Wednesday, July 20, 2011

"...daß die Weisheit des Goldes schließlich immer über die Torheit seiner Verächter triumphiert"

„Man darf den Kampf gegen die Goldwährung nicht losgelöst von der politischen Haltung betrachten, die in ihm eine ihrer Erscheinungsformen findet. Die Goldwährung wird bekämpft als ein Stein in dem grössten Werk, das Menschen je aufzurichten versucht haben, dem Werk der friedlichen Vereinigung aller Menschen zu einer einzigen grossen Gesellschaft der Arbeitsteilung und der einträchtigen Zusammenarbeit durch Austausch von Gütern und Diensten. Was an der Goldwährung ausgesetzt wird, ist, dass sie diesem System des ökumenischen Friedens und der Kooperation aller Menschen zugeordnet ist. Das, was man ihr als Unvollkommenheit ankreidet, ist gerade das, dass sie der Absperrungspolitik des einzelstaatlichen Separatismus im Wege steht. Vom Standpunkte der auf Zerstörung der weltwirtschaftlichen Verbundenheit der Völker gerichteten Politik ist die Goldwährung zweifellos als ein Werk des Teufels zu betrachten. Betrachtet man sie aber im Rahmen der Weltwirtschaft, dann kann man nur zu dem Urteil gelangen, dass sie eine immerhin brauchbare Lösung des Währungsproblems darstellt. Sie ist das Ergebnis desselben geschichtlichen Prozesses, der von dem Kampfe aller Horden gegen alle Horden zur politischen und ökonomischen Verfassung des 19. Jahrhunderts geführt hat. Kein Kritiker oder Gegner der Goldwährung wüsste ein Geldsystem vorzuschlagen, das besser als die Goldwährung funktionieren könnte.“ -- Ludwig von Mises, „Nationalökonomie“, Genf, 1940


„Es ist höchst wunderbar, dass es ein seltenes Naturprodukt gibt, auf das sich die zivilisierte Menschheit als letzten Wertanker hat einigen können. Dem Chrysophilen (Freund des Goldes) dünkt es töricht, diesen ungewöhnlichen Glücksfall zu mißachten, und er meint, falls es kein Gold gäbe, so müßte man es erfinden, wenn es nicht zum Wesen des Goldes gehörte, eines von den natürlichen Dingen zu sein, die man gleich der Sprache nicht erfindet. Er ist aber davon überzeugt, daß die Weisheit des Goldes schließlich immer über die Torheit seiner Verächter triumphiert.“ -- Wilhelm Röpke, „Wirrnis und Wahrheit“, Zürich und Stuttgart, 1962

2 comments:

du.plex said...

Die Goldwährung (100% garantierte Golddeckung, sonst nützt sie gar nichts) hat tatsächlich ansprechende Seiten. Und die Nachteile der Alternativen sind in der Tat beträchtlich. Gold als Geld leidet aber an einer entscheidenden Schwäche: Im Krisenfall verhindert die volle Golddeckung eine expansive Geldpolitik. In einer schweren Wirtschaftkrise aber ist expansive Politik entscheidend um zu verhindern, dass die Krise sich verfestigt und u.u. auch politische Konsequenzen hat (vgl. die nicht sehr liberalen 30er Jahre). Das Festhalten an einer fixen Goldparität entpuppte sich damals als verheerend und die Reduktion der Parität war systematisch mit einer Besserung verbunden.
Es gibt aber auch namhafte Ökonomen (darunter Keynes), die sagen (würden), dass im Krisenfall Geldpolitik ohnehin wirkungslos wäre (Konzept der Liquiditätsfalle). Es drängt sich dann noch die Fiskalpolitik auf: der Staat müsste Arbeitsbeschaffungsprogramme machen um Konsum und *private Investitionen* wieder zu ermöglichen und dadurch die Arbeitslosigkeit zu senken.

Ich bin nicht gegen eine Goldwährung, aber solche Probleme müssen gelöst werden, sonst bleibt diese Idee ein reines Luftschloss. Die aktuelle (willkommene) Krise der Makroökonomie kommt da vielleicht nicht ungelegen...
Zu berücksichtigen wären auch die Experimente mit "Freigeld". Vielleicht lassen sich diese Ansätze irgendwie kombinieren. Die Sache ist auf jeden Fall aber nicht einfach.

Libertarian said...

"Wir sollten dem Gold mehr vertrauen als machthungrigen Menschen. Es hat weder deren Schwächen noch böse Absichten. Es war, ist und bleibt das Geld der Freiheit." -- Roland Baader: Geldsozialismus, Gräfelfing 2010, 161