Tuesday, September 30, 2008

"Liberal-konservativ" - das Metzger-Experiment

Im konservativ-beschaulichen Oberschwaben, wo die Welt angeblich noch in den Fugen ist, da rauschte jetzt zweimal hintereinander der marktfreundliche Grünen-Renegat Oswald Metzger bei der CDU durch! Und zwar nicht beim Friedbert-von-Weizgeißler-Flügel, sondern bei denen, die die "traditionellen Werte" hochhalten, die bspw. ef-Herausgeber Lichtschlag in jeder seiner Ausgaben flehentlich beschwört (und krampfhaft versucht, beinahe jedem Interviewpartner ein kulturnormativistisches* Bekenntnis in den Mund zu schieben)! Die rechtskonservativen Agrarparasitismus-Profiteure fürchteten die “marktradikalen Parolen” des Herrn Metzger wie der Teufel das Weihwasser. Nix da von wegen “bürgerliches Lager”! Liberalismus und Konservatismus sind eben keine natürlichen Verbündeten sondern VON NATUR AUS GEGNERISCHE PRINZIPIEN!!! (siehe auch “Eine neue Freiheit” von Murray N. Rothbard)

*) Auf Studivz hat übrigens Christian Hillmann von der "Libertären Hochschulgruppe Konstanz" eine Gruppe mit dem schönen Titel "Kulturnormativismus stinkt" gegründet!

11 comments:

Marco said...

Naja, hat wohl was damit zu tun, dass "konservativ" eben nicht mehr konservativ ist. Mises schreibt in "Die Gemeinwirtschaft":

"Durch nichts kann die Größe des Erfolges der sozialistischen Ideen besser beleuchtet werden als gerade durch die Feststellung der Tatsache, daß man sich daran gewöhnt hat, nur jene Politik, die auf die sofortige und vollständige Durchführung des sozialistischen Programms hinzielt, als sozialistisch zu bezeichnen, und allen jenen Richtungen, die mit mehr Maß und Zurückhaltung zu demselben Ziele hinstreben oder den Sozialismus nur mit gewissen Einschränkungen verwirklichen wollen, diese Benennung verweigert, ja sie selbst als Gegner des Sozialismus bezeichnet. Dieser Sprachgebrauch konnte sich nur einbürgern, weil es wahre Gegner des Sozialismus kaum noch gibt."

Mit dem Konservatismus Burke'scher Prägung wäre hingegen durchaus was zu machen. Aber auch heute sind natürlich punktuelle Übereinstimmungen zwischen Konservativen und Libertären zu finden. Kann man nicht ganz wegreden ...

Dominik Hennig said...

Edmund Burke war nicht "konservativ" sondern "Old Whig"!

Dominik Hennig said...

Aber danke für das schöne Mises-Zitat! :-)

Dirk said...

Wie definierst Du denn konservativ?

Dirk said...

.

scrutograph said...

Die deutschen "Konservativen" werden sich immer mehr nach amerikanischem Vorbild liberalisieren, das ist die Rechnung Lichtschlags, wenn ich das richtig verstehe. Natürlich wird es dabei Rückschläge geben.

Sind die amerikanischen Republicans nicht die eigentlichen Sklavenbefreier und Liberalen, die für Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz eintreten?

Jeder soll da die Kultur in seiner Parallelgesellschaft normieren.

scrutograph said...

Dazu kommt, dass die Liberalen in Deutschland eine eigene Partei neben der CDU haben. Gäbe es ein Mehrheitswahlrecht würde die CDU anders aussehen, und auch ein Metzger hätte dort einen anderen Stand.

Libertarian said...

Die GOP ist die Partei der Kriegstreiber, von Big Government und Big Business, des militärisch-industriellen Komplexes und in der Tat die Partei des größten Verbrechers der amerikanischen Geschichte, der blutig die dezentralistische, ein Austrittsrecht garantierende Verfassung brach: Abraham Linoln!

Und die CDU von Rüttgers und Merkel ist wieder - oder immer noch - die Partei des Ahlener Programms!

der weitblicker said...

Das ist Quatsch! Liberalismus braucht Wertekonservatismus als Grundlage, sonst wird er zum Anarchismus. Benj@min

Dominik Hennig said...

@Benja@min: Er soll ja zum Anarchismus werden, Du Ei!

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