Montag, Januar 22, 2007

So klein ist die Welt

Einen Tag, nachdem ich ihn hier auf meinem Blog gelobt habe, treffe ich doch tatsächlich letzten Freitag mein großes journalistisches Vorbild Roger Köppel zufälligerweise in Zürich. Wir hatten eine sehr angenehme und amüsante Unterhaltung. Und ich möchte daher an dieser Stelle noch einmal bekräftigen: Überaus schade für deutsche Leserinnen und Leser, daß er nicht mehr bei der WELT ist (die nun schon wieder rückfällig wird und sich, wie vor seiner Zeit als Chefredakteur, erneut an die parteipolitischen Milieus der Union anschmiegt)! Für mein Leib- und Magenblatt Weltwoche, das deutschsprachige Flaggschiff des bürgerlich-liberalen Antietatismus ist seine Rückkehr in die Schweiz natürlich ein ausgesprochener Glücksfall! Des einen Freud des, andern Leid. Und auf JuLi-Bundeskongressen wird eh nur der linksdrallige Agitprop-Wadenbeißer Heribert Prantl eingeladen ...

Donnerstag, Januar 18, 2007

Fehlkonstruktion Europa

Ein exzellenter Beitrag von Roger Köppel. Schade, aber wohl auch sehr bezeichnend für die hiesige Diskussionskultur ("herrschaftsfreier Diskurs" *lach*), daß dieser erzliberale Journalist von Format es im stickig-miefigen Deutschland nicht länger ausgehalten hat.

Dienstag, Januar 16, 2007

Gern lad' ich mir Gäste ein

Vor allem, wenn sie authentisch liberal, couragiert und zudem noch eloquent sind.

Mit Carlos A. Gebauer ( auf dem Gruppenbild* 2. von rechts) und Martin Hagen (Bildmitte) als Gastredner auf meinem Höchberger Neujahrsempfang am letzten Samstag, den auch viele libertäre und radikalliberale Freunde von außerhalb frequentiert haben (pars pro toto seien hier Achim Hecht und Michael Kastner erwähnt, die auch längere Anreisen auf sich nahmen und die Diskussion bereicherten) habe ich jedenfalls einen echten Glücksgriff getätigt. Das wird jedenfalls nicht das letzte Freiheitstreffen in Höchberg gewesen sein, soviel sei versprochen!


*) Außerdem noch auf dem Bild meine beiden liberalen Höchberger Freunde und Mitstreiter Jessica Gaiß (2. von links) und Clemens Launer (rechts im Bild).


Mittwoch, Januar 10, 2007

Großes Freiheitstreffen in Höchberg bei Würzburg

















Meine radikalliberalen Höchberger Freunde und ich laden mit Carlos A. Gebauer und Martin S. Hagen gleich zwei sehr entschiedene Liberale zum diesjährigen Jungliberalen Neujahrsempfang ein, der am Samstag, den 13. Januar 2007 im Hotel-Restaurant „Zum Lamm“, Hauptstrasse 76, 97204 Höchberg um 11 Uhr (wer hierzulande für die Freiheit kämpfen will, muß früh aufstehen!) stattfindet. Für Libertäre, Anarchokapitalisten, Minimalstaatler, Objektivisten, Hayekianer, Österreicher, Chicago-Boys, klassische Liberale und andere eigentümlich freie Selbst- und Querdenker bietet sich so eine einmalige Gelegenheit zu einem Ideen- und Meinungsaustausch - und natürlich auch eine Kontaktbörse für persönliches Networking. Ich freue mich auf Euren Besuch!

Mittwoch, Januar 03, 2007

Wie die Alten sungen... Auch die jungen Parteiliberalen sind allenfalls bedingt liberal

