Thursday, September 11, 2008

Affentheater

"Der belgische Maler René Magritte hat einmal ein kleines Experiment gewagt. Seine Frau war mit einer Freundin in der Stadt, da klingelte, leicht verfrüht, der Ehemann besagter Freundin, um sie abzuholen. Magritte bat den ihm unbekannten Herrn hinein, und bevor sie beide den Salon erreicht hatten, nahm er Anlauf und versetzte seinem ahnungslosen Gast plötzlich einen ordentlichen Tritt. Der ging weiter, beide nahmen Platz und tranken Tee, ohne den Vorfall je anzusprechen.

Die SPD hat von Magritte gelernt: Noch jeder Eklat wird in kürzester Zeit zur Normalität erklärt. Auch wenn morgen eine Horde Orang-Utans das Willy-Brandt-Haus kaperte, würde sich Generalsekretär Heil schon am Mittag auf die „Herausforderung“ freuen, mit Menschenaffen Politik zu gestalten."


Soweit Nils Minkmar in der FAZ vom 08.09.08 unter dem Titel "Die Surrealistische Partei Deutschlands". Tatsächlich müßte man ob solch eines Vorganges nicht viel Aufhebens machen. Kaum jemand, der die letzten 18 Jahre in Deutschland bei klarem Bewußtsein erlebt hat, wird bestreiten können, daß "Affenzirkus" oder "Affentheater" noch zu den freundlichsten Bezeichnungen gehört, um eine treffende Zustandsbeschreibung des totalen deutschen Parteienstaats vorzunehmen. Man fühlt sich an unseren letzten Kaiser Wilhelm II. erinnert, welcher einmal verlauten ließ, es sei ihm völlig gleichgültig, ob in dem Reichstagskäfig rote, schwarze oder gelbe Affen herumsprängen. Er hatte wenigstens noch ein realistisches Bild vom Wesen der "parlamentarischen Demokratie".

1 comment:

Anna Buchholz, Bereichsleiterin Junge IG Medien said...

Demokratieverächtern wie Dir sollte man das Handwerk legen!!!