Sonntag, Mai 01, 2011

Der ESC-Jahrgangsbeste 2011: Amaury Vassili

Daß der alte Zausel Jan Feddersen über ihn ätzt, dürfte eigentlich schon als Empfehlungsschreiben gewertet werden. Viele Worte des Lobens und Preisens muß man in der Tat über den aus der Normandie stammenden jüngsten professionellen Tenor der Welt nicht verlieren, der dieses Jahr für Frankreich zum "Grand Prix" antritt. Elogen hat er nämlich nicht nötig und sie würden den im Auftreten sehr bescheidenen jungen Sänger auch nur verlegen machen.

Die Stimme und die Aura dieses grandiosen Stimmwunders sprechen für sich allein, die mit einem Maximum an Herzblut vorgetragene korsische Pop-Classic-Ballade "Sognu" bringt selbst Steine zum Schmelzen:





In den Pantheon der ganz großen Grand Prix Entdeckungen der letzten Jahre sich neben Alexander Rybak, Jade Ewen, Boaz Mauda, Didrik Solli-Tangen und Harel Skaat einreihen zu dürfen verdient er allemal. Und natürlich Douze Points de l'Allemagne pour la France!

Auch Grand Prix Urgestein Peter Urban ist voll des Lobes für Amaury Vassili:


Samstag, April 23, 2011

Die DSDS-Jahrgangsbesten 2011: Sebastian Wurth und Marco Angelini

Die beiden größten musikalischen Entdeckungen im deutschsprachigen Musikmarkt dieses Jahres, denen gottlob die Pappmaché-Krone "DSDS-Sieger" und damit ein entwürdigendes Ende in Teppichhäusern und RTL-Spielshows erspart bleiben wird, heißen Sebastian Wurth und Marco Angelini. Die beiden überzeugendsten Gesangstalente der letzten Wochen können sich nach Lage der Dinge glücklich schätzen, daß der Makel "DSDS" nicht auf Dauer an ihnen haften bleiben wird, sie mithin nicht der Bannstrahl boykottierender Radiomusikredakteure treffen wird, wenn sie ihren je eigenen musikalischen Weg gehen.

Dieser Boykott von Casting-Stars ist ohnehin eine sehr halbherzige und aufgesetzte kulturkämpferische Attitüde: Wollten diese ganzen Casting-Boykott-Helden ernsthaft und nicht bloß mit wohlfeiler Symbolik das Zweifels ohne mehr als kritikwürdige System Bohlen treffen, müßten sie sämtliche von Bohlen produzierten Künstler blacklisten. Aber dazu fehlt es diesen Schlappschwänzen eben an Eiern, wenn mir diese österlich inspirierte Metaphorik mal an dieser Stelle gestattet sei. Dann lieber einen jungen Künstler torpedieren, kostet ja nix! Wie wär's mal mit ner Haltung? Hei, das wäre ein Fest, wenn plötzlich Andrea Berg in den Schlagerradios nicht mehr stattfände und sich vor den Radiostationen Szenen des Massenprotestes abspielten wie auf dem Kairoer Tahrirplatz.

Aber nun zu Marco und Sebastian, zwei jungen Künstlern, die es uneingeschränkt verdient haben, um ihrer herausragenden Leistungen willen gewürdigt zu werden. Die die mit Abstand besten Auftritte nicht nur dieser Staffel sondern der letzten drei Jahre abgeliefert haben. Hier noch einmal die stärksten Momente der diesjährigen Casting-Saison, die auf Wurthis und Angelinis Konto gingen:


















Freitag, März 04, 2011

Ludwig von Mises zum Sezessionsrecht

“Wenn die Bewohner eines Gebietes, sei es eines einzelnen Dorfes, eines Landstriches oder einer Reihe von zusammenhängenden Landstrichen, durch unbeeinflusst vorgenommene Abstimmungen zu erkennen gegeben haben, dass sie nicht in dem Verband jenes Staates zu bleiben wünschen, dem sie augenblicklich angehören, sondern einen selbständigen Staat bilden wollen oder einem anderen Staate zugehören wollen, so ist diesem Wunsche Rechnung zu tragen. Nur dies allein kann Bürgerkriege, Revolutionen und Kriege zwischen den Staaten wirksam verhindern […] Wenn es irgend möglich wäre, jedem einzelnen Menschen dieses Selbstbestimmungsrecht einzuräumen, so müßte es geschehen.”

