Sonntag, Juni 29, 2008

cordon sanitaire

Das Antibuerokratieteam habe ich bis auf weiteres von der Blogroll nehmen müssen, da man dort meint, es sei statthaft, als Litfaßsäule für "eigentümlich frei" zu fungieren. Diese Erosion der Abgrenzung nach rechts außen wird von mir jedenfalls auch nicht indirekt unterstützt.

Donnerstag, Juni 26, 2008

Schwarz-Rot-Galle

Die von der bürgerlich-konservativen Presse wie in einem Mantra fast schon beschworenen eskalierenden Gewaltausbrüche türkischer Migranten nach dem gestrigen Spiel sind ausgeblieben. Die Türken haben nicht nur über weite Strecken auf dem Rasen überlegener gespielt (am Ende fehlte ihnen die Fortune) - sie waren auch anschließend bemerkenswert faire und fröhlich deutschlandfähnchenschwingende Verlierer. Respekt!

Danebenbenommen haben sich stattdessen - suprise, surprise - wildgewordene Teutonen in Dresden, Chemnitz, Köln und Hannover. Bin mal gespannt, wie uns Kaspar Rosenbaum und der gesamte rechtslibertäre Narrensaum das wieder zurechtdeuten werden. Bestimmt war auch das Abfackeln von Dresdner Dönerbuden nur ein legitimes Aufbegehren gegen die verklemmten Denkverbote der von den 68ern oktroyierten Political Correctness… Oder so ähnlich.

Mittwoch, Juni 25, 2008

Der Aufschwung kommt an - beim Staat!

Es hat schon etwas Surreales, wenn ausgerechnet im BRD-Staatsfernsehen die asozialen und für viele Menschen inzwischen existenzbedrohenden Folgen eines maßlosen und völlig enthemmten und von der politkrimogenen Klasse betriebenen Etatismus so schonungslos dargestellt werden, wie gestern im ARD-Magazin Plusminus. Handelt es sich dabei gar um "taktisch zugestandene Meinungsfreiheit" die, wie Blankertz einmal in "Die Therapie der Gesellschaft" diagnostizierte, "die Barbarei verdoppelt"? Im ersten Beitrag wurde jedenfalls berichtet, wie der Staat bei den Energiekosten die Bürger kräftig und schamlos abzockt, im zweiten darüber, wie der Staat die Bürger durch kommunale Gebühren ausplündert, im dritten über den Mißstand, wie die auf dem Prinzip Zwangsmitgliedschaft gründenden staatlichen Subsysteme - hier: Krankenversicherungen - das Geld der Beitragszahler auf geradezu abenteuerliche Weise verschwenden und der vierte Beitrag prangert die nur noch geisteskrank zu nennende Subventionspolitik von Solarstrom an, die asiatische Hersteller fördert, Arbeitsplatzexport ins Ausland begünstigt und hierzulande vor allem auf Kosten von vornehmlich sozial schwachen Stromkunden, vor allem Familien, geht. Mobilität, Wärme und Licht sind im "Sozialstaat" (ein Oxymoron, denn Staat und Gesellschaft sind unversöhnliche Gegensätze, wo Staat ist, liegt die Gesellschaft in Ketten!) Deutschland längst Luxusgut. Kompakter und lehrreicher als in diesem halbstündigen Magazin kann die Fratze des uns alle tagtäglich tyrannisierenden Staazi-Unwesens nicht vorgeführt werden. Der Aufschwung, der nach Meinung der Auguren schon wieder im Abschwingen begriffen ist, kam an. Beim Fiskus, bei staatsnahen Konzernen, bei staatlichen oder halbstaatlichen Bürokratien, bei den Apparaten (v.a. Militär und Geheimdienste!), beim Korporatismus. Nicht bei Bürgern und nicht bei echten (also überwiegend NICHT von Staatsaufträgen lebenden) Unternehmern.

Es ist Zeit zum Handeln! Eigentlich. Wären da nicht unzählige staatsfrömmelnde, den Kampfgeist lähmende Beschwichtigungsliberale, deren Inferiorität und Hasenherzigkeit dazu führen, daß der Liberalismus seit gut 150 Jahren nurmehr Rückzugsgefechte führt, dort, wo er parteipolitisch in Erscheinung tritt, seit Fritze Naumann allenfalls eine Karikatur seiner selbst abgibt und in gewissen, sich immer mehr verengenden Nischen ein ansonsten kümmerliches Dasein fristet, während die Herzen jeder nachwachsenden Generation junger Idealisten den verschiedenen Spielarten des Sozialismus zufliegen. Ein Zitat des Philosophen Wolfgang Kersting aus der FAZ vom 7. Juni illustriert sehr schön, daß das Elend des deutschen Liberalismus hausgemacht ist:

"Die Kritik an einem wuchernden Staatsinterventionismus ist nicht mit einer Zustimmung zur Utopie des absoluten Marktes zu verwechseln. Der Liberalismus hat mit dem anarcho-kapitalistischen Sektierertum der Libertarians nichts zu tun. Der Liberalismus ist ein treuer Freund und entschiedener Verteidiger des Staates. Freilich eines Staates, der sich auf die Rolle beschränkt, die Selbstorganisation der Gesellschaft zu ermöglichen. Keinesfalls hat der Staat die ziellose Fortentwicklung der Gesellschaft mit einer normativen Zielvorstellung zu versehen."


Einen "treuen Freund" und "entschiedenen Verteidiger" bräuchte indes nicht der Staat, sondern die Menschen, die unter dem bspw. vom eigenen Staatsfunk (!) aufgedeckten Unrecht des Etatismus zu leiden haben. Nicht der Staat, sondern dessen Opfer sollten unserer Sorge teilhaftig werden!

Zum stereotypen Utopievorwurf der Minimal-Staazis, die nicht begreifen wollen, daß sie mit ihrer Haltung, oder besser: der Abwesenheit einer solchen, Teil des Problems sind und nicht seiner Lösung, sei an dieser Stelle auf Michael Kastner: "Der Staat ist die eigentliche Utopie" verwiesen.

Die Worte Kerstings machen eines deutlich: Das Grundübel des Liberalismus in Deutschland liegt darin begründet, daß er keiner ist!

Sonntag, Juni 22, 2008

Der Staat ist zum Räuber geworden!

"Der Staat ist zum Räuber geworden, der die Menschen arm macht und auspresst. Ich aber habe dazu beigetragen, dem kleinen Mann ein bisschen Steuerbefriedigung zu verschaffen. Der sollte auch mal Freude daran haben, dass er dem Finanzamt ein paar hundert Euro abquetschen konnte."

Der seit vielen Jahrzehnten praktizierende und engagierte Anti-Nazi und Anti-Staazi Franz Konz im Interview mit der SZ. Dieser Mann hat schon lange einen Orden verdient! Ein wahrer Bürgerheld!

