet, zweitrangig. In diesem Fall ist Schärfe angemessen, und in diesem Fall ist auch die Nennung der politisch Verantwortlichen angebracht. Bei einer Amokfahrt eines Einheimischen könnte man im expliziten Münster-Fall von Drogenprävention bis hin zu Maßnahmen gegen Depressionen in der Bevölkerung viele politisch relevante Fragen anstoßen. Wer auf spekulative Hintergründe zurückgreift, und selbst nach einer Klärung noch an ihnen festhält, ignoriert nicht nur jene Ursachen, er verspottet sie. Das ist ein Vorgehen von dem keine Partei langfristig profitiert.

Die AfD muß sich für ihre Zukunft klar werden, was sie will. Diverse Konfliktlinien durch die Partei sind eklatant, und in naher Zukunft zu klären, um langfristig erfolgreich arbeiten zu können.

Das erste große Thema ist die Frage nach der Zielgruppe. Die AfD grast bisher viele Wählerschichten, die die Unzufriedenheit verbindet, ab. Die Unzufriedenheit reicht von den Parallelgesellschaften in jeder Großstadt bis hin zur mißglückten Eurorettungspolitik der Europäischen Zentralbank. Für eine langfristige Regierungsverantwortung reicht das nicht. Für Bund- und Länderebene muß Klarheit geschaffen werden, welche Wähler man möchte. AfD-Veranstaltungen in den ländlichen Räumen sind derzeit ein relativ solides Spiegelbild der Parteisituation - in manchen Orten redet ein Bundestagsabgeordneter über politisch-philosophische Fragen (nie unter zwei Stunden), in anderen Orten grölt ein angetrunkener Landtagsabgeordneter eine Meute im selben Zustand an. Beide Formen sind suboptimal. Auch die Frage, ob eine bürgerlich-marktwirtschaftliche Zielgruppe oder eine einfach gestrickte aber sozialpolitisch orientierte Zielgruppe maßgeblich bespielt werden soll, wird in vielen Entscheidungsgremien seit zu langer Zeit unter den Teppich gekehrt - eine tickende Zeitbombe. 

Konkurrenz im bürgerlichen Lager ist durch die wiederaufgelebte FDP zweifelsfrei gegeben, Konkurrenz von rechts wird sich nicht organisieren können.
Es gibt Beobachter die ebendiese Frage als einen Ost-West-Konflikt abstempeln, eine Auffassung, die nicht komplett verkehrt, aber auch nicht völlig richtig ist. Richtig ist aber auch, dass in Ostdeutschland völlig andere Methoden an den Tag gelegt werden müssen als in Westdeutschland. Die Ost-Methoden erschrecken den Westen mitunter, wohingegen die Ost-Bevölkerung mit den gesitteteren West-Methoden genausowenig anfangen kann.

Die Frage nach einer Ausrichtung wird derart verweigert, daß sich die Partei hinter einem 77-jährigen versammelt - weitere Kompromißkandidaten sind, Jörg Meuthen ausgenommen, nicht in Sicht. 
Die Diskussionskultur, die Unprofessionalität und die Beschaffenheit mancher Teile der Basis gleicht oft mehr Fußballfans, die sich für Wochenenden verabreden, um sich gegenseitig einen auf die Glocke zu schlagen als einer seriösen politischen Kraft. Man darf gespannt bleiben. Eines bleibt klar: Die AfD muß sich langsam entscheiden, was sie will.

Monday, October 20, 2014

Ein nichtabgedruckter Lesebrief an die Dorstener Zeitung

Leserbrief zu "Tobias Voss verpasst den WM-Titel", Dorstener Zeitung vom 20.10.2014


Fragwürdige Punktrichterentscheidungen

Sehr geehrte Damen und Herren,

als trotz Bahnstreiks von weit her (Stuttgart) eigens zur Dorstener Fight Night angereister Zuschauer, für deren verdienstvolle Ausrichtung übrigens dem Veranstalter Workers Hall großer Dank und Respekt zu zollen ist, komme ich leider nicht umhin, ein paar kritische Anmerkungen zum Ausgang des Abends zu machen, der mich dann doch mit einem etwas flauen Gefühl im Magen zurückließ. Sowohl nach meiner eigenen Wahrnehmung (ich saß unmittelbar am Ring, also hatte eine ähnliche Perspektive wie die Punktrichter) als auch bestärkt durch vielfältige Gespräche mit fachkundigen Beobachtern (darunter langjährige aktive Kampfsportler) im Anschluß an die Veranstaltung drängt sich mir der Eindruck auf, daß sowohl beim Kampf von Shkelcim Ademaj gegen Marcel Hesker als auch beim WM-Fight von Ismail el Brouzini gegen Tobias Voss Urteile der Ring- bzw. Punktrichter getroffen worden sind, die jede Menge Fragen und Ungereimtheiten aufwerfen. Daß Marcel Hesker durch den Ringrichter ausgezählt wurde obwohl dieser längst kampfbereit auf beiden Beinen stand, ist eine so eklatante Fehlentscheidung, daß es schon ein gerüttelt Maß an Dreistigkeit bräuchte, diese auch nur im Nachhinein zu rechtfertigen! Ebenfalls einen Hautgout hat die schwerlich nachvollziehbare (und ja keineswegs einstimmige!) Punktrichterentscheidung im Falle Voss, der in vier der fünf Runden erkennbar dominierte, dessen Gegner während des Kampfes mehrfach den Boden aufsuchte und der zudem so lädiert war, daß er nach dem Kampf auch noch ins Krankenhaus gefahren werden mußte. Ein Schlag Brouzinis auf den Hinterkopf von Tobias Voss wurde ebenfalls nicht gerügt (laut Regelwerk wäre hierfür mindestens eine Verwarnung einschlägig). In beiden Kämpfen war das Urteilsvermögen der vorgeblich "Unparteiischen" gewissen Eintrübungen ausgesetzt, die sich günstigstenfalls auf Überforderung zurückführen lassen.
Brisant oder doch zumindest bemerkenswert an diesen Vorgängen scheint mir zu sein, daß ausgerechnet die beiden fragwürdigsten, vom Publikum nachvollziehbar mit einhelliger Mißbilligung quittierten Jury-Urteile des Abends sich dramatisch zum Nachteil der beiden Zugpferde und Publikumslieblinge von Workers Hall auswirkten. Hier wird man an den Leitspruch des englischen Hosenbandordens - "Honi soit qui mal y pense!" ("Ein Schelm wer Übles dabei denkt!")  - unweigerlich erinnert. Auch wenn mir für meinen subjektiven Befund keine gerichtsfesten Beweise vorliegen, so läge es nach meinem Dafürhalten doch fernab der Lebenswirklichkeit zu behaupten, an diesem Abend sei bei den letzten beiden Kämpfen alles mit rechten Dingen zugegangen.

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar-Dominik Hennig
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DDH am Ring

Tobias Voss, Copyright: jps Pictures