--Ludwig von Mises, Liberalismus, Jena 1927, S. 96


Samstag, Dezember 25, 2010

Euch allen gesegnete Festtage!

Ein musikalischer Weihnachtsgruß darf auch dieses Jahr auf meinem Blog natürlich nicht fehlen. Er kommt vom peruanischen Star-Tenor Juan Diego Flórez:


Donnerstag, Dezember 23, 2010

Frohes Fest!

Ein ganz besonderer Weihnachtsgruß an dieser Stelle vom englischen Europa-Parlamentarier Nigel Farage:

Freitag, Dezember 10, 2010

Ludwig von Mises über Pseudo-Liberale

"Jene, die sich heute „Liberale“ nennen, vertreten politische Ziele, die genau das Gegenteil dessen sind, was die Liberalen des 19. Jahrhunderts in ihren Programmen befürwortet haben. Sie vertreten die sehr weit verbreitete Meinung, dass Redefreiheit, Gedankenfreiheit, Pressefreiheit, Religionsfreiheit, Schutz vor Willkür, dass alle diese Freiheiten auch ohne wirtschaftliche Freiheit bewahrt werden können. Sie erkennen nicht, dass alle diese Freiheiten in einem System ohne Markt, in dem die Regierung alles bestimmt, nur Illusionen sind, auch wenn sie im Gesetz verankert und in die Verfassung aufgenommen werden."


-- Ludwig von Mises



















Mittwoch, Dezember 01, 2010

Fünf mal Freiheit schenken!

Meine 5 Vorschläge, was man als Freiheitsfreund Menschen, an denen einem etwas liegt, dieses Jahr statt Socken und Kalendern schenken könnte:


1.)

"Geldreform" von Thorsten Polleit und Michael von Prollius ist eines der wichtigsten Bücher unserer Zeit, das sich auch didaktisch klug aufgebaut exzellent als Einstiegslektüre zum Verständnis der Funktionsweise des Geldes (und seiner Zerstörung durch den Staat) eignet.

2.)

Das Buch des Monats Dezember 2010: "Geldsozialismus" von Roland Baader, dem Urgestein der wachsenden erzliberalen Freiheitsbewegung. Dieses Büchlein enthält eine brillante und wie immer sprachgewaltige Widerlegung aller Legenden der Papiergeld-Apologeten im Dienste herrschender staatlicher Kaufkraftdiebe!






3.)

Die Wiederentdeckung des Jahres: "Nationalökonomie" des großen Freiheitsdenkers Ludwig von Mises. Besonderer Dank gebührt hierfür auch Verleger Michael Kastner!






4.)

Die mit Abstand beste deutschsprachige Publikation für Freunde des klassischen Liberalismus feiert 90jähriges Jubiläum. Eine erstklassige Gelegenheit jemanden mit einem Geschenkabo der "Schweizer Monatshefte" zu beglücken!







5.)

Wen man liebt und deshalb ein richtig großes Geschenk machen möchte, dem schenkt man natürlich etwas von bleibendem Wert: echtes Gold, kein Papierschrottgeld (dieser Hinweis geht vorrangig auch an wohlmeinende Großeltern und Onkels, die ihren Enkeln oder Neffen gerne etwas ins Sparschwein werfen möchten oder sie mit einem Kindersparbuch zu beglücken vermeinen)!





Denn wie Roland Baader schon so treffend formuliert:


"Wir solltem dem Gold mehr vertrauen als machthungrigen Menschen. Es hat weder deren Schwächen noch böse Absichten. Es war, ist und bleibt das Geld der Freiheit."

Donnerstag, November 04, 2010

Josh Groban - "Hidden Away"

Das neue Album "Illuminations" von dem unvergleichlichen, einzigartigen Josh Groban erscheint noch diesen November!


