Montag, November 06, 2006

Liberalismus vs. Demokratie?

Daß Liberalismus und Demokratie zumindest gelegentlich kollidierende und konfligierende Systeme sind, sollte sich selbst bei eingefleischten "Liberal-Demokraten" mittlerweile herumgesprochen haben. Was aber ist zu tun, welche liberale Strategie zielführend, um das Minderheiten - und die wichtigste Minderheit ist immer das Individuum - allzuoft vergewaltigende Majorz-Prinzip zu entgiften? Auf freilich.ch führen mein Freund Christian Hoffmann und der Schweizer Freiheitsdenker Robert Nef dazu eine sehr anregende Debatte, auf die ich hiermit gerne meine geneigte Leserschaft verweise.

Sonntag, November 05, 2006

Generation Habergrass vor dem Offenbarungseid?

Was immer auch an der Hanswurstiade dransein mag, und egal was immer auch der selbsternannte "Praeceptor Germaniae" in einer Art Schadensabwicklung übereifrigst hinuntergeschlungen haben mag oder auch nicht: an der Verlogenheit der Attitüde vor allem aber der Lebensuntauglichkeit der geistigen Bestände seiner von der Geschichte widerlegten Generation wird nicht nur er, sondern mit ihm die gesamte linke Haber-Masse noch sehr lange zu würgen haben. Da werden diesen Herrschaften (von Nationalbußprediger Richie v. Weizsäcker, der seinen Vater, einen der Beteiligten an der berüchtigten "Wannseekonferenz", vor dem Nürnberger Tribunal verteidigte, über den bezüglich seiner NSDAP-Mitgliedschaft an Amnesie leidenden Tugendwächter Walter Jens, bis hin zu den ihre Jugendbräune lebenslang verleugnenden Gutmenschen-Ikonen "Habergrass") vom moralischen Hochsitz auch die von ihnen nun allzuoft angerufenen Gerichte nicht helfen können.

Freitag, November 03, 2006

Neues und Altbewährtes in der Bloggosphäre

Zum Wochenende gibt es wieder jede Menge erfreuliche Lektüre-Anregungen im WorldWideWeb zu vermelden, die grosso modo eine Verstärkung der Präsenz liberaler Ideen bedeuten und die von daher, bei allen tagespolitischen Unterschieden zumeist sekundärer Relevanz, als positive Impulsgeber zu einem freiheitlicheren Diskurs beitragen werden. Da wäre zum einen das in den letzten Tagen schmerzlich vermißte Antibürokratieteam, das mit seiner klassisch liberalen bis gemäßigt (neo?)libertären Ausrichtung längst zu meiner täglichen Standardlektüre gehört, und nun endlich wieder online ist. Da wäre zum anderen ein westlich-pro-interventionistisches, aber eben auch konsequent für Markt- und Meinungsfreiheit eintretendes Portal, auf dem sich unter anderem ein von mir sehr geschätzter Hans Dampf in allen Gassen der Freiheit austoben kann. Und schließlich eine intellektuell sehr anregende neue Seite, die die libertäre Szene mit ihren liebgewonnenen Grenzziehungen zwischen LeftLibertarians und PaleoLibertarians mit einem interessanten neuen Ansatz ordentlich aufwirbeln dürfte. Und last but not least ist auch aus der alt-freien Schweiz eine weitere Stimme im dort ohnehin ungleich stärkeren Chor der Freiheitsfreunde zu vernehmen. Wer ausgetretene Pfade verlassen möchte und eigentümlich unfreie Verprellungen potentieller Verbündeter als gelegentlich kritikwürdige Engführungen und Begrenzungen liberaler Möglichkeiten empfindet, der dürfte hier ein Desiderat vorfinden. Und gar keine Zeit haben für die allfällige Novemberdepri!

Donnerstag, November 02, 2006

Steingart eingetütet

Ein besonders schamlos und auf perfide Weise Globalisierungsängste schürender Schein-Liberaler (denn er wird für sein martialisch daherkommendes Buch ja sicher nicht in Münzen entlohnt), ist der hier schon erwähnte Gabor Steingart vom SPIEGEL. Rahim Taghizadegan und Gregor Hochreiter falten diesen Schmoller unserer Tage in der aktuellen eigentümlich frei zusammen.

Auch 'ne Art Leitkultur

Aus einem FAZ-Artikel über die islamistische Bedrohungskultur:

"In einer Berliner Zeitung wird derzeit vor dem Hintergrund eines Messerüberfalls auf einen jungen Mann erörtert, wie man mit jugendlichen Pöblern und Randalierern in der S- und U-Bahn umgeht. Ob man etwa türkisch oder arabisch aussehenden Jungs bitten kann, ihre Schuhe von der Sitzbank zu nehmen, ohne ein Messer in den Bauch zu bekommen."

Dienstag, Oktober 31, 2006

Hirsi Ali, Tibi, Deligöz...

... und die schöne, überaus tolerante Multi-Kulti-Welt. Manch ein gar zu aufgeklärter Muslim packt lieber gleich die Koffer. Wann wacht das rotgrüne juste milieu auf?

Auf die warnenden Stimmen der Propheten wollte man nicht hören. Nun muß man sie fühlen, die Zuchtrute des Kalifats!

Dienstag, Oktober 24, 2006

Über den Wahnwitz sozialklempnerischer Gesundheitsplanwirtschaft

"Eines Nachts hatte Herr Geiger eine Idee. Er weckte seine Frau und sagte: Alle Waren müssen bislang erst von uns in die Regale sortiert, dann von den Kunden aus diesen herausgenommen, dann in ihren Korb gelegt, dann wieder aus diesem herausgenommen, dann über das Band gefahren und schließlich in Plastiktüten gepackt werden. Das ist ineffizient und ineffektiv. Ökonomischer und effektiver wäre doch, wenn die Waren sofort aus dem Regal in die Tüten der Kunden gepackt und anschließend gleich aus dem Laden herausgetragen werden könnten. Dann müßten die Kassiererinnen insbesondere auch nicht jedes und alles nochmals Stück um Stück mühevoll in ihre Hände nehmen.

Auf den Einwand seiner Frau, wie er sich den diesenfalls die Preisermittlung, Berechnung und Bezahlung des gekauften Gutes vorstelle, entgegnete er: Dieses hocheffektiv ökonomisierte System wird angereichert um eine soziale Komponente!Ab sofort bezahlt jeder Kunde nur noch so viel, wie er tatsächlich angemessen selbst und persönlich zahlen kann. An die Stelle von einzelnen Preisen für einzelne Waren tritt eine Pauschale, die jeder Kunde nach dem Maßstab seiner eigenen persönlichen Leistungsfähigkeit erbringt... "



Die ganze Parabel und eine pointierte Abrechnung mit dem hirnschwitzenden Gesundheitsreformmix der ein genuin sozialdemokratisches Programm tragenden "Großen Koalition" gibt es auf www.make-love-not-law.de in einer erst vor wenigen Tagen gehaltenen Rede* des eigentümlich freien Querdenkers Carlos A. Gebauer.



*Die unendliche Geschichte der Gesundheitsreformreformen: Ursachen, Nebenwirkungen und Therapien. Vortrag auf Schloß Krickenbeck Am 20. Oktober 2006 von Carlos A. Gebauer

Johann Nepomuk Nestroy: "Der Fortschritt schaut meistens größer aus als er ist"

Das gilt auch für all die "hippen" und "total trendigen" Kommunikationsplattformen, die derzeit überall im Internet aus dem Boden sprießen. Bei einer ist der Standby-Modus inzwischen wegen erkennbarer Inkompetenz der Betreiber Dauerzustand:






Pause
Gleich sind wir wieder für Euch da! Bis dahin sind wir wegen Wartungsarbeiten vorübergehend nicht erreichbar.
Bleibt die Frage: Wann wird der Diebstahl von Lebenszeit endlich strafrechtlich verfolgt?

Donnerstag, Oktober 19, 2006

Wo gußeiserne Alt-Bolschewiken feuchte Augen kriegen

Dan Hannan im Spectator (23. September 2006) über die neu-alte Nomenklatura im ost-mitteleuropäischen EU-Beitrittsgebiet:

„No wonder, in retrospect, that the ex-communists led ’Yes’ campaigns in their respective countries. The EU must make them misty-eyed with melancholy, with its black limousines and special passports for senior apparatchiks and, best of all, its invulnerability to public opinion. One thinks of the closing scene of Animal Farm: you look from pig to man, and man to pig, and pig to man again, but already it is impossible to say which is which.”

Die strafrechtliche Verfolgung von Worten und eine freie Gesellschaft schließen einander aus

"Die Vorstellung, man könne eine freie Gesellschaft schaffen, in der niemand jemals beleidigt oder gekränkt würde, ist absurd. Dasselbe gilt für die Vorstellung, die Menschen sollten das Recht haben, sich mit rechtlichen Mitteln gegen Kränkungen und Beleidigungen zu wehren. Hier stehen wir vor einer grundlegenden Entscheidung: Wollen wir in einer freien Gesellschaft leben oder nicht?"

Salman Rushdie

Dienstag, Oktober 17, 2006

BRD zu einer offenen, liberalen Gesellschaft reformierbar? Zweifel sind erlaubt

Der SPIEGEL (42/2006) spekuliert gerade, Angela Merkel könne den EU-Gipfel im Frühjahr 2007 dazu nutzen, für einen europäisch-nordamerikanischen Abschottungsblock gegen die böse, böse fernöstliche Konkurrenz zu plädieren. Zitat:

„Womöglich nutzt Merkel die dann fällige Grundsatzrede für ein erstes öffentliches Werben um die transatlantische Freihandelszone. Deren Gegner versuchen, das Zusammenrücken Europas mit den USA als Akt des Protektionismus zu brandmarken. Mit demselben Argument hatte die FDP seinerzeit die Gründung Europas abgelehnt. Adenauer setzte die Römischen Verträge auch im eigenen Kabinett mit einem sogenannten Integrationsbefehl (Ludwig Erhard) durch.“

Diese putzigen Sätze offenbaren zunächst das völlige Unverständnis der Autoren (allem voran Gabor Steingart) von der Idee des Freihandels, wie ihn etwa Frederic Bastiat überzeugend vertreten hat, sowie ein erschreckendes Maß an Unkenntnis über das protektionistische Wesen der EU. Dieses Ausmaß an Ignoranz wird dem geneigten Leser dann noch dummdreist als höhere Einsicht in realpolitische Notwendigkeiten verkauft.