Kristian Niemietz hat einmal die aktuelle Hauspostille der (von bösen Zungen gelegentlich als "blaugelb lackierte JuSos" apostrophierten) Jungen Liberalen "j&l" (die bei mir sonst in aller Regel ungelesen im Papierkorb landet) in ef-online etwas genauer unter die Lupe genommen und dabei eine Redaktionspolitik entdeckt, die mich persönlich stark an die der partei ... äh .. pardon: stiftungsoffiziellen Vierteljahresschrift "liberal" erinnert, in der zumeist Detmar Doering und Hans-Dietmar Barbier als Feigenblätter für authentisch liberale Leser herhalten müssen. Aber man muß in unseren Zeitläuften wohl sogar dankbar sein, daß diese Blätter in ihren Spalten veritablen Freiheitsfreunden es mittlerweile gestatten, zumindest auch ihre Sicht der Dinge zu artikulieren. Wäre ich Gradualist, müßte ich mich darüber jetzt wohl freuen. Und nimmt man die häufig bei mir Ausschlag und Würgereiz auslösende Parteigazette "elde" zum Maßstab, kommt "j&l" eigentlich noch recht gut weg.

Dienstag, Januar 02, 2007

Isolationismus und Appeasement I

"Dominik, wenn es nach Deinem Isolationismus ginge würden sich die Islamisten in der ganzen Welt freuen... " schallte es mir unlängst auf einer befreundeten Blogger-Seite entgegen. Isolationismus hat hierzulande auf den Kommandobrücken der auf "historical correctness" abonnierten, die Zeitgeschichte regierungsamtlich verwaltenden Reflexionseliten und der ihnen apportierenden Hofjournaille des mainstream keine gute Presse. Bei diesem Begriff, der bei den meisten durch die professionellen Sinnvermittler des medial-edukativ-gouvernementalen Kompelexes abgerichteten Deutschen ähnliche, von der vorgegebenen Lesart der Zeitgeschichte, insbesondere des Zweiten Weltkrieges, diktierte Verdammungsurteile auslöst wie das ihm verwandte Appeasement, kollabiert auch bei so manchem Freiheitsfreund sofort das gesamte Assoziationssystem.

Dabei weckt dieser Begriff schon völlig falsche Vorstellungen, gerade so, als ginge es hierbei darum, Gesellschaften, Länder und Menschen von der Außenwelt abzuschotten, ja, sie hermetisch abzuriegeln, also um Autarkie. Nichts könnte falscher sein als das! "Isoliert" werden soll nichts weiter als die "Macht" (denn Macht korrumpiert, wie wir spätestens von Lord Acton wissen), die "Politik", der "Staat" als Monster Leviathan. So, wie man auch einen aggressiven Computervirus isoliert um ihn daran zu hindern, durch ubiquitäre Ausbreitung seinen Schaden zu potenzieren.

Zum völlig mißverstandenen Begriff des "Isolationismus" schreibt Murray N. Rothbard in "Eine neue Freiheit":

„Bis zur Verleumdungskampagne der späten dreißiger Jahre [des 20. Jahrhunderts] wurden die Gegner des Krieges als wahre „Internationalisten“ angesehen, als Gegner der Größe des Nationalstaats und Anhänger von Frieden, Freihandel, freier Einwanderung und friedlichem kulturellen Austausch zwischen den Menschen aller Nationen.… In sehr wenigen Fällen befürworten diese Antiinterventionisten eine buchstäbliche „Isolation“. Im allgemeinen befürworten sie politische Nichteinmischung in die Angelegenheiten eines anderen Landes, gekoppelt mit wirtschaftlichem und kulturellem Internationalismus im Sinne von friedlicher Freiheit des Handels, der Investition und des Austausches zwischen den Bürgern aller Länder. Das ist auch die libertäre Position.“


Wenn für den Liberalen der Staat an sich ein Übel ist (ob ein notwendiges oder nicht, wollen wir für den Moment dahingestellt sein lassen) steht es dann nicht außer Frage, daß ich als Liberaler ethisch verpflichtet bin, die territoriale Ausdehnung meines Staates auf andere Gebiete, wo er ohnehin nur Unheil stiften würde (denn warum soll staatliches Wirken auswärts plötzlich segensreich sein, wo es doch im Innern immer nur Schaden anrichtet?) nach Kräften zu verhindern?

- Fortsetzung folgt -

Mittwoch, Dezember 27, 2006

Dedicated to Henry Louis Mencken

Ein Klassiker des wohl größten amerikanischen Publizisten der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts, H. L. Mencken (1880 - 1956), ist nun - zumindest auszugsweise - auch deutschen Freunden dieses furchtlosen und kühnen Freiheitsdenkers zugänglich: Der Demokratenspiegel aus dem Jahre 1930 . Im deutschen Sprach-und Kulturraum ist Mencken, obwohl er deutsche Wurzeln hatte, noch weitgehend ein Desiderat. Sein Werk verdient es, auch hierzulande endlich die ihm zukommende Würdigung zu erfahren.