You’re watching Hidden Away. See the Web's top videos on AOL Video

Sonntag, Oktober 17, 2010

Echo Klassik 2010 für David Garrett

Der Herbst ist im deutschen Fernsehen die Zeit der Preisverleihungen. Die wenigsten Übertragungen dieser Gattung sollte man sich wirklich antun, beim Echo Klassik jedoch lohnt das Einschalten alljährlich (trotz Pofalla in der ersten Reihe). Nicht zum ersten und sicher auch nicht zum letzten Mal hat der außergewöhnliche musikalische Grenzgänger David Garrett den Echo Klassik mit nach Hause in sein New Yorker Appartement nehmen dürfen! Wir gratulieren herzlich!



Samstag, Oktober 16, 2010

Sonntag, September 19, 2010

Freitag, September 17, 2010

Ein Klassiker kehrt zurück

Damals wie heute "ein erfrischendes Gegengewicht zu den diffus-staatstoleranten, kulturkonservativen Positionen des Neo – und Paläolibertarismus – und eine interessante Lektüre, egal ob mit oder ohne Joint"!

Freitag, Juni 25, 2010

Nachspielzeit: Einer geht noch rein

Das ultimative Schlußwort soll auf diesem Blog ein kluger Kommentator namens "bart" auf ef-online haben, der die Gründe für das - vorläufige - Scheitern der libertären Bewegung durch das Abhandenkommen ihres wichtigsten publizistischen Sprachrohres klar benennt:



"Michael Kastner ist ja ziemlich frühzeitig aus dem ef-Verbund ausgetreten. Ebenso Andreas Ullrich. Vielleicht war da noch die Hoffnung auf Besinnung, die Blankertz blieben ließ. Für mich kam die Wandlung insgesamt schleichend. Wenn man die Magisterarbeit Libertarianism von Lichtschlag liest, merkt man die Verbundenheit zwischen ihm und Blankertz. Ein weiterer möglicher Grund, dass es so ist, wie es ist. Allemal schade für das einstige Blatt, das mit hohem Anspruch gestartet ist. Letzlich waren es dann ökonomische Zwänge (praktische Praxis), die über die Ausrichtung des Magazins entschieden. Da war man dann am Scheideweg, wo man sich entscheiden musste: Das Magazin wird aufgegeben oder unter einer anderen Fahne fortgeführt. Die einstige idealistische Idee wurde bei dieser Entscheidung untergraben.

[...]




Aufgeben wäre ehrlicher gewesen.


Aufgegeben hat man ja sowieso. Egal welche der beiden Optionen man gewählt hätte, beides bedeutete den Tod für den einstigen Anpruch des Magazin. Diese Ambition der Freiheit eine Stimme zu geben war ja auch der Sinn für die Schaffung der Zeitschrift. Und nun? Wo will eigentlich ef jetzt hinsteuern? Obendrein hat man ja nicht mal zugegeben, dass man aufgegeben hat. In der Tat wäre das ehrlicher gewesen.





Dann hätte man nach wirtschaftlichen Maßstäben das Restkapital bewahren müssen.




Und was dann? Magazin einstellen? Meinst Du, dass der begangene Weg etwa, also der Versuch ein libertäres Print-Magazin zu etablieren falsch war?





Aus den Kapitalgebern wurden Idealisten, die unbedingt ein Fanal der Freiheit setzen wollten. Von da an war ef eine Koalition der Kapitalvernichter später nach dem Motto "Mehr netto", insgeheim aber nach dem Slogan "ef um jeden Preis".




Zustimmung! Mit den Kapitalgebern ist man eine Koaltion eingegangen und hat sich die eigentliche Idee zerreißen lassen. Aber selbst, wenn die Zeiten schwer sind, muss man standhaft bleiben. Viel zu schade ist sonst das verschenkte Potenzial. Diese Aufrichtigkeit, die "Dignität der Theorie" sollte man sich immer vor die Augen führen und nicht verlieren. Das ist ja auch Thema von Stefan Blankertz' Vortrag.





Ähnlich der Nazi-Propaganda "Sieg um jeden Preis" und der
Blut-Tränen-Strategie der Briten. Die hatten den Spruch nämlich auch. Wie sich die Geschichte doch ähnelt!