Samstag, Juni 21, 2008

Spottjournaille

Wer glaubt, die staatstragende bundesdeutsche Politjournaille sei das geistig-moralische Ende der Nahrungskette, der hat sich noch kein Bild vom bejammernswerten Zustand des deutschen Sportjournalismus gemacht. Hier wird, anders als bei den von Zeit zu Zeit zumindest aus narzistischen Gründen die große Herde verlassenden Politik-Kollegen in den Redaktionsstuben, nicht einmal mehr Objektivität und Sachlichkeit camoufliert, sondern unverdrossen im Gleichklang geblökt. Ein Paradebeispiel ist die anhaltend negative Meinungsmache gegen den portugiesischen Stürmerstar und derzeit weltbesten Fußballer Cristiano Ronaldo. Da wird von einem lokalen Berliner Springer-Organ ziemlich faktenfrei von einer "Entzauberung" phantasiert, die so nicht stattfand, und die sonst so um ihren seriösen Anstrich bemühte FAZ ätzt gar im Schülerzeitungsjargon gegen den "Schönling im toten Winkel". Für deutsche Fußball-Kommentatoren ist Ronaldo, trotz seiner überragenden Leistungen in den letzten Jahren, seiner nervenstarken Souveränität im Umgang mit den englischen tabloids, die ihn nach und während der WM vor zwei Jahren zum "meistgehaßten Mann Englands" kürten und gehörig Spießruten laufen ließen, seiner - unlängst auch von Otmar Hitzfeld ausdrücklich gelobten - mannschaftsdienlichen Spielweise und seiner unzähligen Charity-Aktivitäten eine Diva, ein eitler Geck, ein rotes Tuch, ein arroganter W***. Einer, an dem man partout kein gutes Haar lassen darf - und wenn doch, dann nur mit dem Hinweis versehen, dieses sei ja gegelt.

Lediglich Ronald Reng von der taz schwimmt gegen den Strom und bricht in seiner Nachlese des Deutschland-Portugal-Spieles (in welchem die deutsche Mannschaft erstmals in diesem Turnier tatsächlich erstklassigen Fußball zeigte) eine Lanze für Ronaldo:

"Stars wie er, die schon vor dem Turnier ausgerufen werden, ereilt meistens dasselbe Schicksal in drei Stufen. Erste Stufe: Sie werden, bevor ein Ball gespielt ist, in den Himmel geschrieben. Zweite Stufe: Die Medien werden ihrer eigenen Worte müde und bemerken erstaunt, dass da ja noch andere in seiner Elf spielen. Dritte Stufe: Seine Elf scheidet aus, und plötzlich war alles schlecht, der Star eine Riesenenttäuschung. Man wird verrückt, wenn man sich über die kranke Medienmaschine aufregt, aber es bleibt einem doch nichts anderes übrig, als gegen die Windmühlen anzuschreiben: Ronaldo hat eine ordentliche EM gespielt. Er schenkte dem Turnier genügend Momente, in denen seine Einzigartigkeit für jeden zu erkennen war. Wie er etwa in Basel den Ball mit der Hacke an Arne Friedrich vorbeilegte, sich drehte und auf und davon war; welcher andere Fußballer kann das schon? Es gelang Ronaldo nicht, Portugal zu ähnlicher Einmaligkeit zu führen - aber wie konnte man das erwarten? Es war schon vor der EM wahrscheinlicher, dass etwa Spaniens medial missachteter Spielmacher Xavi der Star des Turniers würde, als dass es Ronaldo würde - weil Xavi in einer Elf spielt, die etwas besser organisiert, mit weniger Wundstellen versehen ist als Portugal."


Übrigens bietet Real Madrid für den von den Teutonen geschmähten (weil für deutsche Vereine unerreichbaren?) Madeirenser inwischen die Rekordsumme von 80 Millionen Euro seinem bisherigen Verein Manchester United als Ablöse - der ihn indes postwendend für "unverkäuflich" erklärt.

Freitag, Juni 20, 2008

Eine Rundmail des Euro-Rebellen Daniel Hannan

What happens after Ireland’s “No”?

A version of this article appears in the current issue of The Spectator.

By ten o’clock on Friday morning, it was clear that the Noes had it. Ireland’s Europhiles were struggling even in their affluent strongholds within the Pale. In the rest of the country, they were being pulverised.

A jubilant “No” campaigner rang me from Galway, his words tumbling over each other. “It looks like a high turnout, too”, he exulted. “The Eurocrats won’t be able to just carry on as if nothing has happened”. Oh yes this will, I told him, sadly. They did when the Danes voted “No” to Maastricht. They did when you boys voted “No” to Nice. They did when the French and the Dutch voted “No” to the constitution. Just you watch them

We didn’t have long to wait. Even before the result had been declared, José Manuel Barroso, the President of the Commission, announced tetchily that the “No” vote wouldn’t solve the EU’s problems, so ratification would continue.

During the referendum campaign, Mr Barroso had declared that Brussels had “no Plan B”. Many Irish commentators innocently took this to mean that, in the event of a “No” vote, the Lisbon Treaty would be dropped. But what Mr Barroso actually meant was that Plan A would be bludgeoned through, with or without popular consent.










Every EU leader outside the Czech Republic has since confirmed that ratification will continue. Some accompanied their declarations with heroic sophistry. David Miliband argued that Britain ought to ratify the treaty because it was up to Brian Cowen, not him, to pronounce it dead. Nick Clegg announced that his MPs and peers would connive at this revolting necrophilia because doing so would give Britain a stronger voice when it came to discussing where the EU should go next.

Others complained of Ireland’s ingratitude. We think it is a real cheek that the country that has benefited most from the EU should do this,” said Axel Schäfer, SPD leader in the Bundestag.

Yet others moaned that the little countries were getting uppity. Daniel Cohn-Bendit, leader of the Euro-Greens, snarled: “It is not truly democratic that less than a million people can decide the fate of nearly half a billion Europeans”. Spot on, Danny. So how about letting the other half-billion have referendums, too?

Then there were the attempts to claim that the Irish had misunderstood the question. The Vice-President of the Commission, Margot Wallström, plans to run some Eurobarometer opinion polls to find out what the Irish were really voting against. Let me help you with that one, Margot: they were voting against the Lisbon Treaty.

This is the same Mrs Wallström, incidentally, who, three years ago, opined at the Theresiendstadt concentration camp that “No” voters risked a second Holocaust. Well, three countries have since voted “No” and, so far, there have been no pogroms, no special trains, no invasions of one EU state by another.

My favourite was the reaction by the President of the European Parliament, the amiable Hans-Gert Pöttering. “The ratification process must continue”, he declared, because “the reform of the European Union is important for citizens, for democracy and for transparency” Got that? The reason the EU is tossing aside the verdict of the Irish people is “for democracy”.

Listening to these statements, it suddenly hit me that the speakers didn’t expect to convince anyone. They were simply giving the party line, with all the perfunctory woodenness of Brezhnev-era officials.

Last month, when opinion polls were showing the “Yes” side ahead by 35 points to 18, I wrote in this newspaper that the sceptics would surge in the final week and that, following a “No” vote, the EU would press ahead regardless. I likened the EU’s leaders to the apparatchiks of the Comecon states who, having given up on persuading their electorates, sought compliance rather than consent, acquiescence rather than approval.

Several people emailed me to complain that it was a tasteless parallel: the EU, after all was an association of democracies. True. No one is suggesting that Brussels is about to take away dissidents’ passports or throw sceptics into gulags. But Euro-federalists, like Cold War Communists, believe that their ruling ideology is more important than either democracy or the letter of the law. Eastern Europe’s leaders justified themselves on grounds of anti-fascism: when others had collaborated, they had resisted Hitler. Eurocrats use a similar excuse (see Mrs Wallström’s comments, above). Small wonder that the Communist parties of the former Soviet-bloc states led the campaigns to join the EU.

