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Freitag, November 19, 2021

Spaltung überwinden? Nun nicht mehr!


Mit BRD-Zombies, die die Impfpflicht verlangen setze ich mich so wenig zusammen wie mit Kannibalen, um mit ihnen die Speisekarte durchzugehen.

Freitag, September 25, 2009

Der erzliberale Standpunkt zu Rüstung, Krieg und Wehrdienst

ist leider schon allzuoft im Sumpf des parteimäßig organisierten Liberalismus untergegangen. Grund genug, an dieser Stelle und bewußt drei Tage vor der Bundestagswahl mal wieder zur geistigen Ordnung zu rufen:

„Das Recht, die eigene Freiheit gegen Angriffe zu verteidigen, ist ein elementares Menschenrecht. In der Bundeswehr zu dienen, bedeutet jedoch mehr als einfach Verteidigung der eigenen Freiheit: es bedeutet Dienst an einer politischen Struktur. Stimmt der Wehrpflichtige mit den Zielen und der Politik der Struktur überein, gibt es keine Schwierigkeiten. Seiner Freiheit wird kein Abbruch getan. Er hat sich dafür entschieden. Wenn ein Wehrpflichtiger allerdings nicht mit den imperialistischen Zielen und der Abschreckungsstrategie der NATO einverstanden ist, sieht es anders aus. Denn Wehrdienstverweigerung ist nur aus „Gewissensgründen“ möglich, nur überzeugten Pazifisten erlaubt. Und auch Verweigerer werden zu einem Dienst am Staat, im Auftrage des Staates gezwungen, dem Ersatz- oder Zivildienst. Das offenbart die Vorstellung aller Etatisten: Jeder Mensch ist verpflichtet, dem Staat zu dienen, notfalls für ihn zu sterben. Der Schritt zum faschistischen Arbeitsdienst ist geringer als demokratische Politiker uns glauben machen wollen. Die volkstümliche Beschimpfung von Verweigerern und besonders von Totalverweigerern als „Drückeberger“ zeigt tatsächlich Reste faschistischer Staatsideologie.


Ob wir nun den Wehrdienst verweigert haben oder nicht, ob wir mit der NATO-Politik einverstanden sind oder nicht, wir zahlen für die Rüstung und die Durchführung jener Politik […] Dagegen gibt es keine legale Verweigerung. Mit jeder Mark, die wir an direkten oder indirekten Steuern zahlen, helfen wir, die NATO zu finanzieren. Da Freiheit nur durch Freiwilligkeit verteidigt werden kann (alles andere führt zu Selbstwidersprüchen), sind die Reden der etablierten Politiker pure Demagogie.


Militärdienst und Steuern für die Rüstung sind die Staatsfunktionen in ihrer reinsten Form: Zwang wider Vernunft und Wissen zu Krieg, Kriegsvorbereitung und Kriegsfinanzierung. Ob feudalistisch, monarchistisch, aristokratisch, demokratisch, nationalistisch, faschistisch, rassistisch, sozialistisch, kommunistisch – Staat und Krieg waren historisch Identitäten, sind es heute und werden es immer bleiben. Dennoch verbreiten linke Kriegsgegner gern, es sei private Industrie, die Krieg und Imperialismus brauchen und unterstützen würde. Tatsächlich ist es eine unheilvolle Situation, daß der Staat mit den Steuergeldern der Rüstungsindustrie die Forschung finanziert und Aufträge garantiert; die Konzerne aber ziehen die Profite daraus und aus dem Handel mit Waffen in andere Länder. Unbestreitbar sind die Vertreter der Rüstungskonzerne an Aufrüstung interessiert und wehren sich gegen Beschränkungen im Waffenhandel. Wenn solche Beschränkungen bestehen, findet die Industrie Mittel und Wege, sie zu umgehen. Doch es heißt, Ursache und Wirkung zu vertauschen, wenn die Konzerne als Urheber von Aufrüstung und Imperialismus gesehen werden: Sie selbst sind vom Staat „produziert“. Sie existieren nur darum, weil der Staat sie finanziert.


