Thursday, November 06, 2014

Ludwig von Mises: Aller und jeder Streik ist Terrorismus

Ludwig von Mises: Aller und jeder Streik ist Terrorismus




"Das wichtigste Mittel der Politik des Destruktionismus ist der Arbeiterverein, die Gewerkschaft. Der sozialistischen Ideologie ist es gelungen, das eigentliche Wesen und die Besonderheit der gewerkschaftlichen Bewegung so sehr zu verdunkeln, daß es nicht leicht ist, sich ein klares Bild von dem zu machen, was die Gewerkschaften sind und was sie leisten.
 
Noch immer pflegt man die Probleme des Arbeitervereinswesens unter dem Gesichtspunkte der Koalitionsfreiheit und des Streikrechtes zu behandeln. Doch seit Jahrzehnten handelt es sich nicht mehr darum, ob den Arbeitern die Freiheit, Vereine zu bilden, zugestanden werden soll, und ob sie das Recht haben sollen, die Arbeit auch unter Verletzung des Arbeitsvertrages niederzulegen. Keine Gesetzgebung macht ihnen dieses Recht streitig; denn daß die vertragswidrige Arbeitseinstellung zivilrechtliche Folgen für den einzelnen Arbeiter nach sich ziehen kann, ist praktisch ohne jede Bedeutung, so daß auch die extremsten Anwälte des Destruktionismus kaum auf den Gedanken verfallen sind, für den Arbeiter das Vorrecht zu fordern, übernommene Vertragspflichten nach Belieben verletzen zu dürfen.
 
Das, was das Wesen des gewerkschaftlichen Problems heute ausmacht, ist der Koalitionszwang und der Streikzwang. Die Arbeitervereine nehmen für sich das Recht in Anspruch, alle Arbeiter, die sich ihnen nicht anschließen wollen oder denen sie die Aufnahme verweigern, aus der Arbeit zu drängen, nach Belieben die Arbeit einzustellen und jedermann zu hindern, an Stelle der Streikenden die Arbeit zu verrichten. Sie nehmen für sich das Recht in Anspruch, Zuwiderhandlungen gegen ihre Beschlüsse durch unmittelbare Gewaltanwendung zu verhindern und zu bestrafen und alle Vorkehrungen zu treffen, um diese Gewaltanwendung so zu organisieren, daß ihr voller Erfolg sichergestellt wird. Die Gewerkschaft hat sich zu einer Gewaltorganisation ausgebildet, die durch den Schrecken die ganze Gesellschaft in Schach hält und vor deren Machtwort alle Gesetze und alle Rechte verblassen. [...]
 
Die Waffe der Gewerkschaften ist der Streik. Man muß sich dabei vor Augen halten, daß jeder Streik ein Akt des Landzwanges ist, eine gewaltsame Erpressung, die sich gegen alle richtet, die den Absichten der Streikenden zuwiderzuhandeln bereit wären. Aller und jeder Streik ist Terrorismus. Denn der Zweck der Arbeitseinstellung würde gänzlich vereitelt werden, wenn es dem Unternehmer möglich wäre, an Stelle der streikenden Arbeiter andere einzustellen, oder wenn sich nur ein Teil der Arbeiter dem Streik anschließen würde. Das Um und Auf des Gewerkschaftsrechtes ist daher die von den Arbeitern mit Erfolg behauptete Möglichkeit, gegen den Streikbrecher mit Brachialgewalt vorzugehen. Es ist nicht notwendig, darzulegen, auf welche Weise die Gewerkschaften in den verschiedenen Staaten dieses Recht an sich zu reißen gewußt haben.
 
Es genügt festzustellen, daß sie es in den letzten Jahrzehnten überall errungen haben, weniger durch ausdrückliche gesetzliche Zustimmung als durch stillschweigende Duldung der Behörden und Gerichte. Es gibt seit Jahren in Europa kaum die Möglichkeit, einen Streik durch Einstellung von Streikbrechern unwirksam zu machen. Lange Zeit ist es wenigstens möglich gewesen, von den Eisenbahnen, den Beleuchtungswerken, den Wasserwerken und von den wichtigsten Unternehmungen der städtischen Lebensmittelversorgung den Streik fernzuhalten. Aber auch hier hat endlich der Destruktionismus voll gesiegt.
 
