Monday, February 04, 2013

Das Modelabel mit dem großen Ich



Weil uns Gott als Individuen schuf, will er daß wir uns von der Masse abheben. Weil wir einzig und allein nur uns selbst gehören. Der junge Lebensunternehmer Joe Trenk hat sich genau diese libertär-naturrechtliche Idee zur Maxime gemacht und mit TASTE OF GOD das passende Modelabel für den stilbewußten Freiheitsfreund kreiert.

Mode, die auch ein Bekenntnis transportiert, das in unseren kollektivismusseeligen Zeiten unerhört klingen mag. Die Avantgarde trägt heute Trenk. Joe Trenk!








Saturday, January 14, 2012

Es begann mit einem Buch von Roland Baader

Der Tod Roland Baaders, den ich wie so viele als geistigen Inspirator und väterlichen Freund kennen- und schätzen lernten (in meinem Falle leider nie persönlich, aber durch sehr rege und immer herzliche Korrespondenz) bedeutet für mich ganz persönlich einen sehr großen menschlichen Verlust.


Ich habe dieser Tage mal wieder sein opus magnum "Geld, Gold und Gottspieler" in den Händen gehalten. Er hatte mir sein Buch, kurz nachdem ich ihn erstmals per E-Mail kontaktiert hatte, im November 2004 geschenkt - "in geistiger Verbundenheit und herzlicher Sympathie", wie er mir zur Widmung schrieb. Gerade dieses Buch fand eine begeisterte Anhängerschaft - bis hin zu Olli Kahn. Ich selbst habe es immer wieder gerne verschenkt, u.a. auch einmal, wie ich mich entsinne an den jungen Schweizer Ron-Paul-Sympathisanten Lukas Reimann, einem der ganz wenigen Politiker, die noch Bücher lesen und auf ihre eigene Urteilskraft vertrauen, anstatt sich auf Parlamentsvorlagen und wissenschaftliche Mitarbeiter zu verlassen. Lukas gehört inzwischen zu den Initiatoren einer Goldfranken-Bewegung, die ganz nach dem Geschmack des Goldfreundes und Schweiz-Liebhabers Roland Baader wie auch des von diesem sehr geschätzten kongenialen publizistischen Mitstreiters an der Gold-Front, des Zürcher Privatbankiers Ferdinand Lips, gewesen wäre.



Wer diesen wunderbaren Menschen (und sei es nur auf korrespondierendem Wege dank des Internets) kennenlernen durfte, darf sich geehrt fühlen. Das erste Buch aus seiner Feder hielt ich schon als Schüler (das muß etwa im Jahre 1993 gewesen sein) in der Hand. Es hieß "Die Euro-Katastrophe" und leistete mir seinerzeit bei Debatten in meinem extrem linken Bad Cannstatter Gymnasium unschätzbare Dienste, zu einer Zeit, als nur wenige Bundesbürger begriffen, daß das, was damals unter den Chiffren "Maastricht" und "ECU" angebahnt wurde, nicht weniger war als ein Anschlag der politischen Eliten dieses Landes auf Freiheit, Wohlstand und Bürgerrechte, ein kalter Staatsstreich in Zeitlupe, der eigentlich zwingend einen Hochverratsprozeß gegen Kohl und Konsorten hätte nach sich ziehen müssen wenn a) wenigstens bei großzügiger Auslegung die BRD ein Rechtsstaat (zu fraglichem Zeitpunkt noch gewesen) wäre und b) "Rechts-Staat" nicht ohnehin ein Oxymoron wäre (zur Zeit befindet sich auf der Erdoberfläche nicht ein einziger). Zu diesem ökonomischen Vabanquespiel dessen Folgerichtigkeiten einer Unifizierung Europas er exakt vorhergesagt hatte lieferte mir Roland Baader meine beste argumentative Munition, weil auf stringent klassisch liberalem Fundament stehend und eben nicht aus einem irgendwie ranzig-nationalistischen Sumpf köchelnd.