Der Staat eignet sich die Körper seiner jungen Bürger an, befiehlt ihnen, sich zum Töten ausbilden und im Ernstfall töten zu lassen; und er eignet sich privates Eigentum an, um Kanonen bauen zu lassen. Kampf gegen Kriegsgefahr und Imperialismus ist Kampf gegen die etatistische Ideologie, daß der Staat ein Anrecht auf die Arbeitsleistung seiner jungen Bürger hat; gegen die Forderung des Staates, daß alle Bürger seine Verteidigungs-Bemühungen und die Profite der Rüstungsindustrie finanzieren.“


Stefan Blankertz „Politik der neuen Toleranz. Plädoyer für einen radikalen Liberalismus“, 1988, auf S.119

Mittwoch, September 23, 2009

Kammern- und Behördenterror gegen Kleinunternehmer

Wenn, wie gestern im ZDF-Magazin "Frontal21" selbst das Staatsfernsehen die Zustände nicht mehr verschweigen mag, welche der Meisterzwang anrichtet, sollte das aufhorchen lassen! Unbescholtene Bürger, die niemandem einen Schaden zufügen, werden als Kleinunternehmer verfolgt, in die Insolvenz getrieben, die Ordnungsämter ordnen Hausdurchsuchungen und Ordnungshaft an! Fürs Haare schneiden! An diesem Staat ist wirklich nichts mehr zu beschönigen!

Der Beitrag kann hier in der Mediathek des ZDF angeschaut werden oder hier noch einmal nachgelesen.


Kotzkübelchen bereitstellen!


Mittwoch, August 26, 2009

„Wann hört das alles endlich auf?“

fragt sich verzweifelt ein junger Staatssklave des russischen Vaterlandes, dessen unfaßbare Leidensgeschichte einen frösteln läßt. Doch auch im ach so "liberalen", per Flächenbombardements selbstgefällig "Freiheit" exportierenden Westen ist die Barbarei des Wehrzwanges bis auf den heutigen Tag traurige Realität. Rußland und Deutschland halten an der sogenannten "Wehrpflicht" fest. Beides sind ja auch "lupenreine Demokratien". Zum nationalistisch-etatistischen Sündenfall der Einführung des Wehrzwanges, einem mit Blut und Tränen gepflasterten Weg ins Verderben, schreibt Ralph Janik in einem bemerkenswerten Essay auf ef-online:

Mit der Revolution und der parallelen Geburt des Nationalismus kam es zu einem Zusammenfallen der Interessen des Staates und der Nation, die diese Umwälzungen erst umsetzbar machte – das revolutionäre Frankreich war der erste Staat, der die per Nationalismus und Ideale instrumentalisierten Massen vorsätzlich für seine Zwecke mobilisiert hatte.



Die Einführung der Wehrpflicht ist geradezu ein Paradebeispiel dafür, wie Etatismus seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten gemäß immer funktioniert:

Der Einführung einer allgemeinen Wehrpflicht war eine lange Debatte vorangegangen, in der die Pros und Contras abgewogen wurden; so würden zwangsrekrutierte Soldaten als Arbeitskräfte auf den Feldern fehlen und es bestand die Möglichkeit der Desertierung. Es war aber vor allem die Auflösung des Widerspruchs, dermaßen in die Selbstbestimmung der Bürger einzugreifen, denen die Revolution doch den berühmten Slogan „liberté, egalité, fraternité“ gebracht hatte, der den Apologeten einer Volksarmee Kopfzerbrechen bereitete. Der jakobinische Militärtheoretiker Dubois Crancé verkündete bereits 1789 in der Nationalversammlung das Weg bereitende Diktum, dass in der postrevolutionären Gesellschaft jeder Bürger zugleich Soldat und jeder Soldat zugleich Bürger sein müsse, wolle sie die Werte der Revolution verteidigen. Der Grundstein für die spätere Einführung der Wehrpflicht war damit gelegt. Es war, wie so oft in der Geschichte, eine Notsituation, die der Staat im Grunde genommen selbst herbeigeführt hatte, die zu der extremen Beschneidung der Grundfreiheiten führte. Denn Frankreich sollte eigentlich ein pazifistischer Staat sein – so wurde in der Verfassung von 1791 der Grundsatz aufgenommen, dass die französische Nation darauf verzichtet, jeglichen Krieg im Hinblick auf Eroberungen zu führen, und dass sie niemals Truppen gegen die Freiheit irgendeines Volkes einsetzen würde. In der Praxis war Frankreich jedoch weit davon entfernt, diesem Prinzip zu entsprechen.


