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Montag, November 02, 2020

"Verschwörungstheorien" aus der Sicht des Freiheitsdenkers Murray N. Rothbard


Murray N. Rothbard, der Nestor der "Austrian School of Economics" in den USA schrieb zum Thema "Verschwörungstheorien" (zur Genese des Begriffs hat Hans-Georg Maaßen ein paar erhellende Worte gefunden ):

 „Es ist auch wichtig für den Staat seinen Untergebenen eine Aversion gegenüber jeglichen „Verschwörungstheorien über die Geschichte“ einzuimpfen; die Suche nach „Verschwörungen“ bedeutet eine Suche nach Motiven und eine Zuschreibung von Verantwortung für historische Verbrechen. Wenn jedoch irgendeine durch den Staat auferlegte Tyrannei, Bestechlichkeit oder ein Aggressionskrieg nicht durch die Staatsführung verursacht wurde, sondern durch mysteriöse und geheimnisvolle „soziale Kräfte“ oder durch den unvollkommenen Zustand der Welt, wenn irgendwie Jeder verantwortlich ist („Wir sind alle Mörder“ behauptet ein Slogan), dann gibt es für die Menschen keinen Grund entrüstet zu sein oder sich gegen solche Missetaten zu erheben. Ferner bedeutet ein Angriff auf „Verschwörungstheorien“, dass die Untertanen leichtgläubiger werden und an die Gründe des „allgemeinen Wohlergehens“ glauben, die vom Staat immer vorgebracht werden, wenn er sich in irgendeiner seiner despotischen Aktionen ergeht. Eine „Verschwörungstheorie“ kann das System destabilisieren, indem es die Öffentlichkeit an der ideologischen Propaganda des Staates zweifeln lässt.“ 



 Und 1977 schrieb er: 



 „Jedes Mal, wenn eine kompromisslose Analyse darüber vorgebracht wird, wer unserer Herrscher sind, wie sich ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen ineinander verzahnen, wird diese durch Liberale und Konservative (und sogar durch viele Libertäre) des Establishments ausnahmslos als „Verschwörungstheorie über die Geschichte“, „paranoid“, „ökonomisch deterministisch“ oder sogar „marxistisch“ angeprangert. Diese Verleumdungsbezeichnungen werden über die Bank weg angewandt, so realistisch solche Analysen, von der John Birch Society bis hin zur Kommunistischen Partei, auch sein mögen und gewesen sind. Die am häufigsten verwendete Bezeichnung ist „Verschwörungstheoretiker“, fast immer als feindliches Schimpfwort verwandt und weniger vom „Verschwörungstheoretiker“ selbst übernommen. Es ist kein Wunder, dass diese realistischen Analysen gewöhnlich von diversen „Extremisten“ verbreitet werden, die sich außerhalb des Konsenses des Establishments befinden. 

Für das Establishment ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Herrschaft des Staatsapparates in den Augen der Öffentlichkeit weiterhin Legitimität, sogar Unantastbarkeit genießt und es ist von entscheidender Bedeutung für diese Unantastbarkeit, dass unsere Politiker und Bürokraten als Verkörperungen sich ausschließlich dem „öffentlichen Gemeinwohl“ verschriebener Geister angesehen werden. Wenn die Katze erst einmal aus dem Sack ist, dass diese Geister beim Vorantreiben eines Sammelsuriums wirtschaftlicher Interessen unter Verwendung des Staats allzu oft in der irdischen Welt verankert sind, fängt die grundlegende Mystik der Regierung an zusammenzubrechen. Nehmen wir ein einfaches Beispiel. Angenommen wir stellen fest, dass der Kongress ein Gesetz verabschiedet hat, mit dem man die Zölle auf Stahl anhebt oder Importquoten auf Stahl einführt. Sicherlich würde es nur ein Idiot nicht schaffen festzustellen, dass die Zölle oder Quoten zu Gunsten von Lobbyisten der inländischen Stahlindustrie eingeführt wurden, die darum bemüht sind effiziente ausländische Mitbewerber außenvorzuhalten. Niemand würde gegen eine derartige Schlussfolgerung den Vorwurf „Verschwörungstheoretiker“ vorbringen. Aber was der Verschwörungstheoretiker macht, ist einfach die Erweiterung seiner Analyse auf komplexere Maßnahmen der Regierung: 

Sagen wir öffentliche Arbeitsprojekte, die Gründung des ICC, die Schaffung des Federal Reserve Systems oder der Eintritt der Vereinigten Staaten in einen Krieg. In jedem dieser Fälle fragt sich der Verschwörungstheoretiker die Frage Cui bono? Wer profitiert von diesen Maßnahmen? Wenn er feststellt, dass von Maßnahme A X und Y profitieren, ist sein nächster Schritt die Hypothese zu untersuchen: Haben X und Y tatsächlich Einfluss ausgeübt oder Druck angewandt um Maßnahme A in Gang zu bringen? Kurz gesagt, waren sich X und Y gewahr, dass sie profitieren würden und haben sie dementsprechend gehandelt? Fernab davon paranoid zu sein oder deterministisch, ist der Verschwörungsanalyst ein Praxeolologe; sprich, er glaubt, dass Menschen vorsätzlich handeln, sie bewusste Entscheidungen zur Einleitung von Maßnahmen treffen um ihre Ziele zu erreichen. Daher nimmt er an, wenn Schutzzölle auf Stahl verabschiedet werden, dass die Stahlindustrie sich dafür eingesetzt hat; wenn ein öffentliches Projekt geschaffen wird, hypothesiert er, dass es durch eine Allianz aus Baufirmen und Gewerkschaften angeregt wurde, die in den Genuss öffentlicher Aufträge kommen, sowie durch Bürokraten, die dadurch ihre Arbeitsstellen und Gehälter ausbauen. Es sind die Gegner der Verschwörungsanalyse, die vorgeben zu glauben, dass alle Ereignisse – und am wenigsten die in der Regierung – zufällig und ungeplant vonstatten gehen und Menschen sich daher nicht mit vorsätzlichen Entscheidungen und Planungen auseinandersetzen. 

