Tuesday, November 13, 2007

Farbe bekennen!

Unter http://www.wofuer-stehst-du-ein.de/ findet jetzt ein Wettbewerb statt, an dem sich möglichst viele radikalliberale und libertäre Freunde mit eigenen (Wort-, Bild- und Film-) Beiträgen beteiligen sollten. Die Initialzündung zu dieser spannenden Aktion ist der aufrüttelnde und tiefgreifende Debatten über das amerikanische Selbstverständnis auslösende Film von und mit Robert Redford "Von Löwen und Lämmern" (seit 8. November in den Kinos), der die gesamte Außenpolitik der USA und ihrer Verbündeten seit dem 11. September 2001 reflektiert, sie einer schonungslos gründlichen Vivisektion unterzieht und damit stellvertretend das moralische Versagen des gesamten Establishments der "freien Welt" auf dramatische Weise vor Augen führt.

Redford wendet sich mit diesem durchaus mit Pathos versehenen Film vor allem an die eigenen Landsleute, die die Frage schon in Bälde zu beantworten haben werden, ob sie sich auf ihre Verfassung und die ihr zugrundeliegenden basic values zurückbesinnen wollen oder ob sie weiterhin dem aggressiv kriegstreiberischen Machtapparat aus big business und big government die unangefochtene Total-Herrschaft über ihre einstmals "Land of the Free" genannte Republik gestatten wollen.

Die zur Zeit im Internet zu beobachtende Ron Paul Revolution, eine Graswurzelbewegung, die vor allem bei jungen Amerikanern in den Köpfen und Herzen Anklang und immer mehr begeisterte Anhängerschaft findet, läßt hoffen, daß diese Nation immer noch über genügend geistig-sittliches Potential verfügt, um sich ihr Land von den Machteliten zurückzuerobern.

Wie für den linkslibertären Blogger "The Osterly Times" ist auch für mich der eigentliche Schlüsselsatz der Ausspruch des von Redford gespielten Politikprofessors Malley:
"They bank on your apathy, they build strategies around it."

Besonders besticht in diesem engagierten Hollywood-Streifen eine überragende Meryl Streep in der Rolle der altgedienten linksliberalen Washington-Korrespondentin Jane Roth, die sich in ihren Dialogen mit dem von Tom Cruise überzeugend gespielten smarten und eloquenten republikanischen Senator Jasper Irving (den als zynischen Bösewicht zu identifizieren die auf Grautöne und Ambivalenzen setzende Inszenierung des ganzen Filmes eben gerade nicht ermöglicht) ein rhetorisches Duell liefert, das es in sich hat, und den Zuschauer ziemlich zerknittert und nachdenklich in den Kinosessel drückt. - Und da sage nochmal einer, Kino sei ein rein auf sinnliche Eindrücke ausgerichtetes Medium und könne nicht intellektuell anspruchsvoll sein! Kurzum: ein Film, dessen Besuch sich in diesen kalten Novembertagen auf jeden Fall lohnt (auch wenn Gene Callahan das anders sieht)!

3 comments:

kno said...

"Schicke deinen Text bis zum 4. November per Mail an schreibwettbewerb@jetzt.de. Das Ergebnis wird am 12. November hier veröffentlicht."

;-)

tja zu spät !!! :-(

Anonymous said...

irgendwie idiotisch wenn der film erst am 8. November, also einen tag vor dem informationellen ermächtigungsgesetz des reichstages, in die lichtspielhäuser kam!

Burkhard von Grafenstein said...

Ich versuche mit meinem Blog für Wahrheit, Ordnung und Freiheit einzustehen.