Freitag, Juni 25, 2010

Nachspielzeit: Einer geht noch rein

Das ultimative Schlußwort soll auf diesem Blog ein kluger Kommentator namens "bart" auf ef-online haben, der die Gründe für das - vorläufige - Scheitern der libertären Bewegung durch das Abhandenkommen ihres wichtigsten publizistischen Sprachrohres klar benennt:



"Michael Kastner ist ja ziemlich frühzeitig aus dem ef-Verbund ausgetreten. Ebenso Andreas Ullrich. Vielleicht war da noch die Hoffnung auf Besinnung, die Blankertz blieben ließ. Für mich kam die Wandlung insgesamt schleichend. Wenn man die Magisterarbeit Libertarianism von Lichtschlag liest, merkt man die Verbundenheit zwischen ihm und Blankertz. Ein weiterer möglicher Grund, dass es so ist, wie es ist. Allemal schade für das einstige Blatt, das mit hohem Anspruch gestartet ist. Letzlich waren es dann ökonomische Zwänge (praktische Praxis), die über die Ausrichtung des Magazins entschieden. Da war man dann am Scheideweg, wo man sich entscheiden musste: Das Magazin wird aufgegeben oder unter einer anderen Fahne fortgeführt. Die einstige idealistische Idee wurde bei dieser Entscheidung untergraben.

[...]




Aufgeben wäre ehrlicher gewesen.


Aufgegeben hat man ja sowieso. Egal welche der beiden Optionen man gewählt hätte, beides bedeutete den Tod für den einstigen Anpruch des Magazin. Diese Ambition der Freiheit eine Stimme zu geben war ja auch der Sinn für die Schaffung der Zeitschrift. Und nun? Wo will eigentlich ef jetzt hinsteuern? Obendrein hat man ja nicht mal zugegeben, dass man aufgegeben hat. In der Tat wäre das ehrlicher gewesen.





Dann hätte man nach wirtschaftlichen Maßstäben das Restkapital bewahren müssen.




Und was dann? Magazin einstellen? Meinst Du, dass der begangene Weg etwa, also der Versuch ein libertäres Print-Magazin zu etablieren falsch war?





Aus den Kapitalgebern wurden Idealisten, die unbedingt ein Fanal der Freiheit setzen wollten. Von da an war ef eine Koalition der Kapitalvernichter später nach dem Motto "Mehr netto", insgeheim aber nach dem Slogan "ef um jeden Preis".




Zustimmung! Mit den Kapitalgebern ist man eine Koaltion eingegangen und hat sich die eigentliche Idee zerreißen lassen. Aber selbst, wenn die Zeiten schwer sind, muss man standhaft bleiben. Viel zu schade ist sonst das verschenkte Potenzial. Diese Aufrichtigkeit, die "Dignität der Theorie" sollte man sich immer vor die Augen führen und nicht verlieren. Das ist ja auch Thema von Stefan Blankertz' Vortrag.





Ähnlich der Nazi-Propaganda "Sieg um jeden Preis" und der
Blut-Tränen-Strategie der Briten. Die hatten den Spruch nämlich auch. Wie sich die Geschichte doch ähnelt!

Und wie sich die Geschichte doch ähnelt! Ich möchte in diesem Kontext noch einmal auf Lichtschlags Buch Libertarianism - Eine (Anti-)Politische Bewegung in den USA und ihre Bedeutung für Deutschland zurückgreifen, weil ich es einfach nicht fassen kann, wie man wahre Erkenntnisse einfach so über Bord werfen kann!
Zitat über die Entwicklung des Cato-Instituts (u.a. Herausgeber der wissenschaftl. Zeitschrift The Cato Journal):






(...) Es (gemeint ist das Cato-Inst.) geht 1976 unmittelbar aus der Charles Koch Foundation hervor. Wegen des von den Koch-Millionen abhängigen Leiters Crane, so Murray Rothbard, verlassen die besten Männer nach und nach das Institut: (...)
(Es folgt eine Aufzählung von wichtigen Persönlichkeiten des Cato-Instituts). Crane bindet das Cato Institute direkt an die LP (=Libertarian Party) an. Schließlich überwirft sich im Frühjahr 1979 auch Rothbard mit Crane, und das Institut verlässt seine Nähe zur Österreichischen Schule der Nationalökonomie (...)
(S.67) (Hinweis: Alles hier in Klammern stehende, wurde vom
Zitierenden selbst hinzugefügt)




Das hatten wir doch alles schon einmal! Beim Versuch den Libertarismus in den USA politisch salonfähig zu machen, wird das im gleichnamigen Buch noch deutlicher:





Vor praktischen Fehlversuchen mittels beispielsweise einer libertären Partei könnte daher der deutsche Libertarianism (vorerst) verschont bleiben. (S.83)



und dann Blankertz (im Lichtschlag-Buch zitiert):




"Gegen die Falle des Etatismus hilft nur Theorie, die zunächst davon absieht von konkreter politischer Verwertung" (S.83)


Anmerkung: Im Interview macht Blankertz die für ihn gültige Zweideutigkeit des Begriffs Politik deutlich. Neben der gewaltsamen Staatspolitik könnte man Politik auch als "die Sorge um das gute Zusammenleben freier Bürger" (S. 132) verstehen. Deshalb der Hinweis, weil man durch das Wörtchen "zunächst" irritiert sein könnte.
Aus den Erfahrungen der libertären Bewegung in den USA und noch einem im Buch beigefügtem Interview mit Stefan Blankertz (auf den sich Lichtschlag ziemlich oft in seinem Werk beruft) hat Lichtschlag gelernt. So kritisiert er selbst aus eigener Feder den Versuch der Annäherung Hans-Hermann Hoppes zu den Konservativen, also Etatisten:




"Hoppes Ausführungen sind nach Auffassung des Autors dieser Arbeit letztlich nicht mit der libertären Argumentation vereinbar." (S.99)


deutlicher geht's nimmer!
Was danach im ef-Verein folgt, wissen wir ja alle nur zu gut. Bündnis mit den Konservativen (Etatisten!) und das Setzen auf politisches Engagement.
Wie konnten das die Verantwortlichen von ef nur zulassen? Das ist Selbstmord. Was anderes kann man dazu nicht sagen.
Über diese Widersprüche ließe sich ein ganzer Artikel schreiben.
Wäre wünschenswert, wenn alle an dieser Misere Beteiligten ihren Fehler eingestehen und zugeben und wieder auf den rechten Weg kommen.
Ansonsten bleibt der Konflikt, weil das Problem immer noch gegenwärtig ist und allerhöchstens nur angerissen wurde. Da besteht dringender Nachholbedarf!"




Anm. d. Red.: bart hat recht! Leider!

Montag, Juni 14, 2010

Alles hat seine Zeit

Und die Zeit des Bloggens ist im deutschsprachigen Raum definitiv vorbei. Eine echte libertäre Bloggosphäre hat sich hierzulande erst gar nicht etablieren können, weil die diese tragende "libertäre Szene" schlicht non-existent geblieben ist respektive durchaus erfolgversprechende Ansätze zu einer solchen anti-politischen Bewegung durch Verratshandlungen einiger maßgeblicher Exponenten zunichte gemacht wurden. Sei es wie es sei, dieses Blog schließt hiermit seine Pforten nach gut 5 Jahren und wünscht allen seinen bisherigen Lesern nur das Beste und im Hinblick auf die turbo-etatistischen sich im Zeitraffer verschärfenden Zustände in Deutschland und Europa mit den Worten von Karl Valentin: "Hoffentlich wird es nicht so schlimm wie es schon ist!".

Freitag, Juni 04, 2010

Sonntag, Mai 30, 2010

Wir sind Lena!




Auch wenn ich kein Fan bin, ich freue mich trotzdem für sie und mit ihr und vor allem weil ihr und Stefan Raab das Unmögliche gelungen ist! Daß nämlich Deutschland überhaupt noch jemals beim Eurovision Song Contest auch nur in die Nähe des Siegertreppchens gelangen könnte, hielt ich (aus Gründen der politisierten Strukturen beim Grand Prix ebenso wie unserer eigenen mentalen Verfaßtheit) offen gestanden für ausgeschlossen. Aber da hat eben Katja Ebstein recht behalten: "Wunder gibt es immer wieder!" Die nach meinem Geschmack aber beste Performance lieferte gestern abend Vorjahressieger Alexander Rybak mit seinem feurigen Opening. Dafür wurde er am Ende der Show dann auch mit einem Küßchen der Siegerin belohnt.



Danke an dieser Stelle noch einmal an Alexander Rybak für den massiven Lena-Support im Vorfeld!





Von den anderen Teilnehmern hat Harel Skaat mit “Milim” am meisten Herzblut reingelegt, ich fand seine Gänsehaut auslösende Ballade ergreifend schön! Der junge Israeli ist mein Favorit gewesen. Daneben gefiel mir noch Didrik Solli-Tangen (Gastgeberland Norwegen) mit “My heart is yours” (auch wenn er gestern, anders als bei den Proben, stimmlich nicht ganz auf der Höhe war) und Tom Dice (Belgien) mit seinem wunderbar unprätenziösen “Me and my guitar” sehr gut. Ansprechend fand ich noch Dänemark (soll angeblich geklaut sein, aber lieber gut geklaut als schlecht erfunden!), Zypern und Irland. Harel und Didrik brauchen sich aber nicht ob der mäßigen Plazierung zu grämen: Balladen haben es beim "neuen" Grand Prix nun einmal schwer, selbst Altmeister Andrew Lloyd Webber erreichte mit der grandiosen Jade Ewen und "It's my time" "nur" Platz 5 im Vorjahr für das Vereinigte Königreich.

Freitag, Mai 28, 2010

Gebt dem Eurovision Song Contest seine Würde zurück!

Morgen abend werden erwartungsgemäß wieder im Kaukasus und auf dem Balkan haarsträubende "Stimmpäckli" gebildet und zu einem völlig absurden Ergebnis dieser einstmals so ehrwürdigen Institution "Grand Prix" führen. Damit rechnet man.