Sie zeigen aber auch noch etwas anderes: Die tonangebenden Meinungslager dieser Republik waren seit eh und je so unempfänglich gegenüber wohlbegründeten Einwänden zu falschen historischen Weichenstellungen und auch im Nachhinein durch keine noch so massive Tatsachenfülle zum Fehlereingeständnis oder gar zur Korrektur bereit, wie sie es heute noch sind. Ungestümere Naturen als der Betreiber dieses Blogs könnten daher durchaus auf den Gedanken kommen, weitreichendere Schlußfolgerungen zu ziehen und beispielsweise zu fragen, ob die von Semi-Libertären wie etwa von dem von mir sehr geschätzten Achim Hecht immer noch aufrecht erhaltene Ansicht, die BRD sei reformierbar, nicht lediglich eine morbide Form von “wishful thinking“ darstellt, die zudem keiner empirischen Überprüfung standhält. Daß immer mehr Menschen an der Reformfähigkeit dieser Republik grundsätzliche Zweifel hegen, das zeigen nicht zuletzt auch jene exorbitant hohen Auswanderungszahlen, ein Exodus, wie wir ihn zuletzt am Ende der 30er Jahre hatten.

Staatlich verordnetes Geschichtsbild II

Was wäre, wenn Frankreich an die Türkei grenzen würde? Der unermüdliche Freiheitskämpfer Martin S. Hagen stellt dieses durchaus interessante Gedankenexperiment an im Hinblick auf die geradezu haarsträubenden Gesinnungs-TÜVs, die beide "laizistischen" Staaten ihren Bürgern derzeit zumuten. Auch andere Staaten sind inzwischen von dem - ursprünglich bundesdeutschen - verfassungspolitischen Virus erfaßt, nahezu jedes Rechtsgut, "und sei es noch so unbedeutend" (so Prof. Roman Herzog im GG-Kommentar Maunz-Dürig!) stärker als die Meinungsäußerungsfreiheit zu gewichten. Selbst in der "altfreien" Schweiz gibt es längst ein - reden wir nicht drumherum: totalitäres - "Anti-Rassismus-Gesetz" über dessen Einhaltung der camouflage-freisinnige Westentaschen-Torquemada Prof. Georg Kreis wacht. Und dessen ersatzlose Streichung sich selbst der sonst so wackere Streiter pro libertate Christoph Blocher nicht zu fordern traut. Bald wird die Türkei also zum "Vereinten Europa" gehören, Frankreich ist sogar Gründungsmitglied der Europäischen Gemeinschaften. In diesem Europa wird dann ein geistiges Klima vorherrschen, als habe Voltaire nie gelebt.

Samstag, Oktober 14, 2006

Horst Schlämmer räumt ab

Die von Hape Kerkeling kreierte Figur des zerzausten-jovialen Lokalredakteurs vom "Grevenbroicher Tagblatt" ist einfach Kult. Fast wie im rischtijen Leben. Wißter bescheid!

Freitag, Oktober 13, 2006

Ein Hoch auf Lady Thatcher!

Die "Iron Lady" feiert heute ihren 81. Geburtstag. Man wünschte sich, ihre weichgespülten Tory-Erben würden sich wieder stärker an ihrem Mut und ihrer Standfestigkeit und Prinzipientreue orientieren! Doch weit gefehlt: diese Warmduscher um Milchbubigesicht Cameron versuchen derweil lieber, wie der Deutschlandfunk berichtet,


"ihr tief sitzendes Image als "nasty party", als hässliche, rücksichtslos auf Marktwirtschaft setzende Partei loszuwerden. Cameron spricht jetzt von einem "verantwortlichen" oder "mitfühlenden" Konservatismus", setzt auf Sozialpolitik und Umweltschutz. Ein Kurswechsel, der jetzt auch mit einem neuen Parteilogo zum Ausdruck kommt. Die blaue Fackel, das traditionelle Tory-Symbol, wird ersetzt durch einen lässig grün gezeichneten Eichenbaum."


Was wohl Lady Thatcher darüber denkt? Ihr Vertrauter, der profilierte EU-Gegner Lord Norman Tebbit jedenfalls hält reinweg garnichts von der Domestizierung der Tories durch Cameron - und genauso entschieden nichts hält er vom neu designten Parteiwappen: "Das ist keine Eiche, das sieht aus wie ein Kopf Broccoli."

Staatlich verordnetes Geschichtsbild

Wie immer, wenn es um Blödsinn geht, ist Frankreich Pionier!

Donnerstag, Oktober 12, 2006

Eine gute Frage

die die Schweizer "Weltwoche" immerhin (noch) zu stellen wagt:

Bauchschmerzen in Ankara: Justizminister Blocher, zuletzt irritiert von karikaturistischen Ausschweifungen im Welschland, entdeckt sich neu als Vorkämpfer der Meinungsfreiheit in der Türkei. Erwartungsgemäss gross waren Getöse und Entrüstung, als sich der Bundesrat für eine Revision der Antirassismus-Strafnorm aussprach. Die Debatte sollte sich indes nicht an Oberflächlichkeiten festmachen: Die sprachpolizeiliche Strafnorm ist tatsächlich ein Problem, wie Markus Somm und Alex Baur ab Seite 36 nachweisen. Haben es freiheitliche Staaten wirklich nötig, dass Justizbeamte über die Triftigkeit historischer Erkenntnis richten?

Mittwoch, Oktober 11, 2006

Michael Kastner schlägt wieder zu

Antipolitisch Lied - garstig Lied. Aber sauguuuut!!!

Über den Wolken muß die Freiheit wohl grenzenlos sein

Eigentlich ist ja Colin Farrell mein Lieblings-Ire, aber der hemdsärmelige Ryanair-Chef Michael O'Leary hat verdammt gute Chancen, ihm mit seinen flotten, markigen Sprüchen gegen Öko-Terroristen und EU-Kommissions-Kommunisten den Rang abzulaufen!

Freitag, Oktober 06, 2006

Kassandra Taki

Taki Theodoracopulos, neben Christoph Mörgeli mein Lieblingskolumnist, läßt es einem mit seiner düsteren Prophezeiung diesmal eiskalt den Rücken runterlaufen. Im Spectator vom 30. September schreibt er:


„... I am about to place a large bet that, following the American mid-term elections, Bush will bomb Iran and use tactical nuclear weapons. In this crazed zeal to install democracy in that part of the world, W has been convinced by the neocons that he could get the American people behind him if he won a big one. He does not have the men to invade, and, even if he did, another Iraq-like disaster would follow. But tactical nukes would win the day, or so they’ve convinced him. At a meeting last week of neocons in New York, Norman Podhoretz got up to speak and said that the highest authority in the land had assured him that Iran’s nuclear facilities were as good as kaput. The place went wild. I had a friend attending who rang me up with the news. So I will bet that it will happen, especially if the Republicans lose the House and look bad doing it.
So, there you have it. When the Wall came down we thought it was the end of history, but as it turned out it was only the beginning. The Fifth Column, which is made up of neocons in America and Britain, will drag us to war whether we like it or not. Israel’s interests require it, as do the Evangelical Christians who have Bush by the short and curlies. In order to forget my pain, I am giving an elegant bash in London this week, one I hope will be the last ball before the nukes start flying.”

Donnerstag, Oktober 05, 2006

Homeschooling - warum eigentlich nicht?

Die Kinder selber erziehen und unterrichten, ohne den Staat als mehr schlechte denn rechte Bildungsprothese zu benötigen - eigentlich ein selbstverständliches Ideal in einer freien Gesellschaft. Nicht umsonst erfreut sich Home-Education einer steigenden Beliebtheit in ganz Europa. James Bartholomew legt die Gründe dar und untersucht historische Parallelen einer staatsfreien Bildung.

Mittwoch, Oktober 04, 2006

Die BRD ist nicht liberal

Das jedenfalls konstatiert faktengestützt der Rechtsgelehrte Josef Schüßlburner, und die von ihm aktuell vorgebrachten Thesen können als valide angesehen werden. Da hilft auch die kontrafaktische Floskel vom "freiesten Staat der deutschen Geschichte" wenig, bei der man sich an George Bernard Shaw erinnert fühlt: "German humour is no laughing matter!"

Freitag, September 29, 2006

Jeder Streik ist Terrorismus!

Aus Anlaß des heutigen Mises-Geburtstages und weil bei der Bahn (= Sozialismus minus Elektrifizierung) heute unverfrorenerweise mal wieder gestreikt wird (was sich auf die Pünktlichkeit der Züge allerdings kaum mehr auswirken kann), hier ein passendes Zitat des liberalen maitre à penser:


«Die Waffe der Gewerkschaften ist der Streik. Man muß sich vor Augen halten, dass jeder Streik ein Akt des Landzwanges ist, eine gewaltsame Erpressung, die sich gegen alle richtet, die den Absichten der Streikenden zuwiderzuhandeln bereit wären. Jeder Streik ist Terrorismus … Wenn es den Gewerkschaften beliebt, können sie Städte und Länder durch Hunger und Durst, durch Kälte und Dunkelheit zur Gefügigkeit zwingen.»

Ludwig von Mises, Die Gemeinwirtschaft, Jena 1922

Mehr in aktuellen Debatten hilfreiche Ludwig-von-Mises-Zitate findet man im sehr anregenden Brevier "Die Logik der Freiheit" von Roland Baader.

Donnerstag, September 28, 2006

Zum Geburtstag Ludwig von Mises'

Gregor Hochreiter erinnert in der Wiener Zeitung an den wohl größten österreichischen Freiheitsdenker, dessen Geburtstag sich am Freitag, dem 29.09. zum 125. Mal jährt, der jedoch in den deutschsprachigen Ländern leider weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Völlig zu Unrecht, denn Ludwig von Mises war der erste National-Ökonom (heute würde man sagen Volkswirtschaftler) überhaupt, der die Undurchführbarkeit des Sozialismus, und auch aller etatistisch-interventionistischen Mischformen halb- und dreiviertelsozialistischer Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme wissenschaftlich nachgewiesen hat.
Der libertäre Blogger Michael Gisiger und das in Wien angesiedelte größte deutschsprachige liberale Netzwerk liberty.li sowie die libertären Buchdienste Buchausgabe.de und Capitalista würdigen ihn ebenfalls.

Eine hervorragende Einführungslektüre bietet sein Klassiker "Liberalismus" aus dem Jahre 1927, mit einem sehr instruktiven Vorwort von Hans-Hermann Hoppe.

