Thursday, May 15, 2008

Mein Habibi - Deutschlands Superstar!

Unter Druck, so sagt man, wird Kohle zu Diamant. Die Gültigkeit dieser Weisheit hat bei DSDS seit Beginn dieser Staffel keiner so eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie der Mann, dem dieser Blog schon von Anfang an die Treue hält: Fady Maalouf. Wer wie ich das unverschämte Glück hatte, gleich zweimal live eine Mottoshow, und dann auch noch das Halbfinale, mitzuerleben, in dem drei absolute Spitzentalente (neben Fady die beiden Riesentalente Linda Teodosiu und Thomas Godoj) mit Premium-Auftritten um die Gunst der Zuschauer warben, ist ohnehin schon privilegiert, da bei Grundy und RTL schon seit Wochen alles restlos ausverkauft ist. Wenn man dann noch die Gelegenheit bekommt, seinen Lieblingsstar leibhaftig kennenzulernen, ist das ein unbeschreibliches Gefühl und krönendes Erlebnis, das man so schnell nicht vergessen wird.



Dabei sah es noch zwei Tage vor dem Event am zurückliegenden Samstag ganz und gar nicht danach aus, als würde ich zu ausgelassener Freude allzuviel Anlaß haben. Ausgerechnet mein Superstar-Kandidat Fady, so die schockierende Meldung, habe sich eine Kehlkopfentzündung zugezogen, bekomme nun Antibiotika und ihm sei absolutes Sprechverbot verordnet worden. Proben seien infolgedessen auch nicht möglich. Ein weiteres schlechtes Omen, nachdem sich die deutschen Leitmedien (und ihre Online-Metastasen) ohnehin schon beinahe gleichgeschaltet auf ein Finale Linda vs. Thomas festgelegt und dabei den dritten Bewerber weitgehend marginalisiert hatten und auch diverse Internet-Umfragen ebenfalls wenig verheißungsvoll ausfielen? Nun also zu allem Unglück auch noch ein gesundheitlich angeschlagener Fady? Doch, wie heißt es bei Hölderlin: "Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch".

Mehr als einmal schon hat der Kämpfer Fady Maalouf gezeigt, welche inneren Kraftreserven er zu mobilisieren imstande ist, gerade dann, wenn der Druck besonders hoch ist und schwächere Naturen sich fatalistisch in ihr vermeintlich vorgezeichnetes Schicksal fügen würden: Nach der ersten Mottoshow, als er (trotz eines gelungenen Auftritts mit "Helpless when she smiles") bis zum Schluß vorne stehen mußte, galt er der junge Libanese vielen Auguren als der prädestinierte Wackelkandidat, der als nächster seinen Hut werde nehmen müssen. Doch dann geschah das Unvorhersehbare: Mit dem Patrick-Swayze-Hit "She is like the wind" aus dem Film "Dirty Dancing" sang er sich nicht nur in die Herzen der Zuschauer, sondern er überzeugte auch den ihm bis dato reserviert gegenüberstehenden Poptitanen Dieter Bohlen, der ihm mit den Worten "Du warst heute der Beste!" den Ritterschlag verlieh. Es folgten eine Reihe glanzvoller Auftritte, und immer war Fady dann am stärksten und überragte seine Mitbewerber, wenn nach menschlichem Ermessen keiner mehr damit gerechnet hätte. An jenem Samstag etwa, als er in einer der schäbigsten Pressekampagnen, die diese an Medienskandalen nicht eben arme Republik je gesehen hatte, quasi zum Abschuß freigegeben werden sollte, bestach er mit "Your Song" von Elton John nicht nur durch seine gesangliche Perfektion und verzauberte durch sein ganzes Herzblut, sondern zeigte auch ein bewundernswertes Maß an Nervenstärke und Charakterfestigkeit, das aller Ehren wert ist und wie es selbst von den ganz Großen in der Musikbranche die wenigsten wirklich besitzen. Dieter Bohlen, der, was immer man von ihm halten mag, zweifellos ein feines Gespür für echte Talente hat, verneigte sich vor ihm mit den Worten "Du hast heute Deine ganze Klasse unter Beweis gestellt."

Vor drei Wochen schließlich brach Fady einen Tag vor der Top-5-Show mit Kreislaufkollaps zusammen, Notärzte rückten an, die Fangemeinde war in heller Aufregung. Somit fehlte ihm die an und für sich nötige Zeit zum Einstudieren von gleich zwei Titeln, mein eigener Puls raste vor dem Fernsehgerät, ich befürchtete das Schlimmste. Wie schon einmal löste sich meine Sorge mit den ersten Takten auf in Heiterkeit, dann in Begeisterung. Mit seiner ersten Uptempo-Nummer "Never gonna give you up" von Rick Astley hat Fady, dessen Hüftschwung vor allem die weiblichen Fans in Verzückung, ja in Ekstase versetzte, all jene glänzend widerlegt, die in ihm nur den Schmalspur-Schnulzenheini sehen wollten. Und sein mit jeder Faser seines Herzens schwingendes "All by myself" von Eric Carmen ist in meinen Augen geradezu das Entrée-Billett für die ganz großen Bühnenbretter dieser Welt.