Worauf der resignativ gestimmte, leidgeprüfte, und spätestens seit "Lordi" dem Fatalismus verfallene ESC-Veteran hingegen nicht mehr zu hoffen wagte, sind zwei außergewöhnliche junge Sänger, die diesem Chanson-Wettbewerb etwas von seinem alten Glanz zurückgeben. Der eine kommt von der nördlichen Flanke des Eurovisions-Sendegebiets, der andere markiert geographisch den südlichsten Zipfel des kulturellen (nicht geographischen!) Europas. Und beide sind mit einem Attribut zu versehen, das einem eingedenk der zurückliegenden 15 Jahre beim Song-Contest nicht mehr auf Anhieb in den Sinn kommt: anspruchsvoll.



Die Rede ist von Didrik Solli-Tangen aus Norwegen und von Harel Skaat aus Israel. Mit Didrik schickt Norwegen einen klassisch ausgebildeten Opernsänger ins Rennen, der mit kräftiger Tenorstimme brilliert, zuweilen auch schon mit José Carreras auf der Bühne stand und der ebenso wie sein Freund, der ebenfalls hochtalentierte Vorjahressieger Alexander Rybak, am renommierten Osloer Barratt Due Musikinstitut absolvierte. Bei den obligatorischen Botschaftsempfängen in der vergangenen Woche überzeugte Didrik ebenso mit seiner grandiosen Pop-Ballade "My Heart Is Yours" als auch mit Ausflügen ins ernste Fach wie etwa dem Kunstlied "Zueignung" von Richard Strauß, was ihm überwältigende Begeisterung des Publikums eintrug.

Israels Harel ist, obgleich er in einer DSDS vergleichbaren Castingshow entdeckt wurde, einer der erfolgreichsten, beliebtesten und mit nationalen Musik-Auszeichnungen überhäuftesten Sänger und Musiker seines Landes. Sein Repertoire ist ebenfalls sehr vielseitig, auch als Interpret großer Chansons (etwa von Jacques Brel) hat er sich einen Namen gemacht. Seine opulent arrangierte Ballade "Milim" (englisch: "Words") besticht gerade durch ihre tiefgründige Sentimentalität. Und nein: es geht dankenswerter Weise bei diesem sehr landestypischen, durchgängig hebräisch vorgetragenen und somit auf Anbiederung verzichtenden Chanson nicht um Nahost-Politik im weitesten Sinne, sondern um enttäuschte, verletzte Gefühle eines unglücklich Verliebten.


Meine ESC-Empfehlungen für alle, die am großen Finalabend am Samstag (ab 21 Uhr "live" in der ARD) wirklich mal wieder große, gefühlvolle Balladen und vor allem richtigen Gesang per Televoting zu honorieren geneigt sind, lauten deshalb ganz klar: Startnummer 3 und Startnummer 24!


Startnummer 3: Didrik Solli-Tangen, Norwegen, "My Heart Is Yours":






Startnummer 24: Harel Skaat, Israel, "Milim":



Mittwoch, Mai 19, 2010

Schamlose Eigen-Promo

Mein Freund, der Opponent, fand mal wieder einen meiner Facebook-Kommentare zitierwürdig:

"Dort wo die 68er liberal waren, waren sie nicht durchsetzungsstark, dort wo sie sich durchsetzten, waren sie nicht liberal. Durchsetzen konnten sie sich nur mit Teutonen-kompatiblen Trendverstärkern nach “mehr Macht” und “mehr Staat”. Daß sie alles in Unordnung gebracht hätten, ist ein Märchen. Sie haben die Ordnung objektiv stabilisiert, indem sie morsche Steine des alten Gebildes “Staat” durch neuere, stabilere ausgetauscht haben."



Zum Thema 68er aus libertärer Sicht sei an dieser Stelle ein Text von Stefan Blankertz "Der Erfolg des Scheiterns" dem geneigten Leser empfohlen!

Samstag, Mai 08, 2010

Die Neoliberalen und Neokonservativen fühlen sich mal wieder "befreit"

Bei soviel genügsamer Freiheitsseligkeit braucht man sich wirklich nicht mehr zu wundern, warum die echte Freiheit wohl noch dreieinhalb Ewigkeiten auf sich warten lassen wird.

Ich für meinen Teil erinnere am heutigen 8. Mai mal taktloserweise daran, daß MEINE Vorfahren nach dem 8. Mai 1945 nahtlos in die nächste Diktatur überführt wurden. Und was die hochwohlgeborenen, sich bis heute in der besten aller Welten wähnenden Wessis anbelangt: die haben weder ein "First Amendment" noch andere amerikanische dortzulanden als UNANTASTBAR geltende Jeffersonianische Grundfreiheiten je geliefert bekommen, sondern eine muffig-restaurative Adenauer-Republik (mit Globke als Kanzleramtsminister!) und einem Grundgesetz, das Privateigentum zur Verfügungsmasse der Willkür der jeweiligen politischen Machthaber macht.



Man denke nur an die skandalöse Staatshehlerei im Zusammenhang mit den 45-49 enteigneten SBZ-Gütern durch Kohl/Waigel nach 1990!

Und an die Wiedereinführung von Hitlers Wehrpflicht durch die "bürgerlichen" Parteien in den 50ern!

Und an die Beibehaltung von Hitlers strenger Schulpflicht im freiesten Staat der deutschen Geschichte!

Befreit sind wir alle (Deutsche wie Nichtdeutsche) noch lange nicht! Erst am Tage des Endes aller Staatlichkeit! Vorher sich "befreit" zu fühlen ist eine obszöne Befindlichkeit, mehr nicht!

Donnerstag, Mai 06, 2010

Weltwoche: "Der Euro ist ein Symptom. Die Krankheit dahinter heisst europäische Integration."

"Die Finanzmärkte legen jetzt nur etwas unsentimental offen, was an diesem Konstrukt schon im Kern falsch angelegt war: Es kann keine vernünftige gemeinsame Währungspolitik für so unterschiedliche Volkswirtschaften geben wie das Kleinstfürstentum Luxemburg, den Industriegiganten Deutschland und Larifari-Staaten wie Portugal oder Griechenland. Der Euro ist ein politisches Projekt – und dieses Projekt ist gescheitert. Was jetzt abläuft, sind lebenserhaltende Massnahmen für eine klinisch tote Währung.

[...]


Brüssel hat es bisher erfolgreich verstanden, die Bürgerinnen und Bürger von den wichtigsten Entscheidungsprozessen weitgehend auszusperren. Ob Maastricht-Vertrag, Einführung des Euro, Personenfreizügigkeit, Schengen-Abkommen, Osterweiterung oder EU-Verfassung: Die Eurokraten diktieren, und die Menschen haben zu parieren. Wer sich nun einzureden versucht, die Euro-Krise sei als isoliertes Phänomen zu betrachten, wird weiter auf dem Holzweg marschieren. Der Euro ist ein Symptom. Die Krankheit dahinter heisst europäische Integration. Die Einheitswährung sollte den Einheitsstaat vorwegnehmen, wie auch das Schengen-Abkommen eine Etappe auf dem illusionären Weg zu den Vereinigten Staaten von Europa hätte sein sollen. Mit den Grenzen wollten die EU-Architekten das aus ihrer Sicht veraltete Modell des Nationalstaats beseitigen.


[...]

Sämtliche Einigungsprojekte der EU sind gescheitert oder stehen still. Es gibt keine gemeinsame Aussenpolitik, keine gemeinsamen Streitkräfte, keine gemeinsame Sicherheitspolitik, die diesen Namen verdient. Das Projekt Euro wurde jetzt brutal demaskiert."





Das große Kotzen kriege ich vor allem, wenn sich der alte selbstgerechte Drecksack, der dafür die Hauptverantwortung trägt, nun auch noch wie gestern in Ludwighshafen mit Palmwedeln huldigen läßt.

Donnerstag, April 29, 2010

"Denn die Arroganz ist die Perücke geistiger Kahlheit"

Die Haßkampagne gegen den unerwarteten und wohl auch ungeplanten DSDS-Sieger Mehrzad Marashi nimmt inzwischen pogromartige Ausmaße an. Höchste Zeit also, daß mal jemand den Hammer kreisen läßt. Wenn dabei noch eine stilistisch so elegante und grazile Figur gemacht wird wie von Sherry, die dem schlechtesten DSDS-Verlierer aller Zeiten und seiner hyperventilierenden Entourage die Charaktermaske herunterreißt, ist das für mich doppelter Grund, eine dringende Lektüreempfehlung an meine geneigten Leser auszusprechen! Standing Ovations!


P.S.: Denjenigen, die es sich angelegen sein lassen, Mehrzad mit Strafanzeigen zu bombardieren sei in aller Freundschaft gesagt: auch falsche Verdächtigung ist ein Straftatbestand!

Mittwoch, April 28, 2010

Ich bereue nichts

was ich 2008 zum Faszinosum Fady geschrieben habe. Fady Maalouf war der Beste! Dabei bleibe ich, auch wenn ich inzwischen längst kein eingefleischter Fan mehr bin. Seine Musik höre ich trotzdem noch gern.

Freitag, April 16, 2010

Ich kenne nichts

was mich davon abhalten könnte, heute für Mehrzad anzurufen!


Christopher Lesko: "Mehrzad Marashi ist eine Ausnahmeerscheinung!"

"Bei seinen Auftritten spürt man, Fröhlich will und wird kämpfen: Flackernde Augen, manchmal verbissene Mimik, Konzentration. Scheint es bei ihm so, als „kämpfe er gegen..“, wirkt Mehrzad Marashi so, als hätte in seinem Leben nie „gegen etwas“ gekämpft. Allenfalls „für…“: Singt Mehrzad Titel von Xavier Naidoo, so transportiert er, statt der manchmal mechanischen Betroffenheit des Originals, glaubwürdiges Gefühl. Es wirkt fast so, als hätte Naidoo den einen oder anderen Text speziell für Marashi geschrieben. Wo Menowin Fröhlich „mit dem Kopf durch die Wand“ will, findet Mehrzad Marashi „mit den Augen die Tür“.

Seine Interpretation von Lionel Ritchies „Hello“ in der letzten Motto-Show hatte nicht nur musikalische Perfektion, sondern derart viel Tiefgang, dass selbst dem gemäßigten Volker Neumüller als Jury Mitglied nur ein mehrmalig anerkennendes „Leck mich am Arsch!“ entwich. Das war Hochachtung pur, und im Grunde war mit diesem Satz in der Tat alles gesagt. Im TV gibt es selten Momente von Tiefgang, in denen keine Fragen mehr bleiben. Schon gar nicht in Casting-Shows.