Hoppe-Klassiker neu aufgelegt

Philipp Bagus schreibt in eigentümlich frei:

Hans-Hermann Hoppe verstand es schon immer, zugleich polarisierende als auch in ihrer Logik beängstigend zwingende Beiträge zu liefern. Sein Frühwerk „Eigentum, Anarchie und Staat“, jetzt als Neuauflage wieder erhältlich, trifft einmal mehr ins Herz jedes Staatsfans. Hoppe zeigt in Anlehnung an die Habermassche Diskursethik, dass die Anarchie die einzige wissenschaftlich begründbare Gesellschaftsordnung ist, da in ihr das allgemein anerkennungsfähige Gewaltausschlussprinzip (GWAP) gilt – und gelangt zu dem atemberaubenden Schluss: Wer für eine staatliche Gesellschaftsordnung argumentiert, widerspricht sich selbst! Im Anschluss an seine normativen Ausführungen widmet sich Hoppe der Aufgabe, die Vorteile und Effizienz einer anarchistischen Ordnung darzulegen, wobei er einige populäre Irrtümer über öffentliche Güter und Monopolisierungstendenzen in einem freien Markt aufdeckt. Im Gegensatz zur Anarchie wird das GWAP, dessen Einhaltung zum sozialen Optimum führt, in staatlichen Ordnungen, die sich ja auf Gewalt und die Androhung von Gewalt gründen, systematisch verletzt. Um ihre Herrschaft zu festigen, greifen die den Staat personifizierenden Personen neben Gewalt zu Mitteln wie Umverteilung, Verstaatlichung der Sicherheitsproduktion und Kontrolle strategisch wichtiger Wirtschaftssektoren wie des Verkehrs- und Kommunikationssystems, des Geld- und Finanzwesens sowie des Bildungssystems. Ein weiteres Mittel zur Herrschaftsausdehnung ist die Demokratisierung, welches die Unterdrückung kaschiert und gleichzeitig frustrierten Herrschaftsgelüsten Hoffnung gibt. Hoppes folgende Ausführungen zur Dynamik und den perversen Effekten von Subventionen und Verstaatlichungen sowie seine Demokratiekritik sollten später auch Eingang in sein Werk „Demokratie – Der Gott der keiner ist“ finden. Insgesamt handelt es sich bei Hoppes Abhandlung um eine umfassende systematische Analyse der ethischen und ökonomischen Fragen um Anarchie und Staat von größter logischer Stringenz. Ein Werk, das zeigt, dass staatliche Gewalt niemals zu rechtfertigen ist und immer zur Verringerung der sozialen Wohlfahrt führt. Die radikalliberale und logisch zwingende Reduzierung auf die beiden Alternativen Staat und Nichtstaat provoziert geradezu eine Antwort von Minimalstaatlern. Ob es ihnen gelingt, sich dabei nicht selbst zu widersprechen?

Wilhelm Röpkes Liebeserklärung an die Schweiz

Aus aktuellem Anlaß scheint es mir geboten, dieses Zitat mal wieder in Erinnerung zu rufen:

«Aber gerade weil wir es für so gesund halten, dass es Lob so gleichmütig wie Tadel ertragen kann, dürfen wir dieses Land, das eines der schönsten Beispiele der Geschichte für die innere Größe der äußeren Klarheit darstellt, der übrigen nach Orientierung strebenden Welt als höchst lebendige und überzeugende Entkräftung der Behauptung vorhalten, dass die Grundprobleme der Massenzivilisation, der Demokratie und die Moralkrise des Abendlandes unlösbar seien. Gewiß ist die Schweiz eine Ausnahme in dem Sinne wie alles in der Geschichte einigermaßen Gelungene, aber doch nicht in dem Sinne von etwas, dem nicht als einem Ideal überall kräftig nachzustreben wäre. Ein Werk genossenschaftlich verbundener und freiheitsliebender Bauern und Bürger, hat es der Welt den harmonischen Ausgleich von Bauerntum und Stadtkultur vorgelebt und aus dieser Kombination die Kraft bezogen, die konservativen und vorwärtstreibenden Kräfte der Geschichte, Kontinuität und Beweglichkeit, Tradition und Modernität, Vernunft und Glauben, Technik und Humanität, Tapferkeit und Friedensliebe, Ordnung und Freiheit, Gemeinschaft und Individuum, Wohlstand und Innerlichkeit zu einer die Extreme meidenden Einheit zu verschmelzen. Nur dann vielleicht, wenn man die Erfahrungen von Jahrtausenden der Geschichte und das Beispiel der meisten anderen Länder vergleichend an sich vorüberziehen lässt, nicht aber wenn man an allen Unvollkommenheiten und Fehlern haften bleibt, kann man voll ermessen, was es heißt, dass sich hier im Herzen Europas ein Land befindet, welches allein unter seinesgleichen dank eigener Kraft und seinen Bergen, dank aber auch einer gütigen Vorsehung und den Konstellationen der Geschichte – Die providentia et confusione hominum – sich ohne zerrüttende Dosen des Sozialgiftes des Feudalismus und einigermaßen frei von der Erbsünde der Gewalt und Ausbeutung hat entfalten und formen können.»

Wilhelm Röpke, Die Gesellschaftskrisis der Gegenwart, Bern 1979


Und zur Frage der Migration aus liberaler Sicht schreibt Röpke:

«Erstens: es gibt keine Entschuldigung und Rechtfertigung für Beschränkungen der Auswanderung. Zweitens: die gegenwärtigen Beschränkungen der Einwanderung sind besonders unhaltbar im Falle der Einwanderung von Angehörigen der geistig führenden und wirtschaftlich leitenden und unternehmenden Klasse. Drittens: was die Masseneinwanderung betrifft, so besteht zweifellos nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht jeder Nation, sie einer qualitativen Kontrolle zu unterwerfen, die das geistige Patrimonium, die politische Tradition, den ethnisch-sprachlichen Charakter und die soziale Struktur des Landes vor einer unter diesen Gesichtspunkten unerwünschten Einwanderung schützt.»

Wilhelm Röpke, Internationale Ordnung, 1979




Wer mehr über den ordoliberalen Denker Wilhelm Röpke erfahren möchte, sei auf Gerd Habermanns Röpke-Brevier "Das Mass des Menschlichen" verwiesen sowie auf die Arbeiten von Bernhard Ruetz vom Röpke geistig nahestehenden Liberalen Institut in Zürich.

Mittwoch, September 27, 2006

Dafür liebe ich die Schweiz!

"Wie in den meisten Ländern dieser Welt wogt auch in der Schweiz ein Kampf zwischen Eliten und Volk – aber nur hierzulande kann es passieren, dass die Bünzli gewinnen."

Merci vielmal, Markus Somm!

Dienstag, September 26, 2006

"Und die Hälse schnüren zu!"

Wenn jetzt schon eine Mozart-Oper, (deren wie immer im kultursubventionierenden Staat nicht werkgetreue und ästhetisch allenthalben fragwürdige, weil von Publikumsrücksichten weitgehend befreite Inszenierung man sicher nicht gesehen maben muß), auf Druck von oder vorauseilender Scheu vor muselmanischen Glaubenseiferern, nun abgesetzt werden muß, dann ist damit eindeutig der Rubicon überschritten worden. Wenn sich eine bestimmte Gruppe anmaßt, darüber zu entscheiden, welche Karikaturen erlaubt, welche Zitate und religionswissenschaftlichen Text-Exegesen zulässig, welche Opern-Aufführungen nach ihrem Gutdünken hinnehmbar sind und welche nicht, dann ist die Machtfrage im Land gestellt. Und die verlangt nach einer Antwort, nicht nach besänftigenden Phrasen des Eiapopeiah. Wer noch an die Freiheit glaubt, dessen Geduldsfaden hat die moralische Pflicht, zu reißen!

Es ist Zeit, Flagge zu zeigen, ehe es zu spät ist. So wie der orientalische Despot Osmin in Mozarts Oper "Entführung aus dem Serail" schon in drastischen Worten ("Oh wie werd' ich triumphieren, wenn sie Euch zum Richtplatz führen, und die Hälse schnüren zu, schnüren zu, schnüren, schnüren, schnüren zu...") verspricht, verheißt die Begegnung mit dem schlechthin Unversöhnlichen nur eines: die Gewißheit eines Kampfes, dem man durch immer unterwürfigeren und selbstverleugnenderen Servilismus dennoch nicht wird ausweichen können. Ich rede hier nicht dem Kampf spätberufener Jakobiner, die sich quasi-dschihadistisch für auserwählt halten, der gesamten Menschheit ihre Vorstellung von "Democracy" aufzuzwingen, das Wort. Es ist mir nicht darum zu tun, weltweit irgendwelche willkürlichen "westlichen" Standards durchzusetzen und "Befreiungskriege" mit dem Geld und dem Leben europäischer und amerikanischer Bürger zu führen.

Es geht mir nur um eines: die Erkenntnis zu wecken, daß Mut und Entschiedenheit vonnöten sind, um die Zumutungen der islamistischen Nötigungskampagnen gegen unser Verständnis von Freiheit in Kunst, Kultur, Presse, Lebensstil und allen Bereichen der Gesellschaft klar und unmißverständlich zurückzuweisen. Über diese Freiheiten führen wir KEINEN Dialog mehr. Wir setzen sie durch!

Montag, September 25, 2006

Problembärendienst

Rainer Brüderle, der Problembär der FDP hat sich mal wieder von der Leine gerissen und bringt seine Partei mit einer "Herbstloch-Debatte" in die Bredouille. Nicht nur im parteiliberalen Spektrum, auch bei klassisch liberalen Bloggern ist man über seine sich häufenden, Vertrauenskapital leichtfertig verspielenden eigenmächtigen Husarenritte sehr, sehr verstimmt. Er erweist den Blau-Gelben, die sich gerade um ein Einbrechen in vom Etatismus enttäuschte CDU/CSU-Wählermileus bemühen, in der Tat einen Bärendienst. Besonders pikant ist dabei, daß Brüderles Anbiederung an die Rot-Sozialisten ausgerechnet in einem Moment erfolgt, in dem mit dem Ex-Buba-Präsidenten Pöhl (der 1991 aus Protest gegen Kohls stümperhaft durchgeführte Währungsunion mit der DDR zurücktrat) ein langjähriger Sozialdemokrat mit ökonomischem Sachverstand, der zumindest über dem eines weinköniginnenküssenden Messeeröffnungsministers in der Provinz liegt, den Sozen bescheinigt, eine unsinnige Politik zu betreiben.

In der Wirtschaftswoche sagte Pöhl:

„Wenn Kurt Beck jetzt die Leistungsträger in der Mitte wiederentdeckt, ist das reiner Machtopportunismus, ein vernünftiges wirtschaftspolitisches Konzept dafür hat er nicht. Deutschland hat im Zeitalter der Globalisierung und angesichts der Konkurrenz durch Länder wie China und Indien nur mit einer liberalen Wirtschaftsordnung eine Chance.“

Man kann den Blau-Gelben nur einen dringenden Rat geben: Mustert diesen für seine bizarren Ideen bekannten pfälzischen Dampfplauderer endlich aus!!!

Mittwoch, September 20, 2006

Nicht vertrauenswürdig: der Staat als Währungshüter

Wer verstehen will, warum das heutige Schein-Geld-System scheitern muß, dem sei dieser Film des Mises-Institutes (Auburn/Alabama) zur Vermehrung gewonnener Einsichten wärmstens empfohlen.

