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Dienstag, Dezember 14, 2021

Die Anfänge, denen nicht gewehrt wurde.


Es fing nicht mit Zwangsspritzen, Enteignungen, Psychoterror und Gedankenkontrolle an. Sondern mit "Historikerstreit" und Jenninger-Rücktritt Ende der 80er Jahre. Der Einstieg in den Totalitarismus begann mit unmerklich kleinen Schritten. Und er begann unter Kohl und unter tatkräftiger Mithilfe des chronisch würdelosen westdeutschen Bürgertums.

Sonntag, Oktober 17, 2021

Ökonomische Sekundärerfolge wiegen nicht Verlust nationaler Grundsubstanz auf

Als ich Ende 1989 erstmals westdeutschen Boden betrat, waren weite Teile davon schon nicht mehr als Deutschland zu erkennen. Ich würde mich schämen anstatt von Lebensleistung zu faseln! Wer sein Land in der Grundsubstanz durch Ethnomorphose verrotten lässt, und das irreversibel, der braucht sich auf Sekundär-Erfolge (“Muuuh Standort“ “Määääh Exportweltmeister“) und temporäre Wohlstandsgewinne auch nichts einbilden.

Sonntag, Mai 30, 2010

Wir sind Lena!




Auch wenn ich kein Fan bin, ich freue mich trotzdem für sie und mit ihr und vor allem weil ihr und Stefan Raab das Unmögliche gelungen ist! Daß nämlich Deutschland überhaupt noch jemals beim Eurovision Song Contest auch nur in die Nähe des Siegertreppchens gelangen könnte, hielt ich (aus Gründen der politisierten Strukturen beim Grand Prix ebenso wie unserer eigenen mentalen Verfaßtheit) offen gestanden für ausgeschlossen. Aber da hat eben Katja Ebstein recht behalten: "Wunder gibt es immer wieder!" Die nach meinem Geschmack aber beste Performance lieferte gestern abend Vorjahressieger Alexander Rybak mit seinem feurigen Opening. Dafür wurde er am Ende der Show dann auch mit einem Küßchen der Siegerin belohnt.



Danke an dieser Stelle noch einmal an Alexander Rybak für den massiven Lena-Support im Vorfeld!





Von den anderen Teilnehmern hat Harel Skaat mit “Milim” am meisten Herzblut reingelegt, ich fand seine Gänsehaut auslösende Ballade ergreifend schön! Der junge Israeli ist mein Favorit gewesen. Daneben gefiel mir noch Didrik Solli-Tangen (Gastgeberland Norwegen) mit “My heart is yours” (auch wenn er gestern, anders als bei den Proben, stimmlich nicht ganz auf der Höhe war) und Tom Dice (Belgien) mit seinem wunderbar unprätenziösen “Me and my guitar” sehr gut. Ansprechend fand ich noch Dänemark (soll angeblich geklaut sein, aber lieber gut geklaut als schlecht erfunden!), Zypern und Irland. Harel und Didrik brauchen sich aber nicht ob der mäßigen Plazierung zu grämen: Balladen haben es beim "neuen" Grand Prix nun einmal schwer, selbst Altmeister Andrew Lloyd Webber erreichte mit der grandiosen Jade Ewen und "It's my time" "nur" Platz 5 im Vorjahr für das Vereinigte Königreich.

Mittwoch, Mai 19, 2010

Schamlose Eigen-Promo

Mein Freund, der Opponent, fand mal wieder einen meiner Facebook-Kommentare zitierwürdig:

"Dort wo die 68er liberal waren, waren sie nicht durchsetzungsstark, dort wo sie sich durchsetzten, waren sie nicht liberal. Durchsetzen konnten sie sich nur mit Teutonen-kompatiblen Trendverstärkern nach “mehr Macht” und “mehr Staat”. Daß sie alles in Unordnung gebracht hätten, ist ein Märchen. Sie haben die Ordnung objektiv stabilisiert, indem sie morsche Steine des alten Gebildes “Staat” durch neuere, stabilere ausgetauscht haben."



Zum Thema 68er aus libertärer Sicht sei an dieser Stelle ein Text von Stefan Blankertz "Der Erfolg des Scheiterns" dem geneigten Leser empfohlen!

Samstag, Mai 08, 2010

Die Neoliberalen und Neokonservativen fühlen sich mal wieder "befreit"

Bei soviel genügsamer Freiheitsseligkeit braucht man sich wirklich nicht mehr zu wundern, warum die echte Freiheit wohl noch dreieinhalb Ewigkeiten auf sich warten lassen wird.