Mehrzad Marashi hat Zuschauern genau diese Momente geschenkt: Minuten voller Antwort. Minuten, in welchen es still wird auf unserer
Seite des Fernsehers, weil Berührung entsteht: Weil wir wortlos meinen, irgendwie dieses Stückchen Wahrheit, Gefühl, diese lesie Spur von Liebe greifen zu können. Dafür bin ich wirklich dankbar.

Hasso Menowin Fröhlich ist sicher ein hochbegabter Musiker, der musikalisch zurecht ins ganz große Finale von DSDS gehört. Glaubt man vielen, derzeitigen Einschätzungen, gewinnt er die Competition und ist – um diese paar Millimeter vorn – der aktuelle Bohlen-Favorit. Auch, wenn Bohlen sich innerhalb der Shows spürbar dazu zwingt, das Rennen offen zu lassen.

Ich bin parteiisch: Die warmherzige, erwachsene und liebevolle Art einer ehrlichen Haut, die im Leben „auf die Fresse bekommen“ hat und eben dies nicht durch „Kampf gegen…“ und Leistungsdruck beantworten muss, berührt mich tief. Sie ist so verdammt schwer hinzubekommen und: Sie ist immer die bessere Antwort. „Und, wenn ein Lied meine Lippen verlässt, dann nur, damit Du Liebe empfängst. Durch die Nacht und das dichteste Geäst, damit Du keine Ängste mehr kennst.“, singt Mehrzad Marashi allen, die zuhören und spricht dabei auch ein wenig mit sich selbst. Ihm glaube ich jedes Wort. Ich werde wohl anrufen."





Quelle: Meedia.de

Keine Skandale, keine traurige Geschichte, dafür außergewöhnliches Talent

"Auf einen Boxkampf übertragen würde ich sagen: 27 Kämpfe, 27 Siege, davon 26 Knockouts und einen klaren Sieg nach punkten

Nun…Doch was macht Mehrzad Marashi noch aus? Die Liste ist schon ziemlich lang – ich weiß…Aber bisher haben wir nur generelle Informationen zu ihm und seinem Gesang zusammengetragen – da fehlt doch was? Genau…Der Mensch an sich…Hierfür braucht man keine eigene Liste – ich kann nur sagen, dass ich persönlich ihn als sehr sympathisch und bodenständig halte. Er hat keine Skandale, er hat keine traurige Geschichte, er überzeugt einzig und allein durch sein außergewöhnliches Talent

Er hat es nicht nötig, mit sonstigen Dingen – die nichts mit der Musik
zu tun haben – zu glänzen, im Gegensatz zu Menowin.[...]


Ich persönlich nicht – und darum werde ich im Finale – sofern es denn dazu kommt, dass erste mal seit langer Zeit mal wieder selbst zum Hörer greifen, um Mehrzad zum Sieg zu pushen. Eigentlich bin ich auch jemand, der sogut wie nie anruft – das Geld ist einfach zu schade – aber für Mehrzad würde ich die paar Kröten doch gerne opfern Diese Staffel hat nur einen Sieger verdient – in diesem Sinne:

Mehrzad Marashi 4 Superstar!
"




Quelle: Hamstiwamsti.de

Grundsympathisch und hochtalentiert

"DSDS hat mit Mehrzad Marashi einen grundsympathischen und hochtalentierten Sänger unter den ersten sechs. Jetzt, wo die Luft immer dünner wird für die letzten Kandidaten und es nicht mehr allzu viele Mottoshows geben wird, scheinen sich die Talente noch deutlicher durchzusetzen. Mehrzad Marashi jedenfalls konnte bei der Lionel Richie Nummer „Hello“ bei der vierten Mottoshow mit unglaublich authentischem Gefühl auf der Bühne die Jury ein weiteres Mal überzeugen.


Seine Familie ist für Mehrzad das Wichtigste: Die kleinen Momente, die er während der aufregenden Zeit bei „Deutschland sucht den Superstar“ schmerzlich vermissen muss, sind das, woraus er seine Kraft für die Auftritte zieht. Im Gegensatz zu exaltierteren Kandidaten, [...] die das Publikum spalten und dabei für Diskussionsstoff sorgen, ist der noch neunundzwanzigjährige Familienvater geerdet und damit einer der sympathischsten Mitbewerber.

Das fühlt auch das Publikum, das an Mehrzad Marashis Liebe zu seiner Freundin und seinem Kind teilhaben darf: Am Ende seines genialen Auftritts am 13.03.2010 präsentierte er nicht ohne Stolz sein neues Tattoo mit dem Namen seines Sohnes, Shahin. Da der in Iran geborene Mehrzad nicht nur an der Hamburger Sängerakademie Gesang und Klavier studierte, sondern auch unter dem Namen „Marasco“ einige Erfahrungen bei öffentlichen Auftritten sammeln konnte, ist er auch bei DSDS mit seiner Stimmgewalt ganz vorne."



Quelle: TV.Germanblogs.de

Claudia Roth (Grüne): Pro Mehrzad, Contra DSDS

"Auch die aktuelle »DSDS«-Staffel finde ich fragwürdig. Es geht scheinbar nur noch um extreme Typen. Ex-Knacki, Koks-Schnüffler. Mir gefällt aber der iranischstämmige Sänger Mehrzad sehr gut. Er überzeugt mit Stimme. Aber vom Qualitätsanspruch ist »DSDS« Lichtjahre von der Ausscheidung für Oslo entfernt."



Quelle: Grünen-Chefin Claudia Roth in der Super-Illu

Alexander Klaws: "Mehrzad überzeugt nur mit seinem musikalischen Können!"

"Mehrzad hat eine sehr gute Stimme und Mehrzad überzeugt wirklich nur mit seinem musikalischem Können und nicht durch ständig neue und rührende Geschichten. [...] Mehrzad ist mein absoluter Favorit, weil er einfach der Beste dieser Staffel ist." -- Alexander Klaws, erster DSDS-Gewinner


Quelle: Castingshow-News

Anja Lukaseder (Ex-DSDS-Jurorin): "Mehrzad ist mein Favorit!"

Anja Lukaseder in der Berliner Morgenpost:

Ihre drei Favoriten der Sendung verrät sie natürlich nicht, aber wem sie bei "DSDS" die Daumen drückt: "Mehrzad ist mein Favorit, weil er eine gute Stimme hat." Ansonsten findet sie die aktuelle Staffel furchtbar nervig: "DSDS besteht nur noch aus Marketing und Hartz-IV- und Knast-Storys. Diese ganzen Elendsgeschichten lenken von dem eigentlichen Ding ab, nämlich davon, was da auf der Bühne passiert."

Thomas Godoj und Daniel Schuhmacher favorisieren Mehrzad Marashi!

Die DSDS Gewinner Daniel Schuhmacher und Thomas Godoj antworteten auf folgende Fragen zu gunsten von Mehrzad. Thomas Godoj im KinderCampus Starchat auf die Frage „Bist du für Menowin oder Mehrzad?“ noch eher zurückhaltend mit

„Ich habe das [DSDS 2010] gar nicht so verfolgt...Ich fand den Mehrzad von der Stimme sehr gut und wie er sich verkauft.“.


Der noch aktuelle Superstar Daniel Schuhmacher setz sogar einen drauf und verriet auf KinderCampusTV

„Ich bin ganz klar für Mehrzad.[…] Ich finde, der ist sympathisch, echt, ruht sich nicht auf diesen Stories aus, die immer total hoch gepusht werden und er singt einfach gut.“



Quelle: Kindercampus

10 Gründe, die für Mehrzad sprechen - der 11. heißt Menowin!

15.04.2010 Aktuelles, Musik
DSDS-Finale: 10 Gründe warum Mehrzad Superstar wird


Am Samstagabend ist es soweit: in der Finalshow von Deutschlands beliebtester Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ trifft Mehrzad Marashi auf Menowin Fröhlich (22). Der 28jährige Iraner geht als gefühlter Favorit in die entscheidende Sendung und will das Superstar-Finale unbedingt für sich entscheiden. Im Hass-Duell mit Menowin wird Mehrzad alles geben müssen um den Titel in seine Heimatstadt Hamburg zu holen. Hier nun zehn Gründe warum Mehrzad der neue Superstar wird:

1. Familie: Mehrzad kann sich auf den Rückhalt seiner Familie verlassen, die ihm nicht nur Halt, sondern auch Kraft gibt um den Druck standzuhalten. Insbesondere sein Vater wirkt mit seiner ruhigen Art positiv auf Mehrzad ein.

2. Freundin: Seit der Halbfinalmottoshow ist Mehrzad mit der 22jährigen Denisse verlobt, der er vor einem Millionenpublikum einen Heiratsantrag machte. Die Mutter seines Sohnes Sahin steht ihm bei und sorgt bei dem Publikum für den Eindruck, was für ein liebevoller Partner und Vater Mehrzad doch ist. Das Bild der vollkommenen Harmonie könnte vor allem weibliche Zuschauer dazu bewegen für Mehrzad anzurufen.

3. Gefühl: Seine sanfte Stimme begeisterte Zuschauer und Jury mit Beginn der Staffel gleichermaßen. Insbesondere bei Kuschel-Songs kommt diese besonders zum Vorschein.

4. Beständigkeit: Im Gegensatz zu seinem Konkurrenten lieferte Mehrzad stets beständige Leistungen ab und steht für Kontinuität.

5. Hut: Die modische Kopfbedeckung die Mehrzad bei allen seinen Auftritten trägt, scheint dem Sänger Glück mit auf den Weg zu geben.

6. Erfahrung: Unter dem Pseudonym Marasco veröffentlichte Mehrzad bereits 2006 eine Single, die so floppte, das er seinen Plattenvertrag wieder verlor. Er weiß also wie das Business läuft und scheint dem Druck gewachsen.

7. Ausstrahlung: Mit seiner offenen Art und seinem freundlichen Wesen wirkt Mehrazd deutlich sympathischer als sein Konkurrent. Wenn nur wenige Stimmen entscheiden könnte ihm das einen wichtigen Vorteil in der Zuschauergunst verleihen.

8. Nina Eichinger: Mittlerweile scheint es mehr als deutlich, das die einzige Frau in der DSDS-Jury Mehrzad eindeutig positiver gegenüber steht als Ex-Knacki Menowin. Die Bewertung der Jurorin könnte vor allem weibliche Zuschauer auf die Seite des Persers ziehen.