Nach seinem ersten - und gleichsam bravourösen - Auftritt mit einem deutschen Titel ("Und wenn ein Lied" von den Söhnen Mannheims) am 3. Mai hätte Fady Maalouf eigentlich auch in der mainstream-Presse als neuer Favorit gehandelt werden müssen. Doch einschlägige Boulevard-Gazetten und diverse Jugendzeitschriften zogen es stattdessen vor, an der erkennbaren Publikumsmeinung vorbeizuschreiben - und fielen damit eindrucksvoll auf die Nase. Das elitistisch-dünkelhafte Selbstverständnis der publizistischen Meinungsbildner, welches Altmeister Erich Böhme, ein Fossil der Bonner Republik, einmal in die einprägsame Formel "Wir müssen den Leuten sagen, wie sie die Dinge zu sehen haben" gegossen hat, ist in einer multimedialen, interaktiven Welt gottseidank obsolet geworden.

Unter die Haut ging im Halbfinale neben den erstklassigen gesanglichen Leistungen auch das Statement von Fadys Vater, das von einer Größe zeugt, die man nur mit höchstem Respekt quittieren kann:


DSDS - 8.Mottoshow - Fady Maalouf (der Einspieler) - MyVideo


Für alle, die nicht dabeigewesen sind, hier noch einmal die drei kolossal größten Auftritte, die in einer deutschen Castingshow je zu sehen waren:



Fady - You raise me up - MyVideo



DSDS: Fady Maalouf - MyVideo


Seine gigantisch gute Swing-Nummer "Feeling good" von Michael Bublé widmete Fady seinen Eltern und seiner Familie - sowie, für mich sehr berührend, seiner "zweiten Familie": seinen Fans in Deutschland, Österreich und Schweiz. Gipfelstürmer Fady hat mit diesem genialen Auftritt seine absolute Vielseitigkeit unter Beweis gestellt: der Balladenkaiser ist in Personalunion ein ebenso begnadeter King of Swing:



DSDS - Halbfinale - Fady Maalouf - Feeling good - MyVideo




Keine Frage: wer so eine charismatische Bühnenpräsenz zeigt und eine einfach nur bewundernswert grandiose, sich von Woche zu Woche sogar noch kontinuierlich steigernde Leistung hinlegt, wer sich von Kehlkopfentzündungen, Koffeinschocks und medialem Kesseltreiben nicht aus der Bahn werfen läßt, der hat nicht nur das Zeug zum Superstar in Deutschland, sondern zum Weltstar! Wer vollgepumpt mit allen möglichen Medikamenten und unter erschwerten Bedingungen so granatenmäßig abhebt wie Fady am letzten Samstag, vor dem kann ich mich nur noch in Demut verneigen.

Unbestrittenermaßen ist der weithin als Favorit gehandelte Rocker Thomas Godoj ein wirklich starker Konkurrent. Wieder sieht sich Fady in die Rolle des Herausforderers gedrängt, der "underdog", wie man in den US-amerikanischen Primaries sagen würde. Wieder sehen die meisten Umfragen Fady hinten und den Kontrahenten Thomas vorne. Wieder einmal rechnen die wenigsten mit Fady.

Frontrunner Thomas Godoj hat nicht nur ein großes Talent, mit seiner leger-unkomplizierten Art ein sehr einnehmendes Wesen, jahrelange Bühnenerfahrung und die quantitativ stärkere Fanbase auf der Aktivseite - er kann sich auch auf den erforderlichen medialen Rückenwind der großen Verlagshäuser - die ihn als einzigen Bewerber bislang auffällig schonten - verlassen. Und dennoch ist die Messe für ihn noch nicht gelesen. Dem aufmerksamen Zuschauer wird nicht entgangen sein, daß Thomas "Go(tt)doy", wie er von seinen ihn frenetisch feiernden Fans genannt wird, seine stärksten Momente ganz am Anfang der Staffel hatte und bisweilen den Eindruck hinterläßt, als habe er seinen Zenit bereits überschritten. Daß er spürbar nachgelassen hat und die komfortable Favoritenrolle, in die er hineingeschrieben und -geschoben wurde, sich wie ein süßes Gift auf seine doch erkennbar abfallende Leistungsbilanz auswirkte, ist schon desöfteren angemerkt worden. Auch wenn man speziell im Ruhrpott das Gefühl hat, er stünde kurz vor der Heiligsprechung, so sei doch vor allzuviel auftrumpfender Siegesgewißheit im Thomas-Lager gewarnt: Auf jede Hybris folgt bald die Nemesis, eine Go(tt)doy-Dämmerung warf bereits in den letzten Mottoshows ihre ersten Schatten voraus.