Dienstag, September 19, 2006

Freiheitsfunken: André F. Lichtschlag in der WELT

Mehr als ein PR-Erfolg für die Stimme der authentischen Liberalen! Vielleicht ein Anstoß auch zu einer längst überfälligen Debatte über das Verhältnis von Liberalismus und Demokratie.

Und Dank auch an Robert Grözinger für den so erhellenden wie politisch unkorrekten Hinweis, daß die Geschwister Scholl, so wie viele Widerstandskämpfer gegen den NS, offenbar auch mehr an der Freiheit hingen als an der Demokratie und daraus ihre Motivation für ihre mutigen Taten bezogen!

Montag, September 18, 2006

Wider die Diktatur des Urnenpöbels!

Eines von beiden werden wir über kurz oder lang opfern müssen: die letzten Spurenelemente individueller Freiheit - oder die real existierende Demokratie! Echte Freunde der Freiheit haben sich entschieden.

Sonntag, September 17, 2006

Keine Macht den Drögen!

Einen müden Abklatsch des selbsternannten Praeceptor Germaniae RvW haben sich die Berliner nicht unterjubeln lassen. Und das ist auch gut so!

Alexis de Tocqueville über den Islam

„Ich gestehe Ihnen, dass ich dieses Studium mit der Überzeugung abgeschlossen habe, dass es auf der Welt alles in allem wenige Religionen gibt, die so verhängnisvoll für die Menschen sind, wie die Religion Mohammeds. Sie stellt meiner Ansicht nach die Hauptursache für den heute so offensichtlichen Niedergang der islamischen Welt dar; und obwohl sie weniger abwegig erscheint als der antike Polytheismus, so sind die sozialen und politischen Tendenzen des Islam unendlich mehr zu fürchten, als die des Polytheismus, weshalb ich ihn im Verhältnis zum Heidentum eher als Zeichen des Verfalls, denn als Fortschritt ansehe.“

Alexis de Tocqueville (1805-1859), zitiert in André Jardin: Alexis de Tocqueville. Leben und Werk, Frankfurt/M., Zürich 1991 (Verlag Neue Zürcher Zeitung)

Samstag, September 16, 2006

Es sprach Kemal Atatürk:

„Seit mehr als 500 Jahren haben die Regeln und Theorien eines alten Araberscheichs Mohammad und die abstrusen Auslegungen von Generationen von schmutzigen und unwissenden Pfaffen haben in der Türkei sämtliche Zivil- und Strafgesetze festgelegt. Sie haben die Form der Verfassung, die geringsten Handlungen und Gesten eines Bürgers festgesetzt, seine Nahrung, die Stunden für Wachen und Schlafen, Sitten und Gewohnheiten und selbst die intimsten Gedanken. Der Islam, diese absurde Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen, ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet.“

Kein Kotau vor der islamistischen Ent-Rüstungsindustrie!

Mein Freund Christian Hoffmann stellt in seinem Kommentar auf freilich.ch völlig zu Recht fest:


"Ich habe den Eindruck, dass in Kürze jedesmal, wenn ein Christ die Worte “Islam” oder “Mohammed” in den Mund nimmt, sich eine Horde präventiv aufgebrachter Tunichtgute im muslimischen geographischen Gürtel wie auf Knopfdruck zu einer “empörten” Demonstration zusammenfinden wird. Einfach nur erbärmlich und lächerlich…"


Jürgen Kaube sprach vor einiger Zeit in der FAZ vom "cholerischen Glaubensbeweis".

Wenn einen also heute selbst SPON dazu auffordert, nicht gleich wieder in vorauseilender Bußfertigkeit auf die Knie zu gehen, dann ist diese Kontroverse doch wirklich mal eine wunderbare Gelegenheit herauszufinden, wieviele von uns im "freien Westen" überhaupt noch den aufrechten Gang beherrschen - und wieviele von uns längst zu verachtungswürdigen surrender monkeys degeneriert sind.

Alan Poseners klaren Worten ist nichts hinzuzufügen!

Zeitenwende

Roland Baader sieht in der Schweizerzeit das Ende des Papiergeld-Zeitalters gekommen. Aber erst muß es schlechter werden, bevor es besser werden kann.

Seinem Standardwerk über das dem Zusammenbruch nahe "fiat-money-System" kann man nur viele Leser wünschen!

Dienstag, September 12, 2006

Solid and not slavish

Die britischen Tories wollen ihre transatlantischen Beziehungen wieder vernünftig austarieren. Etwas mehr Würde und Souveränität im Umgang mit den amerikanischen Freunden täte der CDU/CSU wohl auch mal gut. Aber dazu bräuchte man vermutlich etwas weniger inferiores Personal als derzeit vorhanden.

Freitag, September 08, 2006

In Österreich und Deutschland gibt es nur noch linke Parteien!

Das Schicksal des Ösi-LiF droht der deutschen FDP auch, wenn sich unsere linken 68er-Spätlese Edel-Sozen im JuLi- und FDP-Verband durchsetzen: ein "Wimmerl am Arsch der Sozen" (oder der Christosozen; in Italien gibt es bereits den feststehenden Begriff "cattocommunisti").

Christian Ortners Analyse, daß sich in Österreich 7 linke Parteien um den Nationalratseinzug kloppen, ist (fast) richtig. Ortner übersieht nur, daß die klerikal-sozialistische ÖVP nicht weniger sozialistisch ist als unsere Seehofer-CSU oder Rüttgers-CDU. Also sind es 8 linke Parteien in Österreich!

Bei uns sieht es ja nicht viel anders aus, wie ein Blick in den trostlosen Deutschen Bundestag verrät (wo sich bspw. die Männerfreunde Gauweiler und Lafontaine, wie ich selbst schon beobachten konnte, ständig schulterklopfend in den Armen liegen - einig in der Mission, hierzulande das Einzughalten des "Raubtierkapitalismus" und "amerikanische Verhältnisse" verhindern zu müssen).

Prof. Arnulf Baring stellte schon vor langer Zeit fest, daß es in Deutschland nur noch linke Parteien gäbe, das Parteiensystem mithin unvollständig sei. Ein Pendant zur dänischen Venstre, zum niederländischen VVD, zur Schweizer SVP, zu den englischen Tories, zum tschechischen Bürgerforum ODS (Partei von Präsident Vaclav Klaus, einem Thatcheristen, der sich zur "adjektivlosen Marktwirtschaft" bekennt und auch schon an einem Sammelband von Roland Baader mitgewirkt hat) sucht man hierzulande vergebens. Der Bund Freier Bürger wurde mit politkriminellen overkill-Methoden, die direkt aus dem Kanzleramt orchestriert wurden und vom Springer-Verlag exekutiert, plattgemacht.

Allerdings sind auch die Einwände von Andreas Tögel zu Ortners Beitrag nicht von der Hand zu weisen.

Zitat:

Ortner ist eine der ganz ganz wenigen "Edelfedern" in diesem Lande - keine Frage.Dennoch drei Kritikpunkte zu seinem Beitrag:
1.) Irgendwie scheint dem Mann das Wesen der ÖVP offenbar nicht so recht bewußt zu sein: was wäre an dieser Partei weniger sozialistisch als an der Konkursmasse des LIF? Ich darf in diesem Zusammenhang Namen wie Amon ("Blutspur des Liberalismus...", Neugebauer (Lehrer - eh kloa!) oder Dinkhauser ((möglicherweise anencephaler?) AK-Chef/Tirol) nennen. Was unterscheidet diese Leute von lupenreinen Stalinisten? Das Programm der ÖVP schließlich unterscheidet sich allenfalls in Nuancen von dem der in der Löwelstraße residierenden Klingonen...

2.) Was heißt "ehemals" liberales Forum? Hab´ ich da irgendwas verpaßt? War die Antithese zu HJ jemals liberal? Macht das Eintreten für die Privilegierung von Tunten und Transsexuellen; der Kampf für radikale Redistributionsmaßnamen (Grundsicherung) tatsächlich liberales Denken aus?

3.) Vielleicht versteh´ ich den Mann ja falsch, aber was, in drei Teufels Namen, wäre daran falsch, eine "...reservierte Haltung der europäischen Integration gegenüber..." einzunehmen? Welcher Liberale (der dieses Etikett zu recht trägt) tritt für eine weitere Zentralisierung und Machtakkumulation in der EU-Zentralbürokratie ein? Regelung des zulässigen Alkoholgehalts im Grünen Veltliner und des zulässigen Ausmaß´ der Lärmentwicklung beim Aperschnalzen durch Brüsseler Spitzen?Ansonsten: guter Artikel!

Jep!

Donnerstag, September 07, 2006

Grenzen und Bedingungen liberaler Einwanderungspolitik?

Kluge Beiträge zu einer seit vielen Jahren leidenschaftlich geführten Debatte kommen diese Woche von Prof. Erich Weede und Weltwoche-Redaktor Markus Somm.

Geht's noch?

Die gestrige Generalaussprache zur Außenpolitik im Deutschen Bundestag war symptomatisch für ein akut therapiebedürftiges Land. Die Regierung begründet ihre Entscheidung für eine Truppenentsendung in den Nahen Osten mit einer "uns" historisch bedingt gebotenen "Staatsraison" (oh Du Schlachtfelder bluttränkendes Scheußalswort!), während der dunkelroten und blau-gelben Opposition gegen den neuerlichen Militär-Interventionismus kein dümmeres Argument einfällt, als ausgerechnet "unsere" Geschichte. Und die Grünen haben ohnehin den logischen Endpunkt ihrer jahrzehntelangen Ostermärsche gefunden: den Feldherrnhügel. Es ist zum Auswandern! "Historical correctness"-hörige Schuldmetaphysiker und durchgeknallte Kollektivisten unterschiedlichster Coleur wohin das Auge schaut!

Als Gegengift sei allen meinen Lesern, die hoffentlich noch die Tassen im Schrank behalten haben, dieser eigentümlich freie Klassiker von Gerard Radnitzky anempfohlen!

Montag, September 04, 2006

Noch hast Du Zeit

Noch hast Du Zeit
Dein Leben ist nicht beendet
Glück ist nicht Besitz, Geld, Ansehen, Macht
Erst wenn du dich davon abgewendet
Liebe gibst und auch empfangen hast
Hast du dein Leben im Glück verbracht*

In memoriam Franz Benno Kott (1927 - 2006), der ein Liberaler, ein Humanist und mir ein Freund war.


*aus Benno Kott: "Liebe, Leben, Leiden. Gedichte, Erzählungen, Aphorismen, Lyrisches und Prosa", erschienen 1988 bei Willi Schlichter Atelierverlag, Stuttgart

Mittwoch, August 16, 2006

Bin dann mal weg!