 Es gibt natürlich gute Verschwörungsanalysten und schlechte Verschwörungsanalysten, genauso wie es gute und schlechte Historiker oder Fachmänner jeder Disziplin gibt. Die schlechten Verschwörungsanalysten tendieren dazu zwei Arten von Fehlern zu begehen, die dem Establishment tatsächlich alle Möglichkeiten offen halten den Vorwurf der „Paranoia“ anzubringen. Erstens, er stoppt bei der Frage Cui bono; wenn von Maßnahme A X und Y profitieren, kommt er einfach zu dem Schluss, dass X und Y deswegen verantwortlich sind. Er scheitert dabei zu verstehen, dass es sich bloß um eine Hypothese handelt, die verifiziert werden muss, indem man herausfindet, ob X oder Y es wirklich getan haben oder nicht. (Das vielleicht verrückteste Beispiel hierzu, war das des britischen Journalisten Douglas Reed, der, nachdem er feststellte, dass das Ergebnis von Hitlers Politik die Zerstörung von Deutschland war, ohne Beweise zu dem Schluss kam, Hitler sei deshalb ein wissentlicher Agent ausländischer Kräfte gewesen, die ihn absichtlich befahlen Deutschland zu ruinieren.) Zweitens, der schlechte Verschwörungsanalyst scheint einen Zwang dazu zu haben alle Verschwörungen und alle Machtblöcke der bösen Jungs in einer riesigen Verschwörung zusammenzuwürfeln. Anstatt zu sehen, dass es verschiedene Machtblöcke gibt, die versuchen Kontrolle über die Regierung zu erlangen, manchmal in Konflikt und manchmal in Allianz miteinander, muss er vermuten – auch hier wieder ohne Beweise – dass eine kleine Gruppe von Männern sie alle kontrolliert und es nur so scheint, als würden sie in Auseinandersetzung miteinander geraten…“

Samstag, Juli 13, 2019

Deutsche Bestimmung: Westdeutsche sein und bleiben


„Wer an ein anderes Europa denkt, wird als unverbesserlicher Nationalist und Feind des europäischen Projektes aus der Gemeinschaft der Anständigen ausgestoßen. Wer sich ein anderes Deutschland wünscht, gilt gleich als Verfassungsfeind, und wer an den Lebensformen und ihrer authentischen Unbefangenheit in „unserer“ Konsumgesellschaft und Wertegemeinschaft wenig Gefallen findet, muß sich sagen lassen, griesgrämige Kulturkritik zu treiben und hochmütig auf die gut gelaunte Massengesellschaft herabzuschauen, also ein Spielverderber und schlechter Demokrat zu sein. Denn wir leben nun einmal im freiesten und liebenswürdigsten Staat den es je auf deutschem Boden gegeben hat, wie es unermüdlich heißt. Wir haben das Ziel unserer Unheilsgeschichte in der Bundesrepublik erreicht, die von allen deutschen Übeln erlöst und mit dauernder Verwestlichung als Erziehungsprogramm dafür sorgt, daß Deutsche nie wieder von ihrer Bestimmung abweichen, Westdeutsche zu sein und zu bleiben.“

~ Eberhard Straub, Konkurrenten sind unerwünscht. An das Gestern klammern: Viele Westdeutsche pflegen einen künstlichen Verfassungspatriotismus und haben Angst vor politischen Veränderungen, JUNGE FREIHEIT Nr. 26/19 21. Juni 2019

Mittwoch, Mai 19, 2010

Schamlose Eigen-Promo

Mein Freund, der Opponent, fand mal wieder einen meiner Facebook-Kommentare zitierwürdig:

"Dort wo die 68er liberal waren, waren sie nicht durchsetzungsstark, dort wo sie sich durchsetzten, waren sie nicht liberal. Durchsetzen konnten sie sich nur mit Teutonen-kompatiblen Trendverstärkern nach “mehr Macht” und “mehr Staat”. Daß sie alles in Unordnung gebracht hätten, ist ein Märchen. Sie haben die Ordnung objektiv stabilisiert, indem sie morsche Steine des alten Gebildes “Staat” durch neuere, stabilere ausgetauscht haben."



Zum Thema 68er aus libertärer Sicht sei an dieser Stelle ein Text von Stefan Blankertz "Der Erfolg des Scheiterns" dem geneigten Leser empfohlen!

Samstag, Mai 08, 2010

Die Neoliberalen und Neokonservativen fühlen sich mal wieder "befreit"

Bei soviel genügsamer Freiheitsseligkeit braucht man sich wirklich nicht mehr zu wundern, warum die echte Freiheit wohl noch dreieinhalb Ewigkeiten auf sich warten lassen wird.

Ich für meinen Teil erinnere am heutigen 8. Mai mal taktloserweise daran, daß MEINE Vorfahren nach dem 8. Mai 1945 nahtlos in die nächste Diktatur überführt wurden. Und was die hochwohlgeborenen, sich bis heute in der besten aller Welten wähnenden Wessis anbelangt: die haben weder ein "First Amendment" noch andere amerikanische dortzulanden als UNANTASTBAR geltende Jeffersonianische Grundfreiheiten je geliefert bekommen, sondern eine muffig-restaurative Adenauer-Republik (mit Globke als Kanzleramtsminister!) und einem Grundgesetz, das Privateigentum zur Verfügungsmasse der Willkür der jeweiligen politischen Machthaber macht.



Man denke nur an die skandalöse Staatshehlerei im Zusammenhang mit den 45-49 enteigneten SBZ-Gütern durch Kohl/Waigel nach 1990!

Und an die Wiedereinführung von Hitlers Wehrpflicht durch die "bürgerlichen" Parteien in den 50ern!

Und an die Beibehaltung von Hitlers strenger Schulpflicht im freiesten Staat der deutschen Geschichte!

Befreit sind wir alle (Deutsche wie Nichtdeutsche) noch lange nicht! Erst am Tage des Endes aller Staatlichkeit! Vorher sich "befreit" zu fühlen ist eine obszöne Befindlichkeit, mehr nicht!

Donnerstag, Mai 06, 2010

Weltwoche: "Der Euro ist ein Symptom. Die Krankheit dahinter heisst europäische Integration."

"Die Finanzmärkte legen jetzt nur etwas unsentimental offen, was an diesem Konstrukt schon im Kern falsch angelegt war: Es kann keine vernünftige gemeinsame Währungspolitik für so unterschiedliche Volkswirtschaften geben wie das Kleinstfürstentum Luxemburg, den Industriegiganten Deutschland und Larifari-Staaten wie Portugal oder Griechenland. Der Euro ist ein politisches Projekt – und dieses Projekt ist gescheitert. Was jetzt abläuft, sind lebenserhaltende Massnahmen für eine klinisch tote Währung.

[...]


Brüssel hat es bisher erfolgreich verstanden, die Bürgerinnen und Bürger von den wichtigsten Entscheidungsprozessen weitgehend auszusperren. Ob Maastricht-Vertrag, Einführung des Euro, Personenfreizügigkeit, Schengen-Abkommen, Osterweiterung oder EU-Verfassung: Die Eurokraten diktieren, und die Menschen haben zu parieren. Wer sich nun einzureden versucht, die Euro-Krise sei als isoliertes Phänomen zu betrachten, wird weiter auf dem Holzweg marschieren. Der Euro ist ein Symptom. Die Krankheit dahinter heisst europäische Integration. Die Einheitswährung sollte den Einheitsstaat vorwegnehmen, wie auch das Schengen-Abkommen eine Etappe auf dem illusionären Weg zu den Vereinigten Staaten von Europa hätte sein sollen. Mit den Grenzen wollten die EU-Architekten das aus ihrer Sicht veraltete Modell des Nationalstaats beseitigen.


[...]

Sämtliche Einigungsprojekte der EU sind gescheitert oder stehen still. Es gibt keine gemeinsame Aussenpolitik, keine gemeinsamen Streitkräfte, keine gemeinsame Sicherheitspolitik, die diesen Namen verdient. Das Projekt Euro wurde jetzt brutal demaskiert."





Das große Kotzen kriege ich vor allem, wenn sich der alte selbstgerechte Drecksack, der dafür die Hauptverantwortung trägt, nun auch noch wie gestern in Ludwighshafen mit Palmwedeln huldigen läßt.

Dienstag, März 09, 2010

Hörtipp

Nachdem kürzlich Christian Hoffmann auf der befreundeten Seite freilich.ch die Freiheitsfreunde mit einem Hörtipp erfreut hatte, ist es nun an mir, es ihm gleichzutun. Über Zusammenbruch und Wiederaufstieg des Sozialismus in Ostdeutschland im Laufe der vergangenen 20 Jahre referierte unlängst Kristian Niemietz bei einem Meeting der "Libertarian Alliance" in London.

Den Vortrag und die anschließende Diskussion gibt es als Podcast (via Nico Metten).

Mittwoch, März 03, 2010

Kapitalismus vs. freier Markt

Eine überaus lehrreiche Vorlesung - nicht nur für Libertäre! - die Sheldon Richman vor zwei Tagen vor der "The Future of Freedom Foundation" (FFF) gehalten hat. Wünsche viel Freude beim Vermehren der gewonnenen Einsichten:


Economic Liberty Lecture Series: Sheldon Richman from The Future of Freedom Foundation on Vimeo.

Montag, März 01, 2010

Kein Paradoxon

Die WELT rezensiert den Journalisten Klaus Wallbaum mit seiner Biographie über den ersten Gestapo-Chef Rudolf Diels, der als Jurist in der Weimarer Zeit als "demokratisch gesinnt" galt:

Dennoch geriet er ins Fahrwasser der radikal antidemokratischen NSDAP - warum? "Im Leben von Rudolf Diels gibt es eine Konstante, die Orientierung auf einen starken, handlungsfähigen Staat", stellt Wallbaum fest.


Wann wird man je verstehen?

Samstag, Dezember 19, 2009

Rothbardianer vs. Hayekianer

Buchautor Brian Doherty vom Reason Magazine, der schon über die Geistesgeschichte des US-amerikanischen Libertarianism ein brillantes Standardwerk verfaßt hat, beschäftigt sich in einer aktuellen Rezension mit dem tiefen Graben der die libertäre Bewegung schon seit den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts trennt. Es scheinen wirklich Welten zu sein, die zwischen den beiden Hauptexponenten der Philosophie der Freiheit, Friedrich August von Hayek (der im deutschsprachigen Raum über eine wachsende Anhängerschar unter Neoliberalen und Neokonservativen sowie unter schwarz-gelben Jungpolitikern verfügt) und Murray N. Rothbard (dessen Rezeption und Popularisierung über das rein akademische Milieu hinaus hierzulande - anders an in Amerika, wo sie durch die Ron-Paul-Bewegung einen neuen kräftigen Schub erfuhr - noch weitgehend Brachland ist, von wenigen hochachtenswerten Pionierleistungen von Guido Hülsmann und Detmar Doering einmal abgesehen) liegen:

"[...] Rothbard makes abundantly clear here, very important differences exist between the fallibilistic, utilitarian, small-government thinking of Hayek (and Friedman, and to a great degree Mises) and the rights-based anarchism of Rothbard and many of his followers, both of which coexist uneasily under the label libertarian.

In words that he never made or intended to make public in his lifetime, Rothbard calls Hayek’s most monumental statement about liberty and the political order “surprisingly and distressingly, an extremely bad, and, I would even say, evil book.” The “evil” part comes from the blow he thinks it will strike the libertarian movement, with Hayek then and even more later seen as libertarianism's most respectable and brilliant exponent.

Since Hayek supported political liberty only for instrumental reasons, and not nearly as far as the anarchist Rothbard, Rothbard felt Hayek's position would create a rhetorical “Even Hayek admits…” problem for more radical libertarians (which has been true, to some extent.) Rothbard's arguments against Hayek are not strictly pragmatic; he maintains that Hayek misunderstands the rational arguments for liberty and misstates the importance of rights arguments in classical liberal history. In a later, more conciliatory but still negative memo, Rothbard lists at many pages' length the various concessions Hayek makes to state power that Rothbard thinks are unnecessary and rights-violating, from government subsidies for public goods to government enterprises competing in the market to compulsory unemployment and old age insurance to aid to the indigent."


Die Ironie der Geschichte allerdings ist, daß heute Hayek (und Milton Friedman) immer häufiger in der Mainstream-Presse mit dem Begriff "Anarcho-Kapitalismus" identifiziert werden und dieses Etikett wiederum synonym mit "neoliberal" gebraucht wird. Da ist die Verwirrung der Geister dann wirklich komplett.


"In fact, Hayek is so associated with his beliefs in the failures of central planning, the powers of a free-market price system, and his demolition of “social justice” that many people familiar with him are surprised to find out that Hayek believes most of the bad things (from an anarcho-capitalist perspective) that Rothbard slams him for."


Eine Ironie der Geschichte ist es auf jeden Fall, wenn auch bei uns hier als Kollateralnutzen der fortschreitenden allgemeinen Verblödung die bis zur Selbstverleugnung anpaßlerischen "Nur-ja-nicht-anecken-Liberalen" (die sich sogar für manche "zu radikale" Idee Hayeks entschuldigen und auf Distanz gehen, und das bei der Stiftung, die seinen Namen trägt!) für einen Mut und eine intellektuelle Kompromißlosigkeit geprügelt werden, die sie gar nicht besitzen. Dann hat sich ihr serviles Kriechertum vor den herrschenden etatistischen Auffassungen wenigstens nicht ausgezahlt.

Dienstag, Oktober 27, 2009

Libertäre Strategiedebatte: Murray Rothbard's Warnung vor den Gefährdungen durch Kompromißlertum und konservative Vereinnahmung ist aktueller denn je!

Dabei stammt das Papier aus dem Jahre 1961!



"In the name of practicality, the opportunist not only loses any chance of advancing others toward the ultimate goal, but he himself gradually loses sight of that goal—as happens with any “sellout” of principle. Thus, suppose that one is writing about taxation. It is not incumbent on the libertarian to always proclaim his full “anarchist” position in whatever he writes; but it is incumbent upon him in no way to praise taxation or condone it; he should simply leave this perhaps glaring vacuum, and wait for the eager reader to begin to question and perhaps come to you for further enlightenment. But if the libertarian says, “Of course, some taxes must be levied,” or something of the sort, he has betrayed the cause.

[...]

In World War II, as I said before, the danger and despair of the individual hardcore libertarian was his isolation. Now, in 1961, with the libertarian and right-wing movements seemingly flourishing and growing apace, on scholarly and more popular levels, he is, once again, increasingly in danger of being isolated. Except this time, the danger is less apparent and more insidious. For it is the danger of the hardcore libertarian being swamped by a growing mass of “conservative” and right-wing thinkers.

[...]


The increasing danger of the “swamping” of the libertarian intellectual—which itself is inherent when the hard core is not nourished, fostered, and brought together as a nucleus—has been enormously redoubled by the transformation that has been effected in the right wing itself. This transformation, lead by the theoreticians of National Review, has transformed the Right from a movement which, at least roughly, believed first of all in individual liberty (and its corollaries: civil liberties domestically, and peace and “isolation” in foreign affairs) into a movement which, on the whole, is opposed to individual liberty—which, in fact, glorifies total war and the suppression of civil liberty, as well as monarchy, imperialism, polite racism, and a unity of Church and State. The Right having increasingly taken on this tone and complexion, it is all the more vital for the libertarian movement to be dissociated from, rather than allied with, the bulk of the right wing. The chief trouble now with the theory of the “popular front” is that this “front” has been largely infected with enemies of, rather than friends of, liberty. Fortunately, the Volker Fund’s own program suffers much less than others (Earhart, Richardson, etc.) from this problem, because the fund’s concentration has been on economists, who, in their capacity as economists (Chicago School, etc.) have been, at least on net balance, proponents of liberty. But in any other field but economics, the danger is grave indeed.

[...] even though there is opportunity for a philosophic synthesis, in some respects, between libertarians and conservatives (e.g., the addition to libertarianism of natural law, moral principles, etc.) there is no real opportunity for a political synthesis.


(Even philosophically, conservatism has so many things wrong with it that an attempt at synthesis distorts the real nature of conservatism: as it must overlook the conservatives’ hostility to personal liberty, drive toward war, reverence for a theocratic state so long as it be “traditional,” support for colonial imperialism, opposition to reason, etc. And here I want to go on record as regretting my own recent article in Modern Age, as distorting the nature of conservatism by dwelling almost exclusively on its favorable features.)

[...]



I have come to the conclusion that, for libertarian thought to survive, a sharp break with “conservatism” must be undertaken,


[...]


My thesis can be summed up as saying that in this crossroads in the history of libertarian movement it is vital to de-emphasize drastically popular fronts with the conservative “Right,” to nourish and construct the hardcore libertarian movement with some form or forms of nucleus or center, and to emphasize libertarian scholars and intellectuals primarily, and, if more direct action is desired, libertarian publicists and workers exclusively. The big danger to the libertarian movement now is a swamping by a rapidly growing (on intellectual and “practical” levels) conservative movement that presents more of a threat to liberty than a support. The great task facing us is the rescue of the libertarian movement from this danger."

Freitag, September 11, 2009

10 Lektionen des 11. September

von Sheldon Richman:

Ten Lessons from 9/11

1. Killing one or many innocents, regardless of one's grievances, is monstrous. This elementary principle would seem to apply to George Bush, and now Barack Obama, as much as to Osama bin Laden. Can someone say why it doesn't?

2. Despite all its guarantees -- contrary to its ideological justification for existing -- the state can't protect us -- even from a ragtag group of hijackers. Trillions of dollars spent over many years built a "national security apparatus" that could not stop attacks on the two most prominent buildings in the most prominent city in the country -- or its own headquarters. That says a lot. No. That says it all. The state is a fraud. We have been duped.

3. The shameless state will stop at nothing to keep people's support by scaring the hell out of them. (Robert Higgs writes about this.) That people take its claims about "why they hate us" seriously after 9/11 shows what the public schools and the mass media are capable of doing to people. But the people are not absolved of responsibility: they could think their way out of this if they cared to make the effort.

4. Blowback is real. Foreign-policy makers never think how their decisions will harm Americans, much less others. They never wonder how their actions will look to their targets. That's because they are state employees.

5. As Randolph Bourne said, getting into a war is like riding a wild elephant. You may think you are in control -- you may believe your objectives and only your objectives are what count. If so, you are deluded. Consider the tens of thousands of dead and maimed Iraqi and Afghanis. What did they have to do with 9/11?

6. No one likes an occupying power.

7. Victims of foreign intervention don't forget, even if the perpetrators and their subjects do.

8. Terrorism is not an enemy. It's a tactic, one used by many different kinds of people in causes of varying moral hues, often against far stronger imperial powers. Declaring all those people one's enemy is criminally reckless. But it's a damn good way for a government to achieve potentially total power over its subjects.

9. They say the enemy of my enemy is my friend. Maybe, maybe not. But it seems abundantly clear that the enemy of my friend is also likely to be my enemy. See the U.S.-Israel relationship for details.

10. Assume "your" government is lying.

Samstag, August 15, 2009

Mittwoch, August 12, 2009

Der - einzige - Weg aus der Krise: freies Marktgeld statt staatlichem Zwangsgeld!

Wir haben es immer schon gesagt, und nun sagen es auch andere:


Stimmen für eine "Privatisierung" des Geldes

Viele realisieren mittlerweile das Grundphänomen des modernen Wirtschaftens; wir handeln und bezahlen mit leicht reproduzierbarem Papiergeld. Die akute Geldpolitik - insbesondere der USA und Westeuropas - lehrt uns, dass die im Umlauf befindliche Papiergeldmenge praktische keine Grenzen mehr kennt. Dies führt zu immer neuen, gefährlichen "Blasen". Nur mit steigenden Geldmengen können aber bankrotte Banken überhaupt am Leben erhalten werden.

Die zu stellende Frage ist klar: Was können wir gegen diese "Blasenwirtschaft" tun? Es ist in einer "freien Gesellschaft" beinahe logisch, dass nun endlich die staatlichen Geldmonopole hinterfragt werden. In einem wegweisenden Aufsatz in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 12. Juni 2009 fragen die Autoren Thorsten Polleit, Michael von Prollius und der liberale Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler offen und ohne ideologische Scheuklappen: Was wäre, wenn Geld ein "privates Gut" wäre, das sich im Wettbewerb bewähren müsste wie andere Waren auch?

"Die erste Finanzkrise des 21. Jahrhunderts ist durch schlechtes Geld" verursacht worden. Allerdings seien die "Methoden der heutigen Falschmünzerei jedoch um ein Vielfaches ausgefeilter als im 14. Jahrhundert". Erschwerend komme hinzu, dass auch Geschäftsbanken diese "Falschmünzerei in Form von Geld- und Kreditschöpfung" betreiben dürften und, so die Autoren Polleit, Von Prollius, Schäffler und Tofall, dies "zum Zwecke der vom Staat gewollten Förderung von Konjunktur und Wachstum auch betreiben sollen". Die Folgen all dessen seien eindeutig: "Das geschwundene Vertrauen in das Tauschmittel Geld und die Zerstörung des globalen Preissystems durch schlechtes Geld führen zu einem Rückgang der wirtschaftlichen Kooperation, zu einem Rückgang der individuellen Tauschhandlungen, sodass weltweit der gesellschaftliche Wohlstand sinkt."

Die Lösung heißt: Privatisierung des Geldes. "Den Zentralbanken als auch den Geschäftsbanken müsse die Möglichkeit genommen werden, Geld- und Kreditschöpfung zu verschlechtern." Im Rahmen solcher Erwägung sei ebenfalls zu prüfen, ob Gold bei der Überwindung der Krise und der Schaffung von "gutem Geld" hilfreich sein könnte. Die deutschen Autoren fordern ein System des "Free Banking", bei dem ein "freies Marktgeld" einen Ersatz bieten soll zu jenen Zahlungsmitteln, die durch das staatliche Geldmonopol mittels Zwang verbreitet würden und die "ankerlos" und "ungedeckt" seien. Niemand würde freiwillig schlechtes Geld verwenden, wenn er auf dem Markt gutes erhalten könnte.

Im ersten Schritt solle, in Anlehnung an den Ökonomen Murray N. Rothbard, die Verbindlichkeiten der Banken in einem festen Umtauschverhältnis an das Geld gebunden werden. Gleichzeitig - und dies würde die Menschen ganz direkt betreffen, sollten die Bankguthaben in eine entsprechende Menge Gold umgetauscht werden können.

Im zweiten "und entscheidenden Schritt" könnte dass Geldsystem, so die Autoren des FAZ-Artikels, dann privatisiert werden. Teilnehmer am Markt hätten demnach "die freie Wahl des Zahlungsmittel". Neben Gold sei es aber denkbar, dass andere Güter (Silber, Kupfer, Platin, Weizen, Immobilienanteile) einen Status als "Geld" erlangen könnten. In diesem System, so die hellsichtige Analyse, könnten die Geschäftsbanken zwar immer Kredite in Relation zu ihren Einlagen vergeben, ihnen wäre die Möglichkeit zur Geld- und Kreditschöpfung genommen.

"'Free Banking' verspricht nicht nur besseres Geld als das staatliche und auf Zwang beruhende Papiergeld, sondern es sorgte auch dafür, dass Konjunkturverläufe weniger schwankungsanfällig sein, weil freies Marktgeld Fehlinvestitionen und damit Wirtschaftskrisen entgegenwirkt. (...) Auf dem freien Markt wird sich gutes Geld durchsetzen."


Vor uns liegt allerdings noch ein gewaltiges Stück Überzeugungsarbeit:


“Was zunächst und in erster Linie nottut, ist die Abkehr von allen inflationistischen Irrlehren. Doch diese Abkehr kann nicht von Dauer sein, wenn sie nicht durch vollständige Loslösung des Denkens von allen imperialistischen, militaristischen, protektionistischen, etatistischen und sozialistischen Ideen fest begründet wird.”
- Ludwig von Mises




Weiterführende Literatur: Franz Klein/Ludwig von Mises: Die geldtheoretische und geldrechtliche Seite des Stabilisierungsproblems. Schriften des Vereins für Sozialpolitik, 164. Band, 2. Teil. Duncker & Humblot, München und Leipzig 1923.

Dienstag, August 11, 2009

Erkenntnisse des Tages

1.) Das Grundgesetz taugt nicht mehr als die Weimarer Reichsverfassung.

2.) Die Monarchie taugt nicht mehr als die Demokratie.

Statt ihre Zeit mit Konstitutionalismus und fruchtlosen Staatsformendebatten zu verplämpern, sollten Liberale also endlich die Idee der Freiheit zum Nullstaat (=Anarchie) konsequent zuende denken!

Freitag, August 07, 2009

Gangster-Epos für Staats-Feinde

Warum sich gerade für libertäre Cineasten der Besuch des hochkarätig besetzten Michael-Mann-Filmes "Public Enemies" - der auch ein Stück verhängnisvollste amerikanische Geschichte, nämlich die Gründung einer übermächtigen Bundespolizeibehörde durch den Faschisten und Totengräber der Freiheit J. Edgar Hoover thematisiert - lohnt, verrät Sean Hardin:

"I don't have much to say about the story itself, rather what the story represents in humanity. For further info on John Dillinger:
http://en.wikipedia.org/wiki/John_Dillinger

When I was watching this flick at the Block E Theater in Minneapolis USA, I had visions of everything I research as a conspiracy investigator. This movie is a prime example of how Tyranny operates, and why a state system is no good for humanity. Laws do not bring about civility, never have, and never will, look at past studies of state system around the world. That's precisely why I'm an advocate for a voluntary system like Band, Anarchy, or Libertarian.

The movie is about John Dillinger, famous bank robber from the 1030's from Wisconsin USA. He hit up a lot of banks in Chicago, and all around the midwest. They couldn't keep him confined because he would always escape from the cage. This is when the FBI was a new agency in America.

Take note of:


1. The part where Director Hoover declares a "War on Crime." In State systems there's always a war on something.

2. For guys notice how attached Billie (Marion Cottilard) gets to Dillinger, that's what happens when you have a strong masculine trait. Notice the part where one of the government thugs is physically assaulting her, she refuses to divulge any info on his whereabouts. Not too often you see a girl that loyal to a guy. Dillinger was living an exciting life, living on the edge.


3. Notice the part where Dillinger says to one of the customers of a bank he, and his crew are robbing "Sir put your money away, I'm after the bank's money not yours."


4. Notice the part where the Sheriff Holle is saying to Agent Parvus, they can't treat a woman like that. That's when the agent is assaulting Billie. So I guess it's only a big deal when a government assaults a woman. By the way everything in the movie is factual.


5. Notice how the agent assaulting Billie does not even get so much as a reprimand! I guess it's ok when a Government thug beats a person down, just not a civilian thugs, right. (Statism! Hint!)

In statism the parasites called government try to force civility by passing implementing laws, and employing armed thugs to enforce those laws, it's legal coercion, and legitimized violence, because it's an institutional system behind it. Has that system ever worked? No!


What is it that causes guys like John Dillinger (Johnny Depp) to become what they do?! Laws, poverty, which =TYRANNY! Actually guys like Dillinger are more of a man in my opinion than the statists, and the "legitimized" Thugs they employ to gun them down maliciously!


One of the things the FBI does in America is protect the banks, illegitimate institutions that serve to impose debt slavery on humanity all over Earth! These banks don't even have the money in their vaults that they lend out through fraud! That's a ponze scheme by definition, and they've got armed thugs from the government to back them up!


If we really want to stop violence, theft, etc, the way to do it is through forming a voluntary society, not through more oppression, oppression is what's causing the problems we have. In voluntary societies, especially egalitarian societies you don't have any of the kinds of problems that you do in state systems! Let's start wrapping our heads around that!"

Donnerstag, August 06, 2009

Erstklassiges Statement zur Zulässigkeit, ja Erforderlichkeit von NS-Vergleichen!

Es kommt ja wirklich selten vor, daß ich beim Lesen eines Blogs stehend auf dem Tisch applaudiere, aber bei dieser fulminanten Kampfansage von Roberto an den allgemein verordneten Sprechcode ("Bloß um Himmels willen keine Nazi-Vergleiche!") konnte ich nicht anders! Lesebefehl!

Und an anderer Stelle sei der Meister gleich noch einmal zitiert (ich komme von meinem Tisch garnicht mehr runter):

"Es stellt sich gegenteilig dar: Wer fordert, man dürfe aus dieser Ära keine Vergleiche rekrutieren, der fordert somit, aus der Geschichte nicht mehr lernen zu wollen, läßt in einer unsäglich Arroganz erkennen, schon alles aus diesem Geschichtsabschnitt gelernt zu haben. Doch ausgelehrt hat uns keine Epoche, auch keine der früheren Epochen - immer wieder finden sich darin Lehren und Einsichten, die man für die Gegenwart als wertvoll erachten kann. Wer also fordert, das Vergleichspotenzial dieser braunen Ära zu verwerfen, der drängt in einen Geschichtsfaschismus hinein, der totalitär alles unter sich begraben will, was sind mit dieser Zeit auseinandersetzt, der aus lebendiger Geschichtsbetrachtung eine tote Wissenschaftlichkeit machen will; ein Faschismus, der den Kritiker verächtlich machen will, der ihn zum Unmenschen erklären will, weil er angeblich keinerlei Respekt vor den Opfern der damaligen Zeit habe."

Mittwoch, Juli 15, 2009

American Outlaws vs. Großkapitalisten

Vor einigen Tagen lief im Fernsehen mal wieder "American Outlaws", ein nicht besonders anspruchsvoller, aber doch recht kurzweiliger, unterhaltsamer und spannungsreicher Western, der vom jungen Kriegsheimkehrer Jesse James (gespielt von Colin Farrell) und dessen Brüdern handelt, denen ein korrupter Eisenbahnmagnat mithilfe der von Washington D.C. ausgestellten Konzession und mit dem Hinweis auf "hoheitliches Obereigentum" ihr Land wegnehmen möchte. Als sie nicht bereit sind, ihr Land für einen Spottpreis herzugeben, und sich auch nicht durch drohende Zwangsenteignung einschüchtern lassen, läßt er durch ein paar Handlanger den Farmern ihre Häuser abfackeln. Die lassen sich das nicht bieten und setzen in bester amerikanischer - und hierzulande von sauertöpfisch-teutonischen Miesepetern gänzlich unverstandener - Tradition ganz auf ihr unveräußerliches Recht auf Selbstverteidigung.

Unbedarfte Zeitgenossen dürften in dem "Robber Baron" Thaddius Raines all ihre stereotypen Vorstellungen von Wild-West-Kapitalismus verkörpert sehen, und nehmen dabei eben gerade nicht zur Kenntnis, daß es der Gewaltmonopolist Staat ist, der diese Großkapitalisten überhaupt erst in die Lage versetzt, Menschen ihr rechtmäßiges Eigentum scheinbar "legal" wegzunehmen. Die "ökonomische Macht" ist eine politik-induzierte!

Stefan Blankertz schreibt in seiner "Politik der neuen Toleranz":

„Ein konkretes Beispiel [für die Kapitalkonzentration durch Staatsinterventionismus] ist die Entwicklung der Eisenbahnen in den USA Mitte des 19. Jahrhunderts. Der erste Schub der Entwicklung geschah durch Privatinvestitionen. Ungefähr 10% der insgesamt investierten Gelder kamen aus den Staatskassen; bezeichnend genug ist, daß alle mit staatlichen Hilfen gebauten Linien bald im Bankrott endeten. In einem zweiten Schritt gegen Ende des Jahrhunderts änderte sich das Bild. Die Eisenbahnen hatten sich anfangs starken, von Kanal- und Schifffahrtsgesellschaften durchgesetzten Restriktionen gegenüber gesehen. Um diese zu umgehen, arbeiteten die Eisenbahn-Gesellschaften mit Bestechung in der exekutiven und der legislativen Politik. Zunächst benutzten sie ihren politischen Einfluß nur zur Beseitigung bzw. legalen Umgehung der Restriktionen. Dann jedoch bemerkten sie, wie günstig es ist, diesen Einfluß positiv zu nutzen, beispielsweise zum legalen Ausschluß von Konkurrenten oder gar zur legal verfügten Landenteignung im „öffentlichen Interesse“. Als es Ende der 1870er Jahre in Kalifornien wegen einer solchen Enteignung zugunsten der mit der Landesregierung unauflöslich verquickten „Central Pacific“ blutige Farmeraufstände gab, war es dann der „Markt“ und der „Kapitalismus“, der sich blamiert sah, während gleichzeitig nach staatlicher Kontrolle über die „privaten“ Eisenbahn-Gesellschaften verlangt wurde. Sicher hat sich abstrakt gesprochen das Kapital der politischen Macht zur Vergrößerung der eigenen Wirksamkeit (Profit) bedient; doch nicht aus notwendigen ökonomischen Verhältnissen heraus; sondern darum, weil es jene Macht außerhalb dieser Verhältnisse, den Staat, überhaupt gab. Wir dürfen hier Ursache und Wirkung nicht verwechseln. Wirkung ist das Übergewicht von Privatleuten; Ursache ist staatliche Intervention.“


Stefan Blankertz „Politik der neuen Toleranz. Plädoyer für einen radikalen Liberalismus“, 1988, auf S.117



Und so verhält es sich im Grunde mit allen historischen Phänomenen, in denen die Mächtigen, Reichen und Einflußreichen ihre Macht auf Kosten der Gesellschaft ausgedehnt haben und noch immer weiter ausdehnen!
Aus Kapitalismuskritik muß Staatskritik werden!

Mittwoch, Januar 28, 2009

Wer immer Recht hat, den kann keiner leiden

Das trifft auf meinen Lieblingsserienarzt Dr. House genauso zu wie auf die "Österreichische Schule der Volkswirtschaftslehre", deren frühzeitige Diagnosen der Vergiftung des weltweiten Geldkreislaufes gleichwohl an Treffsicherheit nichts zu wünschen übrig lassen und der das Online-Portal Telepolis einen bemerkenswert unpolemischen Artikel widmet. Zitat:

"Viele der Ökonomen und Investoren, die den aktuellen Finanzkollaps schon lange prognostiziert hatten, waren von Ideen inspiriert, die sich in der dichtesten Form vermutlich in der radikal-liberalen ökonomischen Schule der "Austrian Economics" finden. Während einige Aspekte dieser Minderheitenposition vom fachökonomischen Mainstream jedoch längst übernommen wurden, werden ihre Rezepte zur Krisenbewältigung weithin strikt missachtet. Nachdem nun die Vorhersagen der seit 70 Jahren klar gegen die herrschende Volkswirtschaftslehre positionierten [extern] Österreichischen Schule der Nationalökonomie offenbar recht präzise eingetroffen sind, bleibt zu hoffen, dass nicht auch ihre Analysen zur Krisenbewältigung zutreffen. Denn dann wäre eine unnötig lange andauernde Depression unausweichlich."



Wer darüber hinaus mehr über die "Austrians" erfahren möchte, findet reichlich Material auf Mises.de und auf Wienerschule.org!