Friday, June 29, 2007

Europäische Volksverdummung

Die politische Klasse Europas mogelt sich am Willen der Europäer vorbei in den Superstaat. Außer Markus Somm in der Weltwoche sind diese billigen Griffe in die sprachakrobatische Trickkiste offenbar niemandem im Medien-mainstream aufgefallen, geschweige denn, daß sie ernstlich jemand zu beanstanden gehabt hätte. Was beweist: Die Medien in EU-Europa funktionieren weitgehend bereits reibungslos im Sinne der europäischen Rätediktatur!

Das überrascht nicht wirklich. Der britische EU-Abgeordnete und profilierte Euro-Skeptiker Daniel Hannan (Weltwoche-Lesern kein Unbekannter) erklärt im Interview mit der aktuellen "Jungen Freiheit", was hinter den Kulissen vor sich geht:

"Was mich am meisten erschreckt hat, war der Fall des couragierten deutschen Journalisten Hans-Martin Tillack, der über die Fehler und Mißstände bei der EU-Antikorruptionsbehörde Olaf recherchierte, woraufhin seine Wohnung von der Polizei durchsucht, er verhaftet und neun Stunden ohne Kontakt zu einem Anwalt festgehalten wurde, während die Behörden in Ruhe seine Unterlagen sichteten. Kapiert? – Das war ein klares Warnsignal an die übrige Presse!

[...]

Ich werde niemals die Pressekonferenz vergessen, die ich zusammen mit Hans-Martin Tillack nach dessen Entlassung aus dem Polizeigewahrsam organisiert habe. Reihenweise kamen EU-fanatische Europaabgeordnete, um ihn zu verhöhnen, zu beleidigen und zu warnen: Er müsse aufpassen, daß er der EU-Skepsis nicht Vorschub leiste, er solle sich mit offener Kritik zurückhalten. Sie stritten gar nicht ab, daß er falsch behandelt worden war, aber nicht diesem Umstand, sondern dem, was sie für die europäische Sache hielten, galt ihre alleinige Sorge: Europa sei so wichtig, daß er seine Erfahrungen nicht in der Öffentlichkeit ausbreiten solle, weil das dem Ansehen der EU abträglich sei. Das ist die Antwort auf Ihre Frage: In der EU dominieren die Leute, die diese als so glorreich betrachten, daß sie vor der Wahrheit die Augen zumachen. Wer sich traut, Kritik zu üben, bekommt die üblichen Vorwürfe zu hören: etwa den des Nationalismus. Fazit: Die Kritik verstummt. So schließt sich der Teufelskreis: Gerade weil man damit immun gegen Kritik ist, kann die politische Klasse in der EU tun und lassen, was sie will."


Außerhalb der Schweiz hat man das an Tillack statuierte Exempel tatsächlich als Warnschuß verstanden. Die Lektion wurde gelernt und die gelehrigsten Schüler waren, wie immer, die Hofschranzen der Brüssel-hörigen bundesdeutschen Stiefelleckerjournaille!

5 comments:

Peter Bienert said...

Volle Zustimmung! Der Zug rast weiter in Richtung Einheitseuropa (UdSSE). Es wird Zeit, dass mal jemand die Notbremse zieht! Aber in den Medien kommen Kritiker entweder garnicht vor oder nur als Simplicissimus-Karikaturen.

Anonymous said...

Jedesmal, wenn der einzelne sich der "Sache" oder dem "großen Ganzen" unterordnen musste sollte/ musste, hat das in eine größere Katastrophe gemündet.

Sascha Vetterle said...

Da kann man nur noch k...!

Um einen Freund zu zitieren, man kann eigentlich nur noch in die USA fliehen und darauf hoffen, dass man in der US-Armee zurückkehrt um Europa zu befreien.

Nein, ehrlich. Der Kampf ist noch nicht vorbei, aber es sieht schlecht aus für die Freiheit in Europa.

Herfried said...

Die Flucht in den Superstaat ist auch eine Flucht vor der Freiheit, und ein Marsch in die Knechtschaft!

Herfried said...

Guck mal auf den Blog von Daniel Hannan!