Mache es wie Achim Hecht und spanne jetzt erstmal in Kroatien (noch ein freies Land, weil Nicht-EU-Mitglied!) fürn paar Tage aus.



Der Woods darf in meinem Reisegepäck natürlich nicht fehlen!

Ist die Rechte noch rechts?

Das waren noch Zeiten, als die Republikanische Partei in den USA eine Bastion des Isolationismus war, die deutsche FDP ein Hort von "National-Neutralisten" wie Dehler und Pfleiderer. Lang, lang ist's her. Heute triumphieren bei Liberalen und Konservativen diesseits wie jenseits des großen Teiches "Second-hand Dealer" der wahnwitzig-messianischen Ideen des Demokratie-Exports, ideengeschichtliche Wiedergänger des Jakobinismus (siehe die Schriften von Kuehnelt-Leddihn!). Leute, die schon den inhärenten Zusammenhang von welfarism und warfarism entweder nicht begreifen wollen (liberale Interventionisten wie bspw. M&M oder "Freunde der offenen Gesellschaft" , die ersteres immerhin ablehnen) oder aber - schlimmer und abstoßender noch - Figuren, die beide Elemente des Rooseveltschen Zerstörungswerkes an der ur-amerikanischen Freiheitsidee freudigst bejahen und das auch noch - welch Chuzpe! - als "pro-amerikanisch" ausgeben (Clintonites und Neocons). Und unsere "Super-Westler" mit ihrem komplett verkorksten Geschichtsbild schätzen an Amerika neben der authentischen und aufrichtigen Freiheitsliebe und dem noch immer imponierend lebendigen Individualismus (der es selbst nach Lincoln, Wilson, FDR und GWB immer noch positiv von Kontinentaleuropa abhebt) gerade auch das Unamerikanische, das künstlich Aufgepropfte, den geistigen Import französisch-totalitärer Ideen! Sie schillern sozusagen zwischen dem, was Amerika wirklich ausmacht und dem was es zerstört und wollen die Unterscheidung nicht vornehmen, die jedoch für Amerika und jene, die es lieben, ein Überlebensimperativ sein wird. Man kann eben nicht beides haben: Jefferson und Bush!

Die Frage des globalen Demokratie-Kreuzzuges (die Marketingabteilungen sprechen gelegentlich auch von "war on terror", aber der ist so problemlösend wie der nun schon seit Jahrzehnten Unsummen westlicher Steuergelder verschlingende "Kampf gegen die Drogen") entzweit Liberale von Liberalen, Konservative von Konservativen und selbstverständlich auch die Linke! Das American Conservative Magazine stellt deshalb in seiner aktuellen Ausgabe die nicht eben leicht zu beantwortende Frage: "What is left? What is right"?



1. Are the designations “liberal” and “conservative” still useful? Why or why not?
2. Does a binary Left/Right political spectrum describe the full range of ideological options? Is it still applicable?


Entscheidend für echte Freunde der Freiheit wird aber sein, das vorherrschende offiziös-gouvernementalistische und pro-interventionistische Geschichtsbild vieler geschichtsmythengläubiger Liberaler und Konservativer, die die Zeichen der Zeit falsch deuten, umfassend zu korrigieren. Revisionismus lautet deshalb das Gebot der Stunde. Damit Rechte wieder auf den rechten Weg zurückfinden und Linke endlich wieder unbeschwert irren können. Der politisch unkorrekte Geschichtskompaß von Thomas E. Woods dürfte dazu einen wertvollen Beitrag leisten - gerade auch für europäische Leser!

Germany - land of ideas

Und ganz oben liegt GraSS!

Dienstag, August 15, 2006

Ade, du holde Jugendzeit!

Bilder von meinem 30. Geburtstag. Nun mag sie wohl anbrechen, die midlife crisis.




Freitag, August 11, 2006

Der paternalistische Staat

Im Schatten der großen außen- und sicherheitspolitischen Kontroversen (Libanon-Krieg, Terrorgefahr), die derzeit verständlicherweise die Gemüter erhitzen, zeigt die real existierende BRD wieder einmal, daß die inzwischen reichlich abgenutzte Beschwörungsformel vom "freiesten Staat der deutschen Geschichte" (siehe Caspar von Schrenck-Notzing: "Critilos Reisen in den freiesten Staat der deutschen Geschichte", München, 1996: Criticón Verlag sowie Gerard Radnitzky: "Aus dem freiesten Staat der deutschen Geschichte", in Knütter, H.-H. [Hrsg.], "Europa ja -- aber was wird aus Deutschland?", Tübingen: Hohenrain Verlag 1998, pp. 111-143. ) günstigstenfalls ironisch zu verstehen ist. Wie George Bernard Shaw einmal feststellte: German humour is no laughing matter!

Da wird zum einen vom "Freistaat Sachsen" (ein Oxymoron?) mit eiskalter Schnoddrigkeit einem freien Wettanbieter eine Lizenz entzogen, die dieser immerhin schon zu "DDR"-Zeiten erhalten hat!

Da läuft eine vor jedem echten Wettbewerb seit Jahrzehnten windgeschützte Apothekerlobby mit knallharten Bandagen Sturm gegen ein laues Lüftchen mehr Gewerbefreiheit (und damit auch: mehr Konsumentensouveränität), das uns, so paradox es klingen mag, ausgerechnet die Europäische Union beschert hat - und wird dabei von einer FDP sekundiert, bei der ordnungspolitische Verläßlichkeit und liberale Grundsatztreue offenbar nur noch in Hochglanzbroschüren der ihr nahestehenden Parteistiftung gepflegt werden!

Und da kommt ein MdB namens Otto reichlich spät auf die an sich ja begrüßenswerte Idee, endlich einmal das skandalöse (und bei Lichte besehen verfassungswidrige) GEZ-Finanzierungssystem dieser "Anstalten" in Frage zu stellen, um sogleich noch im selben Atemzug, wohl aus Angst vor der eigenen Courage, wieder einen Rückzieher und eine zusätzliche Steuer vorzuschlagen.

Wann wird der unheildräuende Weg in die alle Lebensbereiche und Wirtschaftszweige verstaatlichende Wohlfahrts-Diktatur, den deutschen Korporatismus und Sozialkleptokratismus, endlich gestoppt? Wann kehren wir endlich um in die Zukunft und verlassen den deutschen Sonderweg?

"Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch", wußte schon Hölderlin. Und so erfreut es, daß mit Oliver Luksic und Martin S. Hagen immerhin zwei liberale Jungpolitiker, die sich als authentische Liberale auch schon in der freiheitlichen Bloggerszene einen guten Namen gemacht haben, hierzu Klartext reden. Mögen sich die ängstlich nach den Lobbyisten und "politischen Landschaftspflegern" schielenden Hasenfüße in der Bundestagsfraktion und den Führungsgremien der FDP daran ein gutes Beispiel nehmen und endlich, endlich mehr Freiheit wagen!

Dienstag, August 08, 2006

Wider das "Newspeak" der orwellianischen Sozialphraseologen!

Gerd Habermanns Richtigstellung ist eine brillante Kampfansage an den sozialsozialistischen Schwachfug, der uns von den wohlbestallten Hohepriestern einer verlogenen Wohlfahrtsstaats-Zivilreligion in staatlich zwangsfinanzierten, linksdralligen deutschen Leit-Medien und durch staatlich verordneten Abnahmezwang gefüllten staatlichen Bildungseinrichtungen seit Jahrzehnten bis zum Erschöpfungszustand gepredigt wird. Ein Aufklärungs-Buch das man in viele - vornehmlich junge - Hände wünscht!

Montag, August 07, 2006

Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit

Einer, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, ist der libanesische Ministerpräsident Siniora, wenn er auch sehr nah am Wasser gebaut ist. Erst erklärt er kontrafaktisch, die Hisbollah könne "nur im Krieg existieren" (und übersieht dabei geflissentlich, daß Israel sich seit 6 Jahren aus dem Libanon zurückgezogen hat, was die Hisbollah jedoch weiter anschwellen ließ), dann wieder treibt er ein seltsames Verwirrspiel um Opferzahlen bei einem israelischen Angriff im Libanon um die "Weltöffentlichkeit" - mittlerweile eine wichtige Kriegsressource - für sich einzunehmen. In einem Punkt aber beweist er eine geradezu makabre Offenherzigkeit:

"Die Hisbollah wird sich auflösen, wenn die Motive, die zu ihrer Schaffung geführt haben, ausgelöscht sind."


Nun, das Hauptmotiv und, wenn man so will, der "Vereinszweck" der Hisbollah ist doch, meinem rudimentären Kenntnisstand zufolge, nicht mehr und nicht weniger als die vollständige "Vernichtung Israels". Unter dem machen die es nicht! Daß Israel aller Voraussicht nach nicht seine Selbstaufgabe beschließen wird, nur um Nasrallah & Co die Vereinsauflösung schmackhaft zu machen, dürfte irgendwo selbst dem krokodilstränenvergießenden levantinischen Taschenspieler einleuchten. Hätte er beizeiten dafür gesorgt, daß in seinem Land nicht eine interventionistische iranische Söldnerarmee Fuß faßt, müßte er jetzt nicht Rotz und Wasser heulen und mit fragwürdigen Opferzahlen jonglierend bei den politisch ohnehin impotenten arabischen Staaten Eindruck schinden. Menschen sind immer und überall zunächst einmal Opfer ihrer eigenen Regierung. Das zeigt die Tragödie des Libanon mal wieder auf geradezu exemplarische Weise.

Kritik an Israel wird dadurch keineswegs gegenstandslos. Aber sie sollte doch bitteschön eingebettet sein in einen Kontext!

Eine Oase der Unaufgeregtheit

Einen Gegenpol zu den unversöhnlich sich in ihren ideologischen Schützengräben verschanzenden Propagandatrommlern bilden derzeit die Bissigen Liberalen. Jenseits abgedroschener Parolen wie "Appeaseniks", "Likudniks", "Liberventionisten", "Antisemitismus" und "warmongering" sind hier selbst in der andernorts aufgeheizt und erbittert geführten Nahost-Debatte noch kühle Köpfe anzutreffen. Eine echte Erholung!

Sonntag, August 06, 2006

Roland Baader on LRC

Dank dieser Rezension dürfte die Aufklärungsarbeit des wortgewaltigsten deutschen Freiheitsdenkers nun auch jenseits des Atlantiks endlich eine angemessene Würdigung erfahren. Man wünschte sich nur, Baaders Bücher wären Pflichtlektüre zumindest an weiterführenden Schulen, wo heutzutage nur markt- und freiheitsfeindliche Ideologien den dem staatlichen Schulunwesen ausgelieferten Schülermassen eingetrichtert werden.