If you think I’m being too harsh, watch what happens next. First, there will be an attempt to bully Ireland into falling in line. Ratification will go ahead everywhere else in the hope that the Irish will obligingly lie down. When this fails — and, as an Irish friend put it to me during the campaign “sure we didn’t fight off the might of the British Empire just to be bossed about by the Belgians” — the EU will simply implement the Lisbon Treaty.

To a large degree, this has already happened. One of the most contentious proposals in the text was the creation of a European foreign minister with attached embassies. Listening to the arguments of both sides, you would never guess that this is already in place. The EU’s diplomatic corps — the European External Action Service — was brought into being two years ago. Go to any third country and you will find an EU mission that towers over the national legations.

As with foreign policy, so with the other institutions that were established in anticipation of “Yes” votes: the European Armaments Agency, the Human Rights Agency, the External Borders Agency. None of these has a proper legal base, but no one is proposing their abolition.

Lisbon would have made the Charter of Fundamental Rights directly justiciable, opening swathes of national life to the rulings of Euro-judges, on everything from family life to strikes. The Commission, the European Parliament and the European Court of Justice (ECJ) have all declared that they will treat the Charter as if it were already legally binding, even though three electorates have now rejected the treaty that would have authorised it.

The great bulk of Lisbon can be implemented through lawyerly creativity. And any disputes will ultimately be settled by the ECJ, which rarely lets the letter of the law stand in the way of deeper integration. Virtually the only things that can’t be shoved through in this manner are the new rules on representation in the Commission and Council. My guess is that these will be agreed at a miniature Inter-Governmental Conference next year, possibly tacked on to Croatia’s accession treaty, since the increase in member states from 27 to 28 will require a rejigging of voting weights. We shall then be told that, since these are changes within EU institutions, rather than net transfers of power to EU institutions, there is no further need for referendums.

The leaders of the EU, in short, have resolved never again to consult their peoples. Public opinion, in their eyes, in an obstacle to overcome, not a reason to change direction. See whether I’m proved right. And then tell me whether my parallel with the apparatchiks is far-fetched.

The Czech Government is the only one to be holding out against attempts to bully Ireland. Please email your support to the CzechRepublic’s conservative Prime Minister. See here for details.

Read Daniel in the Daily Telegraph every day at www.hannan.co.uk

Dienstag, Juni 17, 2008

We are truly blessed!

Einen Monat nach der Weltpremiere seines ersten Songs "Blessed" hat Fady Maalouf, der eigentliche Superstar, mit dem Start der Single einen furiosen Auftakt hingelegt. Seit gestern ist nun auch der teilweise im Schloß derer zu Schaumburg-Lippe und dem dieses Anwesen umgebenden Zauberwald gedrehte Clip draußen - Romantik pur! Auch wenn ich politisch und ideengeschichtlich sicher kein Romantiker bin, in der Musik (und auch der Malerei) bin ich ihr sehr zugetan!



Fady Maalouf - Blessed Offizielles Video - MyVideo


Ab 4. Juli ist die Single dann in den Läden erhältlich! Ihr könnt sie aber auch gleich ganz bequem bei Amazon vorbestellen:




Lilia Markova, eine Leserin meines Myspace-Profils hat dafür sehr schöne Worte gefunden:


"What should I say?.. WOWOWOowowowonderful, heavinly, breathtaking, noble; the voice and pictires are of soaring and radiant beauty.I'm so proud of this amazing artist, what a strong personality behind this childish tenderness..The clip shows a mature star born for the stage, and camera just loves this face. Just gorgeous!"

Sonntag, Juni 15, 2008

Spendenaufruf für Vince Miller

Von Michael Kastner via Freiheitsfabrik:

Vince Miller ist Präsident und einer der Mitbegründer der ISIL (International Society for Individual Liberty). Gestern habe ich eine Rundmail von Chirstian Butterbach erhalten, die dazu aufruft, für Vince Miller zu spenden.

Vince befindet sich zur Zeit aufgrund einer ziemlich schlimmen Lungenentzündung im Krankenhaus. In der Lunge hatte sich so viel Flüssigkeit angesammelt, daß ein akuter Herzstillstand befürchtet wurde.
Die Kosten für die ärztliche Versorgung betragen einige tausend Dollar und Vince benötigt finanzielle Unterstützung, um die Behandlung im Krankenhaus bezahlen zu können.

Ich selbst habe Vince auf ISIL-Veranstaltungen kennengelernt und er gehört sicherlich zu den Menschen auf diesem Planeten, ohne die die Freiheit und die libertäre Idee viele Menschen nicht erreicht hätten. Vince hat ein Leben lang, ohne sich je selbst in den Vordergrund zu drängen, in den Dienst dieser Idee gestellt. Wer je das Glück hatte ihn zu treffen, hat einen überaus fleißigen und ruhigen, ja geradezu bescheidenen Menschen kennengelernt, der unermüdlich für seine seine Idee gearbeitet hat.

Ein großartiger Mensch. Er hat mir und vielen anderen sehr geholfen und jetzt braucht er die Hilfe jener, denen er so viel gegeben hat.

Etwas mehr zum Hintergrund diese Aufrufs und wo und wie man
spenden kann, findet sich hier:
http://freestudents.blogspot.com/2008/06/chance-to-do-something-good.html

Mittwoch, Juni 11, 2008

Nicht der System-Agitprop auf den Leim gehen!

Ein mulmiges Gefühl hatte ich zwar schon beim medial-parlamentarischen Schauprozeß gegen Gysi, wollte aber nicht gleich wieder nach meiner DSDS-Phase den rechten Blogger-Lynchmob (der sich in zwei Fraktionen aufteilt: Die Rechtslibertären, bei denen inzwischen selbst antisemitische Stereotype und Konspirationstheorien en vogue sind und als Pendant die "Pro-Westlichen", bei denen ein ebenbürtiger Haß-Vorrat eben anti-arabisch oder anti-muslimisch ausgeschwitzt wird) auf meine Kommentarspalten locken und so schwieg ich.

Auch wenn sich mein Mitleid mit einem hochwohlgeborenen Günstling des DDR-Systems in Grenzen hält, muß ich schon auch sagen: in dem Moment, da man glaubt, der mainstream habe "ausnahmsweise" mal "den Richtigen" am Wickel, hat man sich schon selbst dabei ertappt, dem System auf den Leim zu gehen.

Einen wichtigen Hinweis, daß man - nebenbei bemerkt: gerade auch als Libertärer - das Thema Linkspartei durchaus ambivalent sehen muß, gab ausgerechnet der Rechtskonservative Peter Gauweiler in der FAZ vom Montag ("Fremde Federn"):

"Der von Gysi nach der Wende für die PDS gewählte Begriff der „Nachfolgepartei der SED“ ist fragwürdig, weil das, was die SED gekennzeichnet hat, keine „Nachfolge“ haben darf. Wenn es einen Grund gab, eine förmliche Koalition mit der PDS grundsätzlich zu verweigern, dann lag es im Anstößigen dieser Nachfolge und nicht, dass heute Lafontaine und Gysi Einwände gegen den EU-Vertrag von Lissabon erheben (das macht der Präsident des Bundesverfassungsgerichts auch) und dass sie nichts von den Bundeswehreinsätzen im ehemaligen Jugoslawien und Afghanistan halten (das tun die Deutschen mehrheitlich)."