9. Schulkonzerte: Die Rückkehr an seine alte Schule und die große Begeisterung der Kids für ihn haben Mehrzad noch einmal Kraft gegeben und ihm verdeutlicht, wie sehr ein Sieg bei DSDS sein Leben verändern könnte.

10. Hamburg: Mehrzad wurde zwar im Iran geboren, wuchs aber in der Millionenstadt Hamburg auf. Die regionalen Radiosender in der Elbmetropole machen bereits ordentlich Publicity für Mehrzad, so dass er sich der Unterstützung und zahlreichen Anrufen aus seiner Heimatstadt gewiss sein kann. (RNO)





Quelle: http://www.reisenews-online.de/2010/04/15/dsds-10-gruende-warum-mehrzad-superstar-wird/



Auch Becker und Heller fordern: Mehrzad 4 Superstar!



MENOWIN RAUS BEI DSDS - MEHRZAD MUSS GEWINNEN (beckerundhelle... - For more of the funniest videos, click here

Mittwoch, April 14, 2010

Mehrzad Marashi überzeugt mit Stimme!

Und darum ist der Komponist, Songwriter und vor allem begnadete Sänger mit dem Soul in der Stimme in meinen Augen die musikalische Entdeckung des Jahres 2010, dem einzig das Prädikat "Superstar" gebührt. Auch an dessen charakterlicher Eignung für den Titel besteht, anders als bei einem namentlich nicht erwähnenswerten Mitbewerber, keinerlei Zweifel:




Mehrzad Marashi

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Sonntag, April 04, 2010

Entkoppelung

Mülltv über einen besonders bizarren "Aufstand der Massen":



"... der Liebling der Massen, zumindest was die Gröhllautstärke seiner Fans angeht: Menowin Fröhlich stellt im Einspieler klar, dass es natürlich gar keinen richtigen Streit mit den anderen Kandidaten gab und er selbstverständlich auch Kritik vertrage. Allerdings gäbe es dazu kaum Anlass, denn die letzten Wochen hätten immer wieder bewiesen, dass Deutschland ihn “geil” fände. Offenbar hat er sich mental schon völlig auf den Titelgewinn eingestellt. Allerdings rechtfertigt sein heutiger erster Auftritt mit Milows “Ayo Technology” meines Erachtens keineswegs die Hoffnung auf den Titelgewinn und nährt sogar Zweifel, ob der Kandidat überhaupt zu Recht unter den Top 4 ist. Die Nummer wirkt tatsächlich völlig ungeprobt und Menowin brabbelt sich in den leiseren Passagen der ersten Hälfte kilometerweise unverständlichen Text in den Bart. Entweder ist das alles zu schnell und deswegen versteht man nichts oder er hat – mal wieder – den korrekten Text vergessen und improvisiert über weiter Strecken mit spontan erfundenen Vokabeln, was dann in sich schon eine bewundernswerte Leistung wäre.

Menowins Anhänger scheinen davon völlig unbeeindruckt und johlen und kreischen während der gesamten Nummer. Offenbar hat bei denen schon so eine Art Entkopplung stattgefunden, der Kandidat wird nicht wegen seiner musikalischen Leistung, sondern tatsächlich nur aufgrund seiner (von RTL aufgebauten) Persönlichkeit unterstützt. Der greifbare Triumph einer im Leben ansonsten eher gescheiterten Figur wie Menowin ist einfach eine tolle Geschichte, die vielleicht auch vielen anderen Losern Hoffnung macht. Das ist so ein bisschen wie damals bei der ersten Big-Brother-Staffel die unerklärliche kurzzeitige Idolisierung von Zlatko, einem Typen von derart überschaubarem Intellekt, dass man ihn nicht mal allein zum Einholen schicken würde. Der wurde zum Messias für alle, die noch beschränkter waren, als er selbst."





Quintessenz:


"Hauptsache, alle Menowin-Gegner halten dann zusammen und rufen für Mehrzad an."

Donnerstag, März 18, 2010

Norwegen hat sogar ESC-Teilnehmer, die singen können

Der junge Tenor Didrik Solli-Tangen mit "Torna A Surriento", auf der Violine begleitet unter anderem von Vorjahressieger Alexander Rybak und dem Barratt Due Junior Orchestra:


Dienstag, März 09, 2010

Hörtipp

Nachdem kürzlich Christian Hoffmann auf der befreundeten Seite freilich.ch die Freiheitsfreunde mit einem Hörtipp erfreut hatte, ist es nun an mir, es ihm gleichzutun. Über Zusammenbruch und Wiederaufstieg des Sozialismus in Ostdeutschland im Laufe der vergangenen 20 Jahre referierte unlängst Kristian Niemietz bei einem Meeting der "Libertarian Alliance" in London.

Den Vortrag und die anschließende Diskussion gibt es als Podcast (via Nico Metten).

Mittwoch, März 03, 2010

Kapitalismus vs. freier Markt

Eine überaus lehrreiche Vorlesung - nicht nur für Libertäre! - die Sheldon Richman vor zwei Tagen vor der "The Future of Freedom Foundation" (FFF) gehalten hat. Wünsche viel Freude beim Vermehren der gewonnenen Einsichten:


Economic Liberty Lecture Series: Sheldon Richman from The Future of Freedom Foundation on Vimeo.

Montag, März 01, 2010

Kein Paradoxon

Die WELT rezensiert den Journalisten Klaus Wallbaum mit seiner Biographie über den ersten Gestapo-Chef Rudolf Diels, der als Jurist in der Weimarer Zeit als "demokratisch gesinnt" galt:

Dennoch geriet er ins Fahrwasser der radikal antidemokratischen NSDAP - warum? "Im Leben von Rudolf Diels gibt es eine Konstante, die Orientierung auf einen starken, handlungsfähigen Staat", stellt Wallbaum fest.


Wann wird man je verstehen?

Samstag, Februar 20, 2010

Die wahre Natur des Staates - und warum Gewalt keine Lösung ist

"Joe Stack and the IRS - The Impact of Error" von Stefan Molyneux. Empfehle jedem dieses kurze Filmchen, sehr instruktiv, die Viertelstunde ist wirklich bestens investiert!


Dienstag, Februar 16, 2010

Mein Star für Oslo: Cyril Krueger

Heute abend läuft die dritte Runde der sich zur Freude des puristischen Musikliebhabers vom allgemeinen Casting-Trash bundesdeutscher Provenienz wohltuend abhebenden Talentsuche "Unser Star für Oslo" (USFO), und man muß schon nach den ersten beiden Durchgängen dem spiritus rector dieses völlig neuen Formats eines Grand Prix Vorentscheides Stefan Raab anerkennendes Lob aussprechen: In seiner Show treten eigentlich keine richtig schlechten Kandidaten zur Prekariatsbespaßung auf, sondern nur ernstzunehmende junge Künstler, die mit ganzem Herzen und vollem Einsatz bei der Sache sind und wirklich gute Musik machen wollen, während man bei DSDS, anders als noch vor zwei Jahren, die gesanglichen Talente inzwischen mit der Lupe suchen muß. Raab setzt, anders als Effekthascher Bohlen, nicht auf kurze Chart-Strohfeuer, sondern auf Nachhaltigkeit, ein Ansatz, den der deutsche Musikmarkt nach Jahren der Dürre auch bitter nötig hat!

Mein ganz persönlicher Favorit ist dabei der smarte Cyril Krueger mit der markanten Stimme, der vor zwei Wochen mit seiner Version des Rock-Oldies "Hotel California" das begeisterte Publikum von den Stühlen gerissen hat.



Cyril Krueger - Hotel California unser Star für Os… - MyVideo


Cyril ist wie fast alle USFO-Teilnehmer ein echter Vollblutmusiker, der nicht nur virtuos die Gitarre beherrscht, sondern auch Baß, Mundharmonika und Klavier spielt - ein Allrounder also.

Für heute abend und alle weiteren Shows und natürlich für den hoffentlich glanzvollen Auftritt beim Eurovision Song Contest in Oslo wünsche ich unserem Hoffnungsträger schon einmal alles Gute! Und vor allem jede Menge Anrufe!!

Bildrechte: Angela Svea Behrens

Samstag, Dezember 19, 2009

David Garrett spielt die Humoreske von Antonín Dvořák

Mit diesem Stück, das der wunderbare Star-Geiger am 17. Dezember 2009 bei der José Carreras Gala in Leipzig spielte, verabschiede ich mich für dieses Jahr und wünsche allen meinen Lesern und Mitstreitern frohe Festtage und ein freiheitlicheres neues Jahr 2010!

Rothbardianer vs. Hayekianer

Buchautor Brian Doherty vom Reason Magazine, der schon über die Geistesgeschichte des US-amerikanischen Libertarianism ein brillantes Standardwerk verfaßt hat, beschäftigt sich in einer aktuellen Rezension mit dem tiefen Graben der die libertäre Bewegung schon seit den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts trennt. Es scheinen wirklich Welten zu sein, die zwischen den beiden Hauptexponenten der Philosophie der Freiheit, Friedrich August von Hayek (der im deutschsprachigen Raum über eine wachsende Anhängerschar unter Neoliberalen und Neokonservativen sowie unter schwarz-gelben Jungpolitikern verfügt) und Murray N. Rothbard (dessen Rezeption und Popularisierung über das rein akademische Milieu hinaus hierzulande - anders an in Amerika, wo sie durch die Ron-Paul-Bewegung einen neuen kräftigen Schub erfuhr - noch weitgehend Brachland ist, von wenigen hochachtenswerten Pionierleistungen von Guido Hülsmann und Detmar Doering einmal abgesehen) liegen:

"[...] Rothbard makes abundantly clear here, very important differences exist between the fallibilistic, utilitarian, small-government thinking of Hayek (and Friedman, and to a great degree Mises) and the rights-based anarchism of Rothbard and many of his followers, both of which coexist uneasily under the label libertarian.

In words that he never made or intended to make public in his lifetime, Rothbard calls Hayek’s most monumental statement about liberty and the political order “surprisingly and distressingly, an extremely bad, and, I would even say, evil book.” The “evil” part comes from the blow he thinks it will strike the libertarian movement, with Hayek then and even more later seen as libertarianism's most respectable and brilliant exponent.