Natürlich können theoretisch beide Bewerber am Samstag als Sieger aus dem zum jetzigen Zeitpunkt völlig offenen Rennen gehen und bei keinem der beiden wäre es unverdient. Für keinen der beiden ist es eine Schande, gegen den jeweils anderen zu unterliegen. Und: wer von 30 000 Bewerbern um Deutschlands begehrteste Musikkrone den Titel des "Vizekönigs" abstaubt, wird auf keinen Fall wieder in der Versenkung verschwinden. Denn da gehören weder Fady, noch Thomas noch die Drittplazierte Linda hin!

Dennoch wünsche ich mir persönlich natürlich niemand anderen als Superstar als meinen Habibi Fady Maalouf. Weil er es von allen am allermeisten verdient hat! Das Online-Portal Letmeentertainyou.de appelliert denn auch völlig zu Recht an die TV-Nation und nennt noch einmal 10 verdammt gute Gründe, am Samstag den Fady auf den Platz zu stellen, der ihm zusteht: auf das Siegertreppchen! Dieser Mann ist ein Glücksfall für unser Land!

Ihm, der inzwischen wirklich ein Freund geworden ist, verdanke ich vor allem eines: einen wunderbaren Urlaub von der Politik, der sich auch in der Politikabstinenz meiner Bloggerei der letzten Wochen niederschlug, (sehr zum Verdruß der meisten meiner Leser) und ein Eintauchen in eine faszinierende, für mich neue Welt, sowie ganz viele neue, ungemein liebenswerte Bekanntschaften, aus denen sich durchaus Freundschaften entwickeln können. Und so habe ich mich mit Musik und Fankult einfach mal berauscht und dachte nicht an den steigenden Faschismuspegel der BRD und den eklatanten Rechtsdrall der libertär-liberalen Szene, sondern entdeckte, daß es im Leben auch noch etwas anderes gibt, als immer wieder nur sich dem Magengeschwüre auslösenden Dauerfrust hinzugeben über politische Zustände und Zeitläufte, die wir alle letzten Endes doch nicht ändern können. Für mich, der ich von meinem 13. bis zu meinem 31. Lebensjahr Politik (auch als libertäre "Anti-Politik", denn auch ein "Anti" setzt das Verneinte eben voraus, wie wir bei José Ortega y Gasset lernen) als Lebenselixier benötigte, ist das eine sehr schöne Erfahrung und ein Glück zu sehen, daß es auch ohne geht und man sich den "Kick" auch von woanders herholen kann. Meine wahren Freunde gönnen mir diese heilsame Auszeit, sehen milde über meine dabei bisweilen entwickelte Leidenschaftlichkeit bei der Sache hinweg und rufen vielleicht auch am Samstag das eine oder andere Mal für Fady an. Damit der Hennig seinen Willen kriegt und endlich Ruhe gibt! ;-)

10 comments:

Carina said...

Also ich rufe auf alle Fälle an, damit Du Deinen Willen kriegst! :-)

sabrina-28 said...

Der letzte Satz ist super :-) und toppt nochmal den ganzen Bericht, der mir wie alle deine Blogs verdammt gut gefällt.
Hoffen wir, dass dir einige Leute helfen, deinen Wunsch zu erfüllen (ich auch ^^) - es gäbe schließlich nichts Schöneres.

Dominik Hennig said...

Hier Fadys Siegertitel "Blessed" vorbestellen!!!

msh said...

Eine der schäbigsten Pressekampagnen dieser Republik? Naja. Dass die BILD-Zeitung das Privatleben von DSDS-Kandidaten ausbreitet ist erstens nicht neu, zweitens allen Teilnehmern der Sendung bekannt, und drittens Teil des ganzen Konzepts. Also lassen wir mal die Kirche doch mal im Dorf.

zambrottagirlie said...

Einen ganz lieben Gruss aus der Schweiz zurück :-)!

Und hoffentlich hören wir morgen folgenden Satz: "Und der Superstar 2008 iiiiissssttt........

FADY MAALOUF!"

Gibt doch nichts Schöneres ;-)!

Anonymous said...

"Liechtenstein sucht den Superstar": DAS (!) sollte auf jeden Fall die nächste große Serie in diesem Blog werden. Und warum? Damit Dominik endlich seinen Willen kriegt!!!

tbw

boy said...

Ich finde es ganz toll, daß Du nicht mehr über Politik schreibst! Bitte bleib dabei. Du hast so toll über Fady berichtet! Wir würden Dich sehr vermissen...

*smiley*

Politikinteressierter said...

Gestern ist ein Sack Reis umgefallen.

felix del Mar said...

Falls Du es nicht gesehen haben solltest: Du warst gerade bei superRTL in der DSDS Talkbox (wenn mich nicht alles täuscht) ;)
Da Du ja nun sicher nicht mehr so viel über Fady schreiben wirst, wollte ich die Gelegenheit nutzen und Dir für die tollen Berichte danken, es war immer wieder schön bei Dir mitzulesen.
Liebgruß.

Anonymous said...

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