Noch immer ist der Leviathan um keine wohlfeile Rechtfertigungslyrik verlegen, wenn es darum geht, bei seinen Bürgern die Bereitschaft zu wecken, für ihn zu töten und zu sterben:

Ein geschichtliches Beispiel für die Aushebelung von Verfassungsprinzipien mit semantischen Tricks, die wir auch heute finden, wenn bei Angriffskriegen (Irak 2003 etwa, der absurderweise als „Operation Iraqi Freedom“ betitelt wurde) die Rede davon ist, Freiheit und Demokratie zu exportieren. Im Namen der Freiheit Krieg zu führen ist im Lichte der französischen Revolution nichts neues, sondern vielmehr einn auch heute noch ein willkommener Grund, die mittelalterliche Doktrin vom „ius ad bellum“, vom „gerechten Krieg“, wiederaufleben zu lassen.


Und so wird der westlichen "Zivilisation" dieser faschistoide Schandfleck wohl noch eine ganze Weile erhalten bleiben, (wenn nicht wider Erwarten doch noch der libertäre Sklavenaufstand irgendwann die Verhältnisse zum Tanzen bringt). Dem Resümee des Autors ist jedenfalls uneingeschränkt zuzustimmen:

Mit den gewandelten Kriegsformen dieser Tage im Anschluss an die Erfahrung zweier Weltkriege ist die allgemeine Wehrpflicht vorerst obsolet geworden. Heute werden durch Industriestaaten geführte Kriege zumeist durch das ihren Bürgern weggenommene Geld finanziert, nicht mehr durch die physische Zur-Verfügung-Stellung ihrer Leiber. Manchmal verschlafen Staaten schlicht die Entwicklung, etwa wenn Deutschland oder Österreich diese Entwicklung weg von Massenheeren hin zu spezialisierten, professionalisierten und vor allen Dingen kleineren Militärapparaten geflissentlich verpasst. Eine Wirkung der Wehrpflicht könnte allerdings auch sein, dass sich junge Männer in dieser Zeit zum ersten Mal der Härte der staatlichen Hand bewusst werden und ein kritisches Bewusstsein hinsichtlich der Obrigkeit entwickeln; erdreistet diese sich doch, ungefragt über einen längeren Zeitraum Besitz an ihnen zu nehmen als wären sie Sklaven.

Doch die Erfahrung zeigt, dass das menschliche Gedächtnis dazu neigt, negativen Erlebnissen in der Retrospektive ihren Schrecken zu nehmen. Und so kanzeln viele ihre Zeit beim Militär, so sinnlos, qualvoll und mühsam sie auch gewesen sein mag, als „Erfahrung“ ab und vergessen, dass sie trotz der vorgeblichen Zivilisation und offiziellen Abschaffung der Sklaverei einen Zeitraum ihres Lebens nichts wesentlich anderes waren. Es ist übrigens im Lichte dieser nicht von der Hand zu weisenden Ähnlichkeit von Sklaverei und Zwangs-Militärdienst (euphemistisch als Wehrpflicht bezeichnet) nicht verwunderlich, dass der Militärdienst vom Verbot der Zwangsarbeit in der Europäischen Menschenrechtskonvention explizit ausgenommen ist.

Donnerstag, Juni 25, 2009

Addendum zu "Die irrationale Utopie der Staatsgläubigen"

Mein neuer Facebook-Freund Sebastian Nickel sehr treffend über die immergleichen Angstphrasen der Etatisten in allen Denk(verweigerungs)richtungen, weil es gerade so schön dazu paßt:




"Minarchismus ist utopisch (nach der schönen Wiki-Definition). Anarchismus sieht und benennt den Elefanten im Raum. Der Elefant ist ein Gewaltapparat, den zähmen zu wollen eine destruktive Fantasie ist, und den für notwendig zu erklären eine borderline-typische Stockholmsyndrom-Rationali
sierung eines narzistisch geprägten Status quo's ist.

"Wenn wir die Sklaven freilassen, werden sie aaalle verhungern!"
"Wenn die Menschen keine Angst mehr vor der Hölle haben, wird aaaalles zusammenbrechen!"
"Wenn wir die Definition von Ehe auf Homo-Ehen erweitern, wird die Menschheit untergehen!"
"Wenn wir GenTechnik zulassen, wird das ganze Öko-System zusammenbrechen!"
"Wenn wir die Entwicklungsländer sich industrialisieren lassen, wird das Klima zum kochen kommen und alle werden sterben!"
"Wenn die Länder dieser Welt nicht mehr von brutalen Mafias kontrolliert werden, wird... Anarchie ausbrechen!!! Oh Gott!""

