Donnerstag, August 27, 2026

Küchenpsychologe Justus Bender


Am 11. Juni 1992 erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (unter dem Titel „Die EG-Währungsunion führt zur Zerreißprobe“) das eurokritische Manifest „Die währungspolitischen Beschlüsse von Maastricht: Eine Gefahr für Europa“.


Initiiert und federführend verfasst wurde es von Professorin Renate Ohr (damals Universität Hohenheim) und Professor Wolf Schäfer (Universität der Bundeswehr Hamburg). Es wurde von insgesamt 62 deutschen Professoren der Wirtschaftswissenschaften unterzeichnet.


Die Unterzeichner lehnten die Idee einer Wirtschafts- und Währungsunion nicht grundsätzlich ab, kritisierten aber die im Maastricht-Vertrag festgelegte Zeitplanung und die konkreten Maßnahmen als unzureichend und fehlerhaft. Sie warnten u. a. vor:

fehlender nachhaltiger realwirtschaftlicher Konvergenz,

zu weichen Eintrittskriterien,

drohender Arbeitslosigkeit und hohen Transferzahlungen in schwächeren Ländern,

ökonomischen Spannungen, die zu einer „politischen Zerreißprobe“ führen und das Integrationsziel gefährden könnten.


Das Manifest löste eine lebhafte öffentliche und wissenschaftliche Debatte aus, blieb politisch jedoch ohne Erfolg. 1998 folgte ein zweites Manifest („Der Euro kommt zu früh“) mit ähnlicher Stoßrichtung, das von deutlich mehr Professoren (über 150) unterzeichnet wurde. 


Wenn ich heute, am 28. August 2026 konstatiere, dass die Unterzeichner Recht behalten haben, dass übrigens auch ein Hans-Dietmar Barbier von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Maastricht-Gegner der ersten Stunde, Recht behalten hat, dann sage ich das nur weil ich einer psychischen Entlastungsfunktion bedürftig bin! So jedenfalls verstehe ich meinen Therapeuten Justus Bender im FAZ-Podcast!

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