Als "teaser" für die Juristen unter meinen Lesern habe ich auch noch ein besonders hübsches Mencken-Zitat gefunden:


"All the extravagance and incompetence of our present Government is due, in the main, to lawyers, and, in part at least, to good ones. They are responsible for nine-tenths of the useless and vicious laws that now clutter the statute-books, and for all the evils that go with the vain attempt to enforce them. Every Federal judge is a lawyer. So are most Congressmen. Every invasion of the plain rights of the citizens has a lawyer behind it. If all lawyers were hanged tomorrow, and their bones sold to a mah jong factory, we'd be freer and safer, and our taxes would be reduced by almost a half."

–H.L. Mencken (1880-1956),
"Breathing Space", The Baltimore Evening Sun, 1924 Aug 4. Reprinted in A Carnival of Buncombe.

Freitag, Dezember 22, 2006

Von Friedrich Naumann zu Jörg Haider und Ingo Wolf - Liberalismus sui generis

“Ich hatte im sozialpolitischen Bereich immer ein sozialdemokratisches Herz. […] In Deutschland gab es einmal die sozialliberale Bewegung des Friedrich Naumann. Den Zuschnitt von dessen Gruppierung lasse ich auch für uns gelten.”

Dr. Jörg Haider, österreichischer "Sozialliberaler"


„Alle Ideen des deutschen Nationalismus sind lange vor 1914 erdacht worden. Nicht ein einziger Gedanke fehlte. Nichts in ihm später hinzuzufügen gewesen und nichts ist ihm später hinzugefügt worden. In den Schriften und Reden von Hitler, Goering, Goebbels, Rosenberg, Feder, Spann, Spengler, Sombart und aller übrigen Nationalsozialisten ist nicht eine Spur von Neuem zu entdecken. Alles hatten schon Langbehn, Lagarde, Treitschke, Schmoller, Rohrbach, Hasse, Class, Naumann, Bernhardi, und viele andere weit besser, klarer und vollständiger dargelegt. Der Nationalsozialismus stand schon vor dem Ersten Weltkrieg fertig da. Er ist nicht etwa, wie man irrigerweise anzunehmen pflegt, ein Produkt des Krieges und des Vertrages von Versailles.“ (Ludwig von Mises: „Im Namen des Staates – oder Die Gefahren des Kollektivismus“ Verlag Bonn Aktuell, Stuttgart 1978, S. 166)


„Walther Rathenau…der sich zwar schaudernd abgewandt haben würde, wenn er sich über die Folgen seiner totalitären Wirtschaftspolitik im klaren gewesen wäre, dem aber doch in der eingehenderen Geistesgeschichte des Nationalsozialismus ein hervorragender Platz zukommt. … Sehr ähnlich waren viele der Gedankengänge, die ein anderer ehemaliger Marxist, Friedrich Naumann, lehrte, dessen Schrift „Mitteleuropa“ von allen deutschen Kriegsbüchern wohl die größte Verbreitung fand.“ (Friedrich A. von Hayek: „Der Weg zur Knechtschaft“, Olzog Verlag, München 2003, S. 218)


In einer Fußnote fügt Hayek noch den Hinweis hinzu:

„Ein gutes Resumé der Ansichten Naumanns, die für die deutsche Kombination von Sozialismus und Imperialismus ebenso charakteristisch sind wie die im Text zitierten, findet man bei R. D. Butler, The Roots of National Socialism, 1941, S. 203-209“


By the way: Da paßt es recht gut ins Bild, daß ausgerechnet ein FDP-Inneminister sich derzeit in NRW als Vorreiter des totalen Überwachungsstaates verstehen will. Wer aus der Geschichte nicht lernt, ist dazu verurteilt, sie erneut zu durchleben. Für Kontinuität im Wandel des organisierten Liberalismus ist seit dem Tode Eugen Richters vor hundert Jahren jedenfalls gesorgt. Frohe Weihnachten!