Dienstag, Dezember 23, 2008

Die irrationale Utopie der Staatsgläubigen

Mit der scharfsinnigen Dekonstruktion der Rechtfertigungstheorie für den Staat gehört Francois Tremblay für mich zu meinen ganz persönlichen Bloggern des Jahres 2008. Hier noch einmal seine glänzende Widerlegung der etatistischen Utopie:


Statism is utopian.

A common objection used against Anarchy is that it is a utopian ideology. To be more specific, the argument is that Anarchy cannot “work” because it would require people to be “perfectly good and altruistic.” Since this is quite impossible, we must conclude that Anarchy is a utopian ideology which relies on a false view of human nature.

While popular, this objection is hard to understand on its face. Why do they believe an Anarchy requires particularly moral individuals? Is it because there is no authority to mediate between individuals, righting wrongs? While it is true that a society cannot survive long without a mediation process, and it would be very silly for anyone to fight against that process, it is unclear why we need a centralized authority in order to effect it. Anarchy is not the position that mediation should be eliminated: rather, it is the position that mediation should be decentralized. It is not order that we don’t believe in, but centralized authoritarian order relying on hierarchies of power. That’s what we’re fighting against.

Unfortunately, we have been so conditioned to believe that centralized authorities are necessary that often Anarchy is confused with political nihilism. Yet nothing is farther from the truth. Absolutism and totalitarianism are close to nihilism: once we accept the validity of centralized control, then “anything goes.” Whatever the government does becomes ipso facto justified by the need for centralized control as a check on individual values. Anarchists completely reject this reasoning and uphold individual values as the only possible foundation for a functional society.

In fact, we precisely oppose the State because we believe that it exhibits all too human vices: aggression, greed, dishonesty, ignorance. The State exhibits these vices because it is composed of human beings who also have these vices, like all human beings possessing control and power over others. It is not that we need to have “the right people” in power or “the right class” in power: human nature itself is what is preventing statism from “working.”

The Anarchist argument is simple. If people are good, then we don’t need a government to enforce morality. If people are evil, then the people composing government are also evil, and being in government have the power to exploit others much more fully than a private individual could. If some people are good, and some people are evil, then we should desire very much to remove any concentration of power, since such a concentration would attract people who wish to control others- evil people- and give them that control.

People believe that Anarchy is utopian because they believe that Anarchy is a nihilistic ideology- that Anarchists are against all organization. As I pointed out, this is simple ignorance. Anarchists want to remove centralized authority and hierarchies of power: in short, those processes that evil people can use to exploit others most easily, those processes that create war, generalized crime, chaos and oppression.

Furthermore, we must point out a major origin problem in the notion that Anarchy is utopian. If Anarchy cannot “work,” then government itself, which must obviously have been created from a state of Anarchy, also cannot “work.” How can an unworkable system produce a workable system? The reverse can happen, of course. A skilled carpenter can create a botched piece, but an unskilled carpenter cannot create a masterpiece. If the initial Anarchist state of affairs was “unworkable,” then where was the potential in this “unworkable” society to create the “order” of government? This destroys neatly the argument that Anarchy is utopian while statism is not.

If we are to state the case clearly, we can say this. Statism is the belief that a group of people, who possess all the guns and all the legitimacy, able to make all the rules for itself, will not want to exploit its subjects. Instead, they will act completely altruistically and help fulfill the values of their subjects.

And we know from reality that it ain’t so. This is a Big Lie. Statism is utopian to the extreme, and we need to hammer that on every opportunity we get.

Donnerstag, Oktober 02, 2008

"Erst die Staatsschulden abbauen, dann die Steuern senken!"

Hört man oft gerade auch von vernünftelnden Bürgerlichen, die nicht müde werden zu betonen, daß die Haushaltskonsolidierung oberste Priorität genießen müsse, alles "solide gegenfinanziert" und budgetäre Lücken auf keinen Fall entstehen dürften. Aber ist das nicht grober Unfug?

Das Argument mit den Staatsschulden erschlägt inzwischen in jeder Debatte Entlastungsforderungen vonseiten der Bürger, die immer artig und einsichtig nicken, sobald ihnen jemand mit tränenerstickter Stimme von der "Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder" ins Ohr flötet.