Das sind klare Worte. Gegen Sowjeteuropa à la Lissabon und Remilitarisierung à la Jung (im Äußeren) und Schäuble (im Inneren) sind aber nicht nur Gysi, Gauweiler und - da der Hinweis sicher von hinterwestlerisch gestimmten Kommentarrülpsern sowieso kommen wird - ja, auch die NPD (solange sie selbst nicht an der Macht ist), sondern eben auch und zuallererst alle authentischen Erzliberalen, die sich an Cobden, Bastiat, Eugen Richter und Ludwig von Mises orientieren. Das heißt nun nicht, daß man mit Reaktionären, Kommunisten und Nazis irgendwelche Querfronten Grevenbroicher Provenienz bilden müsse. Die Roten und Braunen werden ja nicht schöner, nur weil die demokratische Mitte häßlicher wird. Aber es dient der Klärung der Verhältnisse. Im Kampf zwischen selbsternannten Demokraten und sogenannten Extremisten ist Libertären zum Disengagement zu raten. In Familienstreitigkeiten mischt man sich nicht ein, das gilt im Kleinen wie im Großen.

Donnerstag, Juni 05, 2008

Der Umwelt zuliebe: mehr Markt - weniger Zwang!

Der führende klassisch liberale think tank im deutschsprachigen Raum, das Liberale Institut in Zürich, veranstaltet in Kürze ein Seminar zum Thema "Umweltschutz durch mehr Markt oder mehr Zwang?" Für mich als Rothbardianer eine rhetorische Frage.

Gleichwohl verspricht dieses Seminar sowohl von der Themenstellung als auch von der hochkarätig besetzten Referentenrunde her auf jeden Fall ein sehr spannendes und intellektuell anregendes Ereignis zu werden:

  • LI-Symposium 2008 - «Umweltschutz durch mehr Markt oder mehr Zwang?»

    12.-13. Juni 2008

    Zürich

    Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ), Sihlhof, Lagerstrasse 5

    Das diesjährige LI-Symposium befasst sich mit dem Spannungsverhältnis von Markt und Umweltschutz. Es wird erörtern, ob und inwiefern sich die ökonomische und ökologische Entwicklung einer Gesellschaft widersprechen, welche ökologischen Auswirkungen der Marktprozess entfalten kann und welche Notwendigkeiten sich daraus ergeben.

    12.06.08 - Öffentliche Abendveranstaltung (ab 18 Uhr)
    «Ökologismus — eine Gefahr für die Umwelt?»
    Michael Miersch, Maxeiner & Miersch, München und Berlin
    «Classical Liberal Perspectives on Environmental Protection»
    Fred L. Smith Jr., Competitive Enterprise Institute, Washington
    Eintritt frei - Anmeldung zur Abendveranstaltung:
    Anmeldeformular — Abendveranstaltung 12. Juni 2008

    13.06.08 - Tagesseminar (ab 9.30 Uhr)
    Robert Nef, Liberales Institut
    Prof. Rudolf Minsch, Chefökonom, economiesuisse
    Steffen Hentrich, Institut für unternehmerische Freiheit, Berlin
    Julian Morris, International Policy Network, London
    Edgar Gärtner, Publizist, Frankfurt am Main
    Rahim Taghizadegan, Institut für Wertewirtschaft, Wien
    Teilnahme kostenlos - Anmeldung zum Tagesseminar (Teilnehmerzahl begrenzt):
    Anmeldeformular — Tagesseminar 13. Juni 2008

    Komplettes Programm des LI-Symposiums (pdf)
    Anfahrtsbeschreibung (pdf)

Dienstag, Juni 03, 2008

Plädoyer für Libertopia

"Es gibt keinen Grund, auf weit greifende liberale Entwürfe mit Bildern attraktiven Lebens zu verzichten. Auch strenge Privateigentumsordnungen, Ehen- und Familienideale haben ihre Romantik, wie Chesterton in humorvoll-übermütiger Weise gezeigt hat. Utopien müssen nicht sozialistisch sein. [Hervorhebung DDH] Liberale Träumer sollten sich darum nicht entmutigen lassen; die Zeit kann sie mit Erfüllungen überraschen und ihre erdichtete Welt in Wirklichkeit umsetzen. Wo aber die Utopien schwinden, da breitet sich eine Welt von Öde und Ratlosigkeit aus."

Gerd Habermanns vor längerer Zeit in Cicero abgedrucktes Plädoyer für einen Mut zur liberalen Utopie steht durchaus in bester Hayekianischer Tradition! Auch wenn das die "Anonymen Semi-Liberalen" aus der "Libersphäre" von "NUB" über "Rayson" bis "Statler" bisweilen zu vergessen scheinen!

Dienstag, Mai 27, 2008

Das war's. Noch lange nicht!

DSDS war nicht umsonst! Und in meinem Falle auch nicht kostenlos, aber sei's drum. Mit Fady Maalouf, der für mich die musikalische Entdeckung des Jahres bleibt, gibt es schon morgen abend im ZDF um 23.15 Uhr ein Wiedersehen bei Kerner!

Mein geschätzter Blogger-Kollege Felix del Mar, für dessen freundliche Worte ich an dieser Stelle einmal ausdrücklich danken möchte, braucht sich auch keine Sorgen zu machen: meinem Habibi wird auf diesem Blog auch in Zukunft der Platz eingeräumt, der dem Superstar der Herzen zukommt.

Wer zu Fadys weiteren Plänen gerne auf dem laufenden bleiben möchte, dem sei an dieser Stelle wärmstens seine offizielle Fanpage www.Fady-Maalouf.net anempfohlen!

Desweiteren möchte meinen geneigten Lesern und Freunden die erste Single "Blessed" dieses jungen Künstlers ans Herz legen, die Ihr bei Amazon bereits vorbestellen könnt.

Böse Blogger haben keine Lieder. Darum auf vielfachen Wunsch hier noch einmal die musikalischen Leckerbissen des letzten DSDS-Finales vom 17. Mai:



dsds 2.Fady in HDTV - MyVideo



dsds 2.Fady in HDTV - MyVideo



dsds 2.Fady in HDTV - MyVideo



DSDS - Finale - Duett: Fady und Thomas - My Way - MyVideo


Und als "Kirsche auf dem Kuchen" hier noch eine Grußbotschaft von Fady himself:




Sobald ich erste Konzerttermine weiß, werde ich die natürlich auch auf meinen Blog stellen. Als Fady-Fan der ersten Stunde werde ich auch weiterhin am Ball bleiben! Ehrensache!

Montag, Mai 26, 2008

Wenn Nachtigallen von Polit-Rülpsern übertönt werden

Ohne jeden Anflug von Ironie: Wer durch DSDS verwöhnt ist – vor allem durch die musikalischen Darbietungen von Monika Ivkic, Linda Teodosiu, Thomas Godoj und ganz besonders Fady Maalouf - dem bereitete das am Samstag via ARD übertragene Festival der Grausamkeiten oder wie der Tagi schrieb: „Wettbewerb der Geschmacklosigkeiten“, in Belgrad körperliche Schmerzen.