Since Hayek supported political liberty only for instrumental reasons, and not nearly as far as the anarchist Rothbard, Rothbard felt Hayek's position would create a rhetorical “Even Hayek admits…” problem for more radical libertarians (which has been true, to some extent.) Rothbard's arguments against Hayek are not strictly pragmatic; he maintains that Hayek misunderstands the rational arguments for liberty and misstates the importance of rights arguments in classical liberal history. In a later, more conciliatory but still negative memo, Rothbard lists at many pages' length the various concessions Hayek makes to state power that Rothbard thinks are unnecessary and rights-violating, from government subsidies for public goods to government enterprises competing in the market to compulsory unemployment and old age insurance to aid to the indigent."


Die Ironie der Geschichte allerdings ist, daß heute Hayek (und Milton Friedman) immer häufiger in der Mainstream-Presse mit dem Begriff "Anarcho-Kapitalismus" identifiziert werden und dieses Etikett wiederum synonym mit "neoliberal" gebraucht wird. Da ist die Verwirrung der Geister dann wirklich komplett.


"In fact, Hayek is so associated with his beliefs in the failures of central planning, the powers of a free-market price system, and his demolition of “social justice” that many people familiar with him are surprised to find out that Hayek believes most of the bad things (from an anarcho-capitalist perspective) that Rothbard slams him for."


Eine Ironie der Geschichte ist es auf jeden Fall, wenn auch bei uns hier als Kollateralnutzen der fortschreitenden allgemeinen Verblödung die bis zur Selbstverleugnung anpaßlerischen "Nur-ja-nicht-anecken-Liberalen" (die sich sogar für manche "zu radikale" Idee Hayeks entschuldigen und auf Distanz gehen, und das bei der Stiftung, die seinen Namen trägt!) für einen Mut und eine intellektuelle Kompromißlosigkeit geprügelt werden, die sie gar nicht besitzen. Dann hat sich ihr serviles Kriechertum vor den herrschenden etatistischen Auffassungen wenigstens nicht ausgezahlt.

Donnerstag, Dezember 03, 2009

Geld. Macht. Sex.

Ein Volltreffer erster Güte:

"Organisierte Religionen haben recht banale Ziele: Geld und Macht. Also Kontrolle. Kein Instrument ist wirksamer in der Ausübung von Kontrolle, als Angst. Menschen haben viele Urängste, auf die Religionen (vermeintliche) Antworten liefern - v.a. in Hinblick auf Tod und Jenseits.

Der Kontrolle entgegen stehen aber die Triebe. Darum sind Religionen so oft triebfeindlich. Wenn Menschen einfach ihren Trieben nachgehen, sind sie im wahrsten Sinne des Wortes unkontrolliert, enthemmt. Also müssen Religionen Triebe stigmatisieren, moralisch verurteilen.

Ganz verboten werden kann Sex dabei natürlich nicht, schliesslich muss der Mensch sich fortpflanzen. Aber man kann zumindest fordern, dass er keinen Spass macht. Sex um des Sex willen (aus Spass, Liebe oder Zuneigung - aber nicht mit dem ausdrücklichen Ziel der Vermehrung) ist darum Tabu (Verhütung, Homosexualität).

All dies trifft wohlgemerkt auf nicht-organisierte Religionen, wie den Hinduismus oder Buddhismus viel weniger zu."

- Christian Hoffmann auf freilich.ch

Mittwoch, Dezember 02, 2009

Linkslibertär ist KEIN Oxymoron!

Schöner als Matthew Dawson auf Facebook könnte ich es auch nicht auf den Punkt bringen:


"I am a left-libertarian. This is a position that seems contradictory to many, both libertarian and not; libertarianism is traditionally seen as being a movement of the Right, or even the farthest extreme of the Right, existing as an apologetic philosophy for corporatism and elitism. I believe that this is fundamentally mistaken. The Right, I think, is properly seen today as being the status quo of state-capitalism, dominated by an elite of bureaucrats and plutocrats, whose ends are power and authority at the expense of everyone else. Even modern day “liberals” and social democrats are rightist in this sense; merely reforming a fundamentally evil system is not enough, and the state-socialist means of compulsion and centralization contradict their declared “leftist” ends. Thus, the Left is properly conceived as being those whose ends are peace, justice, and prosperity, and whose means don’t conflict with those ends.

For libertarians reading this, it will probably help if I explain why I am a “thick” libertarian first, as opposed to “thin” libertarianism. Thin libertarianism is the position that politics is the ethics of the use of force; nothing more and nothing less. Political philosophy doesn’t and can’t have anything to say about society, other than that aggression is wrong. Any set of social and cultural norms is seen as being compatible with the political philosophy of liberty, as long as they are non-coercive. Thick libertarianism, on the other hand, is the position that liberty is fundamentally intertwined with other concerns. Politics is broader than statements about the permissible use of force, and justice is more than non-aggression. Note that left-libertarians are not the only thick libertarians; paleolibertarian conservatives and Objectivists also hold thick views on political philosophy.

I am a left-libertarian, because I am a thick libertarian who sees that the “leftist” values of anti-authoritarianism, mutuality, and equality are fundamentally entailed by the same principles that make me anti-statist. A society built on authority and hierarchy, where social evils such as patriarchy and xenophobia are widely accepted cultural norms, is not a just society, even if it is non-coercive. A just society is one where every individual’s flourishing is not subject to the arbitrary whims of others, one where people are not held back by society, but instead encouraged to become the best person that they can be."

Dienstag, Dezember 01, 2009

Der GröDemokraZ

Marco Kanne hat ein sehr aufschlußreiches Zitat ausgebuddelt!

Plebiszitäre vs. klerikal-judikative Unterdrückung? Was ist schöner?

In der Schweiz darf eine Bevölkerungsmehrheit einer religiösen Minderheit Vorschriften machen, in Berlin läuft es umgekehrt! Und die Richterdiktatur verhilft den Theokraten zur Durchsetzung ihres unverschämten Machtanspruchs, darüber zu befinden, wer wann einkaufen gehen darf. "Herrschaft des Rechts" blöken ja immer die neoliberalen Minimalstaatsfritzen - sie werden auch dieses trockene Stroh wieder sanftmütig kauen und runterwürgen!

Montag, November 30, 2009

Eine ausgeglichene Bilanz?

Daß der Repressionsapparat des Etatismus nicht nur uns, sondern auch unsere "Feinde" drangsaliert, ist für manche ja schon Beruhigung genug. So freut sich mancher Rechtsaußen, wenn auch mal Linksextreme oder ausländische Extremisten wegen Kommunikationsdelikten vor dem Kadi landen oder der hoheitlichen Verrufserklärung qua Verfassungsschutzbericht anheimfallen. "Ja, der Staat gibt's endlich mal denen, die ick nich leiden kann. Na dann ist der Staat vielleicht doch nicht so von Übel?" Der gleiche Mechanismus versöhnte ehedem eine ganze Generation von bis dato in Systemferne ausharrenden Menschen aus dem linksalternativen Milieu der neuen sozialen Bewegungen mit der BRD, als Ende der 80er Jahre eine sich über die ganzen 90er Jahre erstreckende Hyterie "gegen rechts" angefacht wurde. Und jetzt, wo es gegen "den Islam" geht, treffen sich Apo-Opas und rechte Renegaten und marschieren Seit' an Seit' mit dem System. Skrupel? Fehlanzeige! Denn es geht ja endlich mal gegen "die Richtigen"!

Bestes Beispiel: der von Radikalfeministinnen, christlichen Fundis und nationalkonservativen Stammtischbrüdern gemeinsam getragene Kampf gegen die Gebetstürmchen in der Schweiz, von denen die Eidgenossenschaft bislang ganze 4 (in Worten: vier!) zieren!


Fürs Protokoll: ich bin ein vehemtenter Gegner der Anti-Minarett-Initiative! Aber ich war auch schon ein Gegner des Antirassismus-Paragraphen, der vor allem auf dem Mist eines unspektakulär antiliberalen Freisinnigen gewachsen war!

In der Schweiz steht es jetzt 1:1!

Mit der Antirassismus-Strafnorm durften zunächst die Allochthonen das erhebende (und Staats-Loyalität erzeugende) Gefühl haben, den Autochthonen die Meinungsfreiheit einzuschränken (obgleich auch schon türkische Historiker mit dieser mittelalterlichen Maßnahme des Ausnahme- und Gesinnungsstrafrechts bedroht wurden) und damit den Staat zur Verfolgung ermächtigen. Jetzt im Rückspiel schränkten dafür die Autochthonen aus Revanche einem Teil der Allochthonen die Religionsfreiheit ein - und wieder wächst und gedeiht der Staat.

Die wahre Bilanz: Leviathan vs. Freiheit - es steht 2:0!



Und es gibt ja so viele Minderheiten, die sich prächtig tyrannisieren lassen um dem Staat stets die Augenblicksgefolgschaft von gesellschaftlichen Mehrheitskoalitionen zu garantieren, mal nennt man es Jugendschutz, mal Verbraucherschutz, mal Klimaschutz, whatever. Und mit jeder dieser Schutz-Dienstleistungen durch den monopolitischen Schutzanbieter - den Staat - wird der Auftragnehmer Staat gegenüber dem Auftraggeber Gesellschaft stärker. Etatismus ist das perfekte Verbrechen!

Donnerstag, November 26, 2009

search and destroy

"Das „Schiedsgericht“, fernab des Rechtsstaats und auch in den Methoden rechtsstaatsfern, konstruiert eine Pflicht von Abgeordneten, abweichende Absichten bei geheimen Wahlen vorher intern anzukündigen. Dabei gibt es gute Gründe, dass die Verfassung gerade die Wahl eines Regierungschefs geheim stellt. Die Abgeordneten als „Vertreter des ganzen Volkes“ sind Souverän der Demokratie – der Souverän sind nicht Parteien, die sich den Staat zur Beute machen wollen.

[...]

Danach gab es keinen „Diskussionsprozess“ mehr, sondern nur noch Jagd auf Dissidenten, nach dem Muster „search und destroy“, suchen und zerstören. Das Parteiordnungsverfahren ist deren Fortsetzung mit anderen Mitteln. Jene, die den Druck ausübten, verlangen nun, man hätte ihnen jederzeit die Stirn darbieten müssen. Doch auch das folgt einer Logik."




