Friday, September 14, 2007

Die Dinge zu weit getrieben

Über das intellektuelle Hijacking der amerikanischen Rechten durch ehemalige Trotzkisten die sich "Neokonservative" nennen (und die kaltschnäuzig in ihrer Kriegslust sowohl mit der Tradition der "Old Right" als auch mit der Verfassung brechen), deren Äquivalent in Bundesrepublikanien die Übernahme der Wortführerschaft bei den radikalen Liberalen durch zu einer Form von Hybrid-Liberalismus konvertierte Alt-68er ist, die hüben wie drüben den Alt-Liberalen bzw. Paläo-Konservativen expansiven Etatismus kombiniert mit außenpolitischem Interventionismus als "wahren" Konservatismus respektive "wahren" Liberalismus, gar "zeitgemäßen" Libertarianism einzutrichtern versuchen, ist wahrlich schon viel geschrieben worden. Aber immer viel zu nett. Etwas prononcierter als allgemein üblich äußerte sich aus traditionskonservativer Sicht unlängst der emeritierte Historiker Professor Stephen Tonsor von der University of Michigan, dem auf einer Tagung einfach mal der Kragen platzte:

„Es schien mir immer eigenartig, ja abartig, daß früheren Marxisten gestattet wurde, ja daß sie aufgefordert wurden, eine derart führende Rolle in der konservativen Bewegung des 20. Jahrhunderts zu spielen. Es beeindruckt, wenn die Stadthure religiös wird und der Kirche beitritt. Hin und wieder kann sie eine gute Chorleiterin abgeben; doch wenn sie anfängt, die Sonntagspredigten des Pfarrers zu bestimmen, dann sind die Dinge zu weit getrieben.“


Doch auch bei der Öffnung nach rechts wurden im eigentümlich libertären Beritt in jüngster Zeit ganz offensichtlich "die Dinge zu weit getrieben". Und zwar deutlich.


2 comments:

Anonymous said...

Ach Gottchen, biste wieder aus dem Urlaub zurück und schon wieder Logorrhoe. Willkommen daheim. Was macht das Jurastudium?

LeftLibertarian said...

Das hat Tonsor allerdings schon vor vielen Jahren an anderer Stelle niedergeschrieben.