Nicht erst das Desaster der – um der Wahrheit die Ehre zu geben: grottenschlechten - „No Angels“, sondern die seit über einem Vierteljahrhundert nicht enden wollende Chronik deutscher Grand Prix-Pleiten sollte aber nun auch dem letzten unverbesserlichen Lord-Ralph-Siegel-Bewahrer deutscher Song-Contest-Begeisterung die Augen für die schlichte und unabweisbare Tatsache öffnen, daß deutscher Massengeschmack nun einmal nicht europakompatibel ist.

Der bekannte Euro-Skeptiker Daniel Hannan stellt derweil in einer Rundmail den ganzen Osteuropa-lastigen Stimmenverschiebe-Basar aus betont angelsächischer Sicht infrage und zugleich erfrischenderweise Parallelen zur ebenfalls byzantinesken EU her:


Better Off Out... Of Eurovision

Here’s a heartening piece of trivia: no two Eurovision contestants have ever fought a war against each other. The constituent Yugoslav republics were admitted to the competition following their peace accords. Armenia and Azerbaijan likewise. Is the Eurovision Song Contest a price worth paying for peace in Europe?

Peace is, of course, the traditional justification for that other 52-year-old international outfit, the European Union. Its members have never fought each other either – although this has more to do with the defeat of fascism, the spread of democracy and the American alliance than with the Euro-apparat. Still, “peace” is a pretty knock-down way of closing down an argument. You think that the EU isn’t democratic? Look at the cemeteries in Flanders! You worry about the unaudited accounts? You warmonger! You’re against the European Constitution? What’s your alternative – genocide? (
This last argument really was put, by the Swedish Commissioner, Margot Wallström, at the Theresienstadt concentration camp.)

The Eurovision song contest, like the EU, is based on a measure of cant. “I always find the word Europe in the mouths of those who want something that they don’t dare demand for their own nation,” remarked Bismarck. Just as the EU is a handy way of securing olive subsidies or fishing quotas, so Eurovision, especially since it adopted the phone-in voting system, has divided into regional alliances: a Baltic/Nordic bloc, a Balkan league, a diaspora Turkish vote. In both cases, the British are nagged by a suspicion that not everyone is playing by the spirit of the rules.

Multi-national organisations place a premium on the simple, the facile, the babyish. Eurocrats tend to speak and think in cliché: “respecting the principles of subsidiarity and proportionality”, “bringing Europe closer to the citizen”. These phrases are always machine-gunned out: if the speaker stopped to ponder what he was saying, he’d realise he was talking balls. It’s what Orwell called duckspeak: making articulate speech issue from the larynx without involving the higher brain centres at all.

Eurovision, aimed at a multi-lingual audience, carries duckspeak to its fullest conclusion. Look at the entries over the years: “Ring dinge-ding” (Netherlands), “La la la” (Spain), “Boom bang-a-bang” (UK), “Ding-a-dong” (Netherlands, again) “Do re mi” (Norway), “Diggi-loo diggi-ley” (Sweden).

Here, though, is the most striking parallel. When we first watched Eurovision, our pleasure was enhanced by the thought that not everyone treated the thing as a joke. We British might understand the camp humour, but surely someone somewhere – a grave Macedonian shepherd, or perhaps a swag-bellied Hollander – was earnestly cheering on his national entry. As time passes, though, we realised that even the most Ruritanian countries also saw the kitsch side.

So it has proved with the EU. For a long time, it seemed that the British were the only people not getting into the spirit of things. Now we find that whenever any country is given a referendum, it votes “No”.

No one would invent the EU or Eurovision today. They are awkward hangovers from the 1950s. But we keep them going because so many people find them a useful way to make a living. Oh, and one more thing: Britain and Germany pay disproportionately for both organisations, but get no thanks from either.


Einer der wenigen Lichtblicke in diesem ansonsten an Glanzlichtern eher armen Eurovisions-Spektakel war nach meinem Dafürhalten der Beitrag Israels. Wäre ich so simpel gestrickt wie die Medienkapitäne Döpfner (immerhin promovierter Musikwissenschaftler!) und Diekmann, die mit den Presse-Erzeugnissen ihres Hauses einen jungen Libanesen um JEDEN Preis als DSDS-Gewinner verhindern wollten und zu diesem Behufe wirklich in die untersten Schubladen griffen, und würde ich den Triumph polit-ressentiment-bestimmter Gesinnung über das musikalische Hör- und Urteilsvermögen bei mir selbst zulassen, also auf einen Narren einen anderthalben setzen, dann dürfte ich nicht sagen, was ich jetzt sage:

Boaz Mauda, der Gewinner von Kokhav Nolad, der israelischen Variante von DSDS, der in seiner Heimat wegen seiner familiären Wurzeln den Ehrentitel „Jemenitische Nachtigall“ trägt, hat in Belgrad mit Abstand den besten und überzeugendsten Auftritt abgeliefert:




Mit einer glockenklaren Stimme, viel Gefühl, ohne Pyrotechnik und Brimborium und mit Ke’ilo kan („Fire in Your Eyes“) , einer wunderschönen epischen Ballade, die zudem überwiegend in Hebräisch vorgetragen wurde, was dem ursprünglichen völkerverbindenden Geist des Grand Prix früher einmal entsprochen hätte, setzte er künstlerisch Maßstäbe. Hätte Israel in der europäischen Öffentlichkeit eine bessere Presse (um es vorsichtig auszudrücken), er hätte es deutlich weiter bringen können als bloß bis Platz 9. Aber so ist das nun einmal, wenn Politik und Ideologien sich anschicken, mit ihren trivialen Rülpsern in die Welt der Musik einzudringen und dort alle feineren Klänge überdröhnen. Bei DSDS nicht anders als beim ESC.

Donnerstag, Mai 15, 2008

Mein Habibi - Deutschlands Superstar!

Unter Druck, so sagt man, wird Kohle zu Diamant. Die Gültigkeit dieser Weisheit hat bei DSDS seit Beginn dieser Staffel keiner so eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie der Mann, dem dieser Blog schon von Anfang an die Treue hält: Fady Maalouf. Wer wie ich das unverschämte Glück hatte, gleich zweimal live eine Mottoshow, und dann auch noch das Halbfinale, mitzuerleben, in dem drei absolute Spitzentalente (neben Fady die beiden Riesentalente Linda Teodosiu und Thomas Godoj) mit Premium-Auftritten um die Gunst der Zuschauer warben, ist ohnehin schon privilegiert, da bei Grundy und RTL schon seit Wochen alles restlos ausverkauft ist. Wenn man dann noch die Gelegenheit bekommt, seinen Lieblingsstar leibhaftig kennenzulernen, ist das ein unbeschreibliches Gefühl und krönendes Erlebnis, das man so schnell nicht vergessen wird.