Roland Baader hat mir mit seinen mich im Laufe der Jahre immer stärker prägenden Büchern (die ich nahezu alle besitze) sehr geholfen, mich ökonomisch, geistesgeschichtlich und sozialphilosophisch zu schulen und den bis zum heutigen Tage unstillbaren Wissenshunger zu wecken. Durch ihn entdeckte ich das Gedankengebäude der "Österreichischen Schule der Nationalökonomie", fing an Ludwig von Mises zu lesen (meine "Einstiegsdroge" war, wie könnte es anders sein, das von ihm brillant editierte Mises-Brevier, ein Kleinod das inzwischen auch vergriffen ist und einer Neuauflage harrt) und steckte bald dann meinerseits wieder andere junge Freunde mit Baaderscher Begeisterungsfähigkeit an. "Schon große Flamm' von Fünklein kam" heißt es bei Ulrich von Hutten - von Roland Baaders Freiheitsfunken wurden viele entflammt! Daß es heutzutage "in diesem unserem Lande" überhaupt wieder eine vitale "Szene", oder besser gesagt ein geistiges Kraftfeld von Streitern für einen entschiedenen, intellektuell kompromißlosen Liberalismus gibt, der anders als neoliberal-staatstragende Ökonomen und das "middle-of-the-road"-Gesindel von der FDP sich eben nicht in jede Hose macht, die man ihm hinhält, verdankt sich zum allergrößten Teil dem verdienstvollen und schöpferischen publizistischen Wirken dieses badischen Freigeists. Auch, weil er keinen abgehobenen akademischen Stil pflegte, sondern deftig, unerschrocken und herzhaft in die Tasten griff. Und, wie ich dann in unserem E-Mail-Verkehr immer wieder mit Verzücken feststellte, auch über jede Menge Humor verfügte, trotz dem er sehr unter seiner schweren Krankheit zu leiden hatte.




Sehr schätzte ich als Marktanarchist am Minimalstaatler Roland Baader zudem, daß ihm auch jede (sonst hierzulande in neoliberalen Kreisen weitverbreitete) bräsige Attitüde im Umgang mit jenen Freiheitsfreunden, die noch einen Schritt weitergingen als er, vollkommen abging. Anarcho-Kapitalisten-Bashing war seine Sache nicht, wie folgendes Zitat belegt:


"Die sogenannten Anarchokapitalisten, die in den USA - auch unter den
Wissenschaftlern der Ökonomie - eine wachsende Fraktion bilden, haben die
besseren Argumente als die Minimalstaatler, zu denen auch ich mich zähle. Was
die Minimalstaatler davon abhält, den Vertretern des Null-Staates zu folgen,
sind nicht die schlüssigeren Argumente, sondern fast ausschließlich
Bauchschmerzen, die wir bei dem Gedanken empfinden, auch die innere Sicherheit
und das gesamte Rechtswesen privaten konkurrierenden Unternehmen anzuvertrauen.


Ob diese Bauchschmerzen berechtigt sind, daran läßt die Tatsache, daß das
"demokratische Jahrhundert" zugleich das Jahrhundert der größten Kriege der
Menschheitsgeschichte gewesen ist, einige Zweifel aufkommen. Ebenso die
Tatsache, daß die Allgemeine Wehrpflicht erst im Gefolge der Verherrlichung der
"Volkssouveränität" in der Französischen Revolution die Weltbühne betreten hat,
ein Umstand, der die großen, totalen Kriege erst möglich gemacht hat. (Man
erinnert sich an das Diktum von Napoleon, der nach der Einführung der
Allgemeinen Wehrpflicht in Frankreich gesagt hat: "Jetzt sind Soldaten weniger
wert als Dreck.") Doch ist dieser akademische Streit insofern ohne Belang als
wir alle in Maximalstaaten leben und himmelweit vom Minimalstaat entfernt sind.
Und die Machtkalküle der politischen Kaste, sowie das Desinteresse und die
Unwissenheit der Bürgerschaft werden dafür sorgen, daß dies auch so bleibt."



Am meisten bedaure ich, daß ich nicht das Glück hatte, ihn einmal von Angesicht zu Angesicht kennenzulernen, denn von allen Freiheitsdenkern hat mich keiner so stark geprägt wie der Drachentöter aus Waghäusel, dessen wirksamste Waffe gegen den wuchernden Leviathan seine spitze Feder war.



Aus Sympathie für ihn habe ich auf Facebook gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten die Autorenseite "Roland Baader" eingerichtet, um seine Schriften, Bücher, Artikel, Essays etc. zu bewerben. Er hat sich sehr darüber gefreut, auch über meine Nachricht, daß wir am Lips Institute sein jüngstes Buch "Geldsozialismus" bewerben.
Wenn in Amerika jemand gefragt wird, wie er zum klassischen Liberalen/Libertarian wurde, sagt er oder sie in 9 von 10 Fällen, der erste Zugang war Ayn Rand: "It usually begins with Ayn Rand". Im deutschsprachigen Raum gilt für mich wie für die allermeisten meiner Freunde "Es begann mit einem Buch/einem Essay von Roland Baader."

Vor dem unsterblichen Lebenswerk dieses Mannes, einer außergewöhnlichen Persönlichkeit von einem Format, wie man es heutzutage kaum mehr anzutreffen vermag, verneige ich mich!


Die Beerdigung von Roland Baader findet auf dem Friedhof Waghäusel-Kirrlach am
19. Januar 2012 um 14 Uhr statt.