Und wie sich die Geschichte doch ähnelt! Ich möchte in diesem Kontext noch einmal auf Lichtschlags Buch Libertarianism - Eine (Anti-)Politische Bewegung in den USA und ihre Bedeutung für Deutschland zurückgreifen, weil ich es einfach nicht fassen kann, wie man wahre Erkenntnisse einfach so über Bord werfen kann!
Zitat über die Entwicklung des Cato-Instituts (u.a. Herausgeber der wissenschaftl. Zeitschrift The Cato Journal):






(...) Es (gemeint ist das Cato-Inst.) geht 1976 unmittelbar aus der Charles Koch Foundation hervor. Wegen des von den Koch-Millionen abhängigen Leiters Crane, so Murray Rothbard, verlassen die besten Männer nach und nach das Institut: (...)
(Es folgt eine Aufzählung von wichtigen Persönlichkeiten des Cato-Instituts). Crane bindet das Cato Institute direkt an die LP (=Libertarian Party) an. Schließlich überwirft sich im Frühjahr 1979 auch Rothbard mit Crane, und das Institut verlässt seine Nähe zur Österreichischen Schule der Nationalökonomie (...)
(S.67) (Hinweis: Alles hier in Klammern stehende, wurde vom
Zitierenden selbst hinzugefügt)




Das hatten wir doch alles schon einmal! Beim Versuch den Libertarismus in den USA politisch salonfähig zu machen, wird das im gleichnamigen Buch noch deutlicher:





Vor praktischen Fehlversuchen mittels beispielsweise einer libertären Partei könnte daher der deutsche Libertarianism (vorerst) verschont bleiben. (S.83)



und dann Blankertz (im Lichtschlag-Buch zitiert):




"Gegen die Falle des Etatismus hilft nur Theorie, die zunächst davon absieht von konkreter politischer Verwertung" (S.83)


Anmerkung: Im Interview macht Blankertz die für ihn gültige Zweideutigkeit des Begriffs Politik deutlich. Neben der gewaltsamen Staatspolitik könnte man Politik auch als "die Sorge um das gute Zusammenleben freier Bürger" (S. 132) verstehen. Deshalb der Hinweis, weil man durch das Wörtchen "zunächst" irritiert sein könnte.
Aus den Erfahrungen der libertären Bewegung in den USA und noch einem im Buch beigefügtem Interview mit Stefan Blankertz (auf den sich Lichtschlag ziemlich oft in seinem Werk beruft) hat Lichtschlag gelernt. So kritisiert er selbst aus eigener Feder den Versuch der Annäherung Hans-Hermann Hoppes zu den Konservativen, also Etatisten:




"Hoppes Ausführungen sind nach Auffassung des Autors dieser Arbeit letztlich nicht mit der libertären Argumentation vereinbar." (S.99)


deutlicher geht's nimmer!
Was danach im ef-Verein folgt, wissen wir ja alle nur zu gut. Bündnis mit den Konservativen (Etatisten!) und das Setzen auf politisches Engagement.
Wie konnten das die Verantwortlichen von ef nur zulassen? Das ist Selbstmord. Was anderes kann man dazu nicht sagen.
Über diese Widersprüche ließe sich ein ganzer Artikel schreiben.
Wäre wünschenswert, wenn alle an dieser Misere Beteiligten ihren Fehler eingestehen und zugeben und wieder auf den rechten Weg kommen.
Ansonsten bleibt der Konflikt, weil das Problem immer noch gegenwärtig ist und allerhöchstens nur angerissen wurde. Da besteht dringender Nachholbedarf!"




Anm. d. Red.: bart hat recht! Leider!

Montag, Juni 14, 2010

Alles hat seine Zeit

Und die Zeit des Bloggens ist im deutschsprachigen Raum definitiv vorbei. Eine echte libertäre Bloggosphäre hat sich hierzulande erst gar nicht etablieren können, weil die diese tragende "libertäre Szene" schlicht non-existent geblieben ist respektive durchaus erfolgversprechende Ansätze zu einer solchen anti-politischen Bewegung durch Verratshandlungen einiger maßgeblicher Exponenten zunichte gemacht wurden. Sei es wie es sei, dieses Blog schließt hiermit seine Pforten nach gut 5 Jahren und wünscht allen seinen bisherigen Lesern nur das Beste und im Hinblick auf die turbo-etatistischen sich im Zeitraffer verschärfenden Zustände in Deutschland und Europa mit den Worten von Karl Valentin: "Hoffentlich wird es nicht so schlimm wie es schon ist!".