Was Volker Zastrow hier sehr korrekt und ohne die sonst FAZ-übliche vornehme Zurückhaltung beschreibt, ist kein SPD-Spezifikum, sondern ein Sittengemälde des total(itär?)en Parteienstaats. Einseitiges Eindreschen kann man dem Autor - von dem man aufgrund seiner unsäglich reaktionären und teilweise schon anstößigen Thesen zu Themen wie Frauengleichstellung und Homosexuelle beileibe kein Fan sein muß - indes nicht vorwerfen. Schon in den Jahren 2002/03 erwarb sich Zastrow bleibende Verdienste, als er genau so klar und ungeschminkt die innerparteiliche, allen rechtsstaatlichen Grundsätzen Hohn sprechende Treibjagd der FDP-Apparatschiks gegen Möllemann und dessen Anhänger geißelte (ohne sich dabei überschwenglicher Sympathien für Möllemann und dessen sehr krude nahostpolitische Auslassungen verdächtig zu machen). Zastrow legt an dieser Stelle den Finger in die Wunde, keiner aus seiner Zunft nimmt die innerparteilichen Zustände der staatstragenden Parteien so scharf unter die Lupe, keiner bringt die Mißstände so drastisch auf den Punkt wie er. Dafür gebührt ihm Lob, wenn man ihn auch an anderer Stelle desöfteren kritisieren muß.

Donnerstag, November 12, 2009

Die Sprache verrät die Denkweise

"Die Wortkombination ‘Selbstmord’ ist ein Musterbeispiel der Klasse von Ausdrücken, die suggerieren, es handele sich um etwas Böses (Aristoteles Nicomachische Ethik). Genau besehen ist es der Ausdruck einer Anmaßung von Unwissen: man gibt vor, den Unterschied zwischen "Mord" und "Freitod" nicht zu kennen. Sich selbst zu ermorden, ist nämlich genau so logisch unmöglich wie Ehebruch mit seiner eigenen Frau zu begehen. Der semantische Unfug ‘Selbstmord’ scheint eine deutsche Spezialität zu sein, denn der Ausdruck läßt sich gar nicht wörtlich übersetzen. Im Englischen würde die Wortbildung, ‘self-murder’ verlacht werden, und Analoges gilt von den romanischen Sprachen. Im Englischen ist ‘Suicide’durch das Lateinische neutralisiert, und ‘to suicide’ als intransitives Verb ist völlig neutral."
- Prof. Dr. Gerard Radnitzky

Freitag, November 06, 2009

Wenn schon durchgeknallt, dann wenigstens konsequent!

"Robin Alexander in der „Welt“ und Volker Zastrow in der „FAZ“ haben sich mit ihren deutlichen, überraschenden Worten im vielleicht letzten Moment um die Meinungsfreiheit verdient gemacht wie einst Helmut Schmidt und Helmut Kohl gegen alle Widerstände um die Nachrüstung und damit um die Sicherheit des Westens."

- André F. Lichtschlag, Der Fall Sarrazin

Recht auf Nichtbeleidigtwerden oder Recht auf Freiheit?

"Entweder akzeptieren wir den Fundamentalismus der Beleidigung als gesellschaftlichen Leitgedanken - wenn du mein Tabu respektierst, dann respektiere ich deins. Dieser Weg wird unsere Freiheiten auf dramatische Weise einschränken. Der andere Weg besteht darin, sich von jeglichen Tatbeständen der Beleidigung frei zu machen und allein am Tatbestand der Anstiftung zur Gewalt festzuhalten."

- Flemming Rose (DIE WELT, 2. Nov. 2009)


Donnerstag, November 05, 2009

Union vs. FDP? Union & FDP vs. die Bürger!

Wer sich bei der Verteidigung der bürgerlichen Freiheiten auf die "bürgerlichen" Parteien (die sich gerade mal wieder im Verbotsrausch befinden) verläßt, der scheint auch zu glauben, daß ein Zitronenfalter Zitronen faltet!


Dienstag, Oktober 27, 2009

Libertäre Strategiedebatte: Murray Rothbard's Warnung vor den Gefährdungen durch Kompromißlertum und konservative Vereinnahmung ist aktueller denn je!

Dabei stammt das Papier aus dem Jahre 1961!



"In the name of practicality, the opportunist not only loses any chance of advancing others toward the ultimate goal, but he himself gradually loses sight of that goal—as happens with any “sellout” of principle. Thus, suppose that one is writing about taxation. It is not incumbent on the libertarian to always proclaim his full “anarchist” position in whatever he writes; but it is incumbent upon him in no way to praise taxation or condone it; he should simply leave this perhaps glaring vacuum, and wait for the eager reader to begin to question and perhaps come to you for further enlightenment. But if the libertarian says, “Of course, some taxes must be levied,” or something of the sort, he has betrayed the cause.

[...]

In World War II, as I said before, the danger and despair of the individual hardcore libertarian was his isolation. Now, in 1961, with the libertarian and right-wing movements seemingly flourishing and growing apace, on scholarly and more popular levels, he is, once again, increasingly in danger of being isolated. Except this time, the danger is less apparent and more insidious. For it is the danger of the hardcore libertarian being swamped by a growing mass of “conservative” and right-wing thinkers.

[...]


The increasing danger of the “swamping” of the libertarian intellectual—which itself is inherent when the hard core is not nourished, fostered, and brought together as a nucleus—has been enormously redoubled by the transformation that has been effected in the right wing itself. This transformation, lead by the theoreticians of National Review, has transformed the Right from a movement which, at least roughly, believed first of all in individual liberty (and its corollaries: civil liberties domestically, and peace and “isolation” in foreign affairs) into a movement which, on the whole, is opposed to individual liberty—which, in fact, glorifies total war and the suppression of civil liberty, as well as monarchy, imperialism, polite racism, and a unity of Church and State. The Right having increasingly taken on this tone and complexion, it is all the more vital for the libertarian movement to be dissociated from, rather than allied with, the bulk of the right wing. The chief trouble now with the theory of the “popular front” is that this “front” has been largely infected with enemies of, rather than friends of, liberty. Fortunately, the Volker Fund’s own program suffers much less than others (Earhart, Richardson, etc.) from this problem, because the fund’s concentration has been on economists, who, in their capacity as economists (Chicago School, etc.) have been, at least on net balance, proponents of liberty. But in any other field but economics, the danger is grave indeed.

[...] even though there is opportunity for a philosophic synthesis, in some respects, between libertarians and conservatives (e.g., the addition to libertarianism of natural law, moral principles, etc.) there is no real opportunity for a political synthesis.


(Even philosophically, conservatism has so many things wrong with it that an attempt at synthesis distorts the real nature of conservatism: as it must overlook the conservatives’ hostility to personal liberty, drive toward war, reverence for a theocratic state so long as it be “traditional,” support for colonial imperialism, opposition to reason, etc. And here I want to go on record as regretting my own recent article in Modern Age, as distorting the nature of conservatism by dwelling almost exclusively on its favorable features.)

[...]



I have come to the conclusion that, for libertarian thought to survive, a sharp break with “conservatism” must be undertaken,


[...]


My thesis can be summed up as saying that in this crossroads in the history of libertarian movement it is vital to de-emphasize drastically popular fronts with the conservative “Right,” to nourish and construct the hardcore libertarian movement with some form or forms of nucleus or center, and to emphasize libertarian scholars and intellectuals primarily, and, if more direct action is desired, libertarian publicists and workers exclusively. The big danger to the libertarian movement now is a swamping by a rapidly growing (on intellectual and “practical” levels) conservative movement that presents more of a threat to liberty than a support. The great task facing us is the rescue of the libertarian movement from this danger."

Donnerstag, Oktober 22, 2009

Bürgerliche Staatsfetischisten vs. pauperisierte Staatsopfer

Umverteilung findet im Staat von oben nach unten statt. In welchem Maße man das gut oder schlecht finden soll, darüber sind sich Sozialisten (bis in die CDU hinein) und Konservative (ebenfalls bis in die CDU hinein, die damit sowohl den linken als auch den rechten Flügel des Etatismus abdeckt und darum, ganz nebenbei bemerkt, doppelt so eklig ist wie jede andere Partei, mit Ausnahme der Grünen, die dreimal so eklig und damit Ekelpegel-Rekordhalter sind) uneinig. Doch stimmt diese Prämisse von der Umverteilung von stark zu schwach überhaupt? Tut der Staat zuviel für Unterschicht und "Kopftuchproletariat" (wie sich der "liberal"-konservative Mittelstandsprofessor Eberhard Hamer einmal auf einer Tagung auszudrücken pflegte)?

Umgekehrt (zu den Mythen der neoliberalen Bonzen-Idolatrie und ihrer verkürzten "Leistungsträger"-Rhetorik) wird ein Schuh daraus: Der Staat stärkt die Starken und schwächt die Schwachen. Das ist seine Funktion, darum existiert er. Drei von mir sehr geschätzte Autoren haben sich mal der Frage, wie das im Spätetatismus mit Ober- und Unterschichten denn wirklich aussieht, in den vergangenen Wochen mal aus unterschiedlichem Blickwinkel zugewandt. Zur Sarrazin-Debatte schrieb Chris Vigelius, seit langem mein Quantum Trost auf ef-online, einen sehr klugen Artikel, der die ökonomischen Fehlanreize, und nicht die Einwanderer als Ursache der Integrationsmisere erkennt, mit dem Titel: "Sozialhilfe: Die Scheinheiligkeit des Thilo Sarrazin", der es wert ist, zitiert zu werden:


" [...] die Fehlanreize wirken keineswegs nur auf Einwanderer, sie wirken genauso auf die autochthone Bevölkerung, mit den gleichen Folgen. Sie fällt bei ersteren nur deswegen stärker auf, weil aufgrund der massiven Fehlanreize praktisch nur noch Leistungsunwillige und -fähige einwandern, während alle anderen, vor allem gut ausgebildete und leistungswillige Fachkräfte, um Deutschland in der Regel einen großen Bogen machen.