Ich für meinen Teil erinnere am heutigen 8. Mai mal taktloserweise daran, daß MEINE Vorfahren nach dem 8. Mai 1945 nahtlos in die nächste Diktatur überführt wurden. Und was die hochwohlgeborenen, sich bis heute in der besten aller Welten wähnenden Wessis anbelangt: die haben weder ein "First Amendment" noch andere amerikanische dortzulanden als UNANTASTBAR geltende Jeffersonianische Grundfreiheiten je geliefert bekommen, sondern eine muffig-restaurative Adenauer-Republik (mit Globke als Kanzleramtsminister!) und einem Grundgesetz, das Privateigentum zur Verfügungsmasse der Willkür der jeweiligen politischen Machthaber macht.



Man denke nur an die skandalöse Staatshehlerei im Zusammenhang mit den 45-49 enteigneten SBZ-Gütern durch Kohl/Waigel nach 1990!

Und an die Wiedereinführung von Hitlers Wehrpflicht durch die "bürgerlichen" Parteien in den 50ern!

Und an die Beibehaltung von Hitlers strenger Schulpflicht im freiesten Staat der deutschen Geschichte!

Befreit sind wir alle (Deutsche wie Nichtdeutsche) noch lange nicht! Erst am Tage des Endes aller Staatlichkeit! Vorher sich "befreit" zu fühlen ist eine obszöne Befindlichkeit, mehr nicht!

Dienstag, Dezember 01, 2009

Plebiszitäre vs. klerikal-judikative Unterdrückung? Was ist schöner?

In der Schweiz darf eine Bevölkerungsmehrheit einer religiösen Minderheit Vorschriften machen, in Berlin läuft es umgekehrt! Und die Richterdiktatur verhilft den Theokraten zur Durchsetzung ihres unverschämten Machtanspruchs, darüber zu befinden, wer wann einkaufen gehen darf. "Herrschaft des Rechts" blöken ja immer die neoliberalen Minimalstaatsfritzen - sie werden auch dieses trockene Stroh wieder sanftmütig kauen und runterwürgen!

Montag, November 30, 2009

Eine ausgeglichene Bilanz?

Daß der Repressionsapparat des Etatismus nicht nur uns, sondern auch unsere "Feinde" drangsaliert, ist für manche ja schon Beruhigung genug. So freut sich mancher Rechtsaußen, wenn auch mal Linksextreme oder ausländische Extremisten wegen Kommunikationsdelikten vor dem Kadi landen oder der hoheitlichen Verrufserklärung qua Verfassungsschutzbericht anheimfallen. "Ja, der Staat gibt's endlich mal denen, die ick nich leiden kann. Na dann ist der Staat vielleicht doch nicht so von Übel?" Der gleiche Mechanismus versöhnte ehedem eine ganze Generation von bis dato in Systemferne ausharrenden Menschen aus dem linksalternativen Milieu der neuen sozialen Bewegungen mit der BRD, als Ende der 80er Jahre eine sich über die ganzen 90er Jahre erstreckende Hyterie "gegen rechts" angefacht wurde. Und jetzt, wo es gegen "den Islam" geht, treffen sich Apo-Opas und rechte Renegaten und marschieren Seit' an Seit' mit dem System. Skrupel? Fehlanzeige! Denn es geht ja endlich mal gegen "die Richtigen"!

Bestes Beispiel: der von Radikalfeministinnen, christlichen Fundis und nationalkonservativen Stammtischbrüdern gemeinsam getragene Kampf gegen die Gebetstürmchen in der Schweiz, von denen die Eidgenossenschaft bislang ganze 4 (in Worten: vier!) zieren!


Fürs Protokoll: ich bin ein vehemtenter Gegner der Anti-Minarett-Initiative! Aber ich war auch schon ein Gegner des Antirassismus-Paragraphen, der vor allem auf dem Mist eines unspektakulär antiliberalen Freisinnigen gewachsen war!

In der Schweiz steht es jetzt 1:1!

Mit der Antirassismus-Strafnorm durften zunächst die Allochthonen das erhebende (und Staats-Loyalität erzeugende) Gefühl haben, den Autochthonen die Meinungsfreiheit einzuschränken (obgleich auch schon türkische Historiker mit dieser mittelalterlichen Maßnahme des Ausnahme- und Gesinnungsstrafrechts bedroht wurden) und damit den Staat zur Verfolgung ermächtigen. Jetzt im Rückspiel schränkten dafür die Autochthonen aus Revanche einem Teil der Allochthonen die Religionsfreiheit ein - und wieder wächst und gedeiht der Staat.

Die wahre Bilanz: Leviathan vs. Freiheit - es steht 2:0!