Freitag, Juni 04, 2010

Sonntag, Mai 30, 2010

Wir sind Lena!




Auch wenn ich kein Fan bin, ich freue mich trotzdem für sie und mit ihr und vor allem weil ihr und Stefan Raab das Unmögliche gelungen ist! Daß nämlich Deutschland überhaupt noch jemals beim Eurovision Song Contest auch nur in die Nähe des Siegertreppchens gelangen könnte, hielt ich (aus Gründen der politisierten Strukturen beim Grand Prix ebenso wie unserer eigenen mentalen Verfaßtheit) offen gestanden für ausgeschlossen. Aber da hat eben Katja Ebstein recht behalten: "Wunder gibt es immer wieder!" Die nach meinem Geschmack aber beste Performance lieferte gestern abend Vorjahressieger Alexander Rybak mit seinem feurigen Opening. Dafür wurde er am Ende der Show dann auch mit einem Küßchen der Siegerin belohnt.



Danke an dieser Stelle noch einmal an Alexander Rybak für den massiven Lena-Support im Vorfeld!





Von den anderen Teilnehmern hat Harel Skaat mit “Milim” am meisten Herzblut reingelegt, ich fand seine Gänsehaut auslösende Ballade ergreifend schön! Der junge Israeli ist mein Favorit gewesen. Daneben gefiel mir noch Didrik Solli-Tangen (Gastgeberland Norwegen) mit “My heart is yours” (auch wenn er gestern, anders als bei den Proben, stimmlich nicht ganz auf der Höhe war) und Tom Dice (Belgien) mit seinem wunderbar unprätenziösen “Me and my guitar” sehr gut. Ansprechend fand ich noch Dänemark (soll angeblich geklaut sein, aber lieber gut geklaut als schlecht erfunden!), Zypern und Irland. Harel und Didrik brauchen sich aber nicht ob der mäßigen Plazierung zu grämen: Balladen haben es beim "neuen" Grand Prix nun einmal schwer, selbst Altmeister Andrew Lloyd Webber erreichte mit der grandiosen Jade Ewen und "It's my time" "nur" Platz 5 im Vorjahr für das Vereinigte Königreich.

Freitag, Mai 28, 2010

Gebt dem Eurovision Song Contest seine Würde zurück!

Morgen abend werden erwartungsgemäß wieder im Kaukasus und auf dem Balkan haarsträubende "Stimmpäckli" gebildet und zu einem völlig absurden Ergebnis dieser einstmals so ehrwürdigen Institution "Grand Prix" führen. Damit rechnet man.

Worauf der resignativ gestimmte, leidgeprüfte, und spätestens seit "Lordi" dem Fatalismus verfallene ESC-Veteran hingegen nicht mehr zu hoffen wagte, sind zwei außergewöhnliche junge Sänger, die diesem Chanson-Wettbewerb etwas von seinem alten Glanz zurückgeben. Der eine kommt von der nördlichen Flanke des Eurovisions-Sendegebiets, der andere markiert geographisch den südlichsten Zipfel des kulturellen (nicht geographischen!) Europas. Und beide sind mit einem Attribut zu versehen, das einem eingedenk der zurückliegenden 15 Jahre beim Song-Contest nicht mehr auf Anhieb in den Sinn kommt: anspruchsvoll.



Die Rede ist von Didrik Solli-Tangen aus Norwegen und von Harel Skaat aus Israel. Mit Didrik schickt Norwegen einen klassisch ausgebildeten Opernsänger ins Rennen, der mit kräftiger Tenorstimme brilliert, zuweilen auch schon mit José Carreras auf der Bühne stand und der ebenso wie sein Freund, der ebenfalls hochtalentierte Vorjahressieger Alexander Rybak, am renommierten Osloer Barratt Due Musikinstitut absolvierte. Bei den obligatorischen Botschaftsempfängen in der vergangenen Woche überzeugte Didrik ebenso mit seiner grandiosen Pop-Ballade "My Heart Is Yours" als auch mit Ausflügen ins ernste Fach wie etwa dem Kunstlied "Zueignung" von Richard Strauß, was ihm überwältigende Begeisterung des Publikums eintrug.