Und die wenigen, die trotzdem kommen wollen, dürfen oft nicht. Denn die üppige Alimentierung ist beileibe nicht der einzige Fehlanreiz, mindestens genauso fatal wirkt ein Ausländerrecht, das immer noch von dem im Kern national-sozialistischen Gedanken der Abschottung des deutschen Arbeitsmarkts gegen "Fremdarbeiter" beseelt ist, das arbeitswillige Zuwanderer mit Willkür und bürokratischen Schikanen traktiert, und dessen völlige Absurdität sich am offensichtlichsten im Begriff der sogenannten "Arbeitserlaubnis" manifestiert, die jeder Ausländer braucht, wenn er sich an der Mehrung des allgemeinen Wohlstands und der Finanzierung des Staatswesens beteiligen möchte. Eine solche Arbeitserlaubnis bekommt, wenn überhaupt, höchstens derjenige, der sich auf ein nicht selten monatelanges Spießrutenlaufen bei zig Behörden und Institutionen einlässt. Selbst wer -mit Abitur und tadellosen Deutschkenntnissen- nur für ein paar Monate als Au Pair in Deutschland leben und arbeiten möchte, lernt als erstes: In Deutschland gibt es viele, viele Behörden, und die wollen alle irgendwie beschäftigt werden.

Weder Erlaubnis noch Einkommensnachweis braucht dagegen derjenige, der einen ausländischen Partner heiratet und anschließend samt Kindern von Sozialhilfe lebt. Vor allem dann nicht, wenn beide Partner aus dem nahen Osten stammen; bei "eingeborenen" Deutschen mit geregeltem Einkommen und Partnern aus Osteuropa oder Fernost soll es dem Vernehmen nach dagegen durchaus öfter zu Problemen mit Behörden kommen. Die Gründe dafür sind unklar, jedenfalls solange man nicht Verschwörungstheorien anhängt, Fakt ist aber: Diese Art der Einwanderungspolitik führt innerhalb der Gruppe der Einwanderer zu einer zusätzlichen Negativauslese, da ungebildete und einkommenslose Einwanderer natürlich vorzugweise innerhalb ihrer eigenen Bildungsschicht heiraten. Für die gut ausgebildete angehende Ärztin aus Istanbul stellt der -nicht selten noch mit archaischen Vorstellungen über die Rolle der Frau brillierende- deutsch-türkische, arbeitslose Analphabetenproll aus Neukölln sicher nicht gerade den Traumprinzen dar, auf den sie ihr Leben lang gewartet hat.

Hauptleidtragende dieser Negativauslese sind neben der Volkswirtschaft nicht zuletzt die Einwanderer, auf die die genannten Kriterien nicht zutreffen, denn das Klischee des arbeitsscheuen Krawallmachers und Gewalttäters wird in der öffentlichen Wahrnehmung letzten Endes auf alle Angehörigen des jeweiligen Kulturkreises angewandt, auch wenn es in vielen Fällen überhaupt nicht zutrifft. Um es bewusst platt zu sagen: Nicht "die Türken" oder "die Araber" sind dumm und faul, sondern die deutsche Politik begünstigt im Effekt die Zuwanderung dummer und fauler Türken und Araber. Dafür können aber weder Türken noch Araber etwas."


Auch Buchpreisträger Christian Hoffmann befaßt sich in seinem Beitrag "Ungleichheit, soziale Kälte und Ausschliessung - dank Sozialstaat" den er ursprünglich für die Schweizer Monatshefte schrieb, mit den besonders sozialschädlichen und damit besonders Unterschicht und Randgruppen treffenden Folgen wirtschaftlicher Interventionspolitik:

"Ein zentraler Treiber sozialer Ausschliessung sind Steuern und Abgaben: Damit sich die Beschäftigung einer Arbeitskraft lohnt, muss diese einen Mehrwert schaffen, der über den verursachten Kosten liegt. Schon einfache manuelle Arbeiten können im Verbund einer arbeitsteiligen Fabrik rentabel sein, wenn sie nicht künstlich verteuert werden. Angenommen, auf die tatsächlichen Lohnkosten eines Mitarbeiters, der bisher profitabel eine bestimmte Menge eines Produkts pro Stunde fertigte, entfallen nun plötzlich zusätzliche 50 Prozent Steuern und Abgaben — auf einen Schlag wird dieser Mitarbeiter unprofitabel und muss entlassen werden. Profitabel ist nun nur noch jener höher qualifizierte Mitarbeiter, der in der Lage ist, eine Maschine zu bedienen, die eine deutlich höhere Anzahl Produkteinheiten je Stunde fertigt. Steuern und Abgaben führen zwangsläufig dazu, dass Arbeitsplätze kapitalintensiver werden. Gering qualifizierte Arbeitskräfte werden so aus dem Arbeitsprozess herausgefiltert. Sie werden ausgeschlossen.

Ein zweiter zentraler Treiber sozialer Ausschliessung sind staatlich erzwungene Lohnkartelle (ob nun gewerkschaftlich getragen oder durch Mindestlöhne). In einer Marktwirtschaft sind Preis, Menge und Qualität der Arbeit ein Resultat aus Angebot und Nachfrage. Die Beteiligten können sich entscheiden, wie viel Arbeit sie zu einem bestimmten Preis anbieten oder nachfragen wollen. Das heisst aber auch: unfreiwillige Arbeitslosigkeit kann es auf freien Arbeitsmärkten nicht geben. Wenn aber durch staatlichen Zwang der Arbeitspreis über den Marktpreis getrieben wird, werden jene Arbeitskräfte aus dem Arbeitsprozess gedrängt, deren Beitrag nun nicht mehr profitabel ist. Dabei handelt es sich naturgemäss um geringqualifizierte Arbeitskräfte — erneut werden diese also durch staatlichen Zwang dauerhaft ausgeschlossen.

Ein dritter zentraler Treiber sozialer Ausschliessung sind bürokratische Hürden wie Auflagen und Bewilligungen. Die Erfahrungen der Schwellenländer zeigen: nicht die Lohnabhängigkeit führt zu einem dauerhaften sozialen Aufstieg, sondern selbständiges Unternehmertum. Je schwieriger daher der Weg in die Selbständigkeit ist, desto eiserner werden sozial Ausgeschlossene in die Armut verbannt. Ein Beispiel mag dies verdeutlichen: Jeder Fahrzeugbesitzer mit einem Mindestmass an Fahrkenntnissen ist in der Lage, Taxi-Dienstleistungen anzubieten. Staatliche Auflagen in Hinblick auf die Kenntnisse und Qualifikation des Chauffeurs oder die Beschaffenheit des Fahrzeugs, im schlimmsten Fall gar die Ausgabe von Lizenzen, erschweren den Markzugang. Nicht selten werden derartige Hürden von etablierten Anbietern unterstützt — Marktzutrittshürden sind immer auch eine Protektion gegenwärtiger Marktteilnehmer. Potentielle soziale Aufsteiger werden so durch bürokratische Hürden am Aufstieg gehindert."


Auf der anderen, gewissermaßen der Nutznießer-Seite dieser Bilanz stehen jene, die in jedem Staat zu den Gewinnern gehören und die die eigentlichen Nettostaatsprofiteure sind: die Wohlhabenden und (Einfluß-)Reichen, in unserem Falle also die Angehörigen der staatstragenden Bourgeoisie. Matt Jenny beschreibt die in seinem ebenfalls in den Schweizer Monatsheften erscheinenen Artikel als die "enthusiastischen Bürgerlichen":


"Bürgerliche können grob in zwei Typen eingeteilt werden: in die widerwilligen Liberalen und in die enthusiastischen Bürgerlichen.

Widerwillige Liberale findet man unter den Vertretern des Anarchismus, des Nachtwächterstaats wie auch des Neoliberalismus. Sie sind Liberale aus Verlegenheit. Für sie ist der Liberalismus die schlechteste Ideologie, mit Ausnahme all jener anderen, die es sonst noch gibt. Eigentlich würden sie gerne auf eine politische Ideologie verzichten, würden sich am liebsten gar nicht mit Politik beschäftigen müssen. In einer unvollkommenen Welt kommen die widerwilligen Liberalen aber leider nicht darum herum, eine politische Position zu vertreten. Diejenigen, die dabei dem Staat Legitimität zusprechen, tun dies ohne Enthusiasmus und mit dem Wissen, dass jeder noch so beschränkte Staat stets die Saat seines exzessiven Wachstums in sich trägt.

Ganz anders die enthusiastischen Bürgerlichen. Sie haben im Liberalismus, welcher Couleur auch immer, und im liberalen Staat Identifikationsobjekte gefunden. Sie sind überzeugt, dass beim Regieren nichts schiefgehen kann, wenn nur die richtigen Politiker am Drücker sind. Sie sehen es als Pflicht, gar als Ehre an, sich am politischen Prozess zu beteiligen. Sie glauben, dass immer Liberales herauskommen muss, wenn Bürgerliche am Werke sind. Manche sehen im Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft sogar eine Erweiterung der marktwirtschaftlichen Arbeitsteilung, quasi eine riesige public private partnership. Ihre Traumkarriere ist eine dreifache in Wirtschaft, Politik und Militär. Sie sind bürgerliche Staatsfetischisten.

Inwiefern sich die widerwilligen Liberalen von den enthusiastischen Bürgerlichen konkret unterscheiden, zeigt sich derzeit wohl am besten in ihrer jeweiligen Reaktion auf den aktuellen führungsschwachen Bundesrat. Während beide dem Bankkundengeheimnis nachtrauern, schöpfen widerwillige Liberale Trost aus der Tatsache, dass Politiker, die ausländischem Druck nicht standhalten können, wohl auch innenpolitisch nicht allzuviel Schaden anrichten. Eine führungsstarke und effiziente Regierung ist nicht ihr Wunsch; denn sie wissen, dass im politischen Kontext Stärke und Effizienz stets grosse Gefahren bergen.

Damit sind die widerwilligen Liberalen freilich in der Minderzahl. Sie werden übertönt von den enthusiastischen Bürgerlichen, die wieder starke Männer (und, wenn es heutzutage nicht anders geht, auch Frauen) nach Bundesbern schicken wollen. Sie sollen auf Biegen und Brechen erreichen, was der Bankenplatz allein nicht schafft. So ist womöglich auch die AHV entstanden, die den Arbeitgebern vermeintlich Lasten abnimmt, wenn die Arbeitnehmer eine bessere Altersvorsorge fordern.

Die Forderung nach mehr Politikern nennt man in der Argumentationstheorie ein non sequitur. Aus der Tatsache, dass im zivilen Bereich ein Problem auftritt, folgt nicht, dass der Staat angerufen werden muss. Dieser Fehlschluss passiert nur, wenn man — uneingestanden oder unbewusst — an die Allmacht des Staats glaubt. Wenn schon Kooperation nötig ist, wieso dann nicht versuchen, diese ohne Staat durchzuführen? 1947 hätte man private und auf dem Kapitaldeckungsverfahren beruhende Vorsorgefonds gründen oder stärken können. Und heute könnten die Banken sich schlichtweg weigern, die Informationen ausländischer Kunden an deren Regierungen herauszurücken.