Samstag, August 05, 2006

Man kann es nun drehen und wenden wie man will

... Aber an der Feststellung, daß für die - den (in meinen Augen tatsächlich disproportionierten) israelischen Vergeltungsschlägen vorausgehenden - wiederholten Raketenangriffe der paramilitärischen Hisbollah auf israelisches Gebiet und die Entführungen zweier israelischer Soldaten keinerlei völkerrechtliche Legitimation oder auch sonstwie geartete moralische Rechtfertigungsgründe vorliegen, wird selbst der eingefleischteste Israel-kritische Anti-Imperialist nicht anstoßfrei vorbeikommen. Auch irredentistische Motive seitens der islamistischen Milizen des Südlibanon können ausgeschlossen werden, denn Israel war niemals libanesisch!

Der Aggressor ist hier, in der libertären Theorie anders als im Völkerrecht (welches aber aus anderen Gründen gegen Israel weniger hergibt als gegen seinen Gegner Hisbollah) ganz offensichtlich derjenige, von dessen Territorium die Gewalt ursprünglich ausgegangen ist. Rothbard sagt:

"Das entscheidende Axiom dieser [der libertären] Anschauung ist, daß weder ein Mensch noch ein Gruppe von Menschen das Recht hat, die Person oder das Eigentum eines anderen anzugreifen. Dies könnte man das Axiom der ‘Non-Aggression’ nennen."

Der vom Gebiet des Libanon ausgehende Verstoß gegen das mit dem Rothbardschen Axiom identische Hoppesche Gewaltausschlußprinzip legt in der Tat nahe, die Verantwortung für die jetzt in Gang gesetzte Eskalation jenseits der israelischen Grenze und damit außerhalb des israelischen Handlungsbereiches zu verorten.

Wenn mein Privatgrundstück vom Grundstück meines Nachbarn aus mit Raketen beschossen wird, dann trägt für mich der Nachbar als Eigentümer dafür die Verantwortung, ganz gleich, ob seine widerspenstige Ehefrau, seine mißratenen Sprößlinge, seine Schwiegermutter oder sein Untermieter die Waffen abgefeuert hat. Er allein ist für die Schäden, die mir und meinem Eigentum zugefügt werden, haftbar zu machen.

Historisch ließe sich argumentieren, daß Israel seit seiner Gründung statistisch etwa aller neun Jahre einen Krieg führt, und nur der erste Krieg, unmittelbar nach Gründung des Staates, anerkanntermaßen ein Verteidigungskrieg war. Doch selbst wenn man eine ganze Reihe historischer Fehler eingesteht, so ist dennoch zweierlei zu beachten:

Zum einen ist nicht zwangsläufig immer derjenige, der als erster militärische Handlungen vornimmt, auch wirklich der eigentliche Aggressor. Die entsprechenden Strafvorschriften etwa des deutschen Grundgesetzes vermögen genausowenig wie internationale Verträge, denen die Bundesrepublik beigetreten ist, eine klare und überzeugende Abgrenzung zwischen Angriffs- und Verteidigungskrieg vorzunehmen, sind mithin rein symbolischer Natur, Ausflüsse BRD-typischen verfassungspolitischen Moralismus.


Geschichtsrevisionistisch versierten Vertretern der deutschen Rechten - genauso wie Libertären mit dieser Passion - müßte die einige Plausibilität für sich beanspruchende Präventivschlagthese ja noch erinnerlich sein, auch wenn diese in tendenziösen Beiträgen immer noch rundherum abgelehnt wird. Das faktenresistente Moralisieren, das man stets in bezug auf Verfehlungen der deutschen Nationalgeschichte mit guten Gründen zurückgewiesen hatte, trägt man nun selbst in plattester und schamlosester Form in die Arena zurück. Hatte man sich früher den Zumutungen der "historical correctness" (nach Radnitzky einer Spielart der "political correctness", siehe auch Radnitzky: "Freiheitsdefizit. Denkverbote und Obskurantismus in der Bundesrepublik Deutschland", Deutschland-Brief 9/8/9:1-11. sowie ders.: "Im Irrgarten der Zeitgeschichte. Ernst Topitsch -- Ein Leben im Dienste der Aufklärung", Aufklärung und Kritik Sonderheft 8/2004:86-98.) widersetzt, so trötet man jetzt in die ebenso populäre wie undifferenzierte Trompete der Gut- und Bessermenschen und übt sich in der heuchlerischen Verurteilung von "Panzer-Politik". Ein Wort, ja, nur eine Silbe der Verurteilung des politkrimogenen Handelns der Verbrecherorganisation Hisbollah (die, nebenbei bemerkt, auch israelische Araber bombardiert) sucht man in den Publikationen der deutschen und österreichischen rechtsnationalen Kreise vergeblich. Stattdessen ist der Versuch, sich durch die "Untaten" der Israelis nachträglich von "Kollektivschuld" zu exkulpieren, überall mit Händen zu greifen. Auf meine unlängst an einen größeren Kreis "national gesinnter" Zeitgenossen gestellte Frage:

Wenn die Slowenen (oder wie Ihr sagen würdet:"Tschuschen") auf Kärnten permanent Katjuscha-Raketen abschießen und Wachposten kidnappen würden, würdet Ihr da nicht auch etwas differenzierter argumentieren? Bin kein Israel-Fan (oder gar Sühnedeutscher), aber die Hisbollah ist zweifelsfrei eine partisanenhafte Verbrecherorganisation, die man zumindest AUCH mal kritisieren könnte... Gerade auch im Hinblick auf die bislang logisch konsistente rechte Haltung zur geschichtspolitischen Kampagne "Verbrechen der Wehrmacht", als man zu Recht diese unwissenschaftliche Wanderausstellung bekämpfte!

bekam ich selbstverständlich nur eine ausweichende Antwort.

Bei der deutschen Rechten sind im Moment ohnehin alle Sicherungen durchgebrannt. Wabernder Judenhaß bis hin zu Huldbezeitigungen an die Adresse des Teheraner Despoten hat dort jedes zumindest subjektiv ehrbare Nationalgefühl verdrängt, wohl auch, weil man auf letzteres seit der WM und der Matussek-Debatte ohnehin kein Copyright mehr beanspruchen kann.

Der zweite Aspekt, der in meinen Augen für eine fairere Betrachtung der israelischen Situation spricht, ist die schlichte Tatsache, daß Israels "Verpruzzung" (Preußen nannte man seinerzeit "ein Heer mit einem Staat") seiner geopolitischen Lage geschuldet ist. Umgeben von Staaten, mit denen günstigstenfalls ein fragiler Waffenstillstand besteht, schlimmstenfalls aber die pure Existenz infrage gestellt wird, sieht sich Israel mit einer Attentäter-Logik bei seinen erklärten Feinden konfrontiert. Wie dieser seinem potentiellem Opfer sagt: "Du mußt jeden Tag Glück haben, ich bloß eine einzige Sekunde!" so kann sich auch Israel nicht erlauben, auch nur einen einzigen Krieg zu verlieren. Seine auch die Zivilgesellschaft durchdringende Militanz ist insoweit ein Überlebensimperativ. Das rechtfertigt ausdrücklich nicht alle möglichen expansionistischen Exzesse der letzten Jahrzehnte, ganz zu schweigen von fraglos schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen in Palästina! Aber wer diesen Nahost-Konflikt verstehen will, wird nicht umhinkommen, Empathie für beide Seiten zu entwickeln.

Zu guter letzt: Wer als konsequenter Libertärer Interventionismus grundsätzlich verurteilt, der ist aufgerufen, den zumindest indirekten syrischen und iranischen Interventionismus via seine schiitischen Satrapen im Südlibanon mit mindestens der gleichen Schärfe zu attackieren, wie er dies bei Antiwar.com und LRC sowie einschlägigen virtuellen Foren in bezug auf israelische Verfehlungen sonst zu tun pflegt. Insoweit muß ich eingestehen, daß ich auch vorschnell und wie sich bei eingehender Beschäftigung mit der Materie sine ira et studio zeigte, zu Unrecht, bei Michael Kastner ein Umkippen vermutete und blinden Alarm ausgerufen habe. Jedenfalls sind seine Überlegungen nicht durch empörte Verweise auf die reine Lehre des Libertarismus so ohne weiteres zu entkräften, vor allem dann nicht, wenn man den Sezessionismus als Zwischenschritt zur Erreichung einer wirklich anarcho-kapitalistischen Gesellschaft als universelles Ordnungsprinzip bejaht. Und ich tue das. Also muß ich auch ein prinzipielles Ja zu Israel und zu dessen Recht auf Selbstverteidigung sagen.

Freitag, August 04, 2006

Einspruch, Herr Lindner!

Die CDU profiliert sich nicht nur links, sie ist genuin links!!! Wie alle europäischen Christdemokraten, ob in Belgien, Luxemburg, Italien (Prodi!!!) oder der Schweiz (Joseph Deiss, für den im übrigen der Begriff "profillos" erfunden worden zu sein scheint).

Und die FDP? Deren Führungsriege betreibt mal wieder lieber name dropping, anstatt ihr freiheitlich-marktwirtschaftliches Profil zu schärfen.

Hoppe abermals bestätigt

Gemäß Hoppes Doktrin lehnen es die meisten Menschen ab, in den ihnen wirklich wichtigen Lebensbereichen Demokratie zuzulassen. Das scheint nun auch für die schönste Nebensache der Welt zu gelten: Die meisten Bundesligatrainer pfeifen nämlich auf die Demokratie. Und das ist auch gut so!

Mittwoch, August 02, 2006

Sogenannten "gemäßigten" Liberalen als ethisches Minimum ins Stammbuch

"Trotz der Logik der These, dass der Staat im Grunde nicht notwendig ist, und obwohl eine geordnete Anarchie sehr reizvoll erscheint, lohnt es sich kaum, für die Abschaffung des Staates einzutreten. Aber es lohnt sich, immer wieder seine Legitimität in Frage zu stellen. Die fromme Lüge vom Gesellschaftsvertrag darf nicht dazu führen, dass der Staat den Gehorsam seiner Bürger allzu sehr als Selbstverständlichkeit voraussetzt."
Anthony de Jasay

Montag, Juli 31, 2006

Keine Einäugigkeit!