Libertäre und authentische Liberale haben ein klares gesellschaftliches Ziel: den Zwang zu minimieren. Alles, was Zwang reduziert, ist zu begrüßen, alles, was ihn perpetuiert oder sogar noch erhöht, ist erbittert - ich sagte ERBITTERT - zu bekämpfen!

Sehen wir uns doch mal die beiden Seiten der Medaille an: Wer zum Staatsschulden-Abbau - einer Art Frondienst - abkommandiert wird, nämlich der einfache Steuerzahler, hat keine Wahl. Er muß unter Zwang einen wachsenden Teil seines real seit Jahrzehnten sinkenden Einkommens an einen stationären Banditen namens Staat abliefern der dann in seinem Namen - aber eben ohne Auftrag und damit illegal!!! - Schulden anhäuft. Und dann wird ihm von den Repräsentanten dieses Staates die "Pro-Kopf-Verschuldung" vorgehalten und gesagt: "Du hast aber ganz schön über Deine Verhältnisse gelebt!" Das ist so, als ob ich jemanden überfalle, ihm unter Gewaltandrohung die Kreditkarte entwende, damit auf Shoppingtour gehe und ihm dann erkläre, er würde schon ein ziemliches Lotterleben führen. Das ist Chuzpe!

Auf der anderen Seite haben wir Leute, die freiwillig und im festen Vertrauen auf die historische Unabänderlichkeit auf die Beständigkeit des Unterdrückungsapparates Staat Staatsanleihen erwerben, da sie wissen, daß ihr Gläubiger MIT ALLER GEWALT dafür sorgen kann und wird, daß er liquide bleibt, indem er seine Untertanen bis zum Äußersten auspreßt. Staatsanleihenbesitzer schließen im Grunde mit dem Teufel eine Wette ab.

Wem muß nun aus libertärer Sicht die prioritäre Sorge gelten? Dem "Schuldner" (i.e. Staatssklaven), der sich noch mehr krumm legen muß und noch weniger von seinem Einkommen für sich behalten darf, um Verbindlichkeiten zu erfüllen, die er nicht zu verantworten hat? Oder dem "Staats-Gläubiger", den niemand gezwungen hat, sich geschäftlich mit einem Staat einzulassen?

Wen müssen wir schützen, die Opfer von Zwang oder die von eigener Gier und freiwilliger Dummheit getriebenen Glücksritter des Etatismus?

Sogenannte "Liberale", die eine Steuersenkung mit Verweis auf irgendwelche Staatsschulden ablehnen oder auch nur vertagen (auf calendas graecas!) wollen, beweisen damit nur, daß ihr moralisches Koordinatensystem vollkommen verrutscht ist. Was indes bei staatstoleranten Neoliberalen, die jetzt sogar dem Bailout - also einer ebenso gigantischen wie schamlosen Umverteilung von der arbeitenden Bevölkerung zu den Wallstreet-Bankern - das Wort reden, nicht wirklich überrascht! Die Fed und der Big Business-Agent Paulson verstaatlichen die US-Wirtschaft ja derzeit schneller, als man "Hugo Chavez" buchstabieren kann - und der medial-gouvernementale Komplex besorgt als Filiale des Leviathan erwartungsgemäß die PR.

Freitag, März 14, 2008

Regierung ist Sklaverei

Via ad sinistram:


"Die Regierung des Menschen über den Menschen ist Sklaverei. Wer immer die Hand auf mich legt, um über mich zu herrschen, ist ein Usurpator und ein Tyrann. Ich erkläre ihn zu meinem Feinde.

Regiert sein, das heißt unter polizeilicher Überwachung stehen, inspiziert, spioniert, dirigiert, mit Gesetzen überschüttet, reglementiert, eingepfercht, belehrt, bepredigt, kontrolliert, eingeschätzt, abgeschätzt, zensiert, kommandiert zu werden durch Leute, die weder das Recht, noch das Wissen, noch die Kraft dazu haben. Regiert sein heißt, bei jeder Handlung, bei jedem Geschäft, bei jeder Bewegung notiert, registriert, erfaßt, taxiert, gestempelt, vermessen, bewertet, versteuert, patentiert, lizensiert, autorisiert, befürwortet, ermahnt, behindert, reformiert, ausgerichtet, bestraft zu werden. Es heißt, unter dem Vorwand der öffentlichen Nützlichkeit und im Namen des Allgemeininteresses ausgenutzt, verwaltet, geprellt, ausgebeutet, monopolisiert, hintergangen, ausgepreßt, getäuscht, bestohlen zu werden; schließlich bei dem geringsten Widerstand, beim ersten Wort der Klage unterdrückt, bestraft, heruntergemacht, beleidigt, verfolgt, mißhandelt, zu Boden geschlagen, entwaffnet, geknebelt, eingesperrt, füsiliert, beschossen, verurteilt, verdammt, deportiert, geopfert, verkauft, verraten und obendrein verhöhnt, gehänselt, beschimpft und entehrt zu werden. Das ist die Regierung, das ist ihre Gerechtigkeit, das ist ihre Moral."