Und es gibt ja so viele Minderheiten, die sich prächtig tyrannisieren lassen um dem Staat stets die Augenblicksgefolgschaft von gesellschaftlichen Mehrheitskoalitionen zu garantieren, mal nennt man es Jugendschutz, mal Verbraucherschutz, mal Klimaschutz, whatever. Und mit jeder dieser Schutz-Dienstleistungen durch den monopolitischen Schutzanbieter - den Staat - wird der Auftragnehmer Staat gegenüber dem Auftraggeber Gesellschaft stärker. Etatismus ist das perfekte Verbrechen!

Mittwoch, Oktober 21, 2009

Montag, Oktober 19, 2009

Montag, Oktober 12, 2009

"Ludwig van Mieses"

offenbart die doch erhebliche Bildungslücke der "Miriam Flau". (Und ihr todlangweiliges Buch über Harald Schmidt ist auch die größte Fehlinvestition in meinem Bücherregal!)

Mittwoch, September 30, 2009

Wille und Wahrheit

Je länger je mehr reagiere sehr ungehalten auf den törichtesten aller Allgemeinplätze der veröffentlichten Meinung: Die CDU, so heißt es landauf landab in allen Leitartikeln und Talkshows, habe 2005 "die Wahrheit" gesagt, dies vertrüge aber "der [dumme, ignorante, gefräßige] Wähler" nicht und deshalb sei diesmal der Wahlkampf im Ungefähren geblieben. Aber hat die Union denn wirklich eine Wahrheit ausgesprochen? Zum Beispiel die, daß JEDE Steuer den Wohlstand einer Nation senkt, die Handlungsspielräume der Gesellschaft schmälert - zugunsten derer des Staates? Allenfalls sagte die Union anno 2005, was sie will: Merkelsteuer und Kriegseinsätze (und beides will sie nach wie vor). Damit ist der Wille der Unionsparteien das Gegenteil von "Wahrheit"! Es ist schon frivol, in einer angeblich dem Meinungspluralismus verpflichteten Gesellschaft einfach mal a priori festzusetzen, wirtschafts- und außenpolitischem Interventionismus stünde das ontologische, widerspruchsfreie Prädikat "Wahrheit" zu. Es ist aber zugleich bezeichnend und beunruhigend, denn in Hinsicht auf von allen maßgeblichen politischen Strömungen mit mehr oder minder fundamentalistischem Glaubenseifer betriebene Staatsvergottung ist Deutschland längst eine Theokratie, ein Gottesstaat geworden. Und der Klerus dieser Theokratie keltert aus seinem subjektiven Willen objektive Wahrheit. Teheran ist gleich um die Ecke.

Freitag, August 21, 2009

Im Internet kann man niemanden umbringen!

Wo das Internet also "unsere" Rechtsordnung aushebelt, tut es dies vornehmlich in Bereichen, in denen diese ohnehin fragwürdig ist: bei "Kommunikationsdelikten" (die es in einer freien Gesellschaft sowieso nicht gäbe) und bei sog. "geistigen Eigentumsrechten" (die es in einer freien Gesellschaft ebenfalls nicht gäbe). So what? Nach liberaler Doktrin sind weder Mimosen-Befindlichkeiten noch Monopolrenten schutzwürdige Rechtsgüter, das Internet hat mithin von Kontrolle und Regulierung freizubleiben! Basta!

Nachtrag: Christian Hoffmann über den "größten Tatort der Welt"

Dienstag, Juli 21, 2009

Fluch der Parteipolitik

Von echten, das vom gouvernemental-korporatistischen Komplex getragene Staazi-System radikal infragestellenden Freibeutern sind die sich hochtrabend "Piraten" nennenden Parteigründer trotz hier und da aufblitzender Lichtblicke im ganzen so weit entfernt wie die brav in die Künstlersozialkassen einzahlenden Darsteller der Claus-Störtebeker-Festspiele von den gefürchteten baltischen Seeräubern des 14. Jahrhunderts. Was nicht heißt, daß man sie aus übergeordneten Gründen - die Entscheidungsschlacht um das freie Internet wird uns wohl vom bunten Heer seiner erklärten Feinde, von A wie Achmadinedschad bis Z wie Zastrow-Volker (O-Ton: "Es ist höchste Zeit, das Internet entschlossen zu zivilisieren, es Recht und Gesetz zu unterwerfen.") oder auch Zensursula, schon in Kürze aufgezwungen werden - nicht dennoch wählen muß!

Mittwoch, Juni 24, 2009

Iran - Das synchrone Schweigen zweier Meinungslager

Sowohl Westler als auch Libertäre reagieren ungewöhnlich zurückhaltend auf den mutigen iranischen Volksaufstand, der vom Verbrecherregime blutig unterdrückt wird. Allerdings aus unterschiedlichen Motiven: Die Libertären fürchten, die Idee des Freiheitsaufstandes werde für die moralische Rechtfertigung von Militärinterventionen mißbraucht, die Westler fürchten, die Idee des Interventionismus werde für die Legitimierung von Volkserhebungen mißbraucht.

