Friday, March 14, 2008

Sozialistische Lüge besser als bourgeoise Halbwahrheit!

Bürgerlich-neoliberale Ideologen brauchen den Staat tatsächlich als Machtdurchsetzungsagentur der Elite gegen die plebejischen Massen. Das ist leider kein gepflegtes sozialistisches Vorurteil, sondern empirische Tatsache. Die Debatten in der Blogosphäre legen beredtes Zeugnis ab. Klassendünkel.


Inzwischen ist mir eine faustdicke sozialistische Lüge lieber als die feiste neoliberale Verschlagenheit, die als selektiver Anti-Etatismus (dort, wo der Staat als "maternalistisch" zugunsten des unteren Drittels wahrgenommen wird) umherschleicht, welche handkehrum die paternalistische Seite des Kriegs- und Überwachungsstaates vermöge der beim Pöbel eingesparten Ressourcen auszubauen sich anschickt.

7 comments:

Anonymous said...

Ist heute dein Trommelkurs ausgefallen?

Scrutograph said...

Stößt das hier ins selbe Horn wie Franz Walter im SPIEGEL mit seinem "Lob der Lüge"?

Kann schon sein, dass ein guter Politiker auch täuschen können sollte.

Aber wenn er auffliegt, darf man ihn trotzdem an den Pranger stellen.

Lüge besser als Halbwahrheit? Wo ist die Logik und Ethik hin?

Scrutograph said...

Worin besteht denn die vorzugswürdige "faustdicke sozialistische Lüge" deiner Ansicht nach?

Willst Du sagen, dass die Durchsetzung des Sozialismus die Lüge erlaube?

Gehst Du den Weg vieler liberaler Denker und landest bei den roten Heilspredigern?

Dominik Hennig said...

Konkret: ich glaube, daß es eine Lüge ist, zu behaupten, zwangsbewehrte Interventionen in freiwillige Interaktionen ("Du sollst!" oder "Du darfst nicht!") seien legitimierbar, wie es "die" Sozialisten tun. Aber dieses vor Heuchelei triefende neoliberale "Interventionen sind bäh, es sei denn" ist ja wohl noch übler. Entweder man ist stringent gegen JEDEN Zwang oder man befürwortet ihn eben. Aber bitte nicht à la carte!

LePenseur said...

@DDH:
"Summa extrema se tangent", kann man da nur sagen ...

Man muß nun keineswegs "stringent gegen JEDEN Zwang sein" (was ich gar nicht für sinnvoll erachte!), und noch viel weniger wäre die notwendige Gegenposition dazu, daß man jeden Zwang befürworten müsse!

Das Leben ist nicht schwarz-weiß. Und es ist, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf, auch nicht rosarot (egal welcher Orientierung man angehört). Rosarot wäre aber wohl die Voraussetzung, die sozialistischen Lügen besser als bourgeoise Halbwahrheiten zu finden.

Eine Halbwahrheit hat immerhin den Vorteil, keine ganze Lüge zu sein (und den Nachteil, daß man meist schwer erkennen kann, welche Hälfte nun gelogen ist, das ist mir schon bewußt!). Aber die sozialistische Lüge bleibt eine Lüge. Und was daran besser sein sollte, erschließt sich mir trotz Nachdenkens einfach nicht.

Scrutograph said...

Ist: "Studiengebühren verbessern Forschung und Lehre an den Universitäten" eine derartige bourgeoise Halbwahrheit?

Dominik Hennig said...

@Burk: eindeutig ja! Man füttert die Bestie und es kommt trotzdem keine Konsumentensouveränität bei raus. Das ist ja das Problem bei allen neoliberal-technokratischen Reformen, deren zwei Ergebnisse lauten

1.) Der Staat kriegt noch mehr Kohle.

2.) Da es im Namen des Liberalismus geschieht, geht noch mehr Image im Meinungskampf mit dem (Staats-)Sozialismus flöten.

Halte garnix von "Gebühren". Entstaatlichung sieht anders aus.

Aber Du willst mich ja eh bloß provozieren, was diskutier ich überhaupt mit Dir?