-
Pierre-Joseph Proudhon -




Mehr zu Proudhon gibt es aktuell bei Roderick T. Long, der eine Debatte zwischen diesem und dem anderen großen französischen Freiheitsdenker Frédéric Bastiat wiederentdeckt hat und einer interessierten libertären Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Donnerstag, März 06, 2008

Linksrutsch???

Wenn ich mir weiter das allgemeine Palaver vom "Linksrutsch" anhören muß, werde ich noch trübsinnig. Oder handgreiflich. Deutschland wird sozialistischer, das ist wahr! Aber linker? Der Sozialismus ist eine verquere Sozialtheorie, die, wie man bei Rothbard nachlesen kann, strenggenommen zwischen dem klassischen - radikalen - Liberalismus und dem Konservatismus als Herrschaftsideologie des ancien régime steht. Der Sozialist Ferdinand Lassalle ("Der Staat ist Gott") war sich dessen bewußt, als er gegenüber preußischen Amtsrichtern einmal sinngemäß ausführte, man habe doch vielmehr miteinander gemeinsam als mit jenen radikalliberalen Kräften, die den Staat ablehnten, und zwar nicht irgendeinen Staat, sondern den Staat überhaupt.

Wo wird denn Deutschland "linker"? Wird es aufgeklärter? Fortschrittsfreundlicher? Weltoffener? Toleranter? Antiautoritärer? Löcken mehr Leute wider den Stachel der Obrigkeit? Nimmt der zivile Ungehorsam zu? Werden die Verbote kassiert? Wird Sterbehilfe legalisiert? Wird es endlich jedermanns Privatangelegenheit, welche Substanzen er zu sich nimmt? Werden in einer umfassenden Säkularisierung die Kirchenprivilegien (Kirchensteuer, Religionsunterricht) abgeschafft? Wird Glücksspiel auch denen erlaubt, die nicht in Aufsichtsräten von Staatsbanken sitzen, für die dann der Steuerzahler den Ausfallbürgen spielen darf? Nehmen die Beschränkungen der persönlichen Freiheit ab (in Baden-Württemberg darf man um eine bestimmte Uhrzeit keinen Alkohol mehr kaufen, was freilich die Frage aufwirft, wie man dieses System denn bitteschön ertragen soll, wenn nicht im Suff)? Gibt es irgendwo Rebellion gegen fortwährende Einmischungen, Entmündigungen, sinnlose Vorschriften? Werden die ganzen Tributleistungen an Zwangskammern und andere Privilegienritter (z.B. die seit der Nazizeit zum Privatwohnungszutritt bevorrechtigten Schornsteinfeger) eingestellt? Werden im Osten statt wohlstandschaffenden (wenn man sie denn ließe und nicht durch Marktzutrittsbarrieren, wie viele Inländer übrigens auch, in Abhängigkeit hielte!) Ausländern inzwischen mal wohlstandaufzehrende Politiker bei Volksfesten zum Gaudium durch die Stadt gejagt, anstatt diese nutzlose Personengruppe zu allerlei lokalen Festivitäten ganz im Untertanengestus ergebenst einzuladen und ihr das Gefühl zu geben, sie sei die Zierde, ja, das Schmuckstück der Gemeinde? Wird das staatliche Kidnapping - hochtrabend "Schulpflicht" genannt - endlich im Urinal der deutschen Verfehlungsgeschichte versenkt? Was ist mit der legalisierten Sklaverei, die sich "Wehrpflicht" nennt, obwohl es sich um ganz ordinäre Zwangsarbeit handelt? Wird die Enteignerklasse (Beamte, Bauern, hochsubventionierte und durch Importbarrieren vom Verbraucher gepäppelte Großindustrie, Staatsmedien, der staatliche Bildungssektor und vor allem die classe politique) endlich entmachtet?