Wenn es den Gewerkschaften beliebt, können sie Städte und Länder durch Hunger und Durst, durch Kälte und Dunkelheit zur Gefügigkeit zwingen. Sie können Schriften, die ihnen nicht genehm sind, von der Drucklegung ausschließen; sie können die Postbeförderung von Druckschriften und Briefen, die sie nicht gutheißen, unterbinden. Wenn sie wollen, dürfen die Arbeiter ungestört Sabotage treiben, die Arbeitswerkzeuge und Arbeitsstoffe beschädigen und die Arbeit so langsam oder so schlecht verrichten, daß sie wertlos wird.
 
Die destruktionistische Funktion des Gewerkschaftswesens ist niemals ernstlich bestritten worden. Es ist nie gelungen, eine Lohntheorie aufzustellen, aus der man die Folgerung ableiten könnte, daß durch den gewerkschaftlichen Zusammenschluß eine dauernde Erhöhung des Realeinkommens der Arbeiter erzielt werden könnte.[...]
 
Die gewerkschaftliche Politik der Arbeitseinstellung, der Gewalt und der Sabotage hat an der Besserung der Lage der Arbeiter nicht das geringste Verdienst gehabt. Sie hat ihren Teil dazu beigetragen, daß das kunstvolle Gebäude der kapitalistischen Wirtschaft, in der sich das Los aller, auch das des ärmsten Arbeiters, von Tag zu Tag gebessert hat in seinen Grundfesten erschüttert wurde. Sie hat aber auch nicht dem Sozialismus vorgearbeitet, sondern dem Syndikalismus.[...]
 
Denn das ist wohl klar: Sollte es einmal zu einer grundsätzlichen Erörterung des Streikrechtes der Arbeiter lebenswichtiger Betriebe kommen, dann wird es bald um die ganze Lehre vom Gewerkschaftswesen und vom Streikzwang geschehen sein, dann werden Streikbruchverbände wie die „Technische Nothilfe“ jenes Beifalls teilhaftig werden, den heute noch die Streikenden erhalten. Es mag sein, daß in Kämpfen, die daraus erwachsen können, die Gesellschaft zugrunde geht. Doch sicher ist, daß eine Gesellschaft, die das Arbeitervereinswesen so durchführen will, wie es die herrschenden Anschauungen verlangen, in der kürzesten Zeit der Auflösung entgegengehen muß." ~ Ludwig von Mises  (* 29. September 1881 in Lemberg; † 10. Oktober 1973 in New York)
 
aus Die Gemeinwirtschaft – Untersuchungen über den Sozialismus, Verlag Lucius & Lucius, S. 468 – 474.

Monday, October 20, 2014

Ein nichtabgedruckter Lesebrief an die Dorstener Zeitung

Leserbrief zu "Tobias Voss verpasst den WM-Titel", Dorstener Zeitung vom 20.10.2014


Fragwürdige Punktrichterentscheidungen

Sehr geehrte Damen und Herren,

als trotz Bahnstreiks von weit her (Stuttgart) eigens zur Dorstener Fight Night angereister Zuschauer, für deren verdienstvolle Ausrichtung übrigens dem Veranstalter Workers Hall großer Dank und Respekt zu zollen ist, komme ich leider nicht umhin, ein paar kritische Anmerkungen zum Ausgang des Abends zu machen, der mich dann doch mit einem etwas flauen Gefühl im Magen zurückließ. Sowohl nach meiner eigenen Wahrnehmung (ich saß unmittelbar am Ring, also hatte eine ähnliche Perspektive wie die Punktrichter) als auch bestärkt durch vielfältige Gespräche mit fachkundigen Beobachtern (darunter langjährige aktive Kampfsportler) im Anschluß an die Veranstaltung drängt sich mir der Eindruck auf, daß sowohl beim Kampf von Shkelcim Ademaj gegen Marcel Hesker als auch beim WM-Fight von Ismail el Brouzini gegen Tobias Voss Urteile der Ring- bzw. Punktrichter getroffen worden sind, die jede Menge Fragen und Ungereimtheiten aufwerfen. Daß Marcel Hesker durch den Ringrichter ausgezählt wurde obwohl dieser längst kampfbereit auf beiden Beinen stand, ist eine so eklatante Fehlentscheidung, daß es schon ein gerüttelt Maß an Dreistigkeit bräuchte, diese auch nur im Nachhinein zu rechtfertigen! Ebenfalls einen Hautgout hat die schwerlich nachvollziehbare (und ja keineswegs einstimmige!) Punktrichterentscheidung im Falle Voss, der in vier der fünf Runden erkennbar dominierte, dessen Gegner während des Kampfes mehrfach den Boden aufsuchte und der zudem so lädiert war, daß er nach dem Kampf auch noch ins Krankenhaus gefahren werden mußte. Ein Schlag Brouzinis auf den Hinterkopf von Tobias Voss wurde ebenfalls nicht gerügt (laut Regelwerk wäre hierfür mindestens eine Verwarnung einschlägig). In beiden Kämpfen war das Urteilsvermögen der vorgeblich "Unparteiischen" gewissen Eintrübungen ausgesetzt, die sich günstigstenfalls auf Überforderung zurückführen lassen.
Brisant oder doch zumindest bemerkenswert an diesen Vorgängen scheint mir zu sein, daß ausgerechnet die beiden fragwürdigsten, vom Publikum nachvollziehbar mit einhelliger Mißbilligung quittierten Jury-Urteile des Abends sich dramatisch zum Nachteil der beiden Zugpferde und Publikumslieblinge von Workers Hall auswirkten. Hier wird man an den Leitspruch des englischen Hosenbandordens - "Honi soit qui mal y pense!" ("Ein Schelm wer Übles dabei denkt!")  - unweigerlich erinnert. Auch wenn mir für meinen subjektiven Befund keine gerichtsfesten Beweise vorliegen, so läge es nach meinem Dafürhalten doch fernab der Lebenswirklichkeit zu behaupten, an diesem Abend sei bei den letzten beiden Kämpfen alles mit rechten Dingen zugegangen.