Dabei sah es noch zwei Tage vor dem Event am zurückliegenden Samstag ganz und gar nicht danach aus, als würde ich zu ausgelassener Freude allzuviel Anlaß haben. Ausgerechnet mein Superstar-Kandidat Fady, so die schockierende Meldung, habe sich eine Kehlkopfentzündung zugezogen, bekomme nun Antibiotika und ihm sei absolutes Sprechverbot verordnet worden. Proben seien infolgedessen auch nicht möglich. Ein weiteres schlechtes Omen, nachdem sich die deutschen Leitmedien (und ihre Online-Metastasen) ohnehin schon beinahe gleichgeschaltet auf ein Finale Linda vs. Thomas festgelegt und dabei den dritten Bewerber weitgehend marginalisiert hatten und auch diverse Internet-Umfragen ebenfalls wenig verheißungsvoll ausfielen? Nun also zu allem Unglück auch noch ein gesundheitlich angeschlagener Fady? Doch, wie heißt es bei Hölderlin: "Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch".

Mehr als einmal schon hat der Kämpfer Fady Maalouf gezeigt, welche inneren Kraftreserven er zu mobilisieren imstande ist, gerade dann, wenn der Druck besonders hoch ist und schwächere Naturen sich fatalistisch in ihr vermeintlich vorgezeichnetes Schicksal fügen würden: Nach der ersten Mottoshow, als er (trotz eines gelungenen Auftritts mit "Helpless when she smiles") bis zum Schluß vorne stehen mußte, galt er der junge Libanese vielen Auguren als der prädestinierte Wackelkandidat, der als nächster seinen Hut werde nehmen müssen. Doch dann geschah das Unvorhersehbare: Mit dem Patrick-Swayze-Hit "She is like the wind" aus dem Film "Dirty Dancing" sang er sich nicht nur in die Herzen der Zuschauer, sondern er überzeugte auch den ihm bis dato reserviert gegenüberstehenden Poptitanen Dieter Bohlen, der ihm mit den Worten "Du warst heute der Beste!" den Ritterschlag verlieh. Es folgten eine Reihe glanzvoller Auftritte, und immer war Fady dann am stärksten und überragte seine Mitbewerber, wenn nach menschlichem Ermessen keiner mehr damit gerechnet hätte. An jenem Samstag etwa, als er in einer der schäbigsten Pressekampagnen, die diese an Medienskandalen nicht eben arme Republik je gesehen hatte, quasi zum Abschuß freigegeben werden sollte, bestach er mit "Your Song" von Elton John nicht nur durch seine gesangliche Perfektion und verzauberte durch sein ganzes Herzblut, sondern zeigte auch ein bewundernswertes Maß an Nervenstärke und Charakterfestigkeit, das aller Ehren wert ist und wie es selbst von den ganz Großen in der Musikbranche die wenigsten wirklich besitzen. Dieter Bohlen, der, was immer man von ihm halten mag, zweifellos ein feines Gespür für echte Talente hat, verneigte sich vor ihm mit den Worten "Du hast heute Deine ganze Klasse unter Beweis gestellt."

Vor drei Wochen schließlich brach Fady einen Tag vor der Top-5-Show mit Kreislaufkollaps zusammen, Notärzte rückten an, die Fangemeinde war in heller Aufregung. Somit fehlte ihm die an und für sich nötige Zeit zum Einstudieren von gleich zwei Titeln, mein eigener Puls raste vor dem Fernsehgerät, ich befürchtete das Schlimmste. Wie schon einmal löste sich meine Sorge mit den ersten Takten auf in Heiterkeit, dann in Begeisterung. Mit seiner ersten Uptempo-Nummer "Never gonna give you up" von Rick Astley hat Fady, dessen Hüftschwung vor allem die weiblichen Fans in Verzückung, ja in Ekstase versetzte, all jene glänzend widerlegt, die in ihm nur den Schmalspur-Schnulzenheini sehen wollten. Und sein mit jeder Faser seines Herzens schwingendes "All by myself" von Eric Carmen ist in meinen Augen geradezu das Entrée-Billett für die ganz großen Bühnenbretter dieser Welt.

Nach seinem ersten - und gleichsam bravourösen - Auftritt mit einem deutschen Titel ("Und wenn ein Lied" von den Söhnen Mannheims) am 3. Mai hätte Fady Maalouf eigentlich auch in der mainstream-Presse als neuer Favorit gehandelt werden müssen. Doch einschlägige Boulevard-Gazetten und diverse Jugendzeitschriften zogen es stattdessen vor, an der erkennbaren Publikumsmeinung vorbeizuschreiben - und fielen damit eindrucksvoll auf die Nase. Das elitistisch-dünkelhafte Selbstverständnis der publizistischen Meinungsbildner, welches Altmeister Erich Böhme, ein Fossil der Bonner Republik, einmal in die einprägsame Formel "Wir müssen den Leuten sagen, wie sie die Dinge zu sehen haben" gegossen hat, ist in einer multimedialen, interaktiven Welt gottseidank obsolet geworden.

Unter die Haut ging im Halbfinale neben den erstklassigen gesanglichen Leistungen auch das Statement von Fadys Vater, das von einer Größe zeugt, die man nur mit höchstem Respekt quittieren kann:


DSDS - 8.Mottoshow - Fady Maalouf (der Einspieler) - MyVideo


Für alle, die nicht dabeigewesen sind, hier noch einmal die drei kolossal größten Auftritte, die in einer deutschen Castingshow je zu sehen waren:



Fady - You raise me up - MyVideo



DSDS: Fady Maalouf - MyVideo


Seine gigantisch gute Swing-Nummer "Feeling good" von Michael Bublé widmete Fady seinen Eltern und seiner Familie - sowie, für mich sehr berührend, seiner "zweiten Familie": seinen Fans in Deutschland, Österreich und Schweiz. Gipfelstürmer Fady hat mit diesem genialen Auftritt seine absolute Vielseitigkeit unter Beweis gestellt: der Balladenkaiser ist in Personalunion ein ebenso begnadeter King of Swing:



DSDS - Halbfinale - Fady Maalouf - Feeling good - MyVideo




Keine Frage: wer so eine charismatische Bühnenpräsenz zeigt und eine einfach nur bewundernswert grandiose, sich von Woche zu Woche sogar noch kontinuierlich steigernde Leistung hinlegt, wer sich von Kehlkopfentzündungen, Koffeinschocks und medialem Kesseltreiben nicht aus der Bahn werfen läßt, der hat nicht nur das Zeug zum Superstar in Deutschland, sondern zum Weltstar! Wer vollgepumpt mit allen möglichen Medikamenten und unter erschwerten Bedingungen so granatenmäßig abhebt wie Fady am letzten Samstag, vor dem kann ich mich nur noch in Demut verneigen.

Unbestrittenermaßen ist der weithin als Favorit gehandelte Rocker Thomas Godoj ein wirklich starker Konkurrent. Wieder sieht sich Fady in die Rolle des Herausforderers gedrängt, der "underdog", wie man in den US-amerikanischen Primaries sagen würde. Wieder sehen die meisten Umfragen Fady hinten und den Kontrahenten Thomas vorne. Wieder einmal rechnen die wenigsten mit Fady.