Donnerstag, Dezember 21, 2006

Redefreiheit duldet aus erzliberaler Sicht keine Einschränkungen. Überhaupt keine!

„Es wird allgemein für gerechtfertigt gehalten, die Redefreiheit einzuschränken, wenn eine Rede die Wirkung hat, die Reputation einer anderen Person fälschlicherweise oder böswillig zu zerstören. Das Recht von Beleidigung und Verleumdung behauptet kurz gesagt ein Eigentumsrecht von jedermann an seiner eigenen Reputation. Aber niemandem kann seine „Reputation“ gehören, weil diese einfach nur eine Funktion von Gefühlen und Einstellungen anderer Menschen ist. Da aber niemandem wirklich das Bewußtsein und die Einstellungen anderer gehören können, kann auch niemand im Wortsinn ein Eigentum an seiner Reputation haben. Die Reputation einer Person verändert sich ständig, in Abhängigkeit von den Einstellungen und Meinungen des Restes der Bevölkerung. Deshalb kann der verbale Angriff auf jemanden kein Eingriff in sein Eigentum sein und somit nicht verboten oder strafrechtlich verfolgt werden.

Es ist natürlich unmoralisch, falsche Behauptungen über eine andere Person aufzustellen, aber es sei noch einmal gesagt, daß das Moralische und das Rechtliche für den konsequenten Liberalen zwei gänzlich verschiedene Kategorien sind.

Außerdem ist es praktisch gesehen so, daß ohne Gesetze über Beleidigung und Verleumdung die Menschen Beschuldigungen ohne vollständige Beweise viel weniger glauben würden. Wenn heute einem Menschen eine Schwäche oder eine Missetat zugeschrieben wird, ist die allgemeine Reaktion, es zu glauben, auch wenn es falsch ist, und zu fragen: „Warum klagt er nicht wegen Verleumdung?“ Das Verleumdungsrecht diskriminiert dadurch natürlich die Armen, weil eine Person mit wenigen finanziellen Ressourcen kaum in dem Maße in der Lage sein wird, einen Prozeß wegen Beleidigung zu führen wie eine Person mit ausreichenden Mitteln. Außerdem können die reichen Menschen das Verleumdungsrecht nutzen, um einen Klub gegen ärmere Personen zu bilden und vollkommen gerechtfertigte Beschuldigungen und Äußerungen mit der Drohung unterdrücken, ihre ärmeren Feinde der Verleumdung anzuklagen. Paradoxerweise ist dadurch eine Person mit begrenzten Ressourcen im gegenwärtigen System mehr gefährdet, verleumdet zu werden und in ihrer eigenen Redefreiheit eingeschränkt zu werden, als sie das in einem System ohne Gesetze gegen Verleumdung oder Diffamierung wäre.“

Murray Newton Rothbard, For A New Liberty, 1978

Montag, Dezember 18, 2006

Entbürokratisierung nach Plan

Bürokratie
Entbürokratisierung
Entbürokratisierungsprogramm
Entbürokratisierungsprogrammkommission
Entbürokratisierungsprogrammkommissionsverwaltung
Entbürokratisierungsprogrammkommissionsverwaltungsbeamter
Entbürokratisierungsprogrammkommissionsverwaltungsbeamtenversorgung
Entbürokratisierungsprogrammkommissionsverwaltungsbeamtenversorgungsgesetz
Entbürokratisierungsprogrammkommissionsverwaltungsbeamtenversorgungsgesetzesflut
Entbürokratisierungsprogrammkommissionsverwaltungsbeamtenversorgungsgesetzesflutverwaltungsapparat

Entbürokratisierungsprogrammkommissionsverwaltungsbeamtenversorgungsgesetzesflutverwaltungsapparatsentbürokratisierung


(Feuerlein 1991, entdeckt bei Roland Baader)

Freitag, Dezember 08, 2006

Höchberger JuLis mit eigener Blog-Seite

Der von meinem Freund Clemens Launer erst im Oktober aus der Taufe gehobene Ortsverband Höchberg (bei Würzburg) der Jungen Liberalen ist jetzt auch in die Bloggosphäre eingetaucht. Ein hoffnungsvolles Projekt, wie ich meine! Am 13. Januar 2007, also eine Woche nach Dreikönig, lädt der neugegründete OV zu seiner ersten öffentlichen Veranstaltung ein: dem Liberalen Neujahrsempfang Höchberg. Interessenten melden sich am besten bei FDP_von_unten@gmx.de