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar-Dominik Hennig
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DDH am Ring

Tobias Voss, Copyright: jps Pictures 



Saturday, September 13, 2014

Interview für Freitum mit Responsa Liberta TV



Am Rande der Mark Banco Anlegertagung des Instituts für Austrian Asset Management, die im Frühjahr dieses Jahres in München stattfand, sprachen mein Freund Tomasz M. Froelich und meine Wenigkeit für Freitum mit Responsa Liberta TV. Anläßlich der Verleihung der Roland Baader Auszeichnung an seinen kongenialen publizistischen Partner und Inspirator Bruno Bandulet nutzten wir die Gelegenheit sehr gern, an die Bedeutung von Baader als einflußreichsten und bedeutendsten Vordenker und Ideenentzünder für die deutschsprachigen Freunde der Freiheit zu erinnern:



Saturday, June 28, 2014

Warum Cristiano Ronaldo Reizfigur ist? Es ist der Neid und nichts als der Neid!




Cristiano Ronaldo mit einem jungen Fan. 
Im Kern geht es bei allen derzeit im Netz wieder kursierenden Schmähungen gegen "Heulnaldo" um Neid. Neid wuchert stets im Verborgenen und es gehört zu seinem Wesen niemals offen eingestanden zu werden. In Zeiten wie diesen, wo auch Männer um "feminine" Werte mit Frauen konkurrieren müssen, spielt da eben auch sein Aussehen eine große Rolle - und schon spürt man den Nivellierungswunsch der sich leicht benachteiligt fühlenden, der etwa als Neidreiz gegen einen Franck Henry Pierre Ribéry (übrigens ein begnadeter Fußballer) sich nicht einzustellen vermag. Man fühlt sich bei dem Phänomen des Anti-Ronaldismus immer wieder an den Roman "Facial Justice" von L. P. Hartley (kongenialer Zeitgenosse von George Orwell) erinnert. Cristiano Ronaldo verstößt mit seinem Wohlstand gegen das tyrannische Gebot der zeitgeistigen "sozialen Gerechtigkeit" aber eben noch viel mehr mit seinem Äußeren gegen das in Deutschland gepflegte (und z.B. sehr gutaussehenden Schauspielern bei der Rollensuche zum Nachteil gereichende) Mittelmaß-Ideal der "Antlitzgerechtigkeit", welches sich durch den gleichmacherischen "Kult der Häßlichkeit" der 68er längst zur Staatsraison ausgewuchert und eingegraben hat.

Dandys haben wir selten hervorgebracht (weder im Fußball noch sonstwo) und wo sich Individualität und Extravagenz doch einmal zu zeigen erkühnt wird sie noch im frühesten Stadium niedergeknüppelt. Da verstehen wir Deutschen keinen Spaß. Daß wir uns darauf auch noch etwas einbilden stellt zumindest sicher, daß ein Jahrhundertfußballer vom Format eines CR7, der menschliche Größe und Charakterstärke gerade auch abseits des Rasens beweist, um dieses Land stets einen großen Bogen machen wird. Und die da in den bis aufs Zahnfleisch heruntergesparten Sportredaktionen ihr Gnadenbrot mümmelnden Neidhammel ihn mit ihrem eitrigen Ressentiment auch weiterhin nicht erreichen werden.

