Wednesday, July 20, 2011

Auch Reputationspyramiden stürzen in der Krise ein

Das Schönste an der (nicht nur finanziellen, sondern generellen) Welt-Krise ist ja die gigantische Umverteilungswirkung beim Gut "Reputation". Noch vor 3 Jahren mußte man häufig den Einwand berücksichtigen "Ja, aber der X gilt in der Fachwelt als Außenseiter/Einzelgänger/Sonderling/Exzentriker, den kannsch fei ned zitiere!" Damit ist jetzt Schluß. Der Mainstream (in der Ökonomie, aber nicht nur dort) hat komplett falsch gelegen, die Leute hören inzwischen jedem zu, solange er nur möglichst weit weg vom Gewohnten/Respektierlichdünkenden ist (daß dieses Wegbrechen alter Reputationshierarchien, v.a. außerhalb der Ökonomie, im öffentlichen Diskurs auch seine skurrilen Kollateralwirkungen hat wie z.B. den Boom von Sarrazinthesen, Esoterik und Verschwörungstheorien, mag sein, wird sich aber auf einem freiem Ideenmarkt langfristig NICHT als Problem erweisen; "trial and error" werden hier schon für ein Einpendeln auf ein erträgliches Maß sorgen. Ein Grund zum onkelhaften Besorgtdreinblicken ist es jedenfalls nicht). Diese völlig veränderte Lage des intellektuellen Klimas ist Risiko (Stichwort "falsche Propheten"), aber auch Chance!
Ob letzteres überwiegt hängt von uns ("Libertären"/"Austrians") ab und unserer Bereitschaft, Leidenschaft für die Wahrheit zu entzünden um die herrschenden, indes brüchig gewordenen Glaubenssätze für Wohlfahrtsstaat, Zentralverwaltungswirtschaft und staatliches Zwangsgeld mit einem kräftigen Ruck vom Sockel zu stoßen!

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2 comments:

Anonymous said...

Und was ist an Sarrazins Thesen so falsch?

Friedrich said...

Jetzt amüsier' ich mich mal. Mit dem Blog habe ich so vor ca 3 Jahren angefangen und immer vor dem "Ausschalten" der Verantwortung gewarnt.

Nur in den letzten 3 Jahren habe ich erstmals was von der österreichischen Schule gehört und mich dann eingelesen und dann mal ein bisschen weitergesucht.

Und Überraschung diejenigen die das warnten sind eher mit dieser Schulde verbandelt gewesen...

Was noch viel beeindruckender war dieses Leute waren auch vor den diversen Weltkriegen diejenigen die die Scharlatanerie der "Obrigkeitsgläubigen
aufzeigten.


Es ist erstaunlich aber vielleicht noch erstaunlicher das es unter unseren Volksvertretern kaum einen gibt der in diese Bresche springt. Man müsste ja meinen ein "gewissses" Wissen um Ökonomie wäre auch für Politiker unabdingbar. Da habe ich mich ganz schön geirrt ;-(