Donnerstag, Dezember 07, 2006

Das Paradoxon der Toleranz

Aus einem sehr lesenswerten Weltwoche-Interview mit dem niederländischen Schriftsteller Leon de Winter:

Die Niederlande sind also immer noch das aufgeklärte Land von Erasmus und Spinoza?
Durchaus. Wir sind stolz darauf, und wir versuchen, diesen Geist zu bewahren. Dies war übrigens eines der Themen von Pim Fortuyn, der immer wieder auf die Ironie unserer Situation hinwies: Wie können wir tolerant bleiben, wenn wir derart viele Leute aus unterschiedlichen Kulturen bei uns aufgenommen haben, die eine intolerante Lebensart haben. Er erklärte: «Diese Leute hassen Homosexuelle. Ich bin ein Homosexueller. Sie wollen nicht, dass ich an meinem Lebensstil festhalte. Wie kann man mit diesem seltsamen Paradoxon leben?»

...

Heute besteht ein Konsens unter den politischen Parteien der Niederlande, dass die Einwanderer sich einfügen müssen. Kann man von einem Meinungsumschwung reden?
Ja. Fortuyns Vermächtnis ist in dieser Beziehung ausserordentlich. Er war der Erste, der das «multikulturelle Drama» zum politischen Thema machte. Wir können ihm nicht mehr ausweichen. Wir kennen die Arbeitslosenzahlen für junge Marokkaner. Wir wissen, wie hoch in den Gefängnissen der Prozentsatz von jungen Männern mit muslimischer Herkunft ist. Im Gegensatz zu den Franzosen erfassen wir nämlich die ethnische Herkunft unserer Gefängnisinsassen. Deshalb wissen wir, wie traurig die Lage ist.




Dienstag, Dezember 05, 2006

"Wir Demokraten" sind die besseren Nazis

Ist es Einfalt oder doch Schamlosigkeit? Die SPIEGEL-Leserin Doris Buchwald (Hannover) scheint jedenfalls in der Ausgabe von dieser Woche (S. 10) eine krude Auffassung zu vertreten, die sich mit "Wir Demokraten werden uns doch von den Nazis die totalitäre Butter nicht vom kollektivistischen Brot nehmen lassen" zusammenfassen ließe, weshalb die gute Frau die "rrrrrestlose" Kinderverstaatlichung fordert.

Ihre Einlassungen zu einem Bericht über millionenschwere "Programme gegen Rechts" verdienen es, im Wortlaut wiedergegeben zu werden:


„Wenn es denn nun so ist, dass viele Jugendliche der Indoktrination erliegen, muss man wohl zu dem Schluss kommen, dass wir Demokraten ebenso mit diesem Mittel arbeiten müssen. Man muss schon bei der Sozialisierung der Kinder anfangen, im Kindergarten. Und in der Schule muss das fortgeführt werden. Angesichts der Tatsache, dass immer mehr Eltern mit der Erziehungsarbeit überfordert sind, sollte man ernsthaft über eine Kindergartenpflicht nachdenken. Wenn wir nicht mehr in Bildungs- und Erziehungseinrichtungen und Sozialarbeit investieren, haben wir Demokraten eines Tages verloren!“

Lieber Volksstaat selber machen als erleiden? Honi soit qui mal y pense...
Wenn man allerdings die Ideengeschichte der Demokratie bis zu den obskuren "Ideen von 1789" zurückverfolgt und dem sich aus ihnen folgerichtig ergebenden "terreur", wird man nicht umhinkönnen, den "Demokraten" fürs Totalitäre das Copyright zuzugestehen. Erst die liberale Legierung machte die Demokratie, zunächst in England und in der Schweiz, dann in ganz Europa, zu einem erträglichen Unterfangen. Aber diese Legierung korrodiert, hierzulande genauso wie andernorts.