Cristiano Ronaldo mit seiner Freundin Irina Shayk und seinem Söhnchen Cristiano junior bei der Verleihung des Weltfußballer-Titels in Zürich am 13. Januar 2014.

Friday, June 27, 2014

Ein beschnittener Kommentar an die WELT



Gegen Ronaldo den eitrigen Sabber des Ressentiments bedient


Online-Kommentar zu "Mit mehr Teamgeist wäre Ronaldo noch im Turnier", Welt.de, 27.06.2014

"Es hat schon etwas Penetrantes, wie vonseiten der Springer-Medien alle möglichen, schon seit Jahren ungebräuchlichen Stereotype aus der Schublade gezogen werden, um Cristiano Ronaldo am Zeug zu flicken. Kein Klischee scheint Ihnen dabei zu abgegriffen. Fakt ist: er spielte mannschaftsdienlich, er spielte gegen den Rat seiner Ärzte, er zeigte enormen Einsatz incl. Laufbereitschaft (mit Patellasehnenentzündung im linken Knie!), er hat weder durch Worte noch Gesten sich ungebührlich auf dem Platz oder andernorts verhalten! Wann hat Ronaldo bei dieser WM - oder auch jemals zuvor - einen veritablen Skandal produziert? Alles was hier bedient wird ist der eitrige Sabber des verbreiteten Ressentiments derer, die ihm gegenüber von ihren vielfältig gespeisten Neidgefühlen übermannt werden und außerstande sind, ihren prekarisierten Gefühlshaushalt zu bezähmen. Eine Unsitte, die gerade in deutschsprachigen Online-Portalen weithin gepflegt wird. Wenn es gegen Ronaldo geht sind sämtliche Schränke tassenfrei."

Die letzten drei Sätze fehlen auf der Seite der Welt, stattdessen steht in Klammern: "(Von der Moderation entfernt: Bitte bleiben Sie höflich!)". Das sagen gerade die Richtigen!

Tuesday, June 24, 2014

Ein nichtabgedruckter Leserbrief an die Junge Freiheit

                                                                                                               
Neidgetrieben-egalitaristischer 68er Ungeist gegen Cristiano Ronaldo


 Leserbrief zu "Eine Mannschaft gegen einen Götzen" von Andreas Harlaß, JF vom 19.06.2014

Derartig herabwürdigende, auf eine Einzelperson zielende (als wäre Portugal mit nur einem einzigen Spieler auf dem Platz gewesen und als hätte dieser und nicht Pepe die spielentscheidende rote Karte kassiert) Schmähungen, zudem gestützt auf das wohlfeile Zitieren abgestandener Stereotype, sind gerade nach einem großen deutschen Erfolg schon ein wenig piefig und würdelos! Gerade wer sich für Deutschlands Nationalmannschaft freut, sollte menschliche Größe, Anstand und Respekt gegenüber dem unterlegenen, sich gleichwohl sportlich stets korrekt und fair verhaltenden und von seinen Mannschaftskollegen als Teamplayer (entgegen vom Boulevard gepflegter Klischees über ihn!) überaus geschätzten Cristiano Ronaldo an den Tag legen. Früher nannten Konservative das einmal "Ritterlichkeit" - aber inzwischen hat anscheinend auch bei der "Jungen Freiheit" der schnoddrige, hämische und alles Exzellente und Extravagante mißbilligende, neidgetrieben-egalitaristische Ungeist von anno '68 ff. Einzug gehalten. Schade!
Die Frankfurter Allgemeine wurde dem Phänomen der "Reizfigur" Ronaldo übrigens seinerzeit gerecht, als Christian Eichler hellsichtig bemerkte: "Der Fall Ronaldo zeigt, dass heute nicht nur Politiker, auch Unterhaltungskünstler wie Fußballer den verkrampften Maßstäben politischer und sozialer Korrektheit unterworfen werden. Man verlangt von denen, die herausragen, so zu tun, als wären sie einer von uns. Nichts Besonderes also."

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar-Dominik Hennig


Edit: Mein Kommentar wurde inzwischen freigeschaltet, was für die dem Springer-Niveau doch weit überlegene Debattenkultur der Jungen Freiheit spricht.

Sunday, May 18, 2014

Rückblende - WE TOLD YOU SO!

Vor 20 Jahren warnte der ehemalige Kabinettschef von EG-Kommissar Bangemann und abtrünnige FDP-Politiker, der Euro-Rebell der ersten Stunde, Manfred Brunner im Interview mit mir vor den Folgen des EURO! Man hätte damals auf ihn hören sollen!







Das komplette Interview gibt es hier nachzulesen!