Dienstag, Juni 09, 2009

FB-Statusmeldung II

Dominik Hennig plädiert für eine verschärfte zivilgesellschaftliche "Wehr-Pflicht": Jeder Bürger sollte verpflichtet werden, von "Wahl-Pflicht" schwadronierenden SPD-Dummbeuteln bei Feststellung eines solchen unverfrorenen obrigkeitsstaatlichen Rülpsers an Ort und Stelle 50 Stockhiebe zu verabreichen!

FB-Statusmeldung

Dominik Hennig hält den Niedergang der europäischen Sozialdemokratie nicht für ein rein tagespolitisches Ereignis, sondern metapolitisch für bedeutsam. Die soziale Frage des 21. Jahrhunderts wird sein, wie das INDIVIDUUM zu emanzipieren ist, nicht wie im 19. Jahrhundert das "proletarische" KOLLEKTIV! Die Antwort wird eine mutatis mutandis "anarchoide" resp. "linkslibertäre" sein. Oder es gibt eben keine Antwort. Kann auch sein.

Mittwoch, Juni 03, 2009

Kurras war, ist und bleibt ein Staazi

mit der staatlichen Lizenz zum Töten. Ob er nun als "linker" Staazi für einen "Links-Staat" oder "rechter" Staazi für einen "Rechts-Staat" schoß, ist mir Jacke wie Hose. Für neubürgerliches Triumphgeheul kulturkonservativer Anti-68er-Revanchisten gibt seine abgründige Biographie jedenfalls nichts her.

Und weil wir gerade bei verlogenen Diskursen sind: Die DDR, die ich als DDR-Kind schon "Scheißstaat" genannt hatte (und deswegen zum Direktor meiner Schule zitiert wurde!) einen Unrechtsstaat zu nennen, ist recht und billig - aber mit neubürgerlicher Attitüde ist es auch wohlfeil und dient offenkundig nur hochmütigen BRD-Systemlingen zur Selbstbeweihräucherung ("Wie haben wir es doch herrlich weitgebracht!"), die kaum weniger schwer zu ertragen ist, als die vor 20 Jahren am 7. Oktober abgehaltenen Paraden. Aus anarcho-libertärer Perspektive bleibt festzuhalten: Die DDR war, wie jeder Staat auf Erden, ein Unrechtsstaat, der gegenüber der BRD indes den Vorzug besitzt, nicht mehr zu existieren.

Samstag, Dezember 20, 2008

Schnauze voll von der BRD - Heute: Reinhold Würth

Gestern Patrick Harsch - heute Reinhold Würth. Und es werden weitere folgen. Bis die Staazis wieder Mauern bauen, um den Aderlaß an ausbeutungsunwilligen Leistungsträgern, die dem BRD-Kommunismus zu entfliehen versuchen, zu stoppen. Soviel steht fest: Die Freiheit war in Deutschland noch nie zu Hause und wird hierzulande auch niemals heimisch! Deswegen war es auch die längste Zeit seiner Geschichte Auswanderungsland.

Sonntag, November 30, 2008

Ein Volk. Ein Reich. Ein Dieter.

Meine 2 Cents zum erwartbaren Ausgang der Supertalent-Farce: Bei RTL-Castingsoaps gewinnt üblicherweise NIE der Beste, sondern immer nur der Massentauglichste. Zu den Ingredienzen des Titelgewinns gehört zweierlei:

1. das Bedienen einer "antikapitalistischen Sehnsucht" (deswegen der unaufhaltsame Durchmarsch der Hartz IV-Heroes Thomas Godoj bei DSDS und Michael Hirte bei Supertalent; die Leute glauben anscheinend wirklich, sie könnten über Schröders Reformagenda ein Plebiszit abhalten, wenn sie bei RTL anrufen) und

2.) die Empfehlung des massensuggestiv äußerst wirksamen (und diese Rolle schamlos ausnutzenden) "Jurors" Dieter Bohlen. Dessen Steuerung des Publikumsempfindens war mal wieder ein Meisterstück in dem, was die Kommunikationswissenschaftler "framing" nennen.

Es funktioniert: Die Volksgemeinschaft übt sich beim Voting in Palavergehorsam gegenüber ihrem Führer. Denn was er da abgezogen hat mit der vorgehaltenen Moralpistole - wer nicht für Hirte anrufe habe kein Herz - das war einfach nur noch pure Nötigung!

Montag, November 03, 2008

Ein Gedicht zur Finanzkrise

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu
lachen, und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft's hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat
Kredite, und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der
Reigen - ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.





Das Gedicht wurde fälschlicherweise Kurt Tucholsky zugeschrieben. Wirklich verfasst wurde es von Richard Kerschhofer alias Pannonicus.