Wer aggressive Außenpolitik jedweden Staates als Libertärer (und eben nicht als rot(z)grüner PACE-Fahnen schwenkender Hypokrit, der nicht selten beim Kosovo-Krieg ein "zweites Auschwitz" zu verhindern phantasmagorierte) verurteilt - und das tut der Autor dieses Blogs seit Jahr und Tag - ist damit nicht von der Verantwortung befreit, sich mit allen Akteuren in diesem Spiel kritisch auseinanderzusetzen. Wo US- und Israel-Kritik zur unreflektierten Routine wird, läuft sie in der Tat Gefahr, wohlfeile Gesinnungsbewirtschaftung mit feel-good-Faktor zu werden, die auf Kosten der nüchternen Urteilskraft geht. Hier eine Stimme aus dem Tagesspiegel, die auch nicht überhört werden sollte:

Ich wohnte bis 2002 in einem kleinen Dorf im Süden nahe
Mardschajun, das mehrheitlich von Schiiten wie mir bewohnt ist. Nach Israels
Verlassen des Libanon dauerte es nicht lange, bis die Hisbollah bei uns und in
allen anderen Ortschaften das Sagen hatte. Als erfolgreiche Widerstandskämpfer
begrüßt, erschienen sie waffenstarrend und legten auch bei uns Raketenlager in
Bunkern an. Die Sozialarbeit der Partei Gottes bestand darin, auf diesen Bunkern
eine Schule und ein Wohnhaus zu bauen! Ein lokaler Scheich erklärte mir lachend,
dass die Juden in jedem Fall verlieren, entweder weil die Raketen auf sie
geschossen werden oder weil sie, wenn sie die Lager angriffen, von der
Weltöffentlichkeit verurteilt werden ob der dann zivilen Toten. Die libanesische
Bevölkerung interessiert diese Leute überhaupt nicht, sie benutzen sie als
Schilder und wenn tot als Propaganda. Solange sie dort existieren, wird es keine
Ruhe und Frieden geben. Dr. Mounir Herzallah,

Donnerstag, Juli 27, 2006

Keine Ausnahmen!!!

„Libertäre machen keine Ausnahmen. Über Jahrhunderte hat der Staat (oder genauer: die Mitglieder der staatlichen Verwaltung) seine kriminelle Aktivität mit wohlklingender Rhetorik bemäntelt. Über Jahrhunderte hat der Staat Massenmord begangen und ihn “Krieg“ genannt; damit wertete er das massenhafte Gemetzel auf, das der Krieg beinhaltet. Über Jahrhunderte hat der Staat Menschen in seinen bewaffneten Bataillonen versklavt und das “Wehrpflicht“ im “Dienst der Nation“ genannt. Über Jahrhunderte hat der Staat die Menschen beraubt und das “Besteuerung“ genannt. Wenn Sie wissen wollen, wie Libertäre den Staat betrachten, dann betrachten Sie einfach den Staat als kriminelle Bande, und alle libertären Urteile kommen zur Geltung.“ (Murray N. Rothbard: Eine neue Freiheit, S.56)

Dienstag, Juli 11, 2006

Weltmeisterschaft der Emotionen


Meinung der Anderen

"Italiens Finalsieg ist ein Triumph des Nichts. Sicherlich wird in Italien von den Helden von Berlin die Rede sein. Doch von Fußball sollte nicht gesprochen werden."

El Pais, Spanien



"Die Deutschen zeigten den attraktivsten Fußball. Das Turnier bot ansonsten zu viele langweilige taktische Kämpfe ohne Tore."

Lidove Noviny, Tschechien

Montag, Juli 10, 2006

Die Unvollendete

Irgendwie fühlt man sich nach dieser WM an Beethovens Neunte erinnert: Berauschend schön, aber doch unvollendet. Mit dem Ausgang des Finales, der Darbietung beider Teams im großen Endspiel am Sonntag und letztlich mit dem trostlosen Pokalsieger Italien, der günstigstenfalls unverschämtes Glück für sich reklamieren kann (und der zudem vom rätselhaften "Selbstmordattentat" Zinedine Zidanes profitierte), der aber den WM-Sieg erwartungsgemäß als vermeintliche Bestätigung seiner nationalen Glorie zelebriert, mag man sich nicht recht anfreunden. Eigentlich hätte Italien schon nach der schwachen Leistung gegen Australien die Koffer packen müssen und tatsächlich zeigten sie sich im Spiel gegen Deutschland streckenweise von ihrer stärksten Seite. Aber im Sport ist es wie in der Politik: Selten geht derjenige als Sieger vom Platz, der die Siegespalme sich auch redlich verdient hat. Andererseits: Diese WM hat es nicht verdient, so zu enden!Welch ein Kontrast dazu die respektable (von beiden Seiten) Partie vom Samstag in Stuttgart. Über die Parole "Stuttgart ist viel schöner als Berlin" kann man zwar im Lichte der architektonischen Narben, die die Ära Arnulf Klett der Schwabenmetropole geschlagen hat, geteilter Meinung sein, aber daß das einer Weltmeisterschaft wahrhaft würdige Endspiel zwischen Deutschland und Portugal ausgetragen wurde, das konzedieren selbst diejenigen, die sich ihre innere Beschaulichkeit nicht durch Kritik an fragwürdigen FIFA- und Schiedsrichter-Entscheidungen trüben lassen mögen. Einziger Schönheitsfehler waren die unberechtigten Pfiffe und Buhrufe deutscher Fans gegen den portugiesischen Nationalspieler Cristiano Ronaldo, die das Ergebnis einer beispiellosen, ja geradezu eliminatorischen Haßkampagne der yellow press auf der Insel sind. Ronaldo wird die Schuld am Ausscheiden Englands gegeben, weil er ein eindeutiges und ziemlich brutales Foul des englischen Stürmers Rooney (bekanntermaßen kein Kind von Traurigkeit) beim Schiedsrichter beanstandete. Dieser vergab zu Recht die rote Karte, England verlor ohne seinen (neben Becks) wichtigsten Spieler das Viertelfinale und seit dem Vorfall schießt sich der Plebs haßerfüllt auf den vermeintlich schuldigen Ronaldo ein. Sogar einen Anschlag auf sein Haus in Manchester soll es in der Zwischenzeit gegeben haben, der bislang bei ManU verpflichtete Portugiese verspürt denn auch nicht die geringste Lust, länger in England zu verbleiben. Doch selbst wenn er Mitverantwortung für Englands zweifellos tragisches Ausscheiden trüge, so bleibt doch die Frage: Was geht das die deutschen Fans an? Als italienische Medien und hinter ihnen stehende einflußreiche Kreise (denen in diesen Tagen die Mühlen der Justiz schwer zu schaffen machen) aus einer deutsch-argentinischen Auseinandersetzung Honig saugen wollten und die Sache dazu benutzten, sich im Spiel gegen Deutschland einen Vorteil zu verschaffen, war hierzulande die gesamte Nation zu Recht empört über diese verwegene und durchschaubare Einmischung. Doch was geht bitteschön deutsche Fans dann eine englisch-portugiesische Streitigkeit an (außer, daß sie den skurrilen Nebeneffekt hatte, daß sich das erste Mal seit dem 2. Weltkrieg ganz England einen deutschen Sieg wünschte und selbst die um Nazi-Vergleiche sonst nie verlegene "SUN" sich derlei diesmal verkniff)?






Selten war die Rede vom "Weltmeister der Herzen" berechtigter und floskelunverdächtiger als bei diesem WM-Abschluß der deutschen Nationalelf! Die kleinen Pokale für unsere Überflieger Miroslav Klose und Lukas Podolski beweisen das genauso wie die bis zur letzten Minute anhaltend positive Grundstimmung, die Emotionen freisetzte, die ich diesem Land nicht zugetraut hätte. Ich hoffe, manches davon läßt sich in Flaschen abfüllen und bei Bedarf wieder herauslassen, wenn mal wieder die deutsche Depri zurückzukehren sich erkühnen sollte. Schön auch, daß ich zum ersten mal seit ich vor 16 Jahren dieser hanswurstigen Canossa-Republik per "Einigungsvertrag" zugeteilt wurde (einen Aufnahmeantrag habe ich nie gestellt!) halbwegs normale Menschen erleben durfte, die sich nicht mehr nur in neurotischer Manier als zwangskollektivistische Schuld-, Scham-, Sühne-, und selbstverständlich Zahlungsgemeinschaft verstehen wollte. Da ist wohl ein Knoten geplatzt! Man sollte bitte nicht vergessen, daß Margaret Thatcher, Vaclav Klaus und Christoph Blocher immer ihre radikal-liberale Roßkur, mit der sie ihre jeweiligen Länder fit machten (oder machen wollten, manches ist da noch im Fluß) für die Globalisierung stets geschickt mit einem patriotischen Zuckerguß für die breite Masse genießbar zu machen versuchten. Man könnte dieses Konzept auch in libertären Kreisen, leicht variiert auch einmal unter "compassionate libertarianism" diskutieren. Denn die fruchtlose Debatte, ob nationale Zusammengehörigkeitsmythen nun berechtigt sind oder nicht, braucht nicht immer wieder aufgewärmt zu werden; viel entscheidender wird sein, ob die Freunde der Freiheit es verstehen werden, diese Mythen in Zukunft in ihrem Sinne positiv für sich zu besetzen. Da kann ein erfreulich entspannteres Verhältnis der Deutschen zu ihrer nationalen Identität (die freilich bei einem geistig gesunden Individuum eine Identität unter vielen bleiben muß) nur helfen, sich den Zumutungen und Chancen der Freiheit zu stellen.

Noch einmal: Der historische "Nationalliberalismus" war ein Fehler (und z.T. sogar eine Lumpenideologie, wenn man sich das Erbe der Naumänner einmal genauer betrachtet), aber ihn jetzt durch einen überspannten und sterilen, teilweise sogar rabiaten "Antinationalliberalismus" ersetzen zu wollen, wie das wohl der unausgesprochene Konsens der "westlichen" Blogger zu sein scheint, hieße nichts anderes, als auf einen Narren einen anderthalben zu setzen!

Freitag, Juli 07, 2006

Das Finale der ums Finale Betrogenen

Morgen in Stuttgart findet in meinen Augen das eigentliche Finale statt. Das Spiel Deutschland-Portugal, das sich viele eigentlich als Endspiel gewünscht hatten. Vieles deutet darauf hin, daß diese ursprünglich so erfreuliche WM nun doch mit dem Odium der fragwürdigen Entscheidungen im Gedächtnis haften wird, auch wenn einige libertäre Freunde mal wieder Schattenboxen gegen vermeintlichen "Nationalismus" oder "Fußballkollektivismus" betreiben, und dabei übersehen, was wirklich anrüchig ist. Torsten Frings bezeichnete heute die zweifellos skandalöse FIFA-Entscheidung als "Politikum". So wird das hinter der Hand von vielen unverdächtigen Beobachtern gesehen. Bloß auszusprechen traut sich das keiner, man will sich nicht vorwerfen lassen, man sei ein "schlechter Verlierer". Lieber nimmt man klaglos eine eklatante Ungerechtigkeit hin oder mokiert sich in sattsam bekannter Manier über diejenigen, die unbequeme Fragen aufwerfen, lästert mit dem linkslinken mainstream über "Verschwörungstheoretiker".