Gibt es einen Volksaufstand gegen das Töten und Sterben in Afghanistan? Die Partei "Die Linke", die in diesem einen Punkt wirklich "links" (im Sinne des antimilitaristischen Erbes der Manchesterliberalen!) argumentiert (auch wenn es da - remember Sowjeteinmarsch unter SED-Beifall anno 1979! - mit der Glaubwürdigkeit arg hapert) ist genau deswegen auf Bundesebene bis dato nicht koalitionsfähig. Erst, wenn sie den gleichen schäbigen "Wandlungsprozeß" wie die Grünen durchgemacht haben, dürfen sie bei Tische platznehmen. Der wird nicht lange auf sich warten lassen, die Karenzzeit bis zur "Einsicht in die Realpolitik" währt bei Sozialisten jeglicher Couleur nie lang.

Deutschland driftet. Aber gewiß nicht nach links.

Dienstag, Februar 19, 2008

Ein Volk steht auf gegen den innerrrrren Feind

Als sie Leute, die sich Filme und Musik irgendwo runtergeladen haben und vervielfältigten, abholten, habe ich nichts gesagt. Ich war ja kein Raubkopierer!

Als sie Scientologen und Holocaustleugner wegen Kommunikationsdelikten abholten, habe ich nichts gesagt. Ich war ja kein Extremist oder Sektenanhänger!

Als sie die Totalverweigerer in den Knast steckten, habe ich nichts gesagt! Jeder hat schließlich seinen Dienst am Vaterland an der Gesellschaft zu leisten!

Als sie die Steuerhinterzieher abholten, habe ich etwas gesagt: daß es richtig ist, wenn von Staats wegen einmal durchgegriffen wird gegen die, die die Volks Solidargemeinschaft schmählich im Stich lassen!

Als sie mich irgendwann abholten, waren nur noch ein paar "prowestlich"-staatstolerante Neoliberale da, die mir, als ich abgeführt wurde, hinterherbrüllten, die BRD sei der freieste Staat der deutschen Geschichte - und diese Freiheit müsse eben nicht nur am Hindukusch, sondern auch gegen den inneren Feind verteidigt werden!

Samstag, Dezember 29, 2007

Nieder mit dem Kompromiß!

Danke an drchaos, der mir hiermit vollkommen aus dem Herzen spricht!!! Und ums Herz, nicht ums bourgeoise Hasenherz, geht es schließlich beim authentischen Liberalismus: Die Idee der Freiheit muß im Herzen brennen! Mit der gepflegten Leidenschaftslosigkeit von Totengräbern erreicht man auch nur, daß auch der Liberalismus zu Grabe getragen wird. Bräsig-blutleeres Philistertum schadet mehr als entschiedener Antiliberalismus!

Ein paar weise Worte von MNR in Raysons und Joachims Stammbuch:

"Where are the Paines and Cobdens and Nocks of today? Why are almost all of our laissez-faire limited governmentalists plonky conservatives and patriots? If the opposite of "radical" is "conservative," where are our radical laissez-fairists? If our limited statists were truly radical, there would be virtually no splits between us. What divides the movement now, the true division, is not anarchist vs. minarchist, but radical vs. conservative. Lord, give us radicals, be they anarchists or no."

Donnerstag, November 22, 2007

"Wehrpflicht"

“Wehrpflicht” bedeutet für einen Libertären die Obliegenheit eines jeden Individuums, seine Freiheit gegen jedwede Obrigkeit zu verteidigen mit allen zur Zweckerreichung erforderlichen Mitteln.
Was dagegen Staazis unter “Wehrpflicht” verstehen ist nichts anderes, als eine faschistoide Sklavenhaltermentalität. Die gebrochen werden muß! Es besteht Wehrpflicht!

Danke auch an Stefan Sedlacek für diese Klarstellung!

Freitag, September 14, 2007

Sklavereigegner vor BRD-Gericht

Weil er sich dem staatlichen Wehrzwang entzog, wurde der christliche Pazifist Jonas Grote aus Minden erst zu 42 Tagen Arrest verdonnert und jetzt wird ihm von von jener Institution, die Henryk M. Broder in anderem Zusammenhang als "Die Erben der Firma Freisler" bezeichnete, der Prozeß gemacht. Im "Rechtsstaat BRD" (Oxymoron!).

Der Gerichtstermin, auf dem möglichst viele Libertäre Präsenz zeigen sollten, ist der 1o. Oktober 2007.