An mahnenden Stimmen, die vor der Kindererziehung als Staatsaufgabe warnten, zuletzt die FAZ am 20.01.2005, hat es gleichwohl nicht gefehlt:


„Was Kinder vor allem anderen brauchen, weiß jeder: Sie brauchen Liebe, Geborgenheit, Zeit. Was davon kann der Staat ihnen geben? Nichts. Über nichts hat aber die von Jugendministerin Bergmann eingesetzte Sachverständigenkommission nicht 600 Seiten geschrieben. Der 11. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung handelt vielmehr von dem, was Eltern wünschen, um sich Kinder finanziell und zeitlich leisten zu können: staatliche Rundumbetreuung von der Wiege bis zum Discoalter. Von den Verfassern des Berichts war nicht zu erwarten, dass sie in dieser Entwicklung auch eine der Ursachen oft beklagter Probleme der Jugend suchen würden. Das liefe der mittlerweile von allen Parteien getragenen Kinderverstaatlichung diametral entgegen. Schon der Titel des Berichts verheißt, dass auf diesem Weg munter vorangeschritten wird: „Aufwachsen inöffentlicher Verantwortung“.
Da greift eine kalte Hand nach den Kleinsten. Vermessen ist, wer von einem Jugendbericht auch Einsichten wie diese erwartet: Noch so gut geführte Krippen und Horte können Kindern nicht das Gefühl vermitteln, um ihrer selbst geliebt zu werden; noch so ausgedehnte Betreuungszeiten nicht die Gewissheit, dass immer jemand für sie da ist. Der Staat kann nicht Vorbild sein und auch die Erziehung nicht ersetzen.“

Paradoxerweise scheinen die Deutschen jedoch zu glauben, daß sie den Aufbau eines neuen Totalitarismus der historischen Lehre aus der versäumten Abwehr des alten Totalitarismus schuldig seien. Diesem Volk ist nicht zu helfen.


Weiterführende Literatur:

Götz Aly: "Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus"
Hans-Hermann Hoppe:
"Demokratie. Der Gott, der keiner ist"
Erik von Kuehnelt-Leddihn: "Demokratie - eine Analyse"
Josef Schüßlburner:
"Demokratie-Sonderweg Bundesrepublik. Analyse der Herrschaftsordnung in Deutschland"
Klaus Hornung: "Das totalitäre Zeitalter. Bilanz des 20. Jahrhunderts"

Samstag, Dezember 02, 2006

Die Wahrheit ist konkret

Mit seinem nüchternen und von Wunschvorstellungen ungetrübten Blick auf den heute real existierenden Konservatismus (der dem Markt und dem Einzelnen immer weniger, dem starken Staat dagegen immer mehr Vertrauen entgegenbringt) bringt Christian Hoffmann in der aktuellen ef so manche "libertär-konservative" Seifenblase zum Zerplatzen.

Was nicht heißt, das man die Hoffnung auf einen freiheitlicheren Konservatismus à la Schrenck-Notzing gänzlich aufgeben sollte, der dann auch als Gesprächspartner für authentische Liberale infrage käme. Nur sollte man eben den Wagen nicht vor das Pferd spannen!

Dienstag, November 28, 2006

Staatlich erzwungener "Copyright"-, Patent- und Markenschutz ist ein essentiell sozialistisches Konzept

Darauf weist Robert Grözinger auf seinem Blog und im Freiheitsforum hin. Bis zur Vorzeige-Parteiliberalen Sabine Leutheusser Schnarrenberger, die sich am zurückliegenden Wochenende auf dem Landeskongreß der bayerischen JuLis in Bamberg wieder mit Einlassungen wie

"Wir brauchen (...) ein robustes Urheberrecht, das geistiges Eigentum auch in Zukunft wirksam schützt! Erst dieser Schutz schafft die notwendigen Anreize für kreative Tätigkeit und für Investitionen in deren wirtschaftliche Verwertung. (...)Bestrebungen, das Urheberrecht zugunsten unverhältnismäßiger urheberrechtsfremder Interessen zurückzustutzen, lehnt die FDP ab."

hervorgetan hat, scheint dieser Gedanke aber einstweilen noch nicht vorgedrungen zu sein. Eine durchaus anregende wie differenzierte Abhandlung von Hardy Bouillon zum Thema "Geistiges Eigentum" aus "Aufklärung und Kritik" sei hier noch zur erkenntisfördernden Lektüre dem geneigten Leser anempfohlen.

Who governs Britain?

Eine gute Frage und ein verdammt guter Blog. Und wer regiert eigentlich uns?

Montag, November 27, 2006

Eilmeldung: Ludwig Erhard postum aus der CDU ausgetreten!

Aufgrund meiner hervorragenden Beziehungen nach ganz oben habe ich es soeben exklusiv als erster erfahren: Ludwig Erhard (1897 - 1977) ist heute anläßlich des CDU-Bundesparteitages in Dresden aus der CDU ausgetreten. Zur Begründung erklärte er:

„Es gibt drei Kategorien von Menschen, die ich, im Grunde genommen und zurückhaltend ausgedrückt, einfach nicht leiden kann. Das eine sind die Nur-Pragmatiker. Zwar weiß ich auch, dass man nicht immer durch die Wand gehen kann; aber Pragmatiker aus geistiger und charakterlicher Haltung zu sein ist der Verachtung wert. Den Pragmatikern, die sich sogar weise dünken, folgen die Opportunisten, denen nur mit Abscheu zu begegnen ist. Und schließlich sind da noch die Konformisten als das wahrscheinlich ärgste Übel zu nennen. So viel an Widerwärtigkeit kann kein anständiger Mensch vertragen.“*




* Das Zitat stammt aus einer von Ludwig Erhard gehaltenen Rede beim Empfang des CDU-Vorsitzenden Dr. Helmut Kohl im Hotel Königshof Bonn, 4. Februar 1977, abgedruckt in: Karl Hohmann (Hrsg.), Ludwig Erhard. Gedanken aus fünf Jahrzehnten. Reden und Schriften, Econ-Verlag, 1988


Weiterführende Literatur-Empfehlungen vor allem für meine christdemokratischen Blogbesucher:

Horst Poller: "Rechts oder Links? Niedergang und Erneuerung der CDU" - München: aktuell, 1998. - 150 S.-
ISBN 3-87959-557-7

Gerd Habermann: "Vision und Tat. Ein Ludwig-Erhard-Brevier" 2. Auflage 2005 Ott Verlag, 223 S.
ISBN 3-7225-0001-X

Montag, November 20, 2006

Amerika, hast Du es besser?

Von einem der auszog, mehr Freiheit zu suchen, werden wir wohl bald Näheres erfahren. Zweifel sind indessen erlaubt, wenn man dem Artikel "Bekennende Linksliberale" von Jan-Werner Müller aus der Wochenendausgabe der NZZ folgt:

«…Schliesslich ist Bush ein «Big government»-Konservativer, welcher mit seinem Fürsorge-Programm für ältere Menschen (sprich: zuverlässige Wähler) eine der grössten Erweiterungen des Wohlfahrtsstaates in der amerikanischen Geschichte zu verantworten hat. Die Republikaner sind nicht so sehr an ihren eigenen Ideen gescheitert als an Korruption, Inkompetenz und einer (neokonservativen) Ideologisierung. Die Wähler, darf man mutmassen, wollen vor allem eine fähige, verantwortungsbewusste Regierung und nicht unbedingt weniger Staat, wie dies noch unter Reagan der Fall war. – Was in den USA derzeit wirklich unpopulär ist, sind radikale und staatsferne Libertäre oder, wenn man so will: Liberale im alteuropäischen Sinne.»

Freitag, November 17, 2006

Ehrendes Angedenken

Mit dem Nobelpreisträger Milton Friedman ist gestern einer der größten, ruhmreichsten und zugleich auch humorvollsten Vorkämpfer für Freiheit und Kapitalismus verstorben. Bewunderer wie Kritiker würdigen ihn und seine herausragenden Verdienste während seines bewegenden Lebens, dessen Werk vor allem der nachwachsenden Generation authentischer junger Liberaler Vermächtnis bleibt. Viele Freiheitsfreunde verneigen sich in diesen Tagen tief vor einem außergewöhnlichen Propheten der Freiheit, dem die Geschichte, wie schon dem großen Ludwig von Mises, ungeachtet aller Anfeindungen durch geistige Pygmäen, letztlich doch recht gegeben hat. Seine Ideen und Ideale werden weiterleben in unseren Köpfen und Herzen!