Frontrunner Thomas Godoj hat nicht nur ein großes Talent, mit seiner leger-unkomplizierten Art ein sehr einnehmendes Wesen, jahrelange Bühnenerfahrung und die quantitativ stärkere Fanbase auf der Aktivseite - er kann sich auch auf den erforderlichen medialen Rückenwind der großen Verlagshäuser - die ihn als einzigen Bewerber bislang auffällig schonten - verlassen. Und dennoch ist die Messe für ihn noch nicht gelesen. Dem aufmerksamen Zuschauer wird nicht entgangen sein, daß Thomas "Go(tt)doy", wie er von seinen ihn frenetisch feiernden Fans genannt wird, seine stärksten Momente ganz am Anfang der Staffel hatte und bisweilen den Eindruck hinterläßt, als habe er seinen Zenit bereits überschritten. Daß er spürbar nachgelassen hat und die komfortable Favoritenrolle, in die er hineingeschrieben und -geschoben wurde, sich wie ein süßes Gift auf seine doch erkennbar abfallende Leistungsbilanz auswirkte, ist schon desöfteren angemerkt worden. Auch wenn man speziell im Ruhrpott das Gefühl hat, er stünde kurz vor der Heiligsprechung, so sei doch vor allzuviel auftrumpfender Siegesgewißheit im Thomas-Lager gewarnt: Auf jede Hybris folgt bald die Nemesis, eine Go(tt)doy-Dämmerung warf bereits in den letzten Mottoshows ihre ersten Schatten voraus.

Natürlich können theoretisch beide Bewerber am Samstag als Sieger aus dem zum jetzigen Zeitpunkt völlig offenen Rennen gehen und bei keinem der beiden wäre es unverdient. Für keinen der beiden ist es eine Schande, gegen den jeweils anderen zu unterliegen. Und: wer von 30 000 Bewerbern um Deutschlands begehrteste Musikkrone den Titel des "Vizekönigs" abstaubt, wird auf keinen Fall wieder in der Versenkung verschwinden. Denn da gehören weder Fady, noch Thomas noch die Drittplazierte Linda hin!

Dennoch wünsche ich mir persönlich natürlich niemand anderen als Superstar als meinen Habibi Fady Maalouf. Weil er es von allen am allermeisten verdient hat! Das Online-Portal Letmeentertainyou.de appelliert denn auch völlig zu Recht an die TV-Nation und nennt noch einmal 10 verdammt gute Gründe, am Samstag den Fady auf den Platz zu stellen, der ihm zusteht: auf das Siegertreppchen! Dieser Mann ist ein Glücksfall für unser Land!

Ihm, der inzwischen wirklich ein Freund geworden ist, verdanke ich vor allem eines: einen wunderbaren Urlaub von der Politik, der sich auch in der Politikabstinenz meiner Bloggerei der letzten Wochen niederschlug, (sehr zum Verdruß der meisten meiner Leser) und ein Eintauchen in eine faszinierende, für mich neue Welt, sowie ganz viele neue, ungemein liebenswerte Bekanntschaften, aus denen sich durchaus Freundschaften entwickeln können. Und so habe ich mich mit Musik und Fankult einfach mal berauscht und dachte nicht an den steigenden Faschismuspegel der BRD und den eklatanten Rechtsdrall der libertär-liberalen Szene, sondern entdeckte, daß es im Leben auch noch etwas anderes gibt, als immer wieder nur sich dem Magengeschwüre auslösenden Dauerfrust hinzugeben über politische Zustände und Zeitläufte, die wir alle letzten Endes doch nicht ändern können. Für mich, der ich von meinem 13. bis zu meinem 31. Lebensjahr Politik (auch als libertäre "Anti-Politik", denn auch ein "Anti" setzt das Verneinte eben voraus, wie wir bei José Ortega y Gasset lernen) als Lebenselixier benötigte, ist das eine sehr schöne Erfahrung und ein Glück zu sehen, daß es auch ohne geht und man sich den "Kick" auch von woanders herholen kann. Meine wahren Freunde gönnen mir diese heilsame Auszeit, sehen milde über meine dabei bisweilen entwickelte Leidenschaftlichkeit bei der Sache hinweg und rufen vielleicht auch am Samstag das eine oder andere Mal für Fady an. Damit der Hennig seinen Willen kriegt und endlich Ruhe gibt! ;-)

Mittwoch, Mai 07, 2008

Fady ist kein Viagra-Kind - er steht von selber!

Am zurückliegenden Samstag hatte ich durch Zufall das unerwartete Vergnügen, bei der 7. Mottoshow von "Deutschland sucht den Superstar", dem Flaggschiff aller Trash-TV-Formate, live im Coloneum zu Köln dabeisein zu dürfen. Diesen Ausflug in die Welt des Boulevards (manche meiner Leser würden wohl sagen: "des geistigen Präkariats"; aber denen sei der alte Spruch "Hoffahrt kommt vor dem Fall!" ins Stammbuch geschrieben!) empfand ich als eine recht angenehme, aber auch sehr lehrreiche Erfahrung. Hals über Kopf bin ich, der ich als Teenie eigentlich nie eine echte Fan-Persönlichkeit entwickelt hatte, eingetaucht in eine berauschend-aufregende Atmosphäre der Begeisterung und der Leidenschaft, wie ich sie bei den meisten meiner extrem kopflastigen und auf Reputierlichkeit mehr als auf Kampfgeist abonnierten libertären Freunde sonst so schmerzlich vermisse. Andere Libertäre gehen zum Ausgleich ins Fußball-Stadion, ich bevorzuge eben die Arena der Populärmusik. Jedem Tierchen sein Plaisierchen.

Daß ich bei DSDS einen Favoriten habe, dürfte selbst flüchtigen Lesern meines Blogs nicht entgangen sein und so war es mir eine große Ehre und Freude zugleich, Fady Maalouf einmal persönlich erleben zu dürfen, aber nicht nur ihn, sondern auch seine eigens von RTL aus dem Libanon nach Deutschland geholten Eltern und andere Familienangehörige kennenzulernen.




Mich persönlich hat dabei vor allem das Understatement und der seinesgleichen suchende Sportsgeist von Herrn Maalouf, Fadys Vater, schwer beeindruckt, als dieser in der Sendung sagte, man wünsche allen Kandidaten viel Glück, weil alle großartige Leistungen gebracht hatten. Im Zuschauerraum spürte man: das war die höchst ungewöhnliche Premiere in einer Sendung, in der es sonst eher die Regel ist, daß Eltern unter Einsatz der moralischen Nötigungskeule tausenderlei Gründe finden (und erfinden), warum gerade ihr Filius oder ihre Göre der oder die Einzige seien, deren Ambitionen auf die DSDS-Krone gerechtfertigt seien, angereichert gerne noch mit ein paar Seitenhieben auf die lästige Konkurrenz. Die Größe von Fadys Vater, auch die Leistungen der anderen anzuerkennen und zu würdigen, hatte bisher jedenfalls noch keiner aufgebracht! Und so beweist Fady durch sein Auftreten die ganze Staffel hindurch wie nun auch die ganze Familie Maalouf, daß es durchaus möglich ist, in einen Ausscheidungswettbewerb mit harter Konkurrenz dennoch mit Würde und Anstand zu gehen. Eine Erkenntnis freilich, die nicht jeden erreicht.