Israels Harel ist, obgleich er in einer DSDS vergleichbaren Castingshow entdeckt wurde, einer der erfolgreichsten, beliebtesten und mit nationalen Musik-Auszeichnungen überhäuftesten Sänger und Musiker seines Landes. Sein Repertoire ist ebenfalls sehr vielseitig, auch als Interpret großer Chansons (etwa von Jacques Brel) hat er sich einen Namen gemacht. Seine opulent arrangierte Ballade "Milim" (englisch: "Words") besticht gerade durch ihre tiefgründige Sentimentalität. Und nein: es geht dankenswerter Weise bei diesem sehr landestypischen, durchgängig hebräisch vorgetragenen und somit auf Anbiederung verzichtenden Chanson nicht um Nahost-Politik im weitesten Sinne, sondern um enttäuschte, verletzte Gefühle eines unglücklich Verliebten.


Meine ESC-Empfehlungen für alle, die am großen Finalabend am Samstag (ab 21 Uhr "live" in der ARD) wirklich mal wieder große, gefühlvolle Balladen und vor allem richtigen Gesang per Televoting zu honorieren geneigt sind, lauten deshalb ganz klar: Startnummer 3 und Startnummer 24!


Startnummer 3: Didrik Solli-Tangen, Norwegen, "My Heart Is Yours":






Startnummer 24: Harel Skaat, Israel, "Milim":



Mittwoch, Mai 19, 2010

Schamlose Eigen-Promo

Mein Freund, der Opponent, fand mal wieder einen meiner Facebook-Kommentare zitierwürdig:

"Dort wo die 68er liberal waren, waren sie nicht durchsetzungsstark, dort wo sie sich durchsetzten, waren sie nicht liberal. Durchsetzen konnten sie sich nur mit Teutonen-kompatiblen Trendverstärkern nach “mehr Macht” und “mehr Staat”. Daß sie alles in Unordnung gebracht hätten, ist ein Märchen. Sie haben die Ordnung objektiv stabilisiert, indem sie morsche Steine des alten Gebildes “Staat” durch neuere, stabilere ausgetauscht haben."



Zum Thema 68er aus libertärer Sicht sei an dieser Stelle ein Text von Stefan Blankertz "Der Erfolg des Scheiterns" dem geneigten Leser empfohlen!

Samstag, Mai 08, 2010

Die Neoliberalen und Neokonservativen fühlen sich mal wieder "befreit"

Bei soviel genügsamer Freiheitsseligkeit braucht man sich wirklich nicht mehr zu wundern, warum die echte Freiheit wohl noch dreieinhalb Ewigkeiten auf sich warten lassen wird.

Ich für meinen Teil erinnere am heutigen 8. Mai mal taktloserweise daran, daß MEINE Vorfahren nach dem 8. Mai 1945 nahtlos in die nächste Diktatur überführt wurden. Und was die hochwohlgeborenen, sich bis heute in der besten aller Welten wähnenden Wessis anbelangt: die haben weder ein "First Amendment" noch andere amerikanische dortzulanden als UNANTASTBAR geltende Jeffersonianische Grundfreiheiten je geliefert bekommen, sondern eine muffig-restaurative Adenauer-Republik (mit Globke als Kanzleramtsminister!) und einem Grundgesetz, das Privateigentum zur Verfügungsmasse der Willkür der jeweiligen politischen Machthaber macht.



Man denke nur an die skandalöse Staatshehlerei im Zusammenhang mit den 45-49 enteigneten SBZ-Gütern durch Kohl/Waigel nach 1990!

Und an die Wiedereinführung von Hitlers Wehrpflicht durch die "bürgerlichen" Parteien in den 50ern!

Und an die Beibehaltung von Hitlers strenger Schulpflicht im freiesten Staat der deutschen Geschichte!

Befreit sind wir alle (Deutsche wie Nichtdeutsche) noch lange nicht! Erst am Tage des Endes aller Staatlichkeit! Vorher sich "befreit" zu fühlen ist eine obszöne Befindlichkeit, mehr nicht!