Hier noch mal die Faktenlage, wie sie mir von Fußball-Experten geschildert wurde:

1. Frings wurde ungerechtfertigt gesperrt (Verfahren war schon eingestellt,
Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters war schon da, Video nicht eindeutig,
Sperre kam extrem spät, sodass sich die Mannschaft nicht mehr darauf einstellen
konnte!)

2. Das Faul gegen Podolski ereignete sich im Strafraum! Warum gab der
Schiedsrichter nur einen Freistoß? (Der Elfmeter wäre unser Ticket ins Finale
gewesen!)


Außerdem, möchte man ergänzen, haben die Deutschen a) den Elfer in der 1. Halbzeit (Handspiel) nicht bekommen und b) einen Freistoß statt eines Elfers in der 81. Wahrlich ein doller Schiedsrichter, Italien ist unverdient weiter und hätten noch nicht einmal ins Viertelfinale gehört nach der Schwalbe gegen Australien! Dienstag hat's der Totti ja auch ein paar Mal wieder versucht - der hätte auch per Videobeweis gesperrt gehört... Tatsache ist auf jeden Fall, dass die FIFA den deutschen WM-Titel sabotiert hat.


Und ein anderer hält fest:


Erst das mit Frings, das auf einmal als die Italiener wußten, das sie gegen
Deutschland spielen müssen von deren Seite der Fall der unsauberen Tätlichkeiten
beim Argentinienspiel wieder hervor geholt wird und von den Italienern auf ein
mal neue Beweiße dargelegt wurden. Dann der Spruch vom Trainer der Italiener,
das er weis, das Deutschland ein wichtiger und sehr guter Mann mit Frings fehlen
wird. Klar das er auf einmal seine komplette Taktik da umstellen kann und auf
ein mal 4 Stürmer ins Spiel bringt was er sonst wohl glaube nicht gemacht hätte.
Dann die Sperre von Frings der wie er sagt nicht zugeschlagen hatte was der
Argentinier sogar bei der Anhörung noch bestätigte. Und zuguterletzt, der
Schiri, der jedes Foul von den Deutschen sah aber einige von Italien nicht.
Bewußt oder unbewußt. Alleine das Foul gegen Ballack knapp am 11m Raum wurde ja nicht mal als Foul geahndet oder erkannt. Das ist mir alles nicht so ganz
geheuer.

Und ein dritter:

Die beiden Stellungsfehler, die zu den Toren führten, wären mit Frings als
Abwehrchef niemals passiert und das Elferschiessen wäre sicher an Deutschland
und Lehmann gegangen !


Und einer gibt zu bedenken:

Blatter hat sich übrigens bei Frings entschuldigt--->LMAA Blatter, das ist
ein Skandal!!! Die Entscheidung der Fifa war eine politische Entscheidung. Man
erinnere sich an die Entscheidung 1982 Rossi trotz Manipulationsskandal spielen
zu lassen. Er schoß Italien zum WM-Titel...Die Ermittlungen gegen Spieler
verliefen damals nach dem Weltmeistertitel im Sand. Wenn Italien einen Skandal
hat, dann müssen sie Weltmeister werden. Traurig aber wahr, die FIFA-WM ist nur
ein politisches Instrumentarium, damit der ital. Fussball nicht zerstört wird,
denn bei dem Gewinn der WM würden einige Fans in Italien über den Skandal
hinwegsehen. Die Tifosi wurden nämlich direkt ins Herz getroffen, da hilft nur
der WM-Titel. Ich gebe zu, dass ich das bei meinen Prognosen nicht
berücksichtigt habe und dachte, dass der WM-gastgeber gute Chancen hat... P.S
Ich bin wirklich kein Fan der Italiener (ich hoffe, dass Zizou einen würdigen
Abgang bekommt!!!), aber ich habe da so ein Gefühl, dass sich Geschichte
wiederholt.


Nun könnte man freilich sagen, wenn, hätte, könnte, sollte - was soll's, davon können wir uns auch nichts mehr kaufen. Wenn meine Tante Eier hätte, wäre sie mein Onkel usw.
Doch gemach: nicht nur in einem Halbfinalspiel, sondern auch in der Partie Portugal-Frankreich gab es offenkundige Unregelmäßigkeiten: So hätte bspw. das Foul von Willy Sagnol an Cristiano Ronaldo ebenfalls einen Elfmeter geben müssen!

Wenn die Portugiesen morgen die Deutschen besiegen sollten (was nach den vielen krankheitsbedingten Umstellungen sowie dem nervenzehrenden Hickhack um Klinsmann nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann) werde ich nicht rumheulen. Galt meine Sekundärsympathie in diesem Turnier schon lange der portugiesischen Selecao (falsch geschrieben, ich weiß), denen ich von Herzen den Vizeweltmeister gegönnt hätte, kann ich jetzt nicht hergehen und ihnen nicht einmal den 3. Platz zugestehen, so sie ihn sich morgen verdienen. Wiewohl ich mich bei einem deutschen Sieg morgen noch ein bißchen mehr freute.

Aus einem ganz schlichten Grund: Als Fußball-Muffel und nationalistischer Aufwallungen seit langem unverdächtiger (wer die rechte Szene einmal kennengelernt hat, den immunisiert diese Schutzimpfung ein Leben lang, auch wenn patentierte und zudem selbst irrtumsresistente "liberale" Lebenslauftechniker demjenigen das immer wieder nachtragen werden) Radikalliberaler hatte ich zunächst garnicht vor, mich für diese WM überhaupt zu interessieren. Bis ich von meinem tunesischen Freund überredet werden mußte, mir doch mal eines schönen Nachmittags das Spiel Tunesien gegen Saudi-Arabien anzusehen. Ein in jeder Hinsicht grottenschlechtes Spiel. Dennoch weckte es bei mir die Neugier, ich wollte wissen, wie Fußball tickt, welche Regeln warum gelten etc. Am selbigen Abend lief dann Deutschland gegen Polen und mein tunesischer "Nachhilfelehrer in Sachen runder Ball" hatte mich zuvor recht gut präperiert. Dieses Spiel hatte, und das wurde sogar mir als blutigem Laien bewußt, Klasse und Spannung bis zur buchstäblich letzten Minute. Und da ist es dann passiert: der Funke der Sympathie sprang von Odonkor und Neuville (für "LUKE" vermutlich zwei Urteutonen!) auf mich über. Diese junge Truppe, die wirklich, wie sich bei den darauffolgenden Spielen zeigen sollte, völlig zurecht das ganze Land, einschließlich der Fußball-Legastheniker, verzauberte und in ihren Bann zog, war es, die ich meines Beifalls und meines Mitfieberns je länger je mehr für würdig befunden habe. Ich habe die letzten Wochen sämtliche (partei-)politischen Aktivitäten (die mir ein Primitivling vorzuhalten sich erkühnte) zugunsten des Fußballs hintangestellt und mich wirklich intensiv mit der für mich neuen Materie vertraut gemacht, unzählige Spiele angesehen und alle möglichen Analysen in mich aufgesogen wie ein Schwamm.

Und so scheue ich mich nicht, heute ganz apodiktisch festzustellen:

Diese deutsche Elf mit Klose, Poldi, Lehmann, Frings, Ballack, Lahm & Co - das war die großartigste, begeisterndste und beste Mannschaft des ganzen Turniers. Wenn eine Mannschaft den Titel verdient hätte, dann dieses Team von Jürgen Klinsmann! NICHT WEIL SIE DEUTSCHE SIND, SONDERN WEIL SIE VERDAMMT GUTE FUßBALLER SIND UND DURCHWEG EINE GLÄNZENDE LEISTUNG VORGELEGT HABEN! Daß diese Jungs zufällig den gleichen Paß haben wie ich, kann nicht heißen, daß es legitim wäre, mir nationalistische Motive zu unterstellen. Wer so operiert (ad hominem-Argumente sind bei redlichen Diskutanten ohnehin unzulässig!), sollte eigentlich vom Platz gestellt werden!


Noch einmal zum Mitschreiben für den anscheinend vom DÖW gesponserten Verunglimpfungsbeautragten "LUKE": Nicht nationalistische Kränkung, sondern ein feines Sensorium für Recht und Unrecht ist es, die mich dazu veranlaßt, die Entwicklungen der letzten Tage einer kritischen Vivisektion zu unterziehen und gegen offensichtliche Machinationen Sturm zu laufen.

Außer Frage steht indes, daß nicht die Fifa allein die WM zum Ende hin hat giftig werden lassen. Die Haß-Kampagnen der englischen "Tabloids" und des von ihnen aufgehetzten Mobs gegen Cristiano Ronaldo haben inzwischen eine Schärfe erreicht, die mich erschaudern lassen. Dieses der englischen Mannschaft oder der englischen Nation anzulasten wäre indessen genauso töricht wie den Schweizern den Blatter zum Vorwurf zu machen. Auch wenn mir hunderte Schweizer auf Anhieb einfielen, die eines Bundesverdienstkreuzes allemal würdiger wären als der Fifa-Pate - sofern man auf diese (zudem durch so manchen obskuren Träger schon zig mal entweihte) etatistische Auszeichnung als Libertärer überhaupt etwas gibt. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.

Donnerstag, Juni 29, 2006

Mehdorns Monster

Deutsche Bahn - das ist Sozialismus minus Elektrifizierung! Gerd Habermann über den etatistischen Größenwahn.

Sonntag, Juni 25, 2006

Berlin ist schwarz-rot-geil!!!




So fröhlich und ausgelassen wie bei dieser WM war die Stadt wohl seit dem Mauerfall 1989 nicht mehr. Tag und Nacht Party! Habe wirklich tolle Tage in der Hauptstadt erlebt!

Montag, Juni 19, 2006

20 Jahre Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz

Ein schönes Jubiläum. Wir gratulieren! Ad multos annos! Wir zwingen ja keinen mitzufeiern! ;)

Sommer in Berlin!

Bin dann mal für eine Woche weg! Auf Einladung meines Lieblings-MdBs Florian Toncar (auf dem Bild der 2. von rechts) kann ich in der Hauptstadt mal ein wenig Berliner WM-Luft schnuppern! Da, wo die Musike spielt!


Auf dem Photo (aufgenommen am 26. Mai im Bronnbach-Keller zu Würzburg) sieht man außerdem noch meine Freunde Clemens Launer und Benjamin Denzer (v.l.n.r.).




Sonntag, Juni 11, 2006

"Ich denke wie Sie, aber in Deutschland kann keiner so etwas sagen"

Was für ein Testat für den "freiesten Staat der deutschen Geschichte", vor allem immer dann, wenn es um Europa geht, wo eine rationale Debatte in Deutschland seit Jahrzehnten tatsächlich nicht mehr geführt werden kann.

Daniel Hannan's erfrischend politisch unkorrekte Kolumne in der WELT wird mir fehlen!

Keine Angst vor großen Tieren!

Dieser Kater hat's begriffen!