Nach der Sendung blieb es dann nämlich dem immer etwas halbseiden wirkenden Flavius Teodosiu, dem Vater von Linda Teodosiu, die für ihre 16 Jahre zweifellos eine beeindruckende Stimmgewalt und auch Bühnensicherheit aufweist, vorbehalten, auf der Niveau-Skala den zu den Maaloufs entgegengesetzten Endpunkt zu markieren. Anlaß war die tränenreiche Wiedersehensfreude über einen von RTL arrangierten Überraschungsbesuch der Eltern Maalouf bei Fady in Deutschland, der sich seit langem nichts sehnlicher wünschte, als endlich wieder einmal körperlichen Kontakt mit seinen Eltern zu haben und der dann eben, als sein Wunsch ihm erfüllt wurde, menschliche Reaktionen zeigte, wie man hier sehen kann:




Fady Maalouf - MyVideo


Herr Teodosiu ließ es sich angelegen sein, hierzu vor laufender Kamera ein paar deplazierte, auf diesem Blog keineswegs zitierfähige Bemerkungen zu kolportieren, die den Juror (und selbsternannten Vorsitzenden des "Linda-Fanclubs"!) Andreas "Bär" Läsker dazu veranlaßten, Teodosiu senior dringend etwas mehr Zurückhaltung anzuempfehlen - nicht zuletzt auch im Interesse seiner eigenen Tochter, der er mit solchen Entgleisungen zunehmend schade.

Überhaupt scheint mir bemerkenswert zu sein, wie wenig angekränkelt das Linda-Lager von Skrupulösität ist, wenn es gilt, sie mit aller Macht und Brachialgewalt ins Finale zu boxen. Das Mädchen, dem ein großes Talent überhaupt nicht abzusprechen ist, kann einem ob dieses familiären Umfeldes nur leidtun!

Ein gewisser Hautgout bleibt beim Betrachter auch haften, wenn die Jugendzeitschrift BRAVO in ihrer letzten Ausgabe Linda aufs Cover bringt - weitestgehend entkleidet und nur in eine Deutschland-Flagge gehüllt - eine Aktion, von der sie nach ihren eigenen Angaben ihr Vater erst mühsam "überzeugen" mußte. Bei der vom Heinrich-Bauer-Verlag herausgegebenen BRAVO scheinen inzwischen sämtliche Sicherungen durchgebrannt zu sein, denn über Lindas Konkurrenten Fady Maalouf heißt es dort in einem merkwürdig bestellt wirkenden Schmäh-Artikel in der heutigen Nummer:

"Seine Stimme berührt nicht wirklich!"

Das ist nach Meinung aller Beobachter so ziemlich die bizarrste Kritik, die man an Fady, dem übereinstimmend und kontinuierlich von allen drei Juroren und den Zuschauern Woche für Woche attestiert wird, ein unbeschreibliches Gefühl in der Stimme zu haben und der auch schon von der BRAVO selbst in einer wenige Wochen zurückliegenden Ausgabe zum "König der Gefühle" gekrönt wurde, üben kann. Alles in allem ist das Erscheinen drei Tage vor dem Halbfinale ein höchst suspekter Vorgang, der Fragen nach der journalistischen Unabhängigkeit der Autorin durchaus Berechtigung gibt. Für den Heinrich-Bauer-Verlag könnte sich der Spaß - auch im Hinblick auf den Kodex des Deutschen Presserats - am Ende noch als ein Ritt auf der Rasierklinge erweisen, sollten Gerüchte, daß Herr Teodosiu einen ungebührlichen Einfluß auf die redaktionelle Gestaltung dieses grotesken Traktätchens hatte, sich bestätigen.

Die sehr tendenziöse, und einseitig zu Lasten von Fady Maalouf gehende Berichterstattung von Bauers BRAVO und Springers BILD verfestigt bei mir zunehmend den Eindruck, daß hier auf brutalstmögliche Weise und mit allen Registern der Massensuggestion ein bestimmtes Ergebnis im Finale herbeigeschrieben werden soll.

Der einzige der drei noch im Rennen verbliebenen Kandidaten, der, wie die Höchberger JuLis richtig bemerken, "nur durch eigene Leistung glänzt und sich dabei nicht darauf verlassen kann, dass einflußreiche Clans und mächtige Verlagshäuser ihn mit künstlichen Medienhypes protegieren" ist eben Fady. Er könnte gerade deshalb am Ende mehr sein als der "Superstar der Herzen", der er heute schon ist, wenn die Menschen das Spiel durchschauen. Was sie erfahrungsgemäß doch häufiger tun, als es den spin doctors und trickreichen Kommunikationsstrategen diverser Medienkonzerne lieb ist, sonst wäre Barack Obama in den USA auch schon längst weg vom Fenster.

Vor diesem Hintergrund scheint mir auch die ungetrübte Freude, die bei eingefleischten Linda-Fans das Bohlen-typische Lob: "Du bist ein Viagra-Kind! Willst immer nach oben!" auslöst, etwas skurril und wenig durchdacht zu sein. Denn in der Tat unterscheidet Linda und Fady genau das: Fady ist kein Viagra-Kind! Fady Maalouf kommt gänzlich ohne künstliche Stimulanzien (wie etwa das BRAVO-Cover) "nach oben", bei ihm muß aber auch nicht mit Vitamin B nachgeholfen werden, um erwünschte Effekte der Massenbegeisterung zu erzielen! Fady Maalouf ist der Kandidat, der im Verlaufe dieser Staffel nicht medialen Rückenwind, sondern in aller Regel Gegenwind, bis hin zum Versuch der Demontage seiner Persönlichkeit, zu spüren bekam. Und er steht immer noch!

Um mal in Dieters eigentümlichem Duktus zu bleiben: Fady steht von selber!


Nachtrag:

Auf Letmeentertainyou.de noch 10 Gründe, die für Fady Maalouf als neuen Superstar sprechen!

Kein Endorsement, aber immerhin

Ein paar anerkennende Worte für Barack Obama von Ron Paul.

Dienstag, April 29, 2008

Weltklasse

wird Fady Maalouf auch von Julien Germain attestiert:

Fady Maalouf in Höchstform

Keiner der Nachwuchskünstler bei der Talentshow “Deutschland sucht den Superstar” hat in letzter Zeit so viel Aufsehen erregt wie Fady Maalouf. Dabei aber ging es bei Weitem nicht nur um seine gute Stimme. Das Kind aus dem Libanon, das schwere Zeiten des Krieges über sich ergehen lassen musste, darf in Deutschland endlich wieder die Sonne aufgehen sehen. Und das mit Recht. Denn dieser junge Mann besitzt eine solch klang- und kraftvolle Stimme, als hätte er ein ganzes Orchester verschluckt. Seine fady-typischen Gesangsvibrationen unterstreichen dies mehrfach wie eine unbezahlbare Stradivari-Geige und lassen den Zuhörer von einer friedlicheren Welt träumen, die wir doch alle so nötig hätten.

Fady hat Weltklasse

Vor seinem letzten Auftritt im Kölner Coloneum hatte Maalouf vom Kaffeetrinken einen Koffein-Schock erlitten und brach zusammen. Somit hatte er keine Möglichkeit mehr, seine musikalischen Beiträge gebührend zu proben. Jury und Zuschauer aber honorierten seine Bühnenpräsenz ohne Abstriche, während Fadys Leistungen, selbst unter Berücksichtigung aller kleinsten Fehler, bereits Weltklasse erzielte. Für diesen Jungstar ist eines gewiss: Er ist schon heute Superstar, weil er seinen Weg meistern wird. Dass dem so ist, sahen wir an der Tatsache, dass Fady Maalouf von Beginn an eine kontinuierliche und zudem gesteigerte Leistung zeigte.