Tuesday, January 10, 2012

Abschied von Roland Baader

Am 8. Januar ist Roland Baader nach langer schwerer Krankheit verstorben. Wir Freunde der Freiheit verlieren mit ihm den wortgewaltigsten und unerschrockensten Kämpfer für unsere gemeinsame Sache. Roland Baader verdanke ich persönlich sehr, sehr viel.

Ich trauere um den größten und kämpferischsten Freiheitsdenker deutscher Zunge, dem ich am meisten vor allen anderen verdanke, in den Irrungen und Wirrungen meiner Sturm- und Drangzeit letztlich doch den Weg zur Idee der Freiheit gefunden zu haben. Ohne seine mich schon als Schüler seit den frühen 90er Jahren inspirierenden Bücher und Veröffentlichungen (etwa in Criticón, in der Schweizerzeit und der Jungen Freiheit und später dann vor allem in seinem Leib- und Magenblatt eigentümlich frei) wäre meine geistige Entwicklung wohl sehr viel unerfreulicher verlaufen und dieses Blog würde statt eines Rothbard-Zitates womöglich ein Hegel-Spruch, eine Keynes-Weisheit oder ein Schüttelreim von Philipp Rösler verunzieren.

Roland Baader war ein Leuchtturm für so viele von uns. Sein Lebenswerk wird weiter ein Leuchtfeuer sein, das uns Orientierung bietet und diesen großartigen Menschen unsterblich macht.

Unvergessen, was er uns ins Stammbuch schrieb: "Gefährlicher für die Bewahrung der Freiheit als die erklärten Freiheitsfeinde sind die Lauen, die Gleichgültigen und die Abwiegler, jene, die verkünden, bei der Zerstörung der Freiheit werde „nichts so heiß gegessen wie gekocht“. Diese nützlichen Idioten auch einem im Topf von Kannibalen befindlichen Menschen erklären, er möge sich beruhigen, weil „nichts so heiß gegessen wie gekocht“ werde."

"Wir trauern um einen Freund" , diese Worte von ef-Herausgeber André F. Lichtschlag sprechen sicher jedem von uns aus dem Herzen. Die nächste Ausgabe von "eigentümlich frei" wird Roland Baader gewidmet sein.

Am Wochenende werde auch ich Roland Baader noch ausführlicher an dieser Stelle würdigen.

Wednesday, July 13, 2011

Das übelste System, das je vom Menschen erfunden wurde



"Das Aufgeben von Gold als Geld, von der Disziplin des Goldes, ist der wichtigste Grund, wenn nicht sogar die einzige Begründung dafür, warum unsere Welt ein sehr gefährlicher Ort geworden ist. Meiner Meinung nach ist es die größte Tragödie in der Geschichte der Welt... Aus der Geschichte wissen wir, wie Papiergeld endet. Zum ersten Mal in der Geschichte ist alles Geld der Welt von nichts mehr gedeckt. Das übelste System, das je vom Menschen erfunden wurde."


-- Ferdinand Lips in einer Rede
vom August 2005 in Dawson City, Kanada







Literaturempfehlungen für alle, die diesem Übel zuleibe rücken wollen:


Sämtliche Aufsätze, Artikel und Vorträge von Ferdinand Lips einer wachsenden, an echtem, wertbeständigem Geld interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen hat sich das Lips Institute verdienstvollerweise zur Aufgabe gemacht. Darüber hinaus sollte der kluge Freiheitsfreund ebenso wie der smarte Investor folgende Bücher auf jeden Fall gelesen haben:


Ferdinand Lips: "Die Gold Verschwörung. Ein Blick hinter die Kulissen der Macht von einem Privatbankier aus der Schweiz"


Ferdinand Lips, Jacques Trachsler: "Geld, Gold und die Wahrheit. Anlagestrategien von der Antike bis zur Neuzeit"


Roland Baader: "Geldsozialismus. Die wirklichen Ursachen der neuen globalen Depression"


Roland Baader: "Geld, Gold und Gottspieler. Am Vorabend der nächsten Weltwirtschaftskrise"


Bruno Bandulet: "Das geheime Wissen der Goldanleger"


Hans J. Bocker: "Freiheit durch Gold. Sklavenaufstand im Weltreich der Papiergeldkönige"


Hans F. Sennholz: "Gold is Money"


Hans F. Sennholz, Murray Rothbard, Mark Skousen: "Gold, Freedom and Free Markets. Economic Philosophy for Prudent Investors"


Ron Paul: "The Case for Gold"

Tuesday, July 05, 2011

Lesen statt bloggen!