Gewiss, dies wäre ein steiniger Weg, vielleicht sogar ein hoffnungsloser. Mehr Hoffnung in private Initiative zu setzen als in den Staat mit seiner Bilanz an Fehlschlägen, ist immerhin eine Tugend der widerwilligen Liberalen. Während ihr Glaube an den Staat enge Grenzen hat, so glauben sie mit viel Enthusiasmus an die Fähigkeit des Menschen, zu kooperieren und auf freiwilliger Basis Richtiges zu tun."



All diese Erkenntnisse sind nicht neu, aber sie verdienen es, immer und immer wieder verbreitet zu werden, da sie gerade in unserer Zeit leider auch von vielen die sich für "liberal" oder gar "libertär" erklären nur allzugern vergessen werden. Stefan Blankertz schrieb bereits vor 11 Jahren in "Die Therapie der Gesellschaft":


157.

Opfer oder Täter? – Manche Liberale meinen, die „Besserverdienenden“ bräuchten Schutz vor der Ausbeutung durch den Umverteilungsstaat. Es gibt dagegen soziologisch gesehen keinen Zweifel, daß die Mächtigen im Staat darum „mächtig“ heißen, weil sie es vermögen, einen großen Anteil an den finanziellen und politischen Ressourcen des Landes auf sich zu vereinigen. Egal, wie die Mächtigen z.B. den Spitzensteuersatz gestalten, sie werden in der Endabrechnung ihren Schnitt machen. Naiv wäre es, etwas anderes anzunehmen. Wer sollte glauben, daß man dadurch reich und mächtig wird, indem man alles, was man hat, freizügig weggibt?

158.

Cry for me, Argentinia. – Nein, die Opfer des Sozialstaates sind nicht die vielzitierten Besserverdienenden. Geschichtlich gesehen haben die Besserverdienenden den Sozialstaat geschaffen, und heute verteidigen sie ihn, aus einem ganz einfachen Grund: Der Sozialstaat ist ein Instrument der herrschenden Klasse, um sich auf Kosten der weniger einflußreichen Mitmenschen zu bereichern und gleichzeitig das Mäntelchen der Nächstenliebe umzuhängen.

Die Besserverdienenden haben öffentliche Schulen eingerichtet, um die Ausbildung ihrer Kinder von den weniger Bemittelten via Steuern finanzieren zu lassen; haben Zwangsversicherungen eingeführt, um ihre höheren Ansprüche von den Bescheideneren absichern zu lassen; haben Sozialhilfe eingeführt, um ein Heer von Wohlfahrtsbürokraten zu schaffen, die loyale Wähler sind.

Die Besserverdienenden streiten für Subventionen, um sich selbst gegen Marktrisiken abzuschotten; propagieren „Resozialisierung bzw. Psychiatrisierung anstatt Strafe“, um Arbeitsplätze für Psychologen zu schaffen; polemisieren gegen die Privatisierung der Polizei, um nicht für ihre eigenen erhöhten Sicherheitsinteressen aufkommen zu müssen.

Für jede einzelne Maßnahme des Sozialstaates läßt sich angeben, wer in Wahrheit der Nutznießer ist. Die Opfer sind die Enteigneten, die Entmündigten, die Schwachen, die Übervorteilten, die Armen und die Menschen, die mit Zukunftsideen auf eine offene, veränderbare Gesellschaft hoffen.


[...]


168.

Repressive Entstaatlichung: ein Beispiel. – Konservative Regierungen, bisweilen sogar progressive Regierungen wie die Clinton-Administration, kürzen Sozialleistungen auf eine Art und Weise, die die Armen tatsächlich ärmer werden läßt. Letztlich festigt das dann wieder das Vertrauen in die Notwendigkeit des Wohlfahrtsstaates.

Es ist naheliegend, daß Menschen, denen die staatlichen Interventionen in die Wirtschaft die Möglichkeit zur Arbeit genommen haben, auf Unterstützung angewiesen sind. Sie könnten sich selbst erhalten, wenn man sie nur ließe. Sie sollten für die Unterstützung, die sie erhalten, alles andere als dankbar sein. Sie sollten erzürnt sein. Aber was bleibt ihnen übrig? Sie nehmen die Unterstützung und ballen die Faust in der Tasche. Nun verkündet der schlaue konservative Politiker, es handle sich doch um arbeitsfähige Menschen, denen darum keine Unterstützung zukomme. Die Unterstützung wird gestrichen, die wirtschaftlichen Möglichkeiten verbessern sich jedoch nicht. Was soll ein Mensch in einer solchen Situation anderes tun, als Vertreter des Wohlfahrtsstaates zu wählen?

Mittwoch, Oktober 21, 2009

Politik macht dumm und prinzipienlos.

Das gilt gerade auch für Libertäre, die in elektoralistischem Aktivismus sinnlos Energien verschwenden. Brad Spangler warnt vor genau diesen Abirrungen:



"One of the problems with anarchist activism in electoral politics is that it deforms the perspective, attitudes and rhetoric of members of the movement generally — decreasing the effectiveness of their advocacy. Sometimes that’s the case with particular people even if they themselves aren’t active in electoral politics. The stupidity just kind of soaks into them osmotically from their social surroundings, but it can be analytically traced back to electoral politics. It’s rather easy to see that anarchists active in the Libertarian Party are pretty much operatively minarchists with regard to their electoral political activism. What I’m going to describe, though, is how an anarchist who may have escaped from the trap that is a political party may still wind up thinking like a minarchist.

Libertarianism can be understood as an ethical doctrine rather than a political ideology — the non-aggression principle. It’s consistent application has anarchism as its political consequence, but it can also be applied inconsistently by those who embrace Thomas Paine’s characterization of government as a “necessary evil” (often while neglecting that Paine said that was the case at best) — advocates of so-called “minimal government” or minarchists.

All that background aside, though, the key point to remember is that the non-aggression principle is simply the apex of a discourse on when violence is and isn’t legitimate.

Now, most people aren’t original thinkers. I would even venture to say that most original thinkers aren’t even thinking originally most of the time. Actual innovation is a rare and scattered phenomenon. That may sound terribly pedestrian, but it’s not at all a completely bad thing. Communication, for instance, would be impossible if we invented a completely new language every time we said something. We re-use patterns of behavior and thinking when we find them useful, re-applying them in new ways on an as-needed (and as capable of producing) basis. When we notice something works for someone else, we often but not always copy them, adopting it ourselves. That means we have the potential, at least, to rapidly adopt useful behavior and tjhinking while rapidly discarding less useful behavior and thinking. Unfortunately, it also means we can hang on to sub-optimal behavior and thinking if it’s merely “good enough”. Hairless monkey see, hairless monkey do. That’s the human race for you.

If that sounds a bit like object-oriented programming to you, give yourself a pat on the back.

What the above has to do with the non-aggression principle and electoral politics is that electoral politics ingrains a communications habit that’s subtly at odds with the advocacy of anarchy. More specifically, by applying the non-aggression principle on a piecemeal basis in an attempt to shape state policy as a libertarian reformist, one gets used to thinking of things only in terms of the non-aggression principle.

Now, don’t misunderstand me. I’m not soft-pedaling the non-aggression principle or attempting to water it down. I advocate the non-aggression principle as the fundamental basis of law in a stateless society. In terms of building up a body of rhetoric we can share and apply as a movement, though, the focus on criticizing only a particular statist issue at a time without also explicitly calling for the abolition of the state leads to thinking solely in terms of state violence or the lack of it. We don’t give ourselves the opportunity to advocate, talk about and think about the non-violent socially normative mechanisms that would arise in the spontaneous order of a stateless society. When we fail to understand the tendency toward mutually-reinforcing social structures that would develop in a free society, we can be said to (unfortunately) still be thinking like a minarchist."

Recht ohne Staat

Ein ganz praktischer Fall. Gut, daß die private Agentur gehandelt hat! Basta!

Dienstag, Oktober 20, 2009

Blogroll-Erweiterung

Immer mal wieder schließen liberal-libertäre Blogs, weil ihre Macher es sich plötzlich gestatten, von jetzt auf gleich entgegen ihren einmal gewonnenen Erkenntnissen und Grundsätzen handeln zu dürfen. Pars pro toto sei hier ein anarcho-libertärer Blogger aus der Schweiz genannt, der seine Blogs ohne Ankündigung dichtmachte und kurz darauf bei der Partei "Die Grünliberalen" auftauchte. Zum Glück gibt es aber auch immer wieder neue hervorragende Online-Medien zu entdecken, allem voran das sich zu einem echten Magazin mausernde Opponent.de, das jetzt als Onlinemagazin für Freiheit, Markt und Frieden firmiert. Zu den erfreulichen neuentdeckten Blogs, die ab sofort auf meiner Blogroll zu finden sein werden, gehören Voluntarist.de, ars libertatis, Die Logik, Ich und der Staat, sowie Freiheit und Optimismus. Letzterer ist mir noch positiv als Stammleser- und Kommentator aus guten alten Paxx.tv-Zeiten in Erinnerung. Sein männerrechtlicher Ansatz geht mir stellenweise zu weit, sein minarchistischer dafür nicht weit genug, aber lesenswert ist er allemal!

Wünsche allen meinen Lesern mit den Neuzugängen genausoviel Freude wie ich sie habe!

By the way: Hat man mal wieder irgendwo was von Dr. Chaos gelesen? Vermisse seine würzigen Beiträge!

Montag, Oktober 19, 2009

Sonntag, Oktober 18, 2009

Big Business und Big Government

"The relationship between big business and big government is like the relation between church and state in the Middle Ages; it’s not an entirely harmonious cooperation, since each would like to be the dominant partner (and whether the result looks more like socialism or more like fascism depends on which side is in the ascendant at the moment), but the two sides share an interest in subordinating society to the partnership." - Roderick T. Long

Montag, Oktober 12, 2009

"Ludwig van Mieses"

offenbart die doch erhebliche Bildungslücke der "Miriam Flau". (Und ihr todlangweiliges Buch über Harald Schmidt ist auch die größte Fehlinvestition in meinem Bücherregal!)