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Freitag, September 27, 2024

Vor 30 Jahren: Mein Interview mit Anti-Maastricht-Kläger Manfred Brunner (Bund freier Bürger) für die Schülerzeitung

 Mein Einstieg in die Europapolitik  😉














Erschienen in der Schülerzeitung "JOKE" des Johannes-Kepler-Gymnasiums in Stuttgart-Bad Cannstatt im Jahre 1994.



Dienstag, Januar 22, 2019

Mut zur Freiheit - Ruf zur Ordnung!


Zum Nachhören hier noch einmal meine Bewerbungsrede auf der Europaversammlung in Riesa am 14.01.2019 für Listenplatz 25 der AfD-Europaliste:





Montag, Januar 07, 2019

Linksterrorismus gegen die AfD












Attentat auf Frank Magnitz, MdB



Unser Landesvorsitzender und Bundestagsabgeordnete Frank Magnitz ist am Montag von drei vermummten Männern angegriffen worden. Sie lauerten ihm vor dem Theater am Goetheplatz auf, als er den Neujahrsempfang des Weser-Kuriers in der Kunsthalle verließ. Mit einem Kantholz schlugen sie ihn bewusstlos und traten weiter gegen seinen Kopf, als er bereits am Boden lag. Dem couragierten Eingriff eines Bauarbeiters ist es zu verdanken, dass die Angreifer ihr Vorhaben nicht vollenden konnten und Frank Magnitz mit dem Leben davongekommen ist. Er liegt nun schwer verletzt im Krankenhaus. 


Der polizeiliche Staatsschutz und die Staatsanwaltschaft Bremen ermitteln, da die Tat politisch motiviert gewesen ist. Wir werden in den kommenden Tagen die Reaktionen der Politiker anderer Parteien genau beobachten. Nicht nur die LINKEN, sondern auch SPD und die Grünen unterstützen die Antifa und ihre Angriffe. Ist es das, was die anderen politischen Kräfte wollen? Ist das Ihr Verständnis von Demokratie? Immer wieder steht die AfD im Fokus linker Angriffe, die von den anderen Parteien nicht verurteilt oder gar unterstützt werden.


Heute ist ein schwarzer Tag für die Demokratie in Deutschland.

Die Polizei sucht dringend Zeugen: Wer hat den Vorfall im Bereich des Goetheplatzes beobachtet? Wer kann Hinweise geben? Zeugen werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer 0421 362-3888 zu melden.




Anmerkung DDH: Welche Steigerungsstufen roten Terrors jetzt noch drin sind? Steht alles im Geschichtsbuch.

"Fakt bleibt, man muss Positionen und Personal der Rechtspopulisten attackieren, weil sie gestrig, intolerant, rechtsaußen und gefährlich sind!" ~ Ralf Stegner, stv. Bundesvorsitzender einer Partei, die sich 1987 einträchtig mit den Mauermördern der SED auf ein gemeinsames "humanistisches Erbe Europas" berief.

Der aus der "DDR" ausgebürgerte Politikwissenschaftler Professor Hermann von Berg analysierte damals: "Wenn man die Zusammenarbeit zwischen SPD und SED analysiert unter dem Gesichtspunkt der Diskussion über die gemeinsamen Grundwerte, dann stellt man fest, dass die entscheidenden, für die Zukunft wichtigen Problemstellungen von der SED vorformuliert, geprägt, bestimmt und von der SPD mehr oder weniger übernommen werden."


Ideas have consequences. Wie man auf dem obigen Bild sieht.







Samstag, Januar 14, 2012

Es begann mit einem Buch von Roland Baader

Der Tod Roland Baaders, den ich wie so viele als geistigen Inspirator und väterlichen Freund kennen- und schätzen lernten (in meinem Falle leider nie persönlich, aber durch sehr rege und immer herzliche Korrespondenz) bedeutet für mich ganz persönlich einen sehr großen menschlichen Verlust.


Ich habe dieser Tage mal wieder sein opus magnum "Geld, Gold und Gottspieler" in den Händen gehalten. Er hatte mir sein Buch, kurz nachdem ich ihn erstmals per E-Mail kontaktiert hatte, im November 2004 geschenkt - "in geistiger Verbundenheit und herzlicher Sympathie", wie er mir zur Widmung schrieb. Gerade dieses Buch fand eine begeisterte Anhängerschaft - bis hin zu Olli Kahn. Ich selbst habe es immer wieder gerne verschenkt, u.a. auch einmal, wie ich mich entsinne an den jungen Schweizer Ron-Paul-Sympathisanten Lukas Reimann, einem der ganz wenigen Politiker, die noch Bücher lesen und auf ihre eigene Urteilskraft vertrauen, anstatt sich auf Parlamentsvorlagen und wissenschaftliche Mitarbeiter zu verlassen. Lukas gehört inzwischen zu den Initiatoren einer Goldfranken-Bewegung, die ganz nach dem Geschmack des Goldfreundes und Schweiz-Liebhabers Roland Baader wie auch des von diesem sehr geschätzten kongenialen publizistischen Mitstreiters an der Gold-Front, des Zürcher Privatbankiers Ferdinand Lips, gewesen wäre.



Wer diesen wunderbaren Menschen (und sei es nur auf korrespondierendem Wege dank des Internets) kennenlernen durfte, darf sich geehrt fühlen. Das erste Buch aus seiner Feder hielt ich schon als Schüler (das muß etwa im Jahre 1993 gewesen sein) in der Hand. Es hieß "Die Euro-Katastrophe" und leistete mir seinerzeit bei Debatten in meinem extrem linken Bad Cannstatter Gymnasium unschätzbare Dienste, zu einer Zeit, als nur wenige Bundesbürger begriffen, daß das, was damals unter den Chiffren "Maastricht" und "ECU" angebahnt wurde, nicht weniger war als ein Anschlag der politischen Eliten dieses Landes auf Freiheit, Wohlstand und Bürgerrechte, ein kalter Staatsstreich in Zeitlupe, der eigentlich zwingend einen Hochverratsprozeß gegen Kohl und Konsorten hätte nach sich ziehen müssen wenn a) wenigstens bei großzügiger Auslegung die BRD ein Rechtsstaat (zu fraglichem Zeitpunkt noch gewesen) wäre und b) "Rechts-Staat" nicht ohnehin ein Oxymoron wäre (zur Zeit befindet sich auf der Erdoberfläche nicht ein einziger). Zu diesem ökonomischen Vabanquespiel dessen Folgerichtigkeiten einer Unifizierung Europas er exakt vorhergesagt hatte lieferte mir Roland Baader meine beste argumentative Munition, weil auf stringent klassisch liberalem Fundament stehend und eben nicht aus einem irgendwie ranzig-nationalistischen Sumpf köchelnd.



Roland Baader hat mir mit seinen mich im Laufe der Jahre immer stärker prägenden Büchern (die ich nahezu alle besitze) sehr geholfen, mich ökonomisch, geistesgeschichtlich und sozialphilosophisch zu schulen und den bis zum heutigen Tage unstillbaren Wissenshunger zu wecken. Durch ihn entdeckte ich das Gedankengebäude der "Österreichischen Schule der Nationalökonomie", fing an Ludwig von Mises zu lesen (meine "Einstiegsdroge" war, wie könnte es anders sein, das von ihm brillant editierte Mises-Brevier, ein Kleinod das inzwischen auch vergriffen ist und einer Neuauflage harrt) und steckte bald dann meinerseits wieder andere junge Freunde mit Baaderscher Begeisterungsfähigkeit an. "Schon große Flamm' von Fünklein kam" heißt es bei Ulrich von Hutten - von Roland Baaders Freiheitsfunken wurden viele entflammt! Daß es heutzutage "in diesem unserem Lande" überhaupt wieder eine vitale "Szene", oder besser gesagt ein geistiges Kraftfeld von Streitern für einen entschiedenen, intellektuell kompromißlosen Liberalismus gibt, der anders als neoliberal-staatstragende Ökonomen und das "middle-of-the-road"-Gesindel von der FDP sich eben nicht in jede Hose macht, die man ihm hinhält, verdankt sich zum allergrößten Teil dem verdienstvollen und schöpferischen publizistischen Wirken dieses badischen Freigeists. Auch, weil er keinen abgehobenen akademischen Stil pflegte, sondern deftig, unerschrocken und herzhaft in die Tasten griff. Und, wie ich dann in unserem E-Mail-Verkehr immer wieder mit Verzücken feststellte, auch über jede Menge Humor verfügte, trotz dem er sehr unter seiner schweren Krankheit zu leiden hatte.




Sehr schätzte ich als Marktanarchist am Minimalstaatler Roland Baader zudem, daß ihm auch jede (sonst hierzulande in neoliberalen Kreisen weitverbreitete) bräsige Attitüde im Umgang mit jenen Freiheitsfreunden, die noch einen Schritt weitergingen als er, vollkommen abging. Anarcho-Kapitalisten-Bashing war seine Sache nicht, wie folgendes Zitat belegt:


"Die sogenannten Anarchokapitalisten, die in den USA - auch unter den
Wissenschaftlern der Ökonomie - eine wachsende Fraktion bilden, haben die
besseren Argumente als die Minimalstaatler, zu denen auch ich mich zähle. Was
die Minimalstaatler davon abhält, den Vertretern des Null-Staates zu folgen,
sind nicht die schlüssigeren Argumente, sondern fast ausschließlich
Bauchschmerzen, die wir bei dem Gedanken empfinden, auch die innere Sicherheit
und das gesamte Rechtswesen privaten konkurrierenden Unternehmen anzuvertrauen.


Ob diese Bauchschmerzen berechtigt sind, daran läßt die Tatsache, daß das
"demokratische Jahrhundert" zugleich das Jahrhundert der größten Kriege der
Menschheitsgeschichte gewesen ist, einige Zweifel aufkommen. Ebenso die
Tatsache, daß die Allgemeine Wehrpflicht erst im Gefolge der Verherrlichung der
"Volkssouveränität" in der Französischen Revolution die Weltbühne betreten hat,
ein Umstand, der die großen, totalen Kriege erst möglich gemacht hat. (Man
erinnert sich an das Diktum von Napoleon, der nach der Einführung der
Allgemeinen Wehrpflicht in Frankreich gesagt hat: "Jetzt sind Soldaten weniger
wert als Dreck.") Doch ist dieser akademische Streit insofern ohne Belang als
wir alle in Maximalstaaten leben und himmelweit vom Minimalstaat entfernt sind.
Und die Machtkalküle der politischen Kaste, sowie das Desinteresse und die
Unwissenheit der Bürgerschaft werden dafür sorgen, daß dies auch so bleibt."



Am meisten bedaure ich, daß ich nicht das Glück hatte, ihn einmal von Angesicht zu Angesicht kennenzulernen, denn von allen Freiheitsdenkern hat mich keiner so stark geprägt wie der Drachentöter aus Waghäusel, dessen wirksamste Waffe gegen den wuchernden Leviathan seine spitze Feder war.



Aus Sympathie für ihn habe ich auf Facebook gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten die Autorenseite "Roland Baader" eingerichtet, um seine Schriften, Bücher, Artikel, Essays etc. zu bewerben. Er hat sich sehr darüber gefreut, auch über meine Nachricht, daß wir am Lips Institute sein jüngstes Buch "Geldsozialismus" bewerben.
Wenn in Amerika jemand gefragt wird, wie er zum klassischen Liberalen/Libertarian wurde, sagt er oder sie in 9 von 10 Fällen, der erste Zugang war Ayn Rand: "It usually begins with Ayn Rand". Im deutschsprachigen Raum gilt für mich wie für die allermeisten meiner Freunde "Es begann mit einem Buch/einem Essay von Roland Baader."

Vor dem unsterblichen Lebenswerk dieses Mannes, einer außergewöhnlichen Persönlichkeit von einem Format, wie man es heutzutage kaum mehr anzutreffen vermag, verneige ich mich!


Die Beerdigung von Roland Baader findet auf dem Friedhof Waghäusel-Kirrlach am
19. Januar 2012 um 14 Uhr statt.

Donnerstag, Dezember 23, 2010

Frohes Fest!

Ein ganz besonderer Weihnachtsgruß an dieser Stelle vom englischen Europa-Parlamentarier Nigel Farage:

Donnerstag, Mai 06, 2010

Weltwoche: "Der Euro ist ein Symptom. Die Krankheit dahinter heisst europäische Integration."

"Die Finanzmärkte legen jetzt nur etwas unsentimental offen, was an diesem Konstrukt schon im Kern falsch angelegt war: Es kann keine vernünftige gemeinsame Währungspolitik für so unterschiedliche Volkswirtschaften geben wie das Kleinstfürstentum Luxemburg, den Industriegiganten Deutschland und Larifari-Staaten wie Portugal oder Griechenland. Der Euro ist ein politisches Projekt – und dieses Projekt ist gescheitert. Was jetzt abläuft, sind lebenserhaltende Massnahmen für eine klinisch tote Währung.

[...]


Brüssel hat es bisher erfolgreich verstanden, die Bürgerinnen und Bürger von den wichtigsten Entscheidungsprozessen weitgehend auszusperren. Ob Maastricht-Vertrag, Einführung des Euro, Personenfreizügigkeit, Schengen-Abkommen, Osterweiterung oder EU-Verfassung: Die Eurokraten diktieren, und die Menschen haben zu parieren. Wer sich nun einzureden versucht, die Euro-Krise sei als isoliertes Phänomen zu betrachten, wird weiter auf dem Holzweg marschieren. Der Euro ist ein Symptom. Die Krankheit dahinter heisst europäische Integration. Die Einheitswährung sollte den Einheitsstaat vorwegnehmen, wie auch das Schengen-Abkommen eine Etappe auf dem illusionären Weg zu den Vereinigten Staaten von Europa hätte sein sollen. Mit den Grenzen wollten die EU-Architekten das aus ihrer Sicht veraltete Modell des Nationalstaats beseitigen.


[...]

Sämtliche Einigungsprojekte der EU sind gescheitert oder stehen still. Es gibt keine gemeinsame Aussenpolitik, keine gemeinsamen Streitkräfte, keine gemeinsame Sicherheitspolitik, die diesen Namen verdient. Das Projekt Euro wurde jetzt brutal demaskiert."





Das große Kotzen kriege ich vor allem, wenn sich der alte selbstgerechte Drecksack, der dafür die Hauptverantwortung trägt, nun auch noch wie gestern in Ludwighshafen mit Palmwedeln huldigen läßt.

Freitag, September 11, 2009

Lektüre-Empfehlungen des Tages

Robert Michel fragt sich auf seinem Blog "Freiheit und Optimismus" angesichts des von den Eliten mit der Brechstange durchgepeitschten "Lissabon-Prozesses", ob wir einem neuen Europa-Chauvinismus entgegengehen (und sei an dieser Stelle auf Roland Vaubel verwiesen!), Brad Taylor sieht den Grundirrtum aller Etatisten in deren "nirvana fallacy", einer Methode, stets reale Märkte mit idealisierten, aber in der Wirklichkeit nicht vorkommenden staatlichen Institutionen zu vergleichen und dadurch zu einer völlig schrägen Betrachtungsweise zu gelangen, Jacob G. Hornberger führt die intellektuelle Kargheit öffentlicher Debatten und das Abschotten dieser vor libertären Argumenten darauf zurück, daß die geistig erlahmten Staazis diesen ohnehin nicht gewachsen sind und Stefan Molyneux zeigt sehr eindrücklich warum diese Diskussionsverweigerung der Staazis durchaus auch ihr Gutes hat: so verplempern wir unsere kostbare Lebenszeit wenigstens nicht in fruchtlosen Debatten mit hirnfreien Vollhonks!

Montag, November 10, 2008

Erwin Pelzig unterhält sich

über die Perversionen des Europäischen Agrarsozialismus im Zusammenwirken von Big Gouvernment und Big Business:






Grenzgenial!

Freitag, Juni 20, 2008

Eine Rundmail des Euro-Rebellen Daniel Hannan

What happens after Ireland’s “No”?

A version of this article appears in the current issue of The Spectator.

By ten o’clock on Friday morning, it was clear that the Noes had it. Ireland’s Europhiles were struggling even in their affluent strongholds within the Pale. In the rest of the country, they were being pulverised.

A jubilant “No” campaigner rang me from Galway, his words tumbling over each other. “It looks like a high turnout, too”, he exulted. “The Eurocrats won’t be able to just carry on as if nothing has happened”. Oh yes this will, I told him, sadly. They did when the Danes voted “No” to Maastricht. They did when you boys voted “No” to Nice. They did when the French and the Dutch voted “No” to the constitution. Just you watch them

We didn’t have long to wait. Even before the result had been declared, José Manuel Barroso, the President of the Commission, announced tetchily that the “No” vote wouldn’t solve the EU’s problems, so ratification would continue.

During the referendum campaign, Mr Barroso had declared that Brussels had “no Plan B”. Many Irish commentators innocently took this to mean that, in the event of a “No” vote, the Lisbon Treaty would be dropped. But what Mr Barroso actually meant was that Plan A would be bludgeoned through, with or without popular consent.










Every EU leader outside the Czech Republic has since confirmed that ratification will continue. Some accompanied their declarations with heroic sophistry. David Miliband argued that Britain ought to ratify the treaty because it was up to Brian Cowen, not him, to pronounce it dead. Nick Clegg announced that his MPs and peers would connive at this revolting necrophilia because doing so would give Britain a stronger voice when it came to discussing where the EU should go next.

Others complained of Ireland’s ingratitude. We think it is a real cheek that the country that has benefited most from the EU should do this,” said Axel Schäfer, SPD leader in the Bundestag.

Yet others moaned that the little countries were getting uppity. Daniel Cohn-Bendit, leader of the Euro-Greens, snarled: “It is not truly democratic that less than a million people can decide the fate of nearly half a billion Europeans”. Spot on, Danny. So how about letting the other half-billion have referendums, too?

Then there were the attempts to claim that the Irish had misunderstood the question. The Vice-President of the Commission, Margot Wallström, plans to run some Eurobarometer opinion polls to find out what the Irish were really voting against. Let me help you with that one, Margot: they were voting against the Lisbon Treaty.

This is the same Mrs Wallström, incidentally, who, three years ago, opined at the Theresiendstadt concentration camp that “No” voters risked a second Holocaust. Well, three countries have since voted “No” and, so far, there have been no pogroms, no special trains, no invasions of one EU state by another.

My favourite was the reaction by the President of the European Parliament, the amiable Hans-Gert Pöttering. “The ratification process must continue”, he declared, because “the reform of the European Union is important for citizens, for democracy and for transparency” Got that? The reason the EU is tossing aside the verdict of the Irish people is “for democracy”.

Listening to these statements, it suddenly hit me that the speakers didn’t expect to convince anyone. They were simply giving the party line, with all the perfunctory woodenness of Brezhnev-era officials.

Last month, when opinion polls were showing the “Yes” side ahead by 35 points to 18, I wrote in this newspaper that the sceptics would surge in the final week and that, following a “No” vote, the EU would press ahead regardless. I likened the EU’s leaders to the apparatchiks of the Comecon states who, having given up on persuading their electorates, sought compliance rather than consent, acquiescence rather than approval.

Several people emailed me to complain that it was a tasteless parallel: the EU, after all was an association of democracies. True. No one is suggesting that Brussels is about to take away dissidents’ passports or throw sceptics into gulags. But Euro-federalists, like Cold War Communists, believe that their ruling ideology is more important than either democracy or the letter of the law. Eastern Europe’s leaders justified themselves on grounds of anti-fascism: when others had collaborated, they had resisted Hitler. Eurocrats use a similar excuse (see Mrs Wallström’s comments, above). Small wonder that the Communist parties of the former Soviet-bloc states led the campaigns to join the EU.

If you think I’m being too harsh, watch what happens next. First, there will be an attempt to bully Ireland into falling in line. Ratification will go ahead everywhere else in the hope that the Irish will obligingly lie down. When this fails — and, as an Irish friend put it to me during the campaign “sure we didn’t fight off the might of the British Empire just to be bossed about by the Belgians” — the EU will simply implement the Lisbon Treaty.

To a large degree, this has already happened. One of the most contentious proposals in the text was the creation of a European foreign minister with attached embassies. Listening to the arguments of both sides, you would never guess that this is already in place. The EU’s diplomatic corps — the European External Action Service — was brought into being two years ago. Go to any third country and you will find an EU mission that towers over the national legations.

As with foreign policy, so with the other institutions that were established in anticipation of “Yes” votes: the European Armaments Agency, the Human Rights Agency, the External Borders Agency. None of these has a proper legal base, but no one is proposing their abolition.

Lisbon would have made the Charter of Fundamental Rights directly justiciable, opening swathes of national life to the rulings of Euro-judges, on everything from family life to strikes. The Commission, the European Parliament and the European Court of Justice (ECJ) have all declared that they will treat the Charter as if it were already legally binding, even though three electorates have now rejected the treaty that would have authorised it.

The great bulk of Lisbon can be implemented through lawyerly creativity. And any disputes will ultimately be settled by the ECJ, which rarely lets the letter of the law stand in the way of deeper integration. Virtually the only things that can’t be shoved through in this manner are the new rules on representation in the Commission and Council. My guess is that these will be agreed at a miniature Inter-Governmental Conference next year, possibly tacked on to Croatia’s accession treaty, since the increase in member states from 27 to 28 will require a rejigging of voting weights. We shall then be told that, since these are changes within EU institutions, rather than net transfers of power to EU institutions, there is no further need for referendums.

The leaders of the EU, in short, have resolved never again to consult their peoples. Public opinion, in their eyes, in an obstacle to overcome, not a reason to change direction. See whether I’m proved right. And then tell me whether my parallel with the apparatchiks is far-fetched.

The Czech Government is the only one to be holding out against attempts to bully Ireland. Please email your support to the CzechRepublic’s conservative Prime Minister. See here for details.

Read Daniel in the Daily Telegraph every day at www.hannan.co.uk

Mittwoch, Juni 11, 2008

Nicht der System-Agitprop auf den Leim gehen!

Ein mulmiges Gefühl hatte ich zwar schon beim medial-parlamentarischen Schauprozeß gegen Gysi, wollte aber nicht gleich wieder nach meiner DSDS-Phase den rechten Blogger-Lynchmob (der sich in zwei Fraktionen aufteilt: Die Rechtslibertären, bei denen inzwischen selbst antisemitische Stereotype und Konspirationstheorien en vogue sind und als Pendant die "Pro-Westlichen", bei denen ein ebenbürtiger Haß-Vorrat eben anti-arabisch oder anti-muslimisch ausgeschwitzt wird) auf meine Kommentarspalten locken und so schwieg ich.

Auch wenn sich mein Mitleid mit einem hochwohlgeborenen Günstling des DDR-Systems in Grenzen hält, muß ich schon auch sagen: in dem Moment, da man glaubt, der mainstream habe "ausnahmsweise" mal "den Richtigen" am Wickel, hat man sich schon selbst dabei ertappt, dem System auf den Leim zu gehen.

Einen wichtigen Hinweis, daß man - nebenbei bemerkt: gerade auch als Libertärer - das Thema Linkspartei durchaus ambivalent sehen muß, gab ausgerechnet der Rechtskonservative Peter Gauweiler in der FAZ vom Montag ("Fremde Federn"):

"Der von Gysi nach der Wende für die PDS gewählte Begriff der „Nachfolgepartei der SED“ ist fragwürdig, weil das, was die SED gekennzeichnet hat, keine „Nachfolge“ haben darf. Wenn es einen Grund gab, eine förmliche Koalition mit der PDS grundsätzlich zu verweigern, dann lag es im Anstößigen dieser Nachfolge und nicht, dass heute Lafontaine und Gysi Einwände gegen den EU-Vertrag von Lissabon erheben (das macht der Präsident des Bundesverfassungsgerichts auch) und dass sie nichts von den Bundeswehreinsätzen im ehemaligen Jugoslawien und Afghanistan halten (das tun die Deutschen mehrheitlich)."

Das sind klare Worte. Gegen Sowjeteuropa à la Lissabon und Remilitarisierung à la Jung (im Äußeren) und Schäuble (im Inneren) sind aber nicht nur Gysi, Gauweiler und - da der Hinweis sicher von hinterwestlerisch gestimmten Kommentarrülpsern sowieso kommen wird - ja, auch die NPD (solange sie selbst nicht an der Macht ist), sondern eben auch und zuallererst alle authentischen Erzliberalen, die sich an Cobden, Bastiat, Eugen Richter und Ludwig von Mises orientieren. Das heißt nun nicht, daß man mit Reaktionären, Kommunisten und Nazis irgendwelche Querfronten Grevenbroicher Provenienz bilden müsse. Die Roten und Braunen werden ja nicht schöner, nur weil die demokratische Mitte häßlicher wird. Aber es dient der Klärung der Verhältnisse. Im Kampf zwischen selbsternannten Demokraten und sogenannten Extremisten ist Libertären zum Disengagement zu raten. In Familienstreitigkeiten mischt man sich nicht ein, das gilt im Kleinen wie im Großen.

Montag, Mai 26, 2008

Wenn Nachtigallen von Polit-Rülpsern übertönt werden

Ohne jeden Anflug von Ironie: Wer durch DSDS verwöhnt ist – vor allem durch die musikalischen Darbietungen von Monika Ivkic, Linda Teodosiu, Thomas Godoj und ganz besonders Fady Maalouf - dem bereitete das am Samstag via ARD übertragene Festival der Grausamkeiten oder wie der Tagi schrieb: „Wettbewerb der Geschmacklosigkeiten“, in Belgrad körperliche Schmerzen.

Nicht erst das Desaster der – um der Wahrheit die Ehre zu geben: grottenschlechten - „No Angels“, sondern die seit über einem Vierteljahrhundert nicht enden wollende Chronik deutscher Grand Prix-Pleiten sollte aber nun auch dem letzten unverbesserlichen Lord-Ralph-Siegel-Bewahrer deutscher Song-Contest-Begeisterung die Augen für die schlichte und unabweisbare Tatsache öffnen, daß deutscher Massengeschmack nun einmal nicht europakompatibel ist.

Der bekannte Euro-Skeptiker Daniel Hannan stellt derweil in einer Rundmail den ganzen Osteuropa-lastigen Stimmenverschiebe-Basar aus betont angelsächischer Sicht infrage und zugleich erfrischenderweise Parallelen zur ebenfalls byzantinesken EU her:


Better Off Out... Of Eurovision

Here’s a heartening piece of trivia: no two Eurovision contestants have ever fought a war against each other. The constituent Yugoslav republics were admitted to the competition following their peace accords. Armenia and Azerbaijan likewise. Is the Eurovision Song Contest a price worth paying for peace in Europe?

Peace is, of course, the traditional justification for that other 52-year-old international outfit, the European Union. Its members have never fought each other either – although this has more to do with the defeat of fascism, the spread of democracy and the American alliance than with the Euro-apparat. Still, “peace” is a pretty knock-down way of closing down an argument. You think that the EU isn’t democratic? Look at the cemeteries in Flanders! You worry about the unaudited accounts? You warmonger! You’re against the European Constitution? What’s your alternative – genocide? (
This last argument really was put, by the Swedish Commissioner, Margot Wallström, at the Theresienstadt concentration camp.)

The Eurovision song contest, like the EU, is based on a measure of cant. “I always find the word Europe in the mouths of those who want something that they don’t dare demand for their own nation,” remarked Bismarck. Just as the EU is a handy way of securing olive subsidies or fishing quotas, so Eurovision, especially since it adopted the phone-in voting system, has divided into regional alliances: a Baltic/Nordic bloc, a Balkan league, a diaspora Turkish vote. In both cases, the British are nagged by a suspicion that not everyone is playing by the spirit of the rules.

Multi-national organisations place a premium on the simple, the facile, the babyish. Eurocrats tend to speak and think in cliché: “respecting the principles of subsidiarity and proportionality”, “bringing Europe closer to the citizen”. These phrases are always machine-gunned out: if the speaker stopped to ponder what he was saying, he’d realise he was talking balls. It’s what Orwell called duckspeak: making articulate speech issue from the larynx without involving the higher brain centres at all.

Eurovision, aimed at a multi-lingual audience, carries duckspeak to its fullest conclusion. Look at the entries over the years: “Ring dinge-ding” (Netherlands), “La la la” (Spain), “Boom bang-a-bang” (UK), “Ding-a-dong” (Netherlands, again) “Do re mi” (Norway), “Diggi-loo diggi-ley” (Sweden).

Here, though, is the most striking parallel. When we first watched Eurovision, our pleasure was enhanced by the thought that not everyone treated the thing as a joke. We British might understand the camp humour, but surely someone somewhere – a grave Macedonian shepherd, or perhaps a swag-bellied Hollander – was earnestly cheering on his national entry. As time passes, though, we realised that even the most Ruritanian countries also saw the kitsch side.

So it has proved with the EU. For a long time, it seemed that the British were the only people not getting into the spirit of things. Now we find that whenever any country is given a referendum, it votes “No”.

No one would invent the EU or Eurovision today. They are awkward hangovers from the 1950s. But we keep them going because so many people find them a useful way to make a living. Oh, and one more thing: Britain and Germany pay disproportionately for both organisations, but get no thanks from either.


Einer der wenigen Lichtblicke in diesem ansonsten an Glanzlichtern eher armen Eurovisions-Spektakel war nach meinem Dafürhalten der Beitrag Israels. Wäre ich so simpel gestrickt wie die Medienkapitäne Döpfner (immerhin promovierter Musikwissenschaftler!) und Diekmann, die mit den Presse-Erzeugnissen ihres Hauses einen jungen Libanesen um JEDEN Preis als DSDS-Gewinner verhindern wollten und zu diesem Behufe wirklich in die untersten Schubladen griffen, und würde ich den Triumph polit-ressentiment-bestimmter Gesinnung über das musikalische Hör- und Urteilsvermögen bei mir selbst zulassen, also auf einen Narren einen anderthalben setzen, dann dürfte ich nicht sagen, was ich jetzt sage:

Boaz Mauda, der Gewinner von Kokhav Nolad, der israelischen Variante von DSDS, der in seiner Heimat wegen seiner familiären Wurzeln den Ehrentitel „Jemenitische Nachtigall“ trägt, hat in Belgrad mit Abstand den besten und überzeugendsten Auftritt abgeliefert:




Mit einer glockenklaren Stimme, viel Gefühl, ohne Pyrotechnik und Brimborium und mit Ke’ilo kan („Fire in Your Eyes“) , einer wunderschönen epischen Ballade, die zudem überwiegend in Hebräisch vorgetragen wurde, was dem ursprünglichen völkerverbindenden Geist des Grand Prix früher einmal entsprochen hätte, setzte er künstlerisch Maßstäbe. Hätte Israel in der europäischen Öffentlichkeit eine bessere Presse (um es vorsichtig auszudrücken), er hätte es deutlich weiter bringen können als bloß bis Platz 9. Aber so ist das nun einmal, wenn Politik und Ideologien sich anschicken, mit ihren trivialen Rülpsern in die Welt der Musik einzudringen und dort alle feineren Klänge überdröhnen. Bei DSDS nicht anders als beim ESC.

Donnerstag, Oktober 11, 2007

Imperium Europa, da capo

Zu dieser leidigen Debatte einiger spin doctors aus dem Hause Springer hat sich jetzt auch Roger Köppel zu Wort gemeldet. Sein Statement ist im besten Sinne schweizerisch - und erzliberal:

Joschka Fischers Europa. In einem Essay für den Tages-Anzeiger fordern der frühere deutsche Aussenminister Fischer und ein paar Kollegen, Europa müsse endlich «Muskeln zeigen». Der in zwei Weltkriegen militärisch ruinierte Kontinent soll sein ökonomisches Gewicht in strategische Macht ummünzen. Eine in Brüssel koordinierte europäische Aussenpolitik habe die «Werte und Interessen Europas in der Welt» zu fördern. Skizziert wird die Aufrüstung der EU durch aussenpolitische Gewaltmittel, ein multilateraler Machttransfer von der nationalen auf die supranationale Stufe. Die Naivität erstaunt. Vor einigen Jahren sah Grossraumpolitiker Fischer seine europäischen Bundesstaatsambitionen scheitern. Jetzt hofft er offensichtlich auf das Amt des europäischen Aussenministers. Wie stellt man sich das Gebilde im Ernstfall vor? Hat der europäische Aussenminister die Kompetenz, Truppen zu entsenden? Könnte ein deutscher Politiker einer britischen Armee den Fronteinsatz befehlen? Wird die EU militärisch bündnisfähig? Kann sie am Ende eine europäische Wehrsteuer erheben? Fischers Vorstoss steht quer zur Wirklichkeit. An den Urnen scheiterte der Versuch, die EU per Verfassung mit staatsähnlichen Attributen zu versehen. Die Macht über Krieg und Frieden, über Wirtschaftssanktionen und Boykotte soll nun aber dennoch kommen. «Zu oft», heisst es, «vergeudet Europa seine potenzielle Stärke durch Nabelschauen und Uneinigkeit.» Grösse, Stärke, Macht: Global-Denker Fischer schliesst an unheiligste europäische Traditionen an. Vor 60 Jahren endete der letzte Versuch einer zwanghaften Reichswerdung in einem Blutbad. Jetzt darf unter neuen Vorzeichen wieder geträumt werden. Das Friedensprojekt Europa wird heimgesucht von alten, dunklen Fantasien. Hat da jemand Grössenwahn gesagt?

Fischers Europa, Nachtrag. Die Schweiz war einst eine europäische Grossmacht. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts glaubte der Florentiner Strategie-Experte Machiavelli, die Eidgenossen seien stark genug, Italien zu erobern. Die Grossmachtallüren endeten vor Mailand in der Schlacht von Marignano. Die Eidgenossen unterlagen. Der Untergang war total und heilsam. Die Schweiz gab ihre aussenpolitischen Ambitionen auf. Sie entwickelte im Umgang mit der Welt das Ethos einer früh globalisierten Privatbank. Man ist überall dabei, nirgends wirklich drin und hält sich alle Türen offen. Das drückte auf die nationale Sehnsucht nach Grösse, aber es machte uns reich und ungefährlich. Nicht die alte römische Reichsidee sollte die europäischen Geo-Fantastiker beflügeln. Eine europäische Magna Helvetia wäre erfolgreicher.

Roger Köppel, Tagebuch, Weltwoche Nr. 40.07

Köppel hält übrigens zum Thema "Europa - quo vadis?" am Mittwoch, 24. Oktober in Zürich beim Liberalen Gesprächskreis ein Impulsreferat.

Freitag, September 28, 2007

Euro-Imperialismus

Der Europa-Chauvinismus und gewisse Wahlverwandtschaften der angeblich so blütenweißen Europa-Idee gaben mir schon häufig Anlaß zu kritischer Anmerkungen auf diesem Blog und anderswo. Der von mir besonders verachtete Dr. Kohl gab bekanntlich anno ’92 den Startschuß für eine neue Ära des Wilhelminismus, deren identitätsstiftendes Fundament jedoch nicht der klassische Nationalstaat des 19. Jahrhunderts sein sollte, sondern ein „supranationales“ europäisches Ersatzvaterland mit territorialer Ausdehnung von der Algarve bis nach Lappland. Das freie Europa der Vielfalt sollte nach dem Willen Kohls der Vergangenheit angehören.

Die zur Rechtfertigung dieses an den Turmbau zu Babel gemahnenden Giga-Projektes von der classe politique häufig gebrauchten, der Sphäre des Militärischen entliehenen Metaphern hätten eigentlich einer vergangenheitsbewältigungserprobten Linken alle Alarmglocken schrillen lassen müssen – doch statt höchst real heraufdämmernden Gefahren von Großmannssucht und transkontinentalem Großreichstreben entschieden zu begegnen, lieferte man sich auf der Linken lieber Scheingefechte mit der – überwiegend staatlich erzeugten – „kostümfaschistischen“ (Martin Walser) Chimäre des Rechtsextremismus. Während die herrschende Klasse Europas seit spätestens dem Fall der Berliner Mauer in aller Seelenruhe und unbehelligt von einer durch anderweitige Erregungszustände abgelenkte kritische Öffentlichkeit an einem „Imperium Europa“ bastelt, verloren sich die Sachwalter der Mühseligen und Beladenen in Gespensterjagden.


Auf den Kommandohöhen hält man es derweil jetzt für angelegen, dem Urnenpöbel (G. Schramm) die Marschroute für die nächsten hundert Jahre zu präsentieren, damit er weiß, wofür er nach Gott, Volk und Vaterland nun wieder zu bluten, zu schuften und zu zahlen hat. Als Sprachrohr der Kommandohöhen dienen sich vor allem jene an, die früher in exponiert rechten oder linken Gefilden zuhause waren. Ein besonders unangenehmes Exemplar glaubenseifrigen Konvertitentums ist der Publizist Eckhard Fuhr, der ehedem von der FAZ zur WELT wechselte. Noch in den 90ern salutierte er den „Zitelmännern“, einem neurechten Intellektuellen-Netzwerk im Umfeld von Springer-Presse und Ullstein-Verlag, die damals eine deutsch-nationale Renaissance in der „Berliner Republik“ beschworen, via Leitartikel, wobei er sich gar zur Formulierung verstieg, der damalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden Ignaz Bubis habe mit seiner Kritik an Figuren wie dem parteiintern als "FDP-Deutschländerwürstchen" apostrophierten Ex-Generalbundesanwalt Alexander von Stahl „den geistigen Bürgerkrieg erklärt“ ("Überwunden, nicht befreit", FAZ vom 11.04.1995) .

Neuerdings verschreibt sich derselbe Fuhr, wie immer Straßenkreuzer fahrend und keinen fahrenden Zug verpassend, dem imperial-chauvinistischen Westlertum, wenn er in der Zeitschrift Cicero erklärt:

„Europa wird im 21. Jahrhundert die Tarnkappe des Universalismus abstreifen. Es ist zwar universalistischen Werten verpflichtet, aber die sind nicht ablösbar von seiner konkreten Gestalt. Die europäische Einigung ist die Erfolgsgeschichte eines friedlichen, demokratischen Imperialismus, dessen wichtigstes Machtmittel die Strahlkraft einer Idee und die Attraktivität einer Lebensform sind. Das Imperium Europa muss im 21. Jahrhundert zur Großmacht werden, weil die anderen Hauptakteure der Weltpolitik – Amerika, China, Russland, Indien – es auch sind. Auch im Blick auf diesen notwendigen Prozess neuerlicher Staatsbildung wird deutlich, dass die politische Moderne, die 1789 ins Leben trat, noch nicht ausgeschöpft ist. Das neue Jahrhundert wird das Jahrhundert eines langen Déjà-vu.“

Ein Déjà-vu-Erlebnis hat tatsächlich, wer sich durch dieses generalmobilmachungsgeile, zudem permanente Bedrohungsszenarien halluzinierende Zitierkartell der Neo-Imperialisten quält. Es sind die pathologischen Ideen von imperialer Größe und staatliche Allmachtsphantasien, die am Ende des 19. Jahrhunderts dem Liberalismus die Lebenslichter ausbliesen – und die GULag und Auschwitz erst möglich machten (und nicht etwa, wie der abgebrühte klerikalbolschewistische CDU-attac-Staazi-Demagoge Heiner Geißler einmal behauptete, der Pazifismus!)


Falls es wirklich, wie von Fuhr behauptet, eine universelle Tendenz zur Großmachtbildung gäbe (was aber in Kosovo, Osttimor, Tschetschenien, Kaschmir, Tibet und Taiwan alles andere als ausgemacht ist) wäre es das Vernünftigste, als Kleinstaat flexibel, weltoffen, neutral und friedfertig zu bleiben. Das etwa erklärt die Erfolgsgeschichte der Schweiz, die insoweit auch Vorbild sein könnte für eine längst überfällige sezessionistische Auflösung der Bundesrepublik in ihre Teilstaaten, evtl. im Rahmen einer lockeren Konföderation. Einen schicksalhaft unausweichlichen Geschichtsdeterminismus zum imperialen Prinzip gibt es jedenfalls nicht. Dem steht schon die historische Erfahrung des Niederganges ALLER historischen Großreiche entgegen. Europa muß nicht Großmacht sein, sondern ein Gegenmodell, das zeigt, daß die Welt ein Pluriversum sein kann und muß!


Andernfalls ist es wohl bloß noch eine Frage der Zeit, bis die europäischen Machthaber und ihre „embedded journalists“ Posener, Fuhr e tutti quanti uns zurufen:

„Wollt Ihr das totale Europa?“

Dienstag, September 18, 2007

Hijacker

Wer das liest, dem wird schlagartig klar: es sind Euro-Imperialisten und neokonservative Demokratieglaubenskrieger, die dieses Land wie ein Flugzeug gekapert haben. Und wir sind die Passagiere auf dem Flug ins Ungewisse!

Donnerstag, September 06, 2007

Zurück aus der Sommerpause

die ich, wie immer, außerhalb der EU verbracht habe, nämlich in der schönen Schweiz (hier auf dem Bild sitze ich gerade auf der Brissago-Insel im Lago Maggiore im Tessin - der Sonnenstube der Schweiz)!

Damit man in der Schweiz auch in Zukunft noch frei atmen kann, sei vornehmlich meinen eidgenössischen Lesern diese Warnung vor dem europäischen Superstaat aus der Feder des deutschen Ordo-Liberalen Gerd Habermann, auch im Hinblick auf die Wahlen im Herbst, wärmstens ans Herz gelegt!

Freitag, Juni 29, 2007

Europäische Volksverdummung

Die politische Klasse Europas mogelt sich am Willen der Europäer vorbei in den Superstaat. Außer Markus Somm in der Weltwoche sind diese billigen Griffe in die sprachakrobatische Trickkiste offenbar niemandem im Medien-mainstream aufgefallen, geschweige denn, daß sie ernstlich jemand zu beanstanden gehabt hätte. Was beweist: Die Medien in EU-Europa funktionieren weitgehend bereits reibungslos im Sinne der europäischen Rätediktatur!

Das überrascht nicht wirklich. Der britische EU-Abgeordnete und profilierte Euro-Skeptiker Daniel Hannan (Weltwoche-Lesern kein Unbekannter) erklärt im Interview mit der aktuellen "Jungen Freiheit", was hinter den Kulissen vor sich geht:

"Was mich am meisten erschreckt hat, war der Fall des couragierten deutschen Journalisten Hans-Martin Tillack, der über die Fehler und Mißstände bei der EU-Antikorruptionsbehörde Olaf recherchierte, woraufhin seine Wohnung von der Polizei durchsucht, er verhaftet und neun Stunden ohne Kontakt zu einem Anwalt festgehalten wurde, während die Behörden in Ruhe seine Unterlagen sichteten. Kapiert? – Das war ein klares Warnsignal an die übrige Presse!

[...]

Ich werde niemals die Pressekonferenz vergessen, die ich zusammen mit Hans-Martin Tillack nach dessen Entlassung aus dem Polizeigewahrsam organisiert habe. Reihenweise kamen EU-fanatische Europaabgeordnete, um ihn zu verhöhnen, zu beleidigen und zu warnen: Er müsse aufpassen, daß er der EU-Skepsis nicht Vorschub leiste, er solle sich mit offener Kritik zurückhalten. Sie stritten gar nicht ab, daß er falsch behandelt worden war, aber nicht diesem Umstand, sondern dem, was sie für die europäische Sache hielten, galt ihre alleinige Sorge: Europa sei so wichtig, daß er seine Erfahrungen nicht in der Öffentlichkeit ausbreiten solle, weil das dem Ansehen der EU abträglich sei. Das ist die Antwort auf Ihre Frage: In der EU dominieren die Leute, die diese als so glorreich betrachten, daß sie vor der Wahrheit die Augen zumachen. Wer sich traut, Kritik zu üben, bekommt die üblichen Vorwürfe zu hören: etwa den des Nationalismus. Fazit: Die Kritik verstummt. So schließt sich der Teufelskreis: Gerade weil man damit immun gegen Kritik ist, kann die politische Klasse in der EU tun und lassen, was sie will."


Außerhalb der Schweiz hat man das an Tillack statuierte Exempel tatsächlich als Warnschuß verstanden. Die Lektion wurde gelernt und die gelehrigsten Schüler waren, wie immer, die Hofschranzen der Brüssel-hörigen bundesdeutschen Stiefelleckerjournaille!

Donnerstag, Mai 10, 2007

Nazi-Kollaborateur erfand die EU

Im Spectator vom 5. Mai enthüllt John Laughland, daß der später als NS-Kollaborateur hingerichtete Norweger Vidkun Quisling noch vor den deutschen Nazis (deren Konzept eines "Vereinten Europas" auf 1941 datierte) sich bereits im Jahre 1939 für diese Idee der Vereinigten Staaten von Europa erwärmte. Bei seinen Recherchen für ein Buch über politische Strafprozesse stieß er auf ein bemerkenswertes Zeugnis: ein Telegramm Quislings vom 11. Oktober 1939 an den damaligen britischen Premierminister Neville Chamberlain (den das beschränkte mainstream-Geschichtsbild hierzulande gerne als "Appeaser" einordnet) mit dem dringenden Anliegen, einen Krieg zwischen Deutschland und Großbritannien zu verhindern. Der einzige Weg, den unmittelbar bevorstehenden Waffengang zwischen den beiden Mächten doch noch abzuwenden sei, so zitiert Laughland Quisling:

„to fuse British, French and German interests into a European Confederation on the initiative of Great Britain, in order to create a community of interests and co-operation, beneficent to all parties. Under these circumstances … I deferentially appeal to your immense authority and responsibility to suggest that the British government – in accordance with the method of federalisation in America, South Africa and Australia – invite every European State to choose ten representatives to a congress charged with the task of preparing a constitution for an empire of European nations, to be submitted to a plebiscite in each country for acceptance or rejection.”

Laughland resümiert über das Schicksal dieser obskuren historischen Figur und seiner Ideen:

„Quisling died before his ideas could come to fruition. Being on the losing side of history, his career did not culminate in him becoming a European commissioner or the chairman of a UN committee. Instead he fell under a hail of bullets on 24 October 1945 in the same Akerhus Fortress in which he had sat a Minister-President of Norway. But the idea to which Quisling gave his name – that it is better to collaborate than to sit carping on the sidelines – has had a better fate.”

Montag, April 23, 2007

Déclinologie

So nennt man einen derzeit in Frankreich neu entstehenden Zweig der Gesellschaftswissenschaften - die Lehre vom Niedergang. Wer das aktuelle Weltwoche-Interview mit dem Wirtschaftsprofessor Charles Wyplosz über die französische Misere gelesen hat, ahnt, daß diese Disziplin eine große Zukunft haben dürfte - nicht nur in Frankreich. Einige Ausschnitte mögen dies verdeutlichen:



"In der Tat gibt es sehr viele Ähnlichkeiten zwischen dem Niedergang Englands in den sechziger und siebziger Jahren und der Lage Frankreichs heute. Wir wissen, wie Britannien aus der Krise herauskam, doch ich habe grosse Zweifel, dass die gleiche Methode in Frankreich funktionieren würde.

Maggie Thatcher brach rigoros die Macht der Gewerkschaften. In einem Land, das auf eine lange liberale Tradition zurückblickt wie England, war es möglich, die Linke zu isolieren. Die Franzosen dagegen sind fast alle heimliche Marxisten, selbst das Bürgertum glaubt nicht wirklich an dieÜberlegenheit der Märkte. Ein Generalangriff auf die Gewerkschaften – und das wäre nötig –würde hier als eine unerträgliche kapitalistische Anmassung empfunden."


Über den Hoffnungsträger meiner liberalen Westler-Freunde (die anscheinend nach der Devise bloggen "Neue Kärcher spülen gut!") Nicolas Sarkozy:

"Ich bin enttäuscht. Im Wahlkampf sind alle Kandidaten kopfscheu geworden, die wahrenProbleme werden nicht mehr angesprochen. Man redet lieber über die Nation als über die Arbeitslosigkeit. Royal ist stark nach links gerückt, Bayrou bleibt undefinierbar, ja sogar Sarkozy redet wie ein Sozialist. Seine wenigen wirtschaftspolitischen Vorstösse kann man nicht ernst nehmen. Er kritisiert die Europäische Zentralbank und redet protektionistischen Massnahmen das Wort. Was den Arbeitsmarkt betrifft, lag er noch vor einem Jahr richtig. Nun hört man nichts mehr davon."

Über den franko-germanischen Etatismus:

"Deutschland und Frankreich gleichen sich ohnehin viel stärker, als man auf den ersten Blick glaubt: extrem rigide Arbeitsmärkte, zu grosser Glaube in den Staat, schwaches Wachstum und zögerliche Politiker. Nur der Antikapitalismus ist in Frankreich noch ausgeprägter."

Schöne Aussichten also für eine steile Deklinologen-Karriere also auch in Deutschland!

Die Europäische Union als eine Synthese aus französischer Staatsidee und deutschem Untertanengeist (also die Fusion von Nitro und Glycerin), nach französischem Vorbild zentralisierte und bürokratisierte Strukturen und französisch inspirierte Regeln, die von gründlichen deutschen Beamten so unhinterfragbar wie Filbinger-Urteile exekutiert werden - das sind in der Tat düstere Zukunftsaussichten.

Good Night, Old Europe!

Und an meine Schweizer Leser mein ceterum censeo: DRAUSSEN BLEIBEN!!!




Mittwoch, März 07, 2007

Zahlen und Sterben für das totale Europa?

Es überrascht nicht wirklich, daß sich mit Guy Verhofstadt ein vorgeblicher "Liberaler", noch dazu aus dem von innerer Fäulnis schon seit langem befallenen Staate Belgien, mit der Forderung nach Steuern und Soldaten für den dieser staatlichen Mißgeburt nachgebauten Moloch Europa zum Wortführer eines inzwischen seine wahren alptraumhaften Absichten und Wahnideen kaum mehr verschleiernden Euro-Chauvinismus macht. Der imperiale Machtstaat Europa in statu nascendi. Wen es jetzt nicht fröstelt, der soll nie wieder "nie wieder" sagen. Der hat kein Recht, irgendwelche Phrasen über das "Lernen aus der Geschichte" zu dreschen. Wer jetzt schläft, der ist tot! Allen anderen sei die Botschaft übermittelt: Perriculum in mora!!!

Aber auch mit lauwarmen Wischi-waschi-Bremsversuchen, die sich vor dem politischen Erbe grundsatztreuer EU-Gegner wie Maggie Thatcher und Vaclav Klaus einfach nur hasenfüßig und erbärmlich ausnehmen, ist dem Marsch in die UdSSE wohl kaum zu begegnen. Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil! Die Planspiele der Euro-Nationalisten sind mit aller gebotenen Deutlichkeit und Schärfe zu verwerfen! Cameron erhielt denn auch die richtige Antwort von einem Leser des Daily Telegraph:

Building "an EU to be proud of"....an oxymoron, surely. Thanks Dave, see
you at the ballot box. Posted by John Coyle on March 6, 2007 2:42 AM


Oder wie Elaib Harvey zu der von Cameron und Topolanek genährten Illusion einer vermittelnden Position zwischen Zentralisten und Anti-Zentralisten sagt: "a triumph of hope over experience".