Dieses Motto scheint mir durchaus sinnvoll zu sein, mit der eigenen Zeit vernünftig umzugehen. Es ist ja leider nun einmal so, daß die große liberal-libertäre Blogger-Hausse der Vergangenheit angehört. Die meisten Blogs aus unserem Spektrum sind entweder eingeschlafen oder führen ein kümmerliches Schattendasein, vergleichbar ungenutzten Zimmern in den leerstehenden Flügeln alter, morbider Herrschaftssitze, bei denen nur noch sporadisch mal jemand einen flüchtigen Blick hineinwirft.

Denjenigen Lesern, die dennoch aus alter Verbundenheit dennoch gelegentlich mal bei mir vorbeischauen darf ich an dieser Stelle immerhin ein paar vielleicht nützliche Literaturempfehlungen offerieren sowie eine - vorerst nur virtuelle - Einladung zum Lips Institute aussprechen, welches dem Andenken an den Privatbankier, Goldmarktexperten, Philosophen, Historiker und vor allem Freiheitsdenker Ferdinand Lips gewidmet ist, dessen Bestseller "Die Gold Verschwörung" zu den Standardwerken libertärer Debatten um Zentralbankunwesen, "Geldsozialismus" (Roland Baader), "Österreichische Schule" und freies Marktgeld gehört. Wünsche viel Freude beim Vermehren gewonnener Einsichten und einen schönen Sommer!

Sunday, May 01, 2011

Der ESC-Jahrgangsbeste 2011: Amaury Vassili

Daß der alte Zausel Jan Feddersen über ihn ätzt, dürfte eigentlich schon als Empfehlungsschreiben gewertet werden. Viele Worte des Lobens und Preisens muß man in der Tat über den aus der Normandie stammenden jüngsten professionellen Tenor der Welt nicht verlieren, der dieses Jahr für Frankreich zum "Grand Prix" antritt. Elogen hat er nämlich nicht nötig und sie würden den im Auftreten sehr bescheidenen jungen Sänger auch nur verlegen machen.

Die Stimme und die Aura dieses grandiosen Stimmwunders sprechen für sich allein, die mit einem Maximum an Herzblut vorgetragene korsische Pop-Classic-Ballade "Sognu" bringt selbst Steine zum Schmelzen:





In den Pantheon der ganz großen Grand Prix Entdeckungen der letzten Jahre sich neben Alexander Rybak, Jade Ewen, Boaz Mauda, Didrik Solli-Tangen und Harel Skaat einreihen zu dürfen verdient er allemal. Und natürlich Douze Points de l'Allemagne pour la France!

Auch Grand Prix Urgestein Peter Urban ist voll des Lobes für Amaury Vassili:


Saturday, April 23, 2011

Die DSDS-Jahrgangsbesten 2011: Sebastian Wurth und Marco Angelini

Die beiden größten musikalischen Entdeckungen im deutschsprachigen Musikmarkt dieses Jahres, denen gottlob die Pappmaché-Krone "DSDS-Sieger" und damit ein entwürdigendes Ende in Teppichhäusern und RTL-Spielshows erspart bleiben wird, heißen Sebastian Wurth und Marco Angelini. Die beiden überzeugendsten Gesangstalente der letzten Wochen können sich nach Lage der Dinge glücklich schätzen, daß der Makel "DSDS" nicht auf Dauer an ihnen haften bleiben wird, sie mithin nicht der Bannstrahl boykottierender Radiomusikredakteure treffen wird, wenn sie ihren je eigenen musikalischen Weg gehen.

Dieser Boykott von Casting-Stars ist ohnehin eine sehr halbherzige und aufgesetzte kulturkämpferische Attitüde: Wollten diese ganzen Casting-Boykott-Helden ernsthaft und nicht bloß mit wohlfeiler Symbolik das Zweifels ohne mehr als kritikwürdige System Bohlen treffen, müßten sie sämtliche von Bohlen produzierten Künstler blacklisten. Aber dazu fehlt es diesen Schlappschwänzen eben an Eiern, wenn mir diese österlich inspirierte Metaphorik mal an dieser Stelle gestattet sei. Dann lieber einen jungen Künstler torpedieren, kostet ja nix! Wie wär's mal mit ner Haltung? Hei, das wäre ein Fest, wenn plötzlich Andrea Berg in den Schlagerradios nicht mehr stattfände und sich vor den Radiostationen Szenen des Massenprotestes abspielten wie auf dem Kairoer Tahrirplatz.

Aber nun zu Marco und Sebastian, zwei jungen Künstlern, die es uneingeschränkt verdient haben, um ihrer herausragenden Leistungen willen gewürdigt zu werden. Die die mit Abstand besten Auftritte nicht nur dieser Staffel sondern der letzten drei Jahre abgeliefert haben. Hier noch einmal die stärksten Momente der diesjährigen Casting-Saison, die auf Wurthis und Angelinis Konto gingen: