Wer wie ich am letzten Wochenende die Münchener Edelmetall- und Rohstoffmesse besucht hat, der verspürt ein wachsendes Bedürfnis bei vielen Menschen den Dingen einmal auf den Grund zu gehen, sich mit Sachwerten aber vor allem mit Wissen zu rüsten für die Unbilden die da vor uns liegen. Während die Süddeutsche es in ihrem etwas abschätzigen Bericht für hervorhebenswert hielt, wie ein Besucher einen Goldbarren im Kinderwagen abtransportierte, fand ich es viel bemerkenswerter, welche Schlangen sich vor allem an den Ständen des Kopp Verlages (der sich zusehends Verdienste um die Verbreitung von Austrian Economics erwirbt) und des "österreichisch" inspirierten Anlegermagazins SmartInvestor bildeten und wie Tragetaschen und Stoffbeutel bis an die Grenze zur physischen Erschöpfung von wissensdurstigen Messebesuchern mit Büchern (etwa von Ferdinand Lips, Dimitri Speck, Bruno Bandulet, Reinhard Deutsch, Thorsten Schulte und anderen big names in der Edelmetall-Szene) und natürlich dem grandiosen und in jede libertäre Hand gehörenden Sonderheft "Gutes Geld" von SmartInvestor zugestopf wurden - und obendrauf dann noch ein paar lehrreiche, hoch informative und wirklich professionell gemachte DVDs mit Vorträgen und Interviews ausgewiesener Geld-, Gold- und Geopolitik-Experten, sowohl aus dem Hause Kopp als auch von Dolphin Economics. Die beachtlichen Besucherzahlen sind ein fulminantes Mißtrauensvotum gegenüber dem Establishment in Politik, Wirtschaft und gelenktem Wissenschaftsbetrieb. Die Message lautet ganz klar: In Gold We Trust, wie es der Wiener Goldexperte Ronald Stöferle so schön auf den Punkt bringt (hier im Gespräch mit meinem Lieblingsbörsenberichterstatter Frank Meyer).
Zugegeben, immer noch ist die Zahl der durch mainstream narkotisierten Massenmenschen erschreckend groß - doch die Zahl derer, die durch die Wirklichkeit überfallen werden steigt inzwischen täglich, und zwar wie die Schuldenlasten des weltweiten Schein-Geld-Systems: exponentiell. Auch die Referenten auf dieser Edelmetallmesse - allesamt ausgewiesene Koryphäen - mußten nach ihren Auftritten, umringt von besorgten und extrem wissbegierigen Messebesuchern noch einmal mindestens die gleiche Zeit aufwenden, um die vielen Nachfragen aus dem erstaunlich gut vorgebildeten Publikum wenigstens ansatzweise zu befriedigen. Nicht nur Prof. Bocker, der als (manchmal freilich etwas zu pointenverliebter) Volkstribun unter den Goldexperten schon derlei reges Interesse über die Jahre gewohnt ist, sondern nahezu jeder Redner schleppte nach Vortragsende noch lange eine Menschentraube mit sich herum, die fest an seinen Lippen hing und jedes Wort wertschätzte. Hier zeigte sich in der Bereitschaft wirklich aufmerksam zuzuhören eine immense Vertrauensdimension, wie sie den die öffentlich-rechtlichen Kanäle säumenden und von Banken, "Verbraucherschutz"-Zentralen und Staatsunis bestallten "unabhängigen Experten" schon lange nur noch von hartgesottenen Systemtrotteln entgegengebracht wird. Und selbst die Staatsmedien beginnen, des wachsenden kritischen Geistes der Menschen in Fragen unseres Geldsystems gewahr zu werden und das neuartige Phänomen, wenn auch widerstrebend, immerhin zur Kenntnis zu nehmen. Es ist ein gutes Zeichen, daß die Menschen nicht nur ihre Habseligkeiten vor dem Zugriff eines immer stärker totalitäre Metamorphosen durchlaufenden "Europäischen Schuldensozialismus" (über den der junge Austrian und Autor des hervorragenden und genau zur rechten Zeit erschienenen Aufklärungsbuches "Die Tragödie des Euro" Prof. Dr. Philipp Bagus dieser Tage in der FAZ einen glänzenden Gastbeitrag schrieb) in Sicherheit zu bringen versuchen, sondern vor allem, daß sie zunehmend auch Warum-Fragen stellen, mithin die Systemfrage aufwerfen.
Und auch laut NEIN zu sagen, getreu dem alten 68er Motto "Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt", kommt wieder in Mode. Eine von den Medien (im Gegensatz zu Kreml-artig hochgezogenen Schein-Opposition der "Piraten") noch weitgehend totgeschwiegene, aber sehr stringent auf der Linie von Ron Paul argumentierende Protestbewegung stellt in meinen Augen die libertäre "Partei der Vernunft" dar, die derzeit immer mehr Menschen gegen den Euro- und Bankenrettungswahnsinn auf die Straße bringt. Und die anders als die vom Etatismus okkupierten Okkupierer sich nicht auf vom monetär-staatskapitalistischen Komplex ausgelegte Leimruten locken läßt. Am 22. Oktober demonstrierte sie in Frankfurt vor der Paulskirche an denkwürdigem Ort gegen EFSF und ESM (die Interviews führte mein Freund Marvin Wenzel):
Das Programm der PdV ist im Grunde genommen deckungsgleich mit den Positionen des mutigen Geldreformers und FDP-Eurorebellen Frank Schäffler, der unter größtem persönlichen Einsatz eine Mitgliederbefragung zum ESM erzwungen hat, die derzeit gerade läuft und deren Ergebnis noch vor Weihnachen feststehen soll.
Man kann davon ausgehen, daß sich diese produktive Unruhe die man bei den Demos, bei Messen und in den Debatten innerhalb der Parteien spürt, fortsetzen wird. Wir erleben tatsächlich in Zeiten der Rückbesinnung auf reale Werte so etwas wie die Geburt einer Bürgerbewegung für freies Marktgeld. Things can only get better.
Mehr zu den Themen Geld, Gold und Gottspieler finden meine geneigten Leser von nun an auch regelmäßig auf den Seiten des "Lips Institutes" , einer Stiftung, die sich vornehmlich dem geistigen Erbe des gelehrten Freiheitsdenkers Ferdinand Lips verpflichtet sieht. Man sieht sich dort wie auch hier!
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3 comments:
Dein Freund AFL war letztes Jahr genauso begeistert von der Edelmetallmesse wie Du:
"Die Entwicklung ist atemberaubend, die Messe – mit einer geballten Ladung werthaltiger Wirklichkeit inmitten der Schein- und Scheingeldwelt – platzte aus allen Nähten, der Umsatz der zahlreich wie nie anwesenden Gold- und Silberhändler muss sagenhaft gewesen sein. Dann sprach unser Kolumnist Dr. Bruno Bandulet: Der große Saal war voll besetzt, ganz vorne saßen die Älteren gedrängt im Schneidersitz, hinten bis zur Saalwand und noch weit aus dem Eingang heraus standen die Menschentrauben dicht an dicht. Ein befreundeter Journalist war vom Bild und der Stimmung überwältigt: „Das ist ja wie bei Rudi Dutschke damals im Audimax!“ Der SDS als Bote einer neuen Zeit, das sind nun wir. Rudi heißt jetzt Bruno und aus Ho-Ho-Ho-Chi-Minh wird Lu-Lu-Ludwig Mises. Vor vier Jahren war ich glücklich, als in den zwei Messetagen immerhin ein Abonnent den Weg zu unserem kleinen Tisch fand. Jetzt schauten unsere Leser – sowie einige Autoren und viele neugierige Interessenten – im Minutentakt vorbei, viele wollten uns „einfach nur einmal ein positives Feedback geben“. Zuweilen standen die Freunde Schlange vor dem ef-Stand. Eindrucksvoller hätte der geänderte Stellenwert auch dieser Zeitschrift kaum demonstriert werden können. Den Besuchern möchte ich an dieser Stelle für den schönen Motiva-tionsschub zum Jahresende ganz herzlich danken!"
Seit Jahr und Tag schreibe ich das und es wird immer klarer. Geld als Schuld, Zentralbanken und Mindestreserve sind DAS ZENTRALE Problem. Auf eine gewisse Weise ist es befriedigend zu sehen, wie sich dieses Problem immer mehr herausschält. Nur bin ich darüber nicht wirklich glücklich. Es werden keinerlei Vorkehrungen getroffen das alte System in's Neue zu überführen (mit Geld als Wert) sondern die Summen werden immer astronomischer und leider sieht es so aus als ob erst alles zusammenbrechen muß bevor man vielleicht lernt.
Ich befürchte wir werden aber sehen was passiert wenn wir einfach nur nach Griechenland schauen....
Ich befürchte wir werden noch beispiellose Eingriffe in das Eigentum sehen und bisher sind solche Sachen so gut wie nie ohne Gewalt abgegangen. Warum sollte es diesmal anders sein?
Hat aber ein süsses Lächeln, dieser Marvin